Magenspiegelung

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le_woltaire
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Magenspiegelung

Beitrag von le_woltaire » 18.02.16, 18:27

Hallo,

Habe seit acht Jahren leichte schmerzen im rechten Oberbauch.

Neulich habe ich auf nüchternen Magen eine halbe Flasche Weinbrand getrunken und mich dann schlafen gelegt. Das war ein einmaliger Ausnahmefall.

Am morgen danach sind meine schmerzen im rechten Oberbauch so intensiv gewesen und waren verbunden mit saurem Aufstossen, Ausstrahlen in den rechten Rücken.

Der Arzt hat mir vorerst Säureblocker verschrieben und eine Magenspiegelung angeordnet, die in zwei Wochen stattfindet.

Ich bin wegen der bevorstehenden Magenspiegelung etwas nervös und da ich zwei Wochen Zeit habe, würde ich gerne dazu fragen stellen:

1. Macht es Sinn sich bei der Magenspiegelung vollständig betäuben zu lassen? Also nicht nur mit dem Rachenspray, sondern eine leichte Anästhesie?

2. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, das ein acht Jahre lang verschlepptes Magengeschwür entartet bei einem 36 jährigen.

3. haben meine ständigen Nackenschmerzen und anteiligen Gliederschmerzen etwas mit den Magenschmerzen zu tun?

4. Ich nehme jetzt morgends und abends 40mg Pantropazol. Wie lange dauert es, bis sich eine deutliche Besserung der Beschwerden einstellt? Gegenwärtg bin ich bei Tag drei und merke noch nicht viel.

5. Was kann man bei Magen und Zwölffingerdarmgeschwür essen? Erstmal zwei Tage nichts? Haferschleim? Pürierte Bananen? Brokkoli? Advokado? Zucchini? Ingwer?

Auf einige Antworten freue ich mich und bedanke mich.
Zuletzt geändert von le_woltaire am 19.02.16, 15:10, insgesamt 3-mal geändert.

PatrickBo
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Re: Magenspiegelung

Beitrag von PatrickBo » 19.02.16, 11:53

Hallo le_woltaire :)
le_woltaire hat geschrieben:

Ich bin wegen der bevorstehenden Magenspiegelung etwas nervös und da ich zwei Wochen Zeit habe, würde ich gerne dazu fragen stellen:

1. Macht es Sinn sich bei der Magenspiegelung vollständig betäuben zu lassen?
Ich selbst habe auch mal eine Magenspiegelung machen lassen :) du brauchst nicht nervös zu sein, es ist ein unkomplizierter Vorgang, der sehr schnell und fast immer reibungslos über die Bühne geht.

Da dir ein Schlauch in den Mund gesteckt wird, macht das durchaus einen Sinn :D
Also ich habe von Kliniken (in Polen muss man dazuschreiben) gehört, die eine Magenspigelung ohne jegliche Betäubung durchgeführt haben. Das ist sehr unschön.

Zu deinen anderen beiden medizinisch spezifischen Fragen kann ich dir leider nur wenig sagen. :/

Wünsche dir viel Glück für Montag und sag bescheid wie es lief wenn du magst !

MfG
Patrick

Thunfisch
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Re: Magenspiegelung

Beitrag von Thunfisch » 29.02.16, 16:50

hallo,

ich bin relativ erfahren in Sachen Magenspiegelung. Ob ich eine Sedierung haben möchte hängt davon ab, ob es stationär oder ambulant durchgeführt wird.

Bei einer ambulanten Untersuchung reicht bei mir nur ein Rachenspray. In der Klinik nehme ich immer eine Sedierung. Aus dem Grund weil in der Klinik mir immer langweilig ist :)

Die Untersuchung dauert in der Regel 5 Minuten. Danach ist alles wieder vorbei. Abgesehen von den vielen Rülpser :lol:

lass dich nicht unterkriegen, so schlimm ist die Untersuchung nicht. Evtl. ein wenig unangenehm am Anfang.

Mein Tipp: Während der Untersuchung ruhig und langsam durch die Nase atmen.

Gruß
der Fisch

le_woltaire
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Re: Magenspiegelung

Beitrag von le_woltaire » 04.03.16, 12:06

Ich hab die Magenspiegelung gerade hinter mir.
Bin vor 15 Minuten zurück gekommen und hier der ausführliche Bericht.

Den Termin hatte ich um 10:40 Uhr.
In der Gastroenterologie ging es ziemlich zackig zu.
Das Personal war etwas ruppig aber auch sehr beschäftigt.

