Antibiotika-Therapie bei angeblicher Angina

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Eve M.
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Antibiotika-Therapie bei angeblicher Angina

Beitrag von Eve M. » 30.12.14, 14:22

Hallo,

Samstag (27.12) begann mein Tag mit leichter Übelkeit, sowie normalem, leichten Schnupfen und im laufe des Tages entwickelte ich immer stärkeres Fieber. Gemessen habe ich nicht, aber aus früherer Fiebererfahrung würde ich es auf knapp über 39°C schätzen. In der Nacht kam noch leichter trockener Husten dazu. Sonntag ging es mir merkbar besser. Leichtes Fieber und leichte bis mittlere Schluckbeschwerden, mit in den Hinterkopf und zu den Ohren ausstrahlenden leichten (Druck-)Schmerzen, sowie leicht geschwollenen Lymphknoten, bildeten an diesem Tag (28.12) die Beschwerden. Gestern (29.12) war ich dann mit leicht erhöhter Temperatur, leicht belegter Stimme, gleichen Schluckbeschwerden mit ausstrahlenden Schmerzen, wie am Vortag, sowie deutlich geschwollenen und auf Druck schmerzempfindlichen Lymphknoten beim Arzt.
Dieser meinte es deute auf eine Angina hin (stark geröteter Rachen, ohne Eiterablagerungen) und verschrieb mir Penicillin v1 Mega für knappe 7 Tage (20 Tabletten), mit der Begründung "das geht wohl nicht von alleine weg".
Zuerst wollte ich das AB nicht einnehmen, da ich auch schon Erfahrung mit einer akuten eitrigen Angina gemacht habe und die Beschwerden, vor allem Schmerzbezogen, nicht zu vergleichen waren und mir die Diagnose nicht wirklich ausgereift vorkam (Arzt hat nur kurz in den Hals geguckt und die Lymphknoten abgetastet, kein Abstrich etc.). Da AB heutzutage viel zu schnell und viel zu oft verschrieben werden und ich mir der starken Beeinflussung inkl. Nebenwirkungen auf den Organismus bewusst bin, mein Fieber deutlich zurückgegangen ist, bzw. am Abend nicht mehr vorhanden war, und kein Eiter gebildet wurde, stufte ich die "Angina" als leicht ein.
Aufgrund von Recherchen bzgl. Spätfolgen einer Streptokokken-Infektion (Herz, Niere, etc.) und Beeinflussung von außen, entschied ich mich schlussendlich doch für die Einnahme des Penicillins.
Die Erste Tablette nahm ich gegen 16 Uhr (29.12) und bereits am heutigen morgen (10 Uhr, 30.12), nachdem insgesamt schon 3 Tabletten eingenommen wurden, konnte ich keine Schluckbeschwerden mehr feststellen. Dafür habe ich allerdings nun Magen- und Darmprobleme. Insgesamt fühle ich mich bis auf die geschwollenen Lymphknoten, und den leicht verschleimten Hals (und Nase) durchaus gesund. Die Magen-/Darmprobleme aufgrund des Penicillins, stoßen mir allerdings sehr auf und ich bereue die AB-Therapie bereits.

Meine Fragen: ist eine AB-Therapie in meiner Situation wirklich angebracht, oder überzogen? Könnte ich das AB nach 3 Einzeldosen noch absetzen, ohne eine Resistenzentwicklung zu riskieren? Muss ich die vollen 20 Tabletten einnehmen, oder kann ich es evtl. schon nach 5 Tagen absetzen? Was würden sie mir raten?

Vielen Dank für Ihre Antworten!

p.s.: ich bin 22 Jahre alt und war zuletzt vor 1-2 Jahren wirklich richtig krank (mit Fieber).

Barca
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Re: Antibiotika-Therapie bei angeblicher Angina

Beitrag von Barca » 31.12.14, 20:51

Hallo,

eine Angina kann auch viral bedingt sein, dann bringt ein Antibiotikum gar nichts. Die Entscheidung zur antibiotischen Behandlung hängt vom Gesamtbild ab, darüber kann sich hier niemand ein Bild machen. Sie sollten da Ihrem Arzt vertrauen, oder eine 2. Meinung einholen, wenn Sie unsicher sind bzw. kritische Nachfragen nicht zufriedenstellend beantwortet werden konnten.

Dass die Beschwerden nach der Einnahme weniger werden, könnte dafür sprechen, dass es tatsächlich ein bakterieller Infekt ist, der auf die Antibiose anspricht.

Wenn Sie das Penicillin nicht vertragen, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Es ist natürlich jederzeit möglich (aber nicht immer sinnvoll...) eine Behandlung abzubrechen, das geht auch vor Ablauf der 7 Tage. Ob es sinnvoll / vertretbar ist, die Behandlung abzubrechen, oder ob man das Antibiotikum wechseln sollte, das sollten Sie mit Ihrem Hausarzt besprechen.

Gute Besserung und viele Grüße
Barca
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