Mutter lag im künstl. Koma

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nabulsiye
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Mutter lag im künstl. Koma

Beitrag von nabulsiye »

Hallo zusammen,

wie die Überschrift schon sagt, lag meine Mutter (64) aufgrund einer Lungenerkrankung und einem schwachen Herzen im künstlichem Koma und das in diesem Jahr schon das 2. mal! :(
Das erste Mal, wurde sie anfang März stationär aufgenommen aufgrund einer gringen Sauerstoffsättigung, und wurde 1 Tag später direkt auf die Intensiv gebracht (Beatmungsmaske)- das war Samstag (08.03.2014).
Am selben Abend wurde sie, ins künstl. Koma gesetzt, und dies haben wir nur zufällig erfahren, da wir sie besuchen wollten und ca. 2 Std vor der Intensivstation warten mussten.
Die zuständige Ärztin meiner Mutter, kam und meinte das man sie verlegen müsse, aufgrund einer eventuellen Tracheotomie. Somit wurde sie am Montag (den 10.03.2014) 35km weiter verlegt in ein anderes Krankenhaus. Dort hat man sie Dienstags erfolgreich aus dem Koma geholt, und musste keine Tracheotomie machen!. Sie hatte Halluzinationen (da spielt ein kleines Kind an meinem Bett!- ein Zug fährt ganze Zeit durchs Zimmer). Was mir schon ein wenig komisch vorkam, zumal ich das erste Mal mit solch einer Situation konfrontiert wurde, da sagte man mir, das läge wohl an den Medikamenten bzw das Koma, und seien "Nebenwirkungen".
Schön und gut, 2 Tage hatte sie sie, und war dann auch wieder "die Alte" und durfte auf Station. 1,5 Wochen auf Station, bekam sie einen Schlaganfall (einen kleinen), und wurde wieder auf die Intensivstation (Stroke Unit) verlegt, wo man uns auch da NICHT INFORMIERT hat, ich es rein zufällig erfahren habe, da ich sie besuchen wollte.
Sie lag dann wieder 5 Tage auf der Intensiv, als man entschied ihr einen Herzshrittmacher zu "implantieren" (bin mir nicht sicher ob man das so sagt, ich fasse mich was kurz). Ist auch Gott sei Dank alles gut verlaufen. und wurde dann am 04.04. entlassen. Ich ging mit ihr zu ihrem Hausarzt um Tabletten die sie braucht zu besorgen.
Der Hausarzt hatte vergessen Wassertabletten zu verschreiben, und ich hatte nicht dran gedacht (erst 3 Tage später) die ich dann auch holte und merkte wie das Bein meiner Mutter dick wurde (Wasserablagerung).
Am 15.04. wieder per Krankenwagen eingeliefert aufgrund Wasser in Lunge, Herz und den Beinen, einen Puls von 150 und hohem Blutdruck und einer Sauerstoffsättigung von 83, und einer erneuten Lungenentzündung.
Wieder lag sie 2 Tage auf Station und wurde dann Freitag morgen auf die Intensivstation gebracht (NIEMAND INFORMIERTE UNS), durch Zufall (wollte mich nach Mutter erkundigen) hat man uns gesagt sie hätte über Atemnot geklagt und sei deshalt auf die Intensiv gekommen. um 12 Uhr hatte ich erneut angerufen und wollte wissen wie es ihr geht und da sagte man mir, das sie intubiert wurde (WIEDER NICHT INFORMIERT!), da bin ich verständlicherweise total ausgerastet. Sie lag 8 Tage im Koma, beatmet wurde sie noch immer (mit Schlauch und Sonde) aber sie war wach. Sonntag hat sie sich dann selbst extubiert, und die Sonde selbst gezogen.

Meine eigentliche Fragen kommen jetzt, ich wollte euch nur ein Bild unserer Situation geben.