Ich bekam als erstes ein Formular zum Ausfüllen.
Im Formular wurde ich auf sämtliche Risiken und den groben Ablauf der Magenspiegelung hingewiesen.
Auf der Rückseite musste ich ankreuzen, ob ich Erkrankungen habe oder Medikamente nehme.
Des Weiteren wurde ein optionaler Taxiservice angeboten, der mich nach einer Betäubung nachhause fährt oder eine Kontaktpersonm die mich abholt, mit Telefonnummer erfragt. Durch meine Unterschrift erfolgte die Einverständniserklärung zur Magenspiegelung. Ab da ging es ins Wartezimmer, die Wartezeit war 3 Minuten.

Eine ruppige, ältere Fachangestellte rief mich seitlich rein. Meinen Mantel und die Tasche mit den Wertgegenständen sollte ich in einem Durchgangsflur vom Wartezimmer zum Spiegelungszimmer einschliessen. Daraufhin bekam ich etwa 2 cl einer weißlichen Flüssigkeit in einem Plastikbecher zum trinken. Hat wie Bananen Milchshake geschmeckt. Sie meinte es sei gegen die Schaumbildung im Magen. Wenn ich einen empfindlichen Rachen hätte und schon beim Zähneputzen oder beim Zahnarzt einen Würgreiz empfinden würde, sollte ich mich besser betäuben lassen, ansonsten wäre es eine Sache der Atmung und das man ruhig bleibt. Der Würgreiz sei nur am Anfang da und verschwinde beim Atmen während der Untersuchung.

Der Arzt kam herein und war eher locker. Er stellte die gleichen Fragen, was prinzipiell los sei und ob ich es schon mal gemacht hätte und ob ich beim Zähneputzen einen Würgreiz empfinde. Ich verneinte das, dann meinte er wir probieren es mal so, die Spritze könne man mir ja immer noch reinhauen.

Und schon ging das ab wie die Post. "Drehen Sie sich zur Seite." Meinte die Fachangestellte. "Mund weit auf." Ich bekam einen Stutzen aus PVC zwischen die Zähne. Eine zweite Fachangestellte kam und nahm während ich auf der Seite lag meine beiden Hände, um mich zu beruhigen. Der Schlauch wurde mir in den Mund geschoben. Und war sehr schnell in der Speiseröhre. Ein leichter Würgreiz war zu vernehmen. Ich atmete ruhig durch die Nase und hielt die Augen offen, um alles genau zu sehen, was die tun. Von der ersten Fachangestellten bekam ich immer wieder offensiven Zuspruch: "Sie machen das ganz toll." Der Arzt meinte wir seien jetzt im Magen. Gespürt habe ich davon nichts. Der unangenehmste Moment war, als er in den Zwölffingerdarm hineinrutschte, da der Schlauch etwas Widerstand hatte beim Reinschieben und dadurch nochmal im Mund beim Gegenstoßen etwas Würgreiz erzeugte. Ich wurde darauf aber während der Untersuchung hingewiesen und es kam der wiederholte Satz: "Sie machen das ganz toll." Irgendwann hieß es: "Noch eine Minute, dann sind wir fertig." Die zweite Fachangestellte ließ meine Hände jetzt los und es wurden kleine, blaue Leinen in das Gastroskop - oder wie man das nennt - von ihr geschoben. Ich dachte mir schon, daß das die Probeentnahmen sind, die so gemacht werden. Das war insgesamt interessant anzusehen. Der Schlauch wurde dann langsam herausgezogen und damit war das erledigt. Es kam noch ein paar einstudierte Sätze wie: "Das hätte ich selber bei mir nicht so durchgestanden." "Mensch, Sie haben das wirklich vorbildlich gemacht." Ich war noch clever genug in dem Moment nach einer Krankschreibung für den Tag zu fragen und erhielt die auch prompt.

Das vorläufige Ergebnis war, dass es nichts ist. Kein Krebs, kein Geschwür. Es wurden Proben im Magen und Zwölffingerdarm auf Helicobalter Nachweis gemacht.

Ich bin dann einfach in die Strassenbahn und war um 11:25 wieder bei mir daheim. Insgesamt 1 Stunde inklusive Untersuchung unterwegs.

Die Hauptfrage die ich mir ständig gestellt habe ist, wieviel Umsatz die wohl am Tag machen. Ich meine das nicht negativ, sondern der Laden schien richtig gut zu laufen.

Ich belohne mich jedenfalls gerade mit Kakao und einer Nussecke.

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