Laborarbeit und Arbeitsschutz bei offenen Wunden

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schafswolf
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Laborarbeit und Arbeitsschutz bei offenen Wunden

Beitrag von schafswolf » 17.01.15, 10:33

Hallo,

ich habe eine Frage zum Arbeitsschutz hinsichtlich 2 Dingen.
Ich bin Borderliner und verletze mich selbst (Schneiden und Verbrennen). Brandwunden habe ich an den Händen (jetzt vernarbt), aber ich kann nicht ausschließen, dass mir das wieder passiert. Jetzt ist von der Psychologin das Thema Arbeitsschutz auf den Tisch gebracht worden. Ich mache eine Umschulung zum Biologielaboranten. Bisher hab ich niemanden gesagt, wenn ich offene Wunden habe, arbeite auch mit Handschuhen. Wir arbeiten auch nicht mit humanpathogenen Keimen (verboten). Wie sieht es denn speziell im Labor da mit Arbeitsschutz aus ? Darf ich dann nicht arbeiten ? Mir ist die Umschulung sehr wichtig, aber jetzt ist schon wieder so eine Drohkulisse aufgebaut worden, dass mir die Umschulung seitens der Arbeitsagentur gestrichen wird. :(

Zur Zeit schaffe ich es mit Einnahme von Lorazepam ohne SV. Aber auch wurde die Frage nach dem Arbeitsschutz gestellt.

Muss ich den Ausbildern mitteilen, wenn ich offene Wunden habe ? Oder nur, wenn die Wunden an den Händen sind ? Und werde ich dann "suspendiert" ? Muss ich den Ausbildern mitteilen, wenn ich Lorazepam genommen habe ? Lorazepam wirkt bei mir körperlich entspannend. alles rein rechtlich ?
Wie gesagt, wir sind kein Hochsicherheitslabor.
Ich arbeite ja nicht an großen Maschinen. Das größte, was wir im Labor stehen haben, ist eine Kühlzentrifuge. Gefährde ja niemand anders ...

Bitte helfen Sie mir .... :?

Vielen Dank.

blackylein
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Re: Laborarbeit und Arbeitsschutz bei offenen Wunden

Beitrag von blackylein » 17.01.15, 10:39

Mache einen Termin bei einem Arbeitsmedizinder. Adressen kann dir sicher dein Hausarzt geben.
dort kannst du dann alle Infos holen, die du benötigst.

Wurde denn keine Einstellungsuntersuchung durch einen Betriebsarzt durchgeführt?

schafswolf
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Re: Laborarbeit und Arbeitsschutz bei offenen Wunden

Beitrag von schafswolf » 17.01.15, 10:44

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Hab ein bisschen Angst zum Arzt zu gehen und dann die Antwort zu hören, Sie sind ungeeignet. Die Arbeitsagentur wußte von SVV oder hätte wissen müssen. Sie haben es trotzdem genehmigt.

Aber vielleicht kann hier ja noch jemand Auskunft geben ... :?:

Gruß.

Anästhesieschwester
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Re: Laborarbeit und Arbeitsschutz bei offenen Wunden

Beitrag von Anästhesieschwester » 17.01.15, 12:40

Hallo,

ich möchte eines nochmal aufgreifen: Gab es eine Einstellungsuntersuchung durch den Betriebsarzt? War die SV da Thema? Wenn ja, scheint ja alles in Ordnung zu sein. Sonst hätte man Sie nicht eingestellt.
Wenn nein, gibt es meiner Meinung nach nur 2 Möglichkeiten: Entweder die Sache auf sich beruhen lassen. Oder sich eben selbst an den Betriebsarzt / einen externen Arbeitsmediziner wenden und ggf. die Konsequenzen daraus ziehen.


Gruß
Die Anästhesieschwester

schafswolf
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Re: Laborarbeit und Arbeitsschutz bei offenen Wunden

Beitrag von schafswolf » 17.01.15, 13:04

Hallo,

die Ausbilung wird in einer Bildungsgesellschaft gemacht und durch einen Bildungsgutschein der Arbeitsagentur finanziert. Bin also in einer Reha-Maßnahme. Dazu musste ich zum medizinischen Dienst der Arbeitsagentur. Ob die Bildungsgesellschaft einen Betriebsarzt hat, weiß ich nicht. Da wurde keine Einstellungsuntersuchung gemacht.

Gruß

Muppet
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Re: Laborarbeit und Arbeitsschutz bei offenen Wunden

Beitrag von Muppet » 17.01.15, 13:30

Hallo,
Habe kurz als Studentin im Labor gearbeitet, jedoch eins wo man mit DNA und Keime gearbeitet hat.

wegen offene Wunde: kann jeder mal haben. Passiert ja auch durch Unfälle im Alltag. Muss man halt abdecken und schauen das man weder sich noch die Proben kontaminiert. Ggf. Bandage und abgeschnitten Handschuhe drüber. Darf man aber nicht zu lang drauf lassen.