1.) Ist ein Krankenhaus nicht verpflichtet uns zu informieren, wenn man meine Mutter ins Koma legt, oder sie auf die Intensivstation kommt, oder sie einen Schlaganfall hatte?!?! Ich bin so sauer! :(

2.) Ist es normal das sie nun seit 4 Tagen Halluzinationen hat, teilweise aggressiv über das Krankenhauspersonal redet, sie Dinge sieht die garnicht da sind (Drachen, Socken an der Türe die sie stören, sie mit dem Oberarzt essen war, sie denkt sie sei zuhause, sieht ihre Kinder da stehen bzw ihre Mutter die garnicht anwesend sind, usw)

Wenn ich die Pfleger frage ob das normal sei, bekomme ich nur als Antwort, (ja das liegt an dem CO2, wenn er erhöht ist, scheint sie verwirrt, ansonsten nicht so) was ich als völligen Quatsch sehe, denn sie ist auch bei normalen Werten VERWIRRT! Mir dauert das alles zu lang, sie redet als sei sie besoffen, ihre Augen sind total glasig, sie ist total schlapp und redet wirres Zeug. Seit 9 Wochen kümmere ich mich nun um sie (bin 25), aber mir wird es alles zu viel, ihr Zustand, meine ansonsten fitte und lustige Mama so zu sehen.

3.) Wieso hat sie bei dem Ersten Mal wo sie im Krankenhaus war, keine Reha bekommen (Es sei nicht notwendig), zumal ich weiß das Beatmungspatienten in die REHA MÜSSEN...


Sorry für den ganzen Text..Hoffe man kann mir Antwort geben

Lg
Anästhesieschwester
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Re: Mutter lag im künstl. Koma

Beitrag von Anästhesieschwester »

Hallo nabulsyie,

erst mal tut es mir sehr leid, was mit Ihrer Mutter passiert ist und dass Sie als Tochter sie so sehen und erleben müssen.
Was Sie ansprechen, ist natürlich eine schwierige Situation.

ad 1) Ich gehe davon aus, dass bei der Aufnahme Ihrer Mutter eine (Ihre ?) Telefonnummer für Notfälle hinterlassen wurde. Im Normalfall ist es so, dass im Verschlechterungsfall einer der Ärzte den hinterlegten Angehörigen verständigt. Es kann aber gut sein, dass aufgrund des Zustands Ihrer Mutter bzw. des Zustands der anderen Patienten der zuständige Arzt gebunden war. Im Notfall geht der Patient einfach vor. Somit werden Telefonate erst mal nach hinten verschoben. Dass so etwas aber gleich 3 Mal passieren musste, ist natürlich schlimm.

ad 2) Ja, das ist in gewisser Weise normal, wenn auch für Patient, Angehörige und Pflegepersonal nicht unbedingt angenehm. Die Patienten haben ein sog. "Durchgangssyndrom", eine Folge der Narkosemedikamente.

ad 3) Wie kommen Sie darauf, dass jeder Beatmungspatient in die Reha müsste? Zumal Ihre Mutter beim 1. Klinikaufhenthalt laut Ihrem Eingangspost ja "nur" 3 Tage invasiv beatmet war. "Nur" deshalb, weil das im Vergleich zu vielen anderen schwerkranken Patienten noch eine sehr kurze Zeit ist; in anderen Fällen spricht man oft von Beatmungszeiten im Wochen- oder Monatsbereich.
Es stellt sich eher die Frage, welche / ob Rehamaßnahmen wegen der Grunderkrankung angebracht wären. Dies kann Ihnen der behandelnde Arzt vor Ort aber am besten beantworten, da er Ihre Mutter und die Befunde kennt.

Gruß
Die Anästhesieschwester
nabulsiye
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Re: Mutter lag im künstl. Koma

Beitrag von nabulsiye »

Anästhesieschwester hat geschrieben:Hallo nabulsyie,

erst mal tut es mir sehr leid, was mit Ihrer Mutter passiert ist und dass Sie als Tochter sie so sehen und erleben müssen.
Was Sie ansprechen, ist natürlich eine schwierige Situation.

ad 1) Ich gehe davon aus, dass bei der Aufnahme Ihrer Mutter eine (Ihre ?) Telefonnummer für Notfälle hinterlassen wurde. Im Normalfall ist es so, dass im Verschlechterungsfall einer der Ärzte den hinterlegten Angehörigen verständigt. Es kann aber gut sein, dass aufgrund des Zustands Ihrer Mutter bzw. des Zustands der anderen Patienten der zuständige Arzt gebunden war. Im Notfall geht der Patient einfach vor. Somit werden Telefonate erst mal nach hinten verschoben. Dass so etwas aber gleich 3 Mal passieren musste, ist natürlich schlimm.

ad 2) Ja, das ist in gewisser Weise normal, wenn auch für Patient, Angehörige und Pflegepersonal nicht unbedingt angenehm. Die Patienten haben ein sog. "Durchgangssyndrom", eine Folge der Narkosemedikamente.

