Trinkmenge

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Si La
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Trinkmenge

Beitrag von Si La » 08.05.14, 06:48

Guten Morgen,

vor einigen Jahren gab es mal eine Zeit, in der mir fast alle Ärzte, die ich (44 J., weibl.) aufsuchte – egal bei welcher Krankheit – den Ratschlag mitgaben: „Viel trinken!“ Da das wirklich von allen Seiten empfohlen wurde, gewöhnte ich es mir an. Ich trinke also seit ca. 15 Jahren 2-3 Liter (überwiegend Wasser) am Tag; an besonders heißen Hochsommertagen ausnahmsweise auch mal 4.

In letzter Zeit hört man immer öfters, dass das Blödsinn ist. Trinken bei Durst reiche aus. Zu viel Wasser würde aufgenommene Mineralstoffe und Vitamine wieder ungenutzt ausschwemmen. Und 30 ml/kg würden ausreichen.

Das wären bei mir ja gerade mal 1440 ml am Tag! Ich habe also seit Jahren viel zu viel getrunken. Habe ich mir damit irgendwie geschadet? Soll ich die Trinkmenge jetzt reduzieren?

Seit 9 Jahren habe ich Osteoporose, obwohl ich mich schon immer kalziumreich ernährt habe. Habe ich durch das Zuviel an Wasser vielleicht das aufgenommene Kalzium wieder ausgeschwemmt?

Für Ratschläge wäre ich sehr dankbar.

Viele Grüße

Ralf Tillenburg
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Re: Trinkmenge

Beitrag von Ralf Tillenburg » 08.05.14, 20:39

Hallo,

In der Regel reicht es aus, so viel zu trinken, wie einem der Körper durch sein Durstgefühl vorgibt. Nur bei wenigen Erkrankungen ist es sinnvoll, mehr zu trinken, bei einigen Erkrankungen muss man mit der Flüssigkeitsmenge auch vorsichtig sein.

Das durch ihr Trinken eine Osteoporose entstanden ist, wage ich jedoch zu bezweifeln.
Alles Gute
Ralf Tillenburg
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pOtH
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Re: Trinkmenge

Beitrag von pOtH » 11.05.14, 16:04

Die Empfehlung von 30ml/Kg wurde (z.B.) vom Gesundheitsamt Bremen für ältere Menschen ausgesprochen. Ob dies für jüngere Menschen gilt kann ich jedoch nicht beurteilen - 2-3 Liter halte ich jedoch nicht für dermaßen viel das der Körper hierdurch einen Schaden erleidet.

//Edit// Link zur Empfehlung durch das Gesundheitsamt Bremen http://www.gesundheitsamt.bremen.de/det ... .c.7978.de //Editend//

newtownrocky
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Re: Trinkmenge

Beitrag von newtownrocky » 11.05.14, 19:14

Also,ich trinke in der Regel soviel, wie ich kann. Mal sind es 2 - 3l am Tag, mal nur 1-2l. Wobei mir mein Arzt gesagt hat, gerade bei meinem bekannten Bluthochdruck soll ich mindestens 2 - 2,5l am Tag trinken ( war im Februar / März sogar eine ärztliche Anweisung von ihm :oops: ) und dann am besten das, was ich auch gut runter bekomme. Er erklärte es mir auch, warum das so ist. Er weiß aber auch, dass ich vom Fach bin :P Aber auch meinte er, er kennt das, dass gerade diejenigen, die es besser wissen müßten ( damit schließt er sich selbst mit ein), es manchmal auch nicht besser machen wie die Patienten, die man versorgt. Ich habe es aber schon gemerkt, dass es mir gut tut, genug zu trinken.
Ich kann dir nur raten, versuche soviel zu trinken, wie du schaffst und dann das, was dir schmeckt.

Si La
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Re: Trinkmenge

Beitrag von Si La » 12.05.14, 08:25

Ok, jetzt sehe ich etwas klarer. Wenn mir verschiedene Ärzte etwas so dringend ans Herz legen und ein paar Jahre später ist alles ganz anders, dann verwirrt mich das.

Also vielen Dank für die hilfreichen Antworten.

jaeckel
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Re: Trinkmenge

Beitrag von jaeckel » 12.05.14, 10:01

Was Herr Kollege Tillenburg schreibt, kann ich unterstreichen.
pOtH hat geschrieben: 2-3 Liter halte ich jedoch nicht für dermaßen viel das der Körper hierdurch einen Schaden erleidet
Für viele Menschen mit chronischen Herzleiden ist das schon zuviel und daher schädlich.
newtownrocky hat geschrieben:Ich kann dir nur raten, versuche soviel zu trinken, wie du schaffst...
Ein Ratschlag, dem in dieser allgemeinen Form zu widersprechen ist. Wer gesund ist, sollte auf sein Durstgefühl hören (s.o.). Wer krank ist, auf seinen behandelnden Arzt.
newtownrocky hat geschrieben:Wobei mir mein Arzt gesagt hat, gerade bei meinem bekannten Bluthochdruck soll ich mindestens 2 - 2,5l am Tag trinken
Wenn das so wäre, warum gehörten dann sog. "Wassertabletten" (Diuretika) wohl zu den Standardmedikamenten bei Bluthochdruck?
Alles Gute!

Ihr Achim Jäckel

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie
Notfallmedizin, Hypertensiologe DHL®
http://www.medizin-forum.de

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