Lorazepam: im Biolaboren arbeitet man überwiegend mit kleingeräte. Bei uns waren die Großen hinter Glasscheiben geschützt (wegen Kontamination), man darf/kommt gar nicht ran. Die Proben wurden automatisch eingezogen.

Wichtiger: Konzentration. Proben sehen oft identisch aus, man darf die aber nicht verwechseln. Man muss auch zuverlässig sein. Manche Projekte müssen schnell ablaufen.
D.h. die andere Symptomen von Borderline, wenn nicht stabil, eher problematisch sein könnte.
Wenn du stabil bist, sehe an sich kein Problem. Statistisch gesehen werden 20% von alle die da arbeiten, einer psychischen Störung haben. Bei Wissenschaftler oft eine Neigung zur Zwang und Sozialesverhalten ist oft nicht ganz auf Alltagsleben zugeschnitten (gilt auch für Psychologen die rein Forschung betreiben- kenne einige mit medikamentös behandelte Depression und Alkoholprobleme).
Gruß
Muppet

schafswolf
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Re: Laborarbeit und Arbeitsschutz bei offenen Wunden

Beitrag von schafswolf » 17.01.15, 13:47

Hallo Muppet,

wir arbeiten nicht mit humanpathogenen Keimen und sind auch kein Hochsicherheitslabor. Aber ich werde bald ins Praktikum gehen (die arbeiten mit Pflanzen, aber auch steril wegen pflanzenpathogenen keimen).
Meine Noten sind gut. Größte Schwierigkeit sind die Anspannungen und Ängste ... klar Konzentrationsschwierigkeiten, aber ich hoffe, dass ich das während der Ausbildung noch in Griff bekomme. In Krisen kommen Suizidgedanken und -impulse dazu, wo ich dann anfange Tabletten mit Alkohol zu kombinieren. Habe jetzt aber länger schon keinen Alkohol angerührt.
Das Theater ist jetzt entstanden, weil ichmal wieder wegen einer Krise in der Psychiatrie war .... und die psychosoziale Begleitung (die von der Arbeitsagentur bezahlt wird) meine Gesundheit kritisch sieht. Ich mag mir aber nicht das Zepter aus der Hand nehmen lassen. Heißt doch immer schön Eigenverantwortung ....
Notentechnisch schaffe ich alles.

schafswolf

schafswolf
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Re: Laborarbeit und Arbeitsschutz bei offenen Wunden

Beitrag von schafswolf » 09.02.15, 17:49

Leider habe ich zwecks Alkohol einen Rückfall gehabt ... aber nur 1 mal :(

Ich kann also mit Handschuhen arbeiten. Heute war mein erster Arbeitstag. Hatte Wasserabweisende Pflaster drauf geklebt und dann die Handschuhe drüber. Aber es hat nicht viel gebracht. Hab jetzt eine Entzündung in der Hand.
Was mach ich denn jetzt ? Hab jetzt erstmal Octenisept drüber gekippt, aber wenn es einmal in der Hand ist, dann kann ich wohl nur noch kühlen. Kann ich auf Arbeit aber nicht ... ich kann doch nicht nach dem ersten Tag schon ankommen und sagen, ich kann da nicht weiterarbeiten, weil .....
Sie wollten auch, dass ich unbedingt die Stulpen ausziehe (hab ich dann so gemacht, dass keiner meine Hände sieht und dann schnell die Handschuhe drüber, die Pflaster halten nicht besonders gut) ... wenn ich das Praktikum nicht überstehe, steht alles auf dem Spiel .................. ich stehe quasi unter Beobachtung ..........

Warum musste es gestern wieder soweit kommen ? Und ja, ich hab Skills und ich kann das Wort nicht mehr hören .....

Was würdet ihr machen ? Ich weiß nicht, was ich machen soll ? Den Kontakt zu der psychologischen Beraterin hab ich erstmal abgewimmelt, weil ich ihr meinen Alkoholrückfall nicht beichten wollte, sonst heisst es wieder nicht umschulungsfähig .... und eben diese Beraterin berät auch die Arbeitsagentur und ich hab Angst die streichen mir die Umschulung .....

Es ist immer alles so kompliziert :x

Was würdet(n) Ihr/Sie machen ? Ich weiß nicht, was ich tun soll .....

Danke.

Edit: ach so, im Ausbildungsinstitut weiß man es und es hiess, wenn ich mit Handschuhen arbeite ist alles ok.

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