ad 3) Wie kommen Sie darauf, dass jeder Beatmungspatient in die Reha müsste? Zumal Ihre Mutter beim 1. Klinikaufhenthalt laut Ihrem Eingangspost ja "nur" 3 Tage invasiv beatmet war. "Nur" deshalb, weil das im Vergleich zu vielen anderen schwerkranken Patienten noch eine sehr kurze Zeit ist; in anderen Fällen spricht man oft von Beatmungszeiten im Wochen- oder Monatsbereich.
Es stellt sich eher die Frage, welche / ob Rehamaßnahmen wegen der Grunderkrankung angebracht wären. Dies kann Ihnen der behandelnde Arzt vor Ort aber am besten beantworten, da er Ihre Mutter und die Befunde kennt.

Gruß
Die Anästhesieschwester

Vielen Dank für die schnelle Antwort und Ihr Mitgefühl!

Dem Krankenhaus liegen 2 Nummern vor, einmal die meines Stiefvaters, und meine eigene, ich hatte den Arzt schonmal drauf angesprochen, wieso er bzw das Personal uns nicht informieren würde, und er hatte sich nur entschuldigt und gemeint "er hätte es vergessen". Meines erachtens nach, darf man sowas nicht vergessen.
Von einem "Durchgangssyndrom" habe bis jetzt noch nie etwas vorher gehört, Danke für die Info, das erleichtert mich :).
Was die Reha angeht, habe ich gestern mit einem Pfleger gesprochen, der meine Mutter beim ersten Mal schon betreut hat, und er hatte mich gefragt wieso sie denn wieder hier läge, sie hätte doch eigentlich in der Reha sein müssen, aufgrund ihrer Erkrankung und (Beatmung), und er nur den Kopf schüttelte, als ich ihm sagte das dies nie angeordnet wurde.
Ich habe ebend mal angerufen und er meinte er wolle heute einen Reha-Antrag mit mir ausfüllen, da sie dringend in eine Reha müsse..hmm..ich verstehe das nicht wirklich, wieso man sie denn nicht von Anfang an in eine gebracht hat.

Ich hätte noch einige Fragen, habe auch einen Krankenhausbericht (vom ersten Aufenthalt meiner Mutter im Krankenhaus) vor mir liegen (für mich nur Fachchinesisch) wo ich mich frage, ob es bleibende Erkrankungen sind, und sie irgendwann mal wieder "Die Alte" wird, ich aber nicht weiß, ob ich es Posten darf, da die Ärzte wohl Nieee Zeit für uns haben -.-

Lg Nabulsiye
Anästhesieschwester
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Re: Mutter lag im künstl. Koma

Beitrag von Anästhesieschwester »

Sie dürfen den Bericht gerne hier posten, wenn

- die Patientendaten wie Name, Geburtsdatum, Anschrift unkenntlich gemacht sind
- der Name der Klinik nicht ersichtlich ist
- die Namen der Ärzte nicht ersichtlich sind

Wir helfen dann gerne beim "übersetzen".

Gruß
Die Anästhesieschwester
Ralf Tillenburg
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Re: Mutter lag im künstl. Koma

Beitrag von Ralf Tillenburg »

Hallo,

Ich habe großes Verständnis für Ihre Situation und Ihre Fragen. Aus Ihrer Sicht ist das alles sehr gut nachvollziehbar und beschreibt die Ängste und Sorgen von Menschen, deren Angehörige möglicherweise gerade in einer lebensgefährlichen Krankheitssituation stecken.

Jedoch wie immer, hat jede Sicht zwei Seiten, und ich möchte Ihnen einmal die andere Seite erklären.

Frage 1:
ein Krankenhaus ist nicht verpflichtet, Angehörige zu informieren. Genau genommen ist es dem Krankenhaus sogar untersagt. Warum ist das so? Dies liegt an der ärztlichen Schweigepflicht, und die gilt auch gegenüber Angehörigen. Mit anderen Worten: ein Arzt darf auch nächsten Angehörigen nur dann Informationen über den Gesundheitszustand geben, wenn dies von den Betroffenen ausdrücklich erlaubt wurde.

Natürlich ist eine solche Auskunft wünschenswert, jedoch verstehen Sie bitte, dass dem manchmal gesetzliche Regelungen entgegenstehen. Allerdings kann man meist im Vorfeld eines Krankenhausaufenthaltes entsprechende Vereinbarungen treffen, die es dem Arzt dann erlauben, Auskunft zu erteilen.

Eine andere Frage ist, ob der Arzt Zeit und Möglichkeit zu einer Auskunft hatte. Wenn ich mich an meine vierundzwanzigstündigen Dienste in verschiedenen Krankenhäusern erinnere, so ist mir im Gedächtnis geblieben, dass ich in der Regel 24 Stunden ohne Pause gearbeitet habe, und der nächste Notfall bereits auf der Matte stand, bevor der Notfall davor überhaupt vernünftig behandelt worden war. Da das Leben und die Gesundheit eines Patienten absolut im Vordergrund stehen, bleibt dann leider oft nicht einmal die Zeit, mit Angehörigen zu sprechen, oder diese sogar per Telefon zu informieren. Natürlich machen Ärzte das immer, sofern auch nur ein bisschen Zeit dafür bleibt, die Realität im ärztlichen Dienst sieht jedoch leider oft anders aus.

Frage 2:
die von Ihnen beschriebenen Halluzinationen und ähnliche Ausfallerscheinungen ihrer Mutter habe ich in der Klinik nahezu jeden Tag erlebt. Sehr häufig sieht man das nach länger dauernden Narkosen, nach Beatmung im künstlichen Koma, aber auch bei sehr alten Menschen, bei denen allein der Ortswechsel schon ausreicht, damit sie in einen Zustand der Verwirrung geraten. Natürlich ist das für Angehörige sehr schlimm, jedoch ist die Prognose in der Regel gut, nach einigen Tagen bessert sich das wieder.

Frage 3:
ob man als Patient eine Reha bekommt, entscheidet nicht der Arzt im Krankenhaus, sondern die zuständige Krankenkasse. Nach meiner Erfahrung, die ich derzeit im täglichen Praxisbetrieb erlebe, werden von den Krankenkassen etwa 90-95 % aller Rehaanträge abgelehnt. Dabei scheuen sich die Krankenkassen in ihren Schreiben auch nicht, völlig abstruse Begründungen für die Ablehnung anzuführen. Natürlich setzt all dies voraus, dass überhaupt eine Rehaantrag gestellt wurde. Das kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Zuständig für Rehaanträge sind in der Regel die Sozialstationen in den Krankenhäusern. Fragen Sie dort einmal nach.

Wenn ein Pfleger auf der Station der Meinung ist, dass eine Reha notwendig ist, so ist das zwar nett von ihm gemeint, jedoch - wie oben angeführt, hatte er dies nicht zu beurteilen und auch nicht zu entscheiden.

Natürlich können Sie hier einen Krankenbericht diskutieren oder einstellen und dazu Fragen stellen. Anästhesieschwester hat Ihnen ja schon die Voraussetzungen beschrieben. Wir werden versuchen, Ihre Fragen alle vollständig zu beantworten.

Bis dahin wünsche ich Ihrer Mutter gute Besserung und Ihnen Kraft in der schweren Situation.
Alles Gute
Ralf Tillenburg
Facharzt für Allgemeinmedizin
http://www.praxis-tillenburg.de
nabulsiye
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Re: Mutter lag im künstl. Koma

Beitrag von nabulsiye »

Anästhesieschwester hat geschrieben:Sie dürfen den Bericht gerne hier posten, wenn

- die Patientendaten wie Name, Geburtsdatum, Anschrift unkenntlich gemacht sind
- der Name der Klinik nicht ersichtlich ist
- die Namen der Ärzte nicht ersichtlich sind

Wir helfen dann gerne beim "übersetzen".

Gruß
Die Anästhesieschwester


Alles klar :) Also...


Diagnose: - Beatmungspflichtig respiratotische Insuffizienz bei exazerbieter COPD
- Teilanteriorinfarkt mit diskreter beinbetonter Hemiparese links
- DDD-SM Implantation (MeditronicSENSIA SED R01) SickSinusSyndrom mit Synkope bei Bradykardie
- Rhagardenformige FIII Ulceration im Antrum
- Sooroesphagitis
- globale kardiale Dekompensation
- selbt limitierende VT am 11.03.2014
- Polyglobulie mit einmaliger Aderlasstherapie
- Cardiovaskuläres Risikoprofil
° Diabetes mellitus Typ 2

CT Schädel: Verdacht auf relativ frischen Anteriorinsult mit Oedemzone der insbesondere im sogenannten Strokefenster sichtbar wird. Kein Blutungsnachweis.

MRT Schädel: Nach MRT-Kriterien unter drei bis vier Tage Alter Anterioteilinfarkt mit Beteiligung des Gyrus frontalis superior und der Mantelkante rechts. Keine Einblutung, keine raumfordernde Wirkung.

Röntgen Thorax: Unverändert Linksherzverbreiterung und Linksbelastung mit jedoch kompletter Rückbildung der Insuffizienzzeichen. Kein Nachweis infilitrativer Veränderung. Z. n. SM-Anlage mit regelrechten postoperativen Verhältnissen. Übliche Elektrodenpositionierung.


EKG bei Aufnahme: Sinusrhythmus, Niedervoltage, Knotung in III, RS-Umschlag V5/V6, R-Verlust von V1-V5, S-Presistenz bis V6, Linkstyp, Frequenz 64/Min.

Echokardiographie: LA 50mm restliche Herzhöhlen obere Norm. Leichgradig konzentrische LVH mit erhaltener EF ca. 60%. Diastolische Relaxationsstörung. Keine sicheren regionalen Kontraktionsstörung. Klappen mäßig degeneriert, kein höhergradiges Vitium darstellbar TAPSE normwertig, PAP syst. 31 mmHg + ZVD (5) = leichte PAH, chronische Rechtsherzbelastung. Kein Perikarderguß, V. Cava nicht gestaut.

Langzeit EKG: Durchgehendes Vorhofflimmern. Durchschnittliche Herzfrequenz 58/min. Maximal 151/min, minimal 37/min um 23:37 Uhr. Ca. 490VEs, 8 Couplet Episoden, einer Bigemini/Trigemini, eine Episode mit ventrikulärer Tachykardie. Die VT trat um 14:12 mit einer Frequenz von 120/min und einer Dauer von einer Sek. auf. Keine Pause über drei sek.


Das sind so die Sachen die ich nicht verstehe, die ganzen Zahlen und Wörter :| Hoffe man kann mir ein bisschen was erläutern ..Danke schonmal

Lg nabulsiye
nabulsiye
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Re: Mutter lag im künstl. Koma

Beitrag von nabulsiye »

Ralf Tillenburg hat geschrieben:Hallo,

Ich habe großes Verständnis für Ihre Situation und Ihre Fragen. Aus Ihrer Sicht ist das alles sehr gut nachvollziehbar und beschreibt die Ängste und Sorgen von Menschen, deren Angehörige möglicherweise gerade in einer lebensgefährlichen Krankheitssituation stecken.

Jedoch wie immer, hat jede Sicht zwei Seiten, und ich möchte Ihnen einmal die andere Seite erklären.

...


Guten Abend Dr. Tillenburg,

Vielen Dank für Ihre Hilfe und Erklärungen zu meinen oben gestellten Fragen.
Meine Mutter zuvor sie eingewiesen wurde, eine "Patientenverfügung" (glaube so nennt man es) unterschrieben, wo man mir als auch meinem Stiefvater (2. Ansprechsperson) Auskunft usw. gegeben werden darf/soll.
Selbstverständlich habe ich größten Respekt vor Ärzten, ihr Leisten und ihre Mühen, aber es ist mehr als 1x vorgekommen das man mich nicht informiert hat.

Nachdem ich heute endlich eine Ärztin ans Telefon bekommen habe, beschrieb ich ihr die Halluzionationen bzw Verwirrung meiner Mutter. Sie meinte sie würde einen Neurologen mal nachschauen lassen, bzw sich mit ihr mal Unterhalten.
Auch ein RehaAntrag wurde wohl gestern gestellt, aufgrund der Lunge.
Eine Besserung laut den Werten wäre da, aber sie wäre noch sehr schwach, und durch den Schlaganfall Linksseitig noch instabil..

Man muss bedenken meine Mutter hatte im Dezember noch rein GARNICHTS, und nun...Unerklärlich.. Nun kann man sagen das sie ein "Pflegefall" wird.

Trotzdem Vielen Dank Dr.!
Zuletzt geändert von Ralf Tillenburg am 29.04.14, 19:38, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitate gekürzt
Ralf Tillenburg
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Re: Mutter lag im künstl. Koma

Beitrag von Ralf Tillenburg »

Hallo,
nabulsiye hat geschrieben:Man muss bedenken meine Mutter hatte im Dezember noch rein GARNICHTS, und nun...Unerklärlich.. Nun kann man sagen das sie ein "Pflegefall" wird.
Ich möchte meine Antwort zunächst auf diesen Satz von Ihnen beziehen. Ich würde ihn etwas anders formulieren: Ihre Mutter hatte entweder bis zum Dezember keine Beschwerden, oder sie hat ihnen von diesen Beschwerden nichts erzählt. Denn ganz sicher ist es, nachdem ich die Auszüge aus dem Arztbrief gelesen habe, dass ihre Mutter schon einige Jahre krank gewesen sein muss, denn all diese Dinge, die dort beschrieben stehen, entstehen nicht in wenigen Monaten und auch nicht aus heiterem Himmel. Trotzdem ist es natürlich möglich, dass sie keinerlei Beschwerden hatte, denn das tückische viele dieser Erkrankungen ist, dass sie in den frühen Phasen oft völlig unbemerkt bleiben. Genau darum gibt es ja die Vorsorgeuntersuchungen, die alle zwei Jahre von den Krankenkassen bezahlt wird.

Ich werde das jetzt im Detail erläutern:
nabulsiye hat geschrieben:- Beatmungspflichtig respiratotische Insuffizienz bei exazerbieter COPD
Bedeutet, dass sie eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung hat. Das Wort chronisch beschreibt, dass dies keine akute Erkrankung ist, sondern bereits Jahre bestanden hat. Diese chronische Lungenerkrankung hat zu einem akuten Lungenversagen geführt, wodurch eine Beatmung erforderlich wurde.
nabulsiye hat geschrieben: - Teilanteriorinfarkt mit diskreter beinbetonter Hemiparese links
Bedeutet einen Schlaganfall rechts mit einer Beinschwäche links. Zu der Frage, warum diese entstanden ist, komme ich gleich noch.
nabulsiye hat geschrieben: - DDD-SM Implantation (MeditronicSENSIA SED R01) SickSinusSyndrom mit Synkope bei Bradykardie
Bedeutet, dass sie einen Herzschrittmacher hat, der aufgrund eines kranken Sinusknotens implantiert wurde. Der Sinusknoten ist der natürliche Herzschrittmacher des Menschen, er sendet ca. einmal pro Sekunde einen Stromstoß in das Herz, wodurch sich der Herzmuskel zusammenzieht, um das Blut in den Kreislauf zu pumpen. Genau diese Stromstöße kann man im EKG sehen, man kann eben auch erkennen, ob unser körpereigener Schrittmacher (Sinusknoten) noch regelrecht funktioniert oder nicht. Eine mögliche Störung hier ist das Sick-Sinus-Syndrom, welches im Fall ihrer Mutter zu einer deutlichen Verlangsamung des Herzschlages (Bradykardie) mit folgender Bewusstlosigkeit geführt hatte. Aus diesem Grunde war ein Schrittmacher notwendig.
nabulsiye hat geschrieben: - Rhagardenformige FIII Ulceration im Antrum
- Sooroesphagitis
Das sind Erkrankungen des Magens (Magengeschwür), sowie ein Pilzbefall der Speiseröhre.
nabulsiye hat geschrieben: - globale kardiale Dekompensation
Bedeutet eine akut aufgetretene massive Schwäche des Herzens, was dazu geführt haben muss, dass der Blutkreislauf nicht mehr ausreichend war. Dies kann zu Atemnot führen, aber auch zu deutlichen Schwellungen zum Beispiel der Beine.
nabulsiye hat geschrieben: - selbt limitierende VT am 11.03.2014
Eine VT ist eine so genannte ventrikuläre Tachykardie. Es handelt sich um eine sehr schnelle Herzrhythmusstörung, die unter Umständen lebensgefährlich sein kann, wenn sie nicht von selbst wieder aufhört, was man dann selbst limitierend nennt.
nabulsiye hat geschrieben: - Polyglobulie mit einmaliger Aderlasstherapie
Eine Polyglobulie ist ein Zustand des Blutes, bei dem im Blut zu viele Zellen vorhanden sind. Dies kann eine eigenständige Erkrankung sein, aber auch Folge einer chronischen Lungenerkrankungen. Auch dies ist eine Erkrankung, die nicht plötzlich auftritt, sondern schon längere Zeit bestanden hat. Die Therapie einer Polyglobulie ist der Aderlass.
nabulsiye hat geschrieben:- Cardiovaskuläres Risikoprofil
° Diabetes mellitus Typ 2
Mit kardiovaskuläres Risikoprofil sind all jene Faktoren gemeint, die an Herzkreislauf eine Verschlechterung hervorrufen können. Im Fall ihrer Mutter ist das ein Diabetes mellitus Typ 2, also eine Zuckerkrankheit, die nicht sofort mit Insulin behandelt werden muss. Weitere mögliche Risikofaktoren sind zum Beispiel hohe Cholesterinwerte, Übergewicht, fehlende sportliche Betätigung usw.

Auch die Zuckerkrankheit entsteht langsam und über Jahre, macht dabei aber fast nie Beschwerden, jedenfalls in den ersten Jahren nicht.
nabulsiye hat geschrieben:CT Schädel: Verdacht auf relativ frischen Anteriorinsult mit Oedemzone der insbesondere im sogenannten Strokefenster sichtbar wird. Kein Blutungsnachweis.

MRT Schädel: Nach MRT-Kriterien unter drei bis vier Tage Alter Anterioteilinfarkt mit Beteiligung des Gyrus frontalis superior und der Mantelkante rechts. Keine Einblutung, keine raumfordernde Wirkung.
Hier werden die Befunde aus CT und MRT beschrieben. Es handelt sich um einen Schlaganfall.
nabulsiye hat geschrieben:Röntgen Thorax: Unverändert Linksherzverbreiterung und Linksbelastung mit jedoch kompletter Rückbildung der Insuffizienzzeichen. Kein Nachweis infilitrativer Veränderung. Z. n. SM-Anlage mit regelrechten postoperativen Verhältnissen. Übliche Elektrodenpositionierung.
Auch hier handelt es sich um die Beschreibung einer Untersuchung. Die Linksherzverbreiterung und Linksbelastung zeigt, dass insbesondere im linken Herzen eine Herzschwäche oder Belastung vorliegt. Die akuten Zeichen dieser Schwäche sind jedoch (offensichtlich im Vergleich zu einer Voraufnahme) nicht mehr zu erkennen. Infiltrative Veränderungen würde man zum Beispiel bei einer Lungenentzündung oder bei einem Lungenkrebs vorfinden, solche liegen jedoch nicht vor.
nabulsiye hat geschrieben:EKG bei Aufnahme: Sinusrhythmus, Niedervoltage, Knotung in III, RS-Umschlag V5/V6, R-Verlust von V1-V5, S-Presistenz bis V6, Linkstyp, Frequenz 64/Min.
Jeden einzelnen Befund dieses EKG ist zu erklären, würde ziemlich lange dauern, denn man kann an einem EKG eine Menge erkennen. Auf zwei Punkte möchte ich jedoch eingehen:
R-Verlust: dies kann ein Zeichen eines alten Vorderwandinfarktes sein.
Linkstyp: beschreibt vereinfacht ausgedrückt die Richtung, in der der Strom im Herzen hauptsächlich fließt. Menschen im Alter ihrer Mutter haben fast immer einen Linkstyp.
Noch eine Anmerkung: Ihre Mutter hatte bei der stationären Aufnahme einen Sinusrhythmus. Das bedeutet dass zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme ihr eigener Schrittmacher regelrecht funktioniert hat.
nabulsiye hat geschrieben:Echokardiographie: LA 50mm restliche Herzhöhlen obere Norm. Leichgradig konzentrische LVH mit erhaltener EF ca. 60%. Diastolische Relaxationsstörung. Keine sicheren regionalen Kontraktionsstörung. Klappen mäßig degeneriert, kein höhergradiges Vitium darstellbar TAPSE normwertig, PAP syst. 31 mmHg + ZVD (5) = leichte PAH, chronische Rechtsherzbelastung. Kein Perikarderguß, V. Cava nicht gestaut.
Dies ist die Beschreibung der Ultraschalluntersuchung des Herzens. Auch hier möchte ich nicht jeden einzelnen Begriff erklären. die Abkürzung LVH bedeutet jedoch eine links ventrikuläre Hypertrophie. Der Herzmuskel am Herz ihrer Mutter war also im Bereich des linken Herzens verdickt. Dies kann ein Hinweis auf einen seit längerem bestehenden Bluthochdruck oder eine andere seit längerem bestehende Herzerkrankung sein.
Unter Vitium versteht man einen Herzklappenfehler. Ein solcher konnte bei ihrer Mutter nicht nachgewiesen werden, jedenfalls keiner, der therapeutische Konsequenzen hätte.
Die Abkürzung PAH steht für pulmonal-arterielle Hypertonie. Dies bedeutet ein Bluthochdruck im Lungenkreislauf, so etwas ist von außen nicht messbar. Aber auch dies zeigt eine chronische Belastung des Herzens an, möglicherweise als Folge der chronisch obstruktive Lungenerkrankung.
Ein Perikarderguss ist eine Wasseransammlung im Herzbeutel – lag bei ihrer Mutter nicht vor.
Die Vena cava ist die Hohlvene im Körper, sie war nicht gestaut, es lag also zum Zeitpunkt der Untersuchung keine Belastung im Körperkreislauf vor.
nabulsiye hat geschrieben:Langzeit EKG: Durchgehendes Vorhofflimmern. Durchschnittliche Herzfrequenz 58/min. Maximal 151/min, minimal 37/min um 23:37 Uhr. Ca. 490VEs, 8 Couplet Episoden, einer Bigemini/Trigemini, eine Episode mit ventrikulärer Tachykardie. Die VT trat um 14:12 mit einer Frequenz von 120/min und einer Dauer von einer Sek. auf. Keine Pause über drei sek.
Im Gegensatz zum bei Aufnahme durchgeführten Ruhe EKG zeigt das Langzeit EKG einen völlig anderen Befund. Hier besteht ein durchgehendes Vorhofflimmern, was bedeutet, dass zu diesem Zeitpunkt der Schrittmacher im Herzen ihrer Mutter nicht regelrecht funktioniert hat. Mehr noch: dieses Vorhofflimmern kann einen Schlaganfall auslösen und es ist durchaus zu vermuten, dass dies bei Ihrer Mutter auch passiert ist. Damit haben wir hier eine mögliche Ursache für den Schlaganfall, wie oben ja bereits angedeutet. Die kritische Frage ist, ob auch bereits in einem früheren EKG dieses Vorhofflimmern nachweisbar war. Falls ja, hätte man ihrer Mutter eine Blutverdünnung verordnen müssen, in der Regel mit Marcumar.
Des weiteren wurden im Langzeit EKG Extraschläge festgestellt, die teilweise in gewisser Regelmäßigkeit auftraten. Über die ventrikuläre Tachykardie habe ich ja oben schon geschrieben. Bei ihrer Mutter bestand sie nur 1 Sekunde und war damit auch nicht gefährlich.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen wesentliche Zusammenhänge in der Erkrankung ihrer Mutter erklären. Wie Sie daraus erkennen können, war ihre Mutter offensichtlich schon länger krank, entweder ohne Beschwerden, oder sie hat dies vor Ihnen verheimlicht, oder ist nicht zum Arzt gegangen. Das kann ich aus der Ferne jedoch nicht beurteilen. Wenn Sie weitere Fragen haben sollten, zögern Sie nicht, diese hier zu stellen
Zuletzt geändert von Ralf Tillenburg am 29.04.14, 19:32, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Diktatfehler korrigiert
Alles Gute
Ralf Tillenburg
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nabulsiye
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Re: Mutter lag im künstl. Koma

Beitrag von nabulsiye »

Vielen lieben Dank für die ausführliche Erklärung!

Sie hatten mich mit dem von heute auf morgen falsch verstanden, eher meinte ich das es ihr so plötzlich sehr schlecht ging, aber ich Danke Ihnen vielmals für die ganzen "Übersetzungen" dieser Fachbegriffe.
Meine Mutter ist selten zum Arzt gegangen, deswegen bin ich auch zu ihr gekommen, um mit ihr den "Ärztemarathon" zu bewältigen. Laut den Ärzten mit denen ich heute nun endlich Kontakt aufnehmen konnte, wird meine Mutter wohl nicht das letzte mal auf der Intensiv bzw im Krankenhaus liegen, da jeder Infekt direkt zu einer Lungenentzündung führen kann bzw wird. :(
Man hat mir geraten (der Pfleger) bei der Krankenkasse eine Pflegestufe zu "beantragen".
Würde sie mit ihrem Krankheitsbild eine Pflegestufe bekommen?

LG nabulsiye
Zuletzt geändert von Ralf Tillenburg am 30.04.14, 09:51, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: unnötige Zitate entfernt
Ralf Tillenburg
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Re: Mutter lag im künstl. Koma

Beitrag von Ralf Tillenburg »

Hallo,

Zunächst einmal bitte ich Sie herzlich, bei der Beantwortung von Postings hier im Forum nicht auf den Button „zitieren", sondern auf den Button „Antworten" zu klicken. Dann erscheint in ihrer Antwort nicht noch einmal der komplette Text ihres vor Post aus. Das spart Speicherplatz auf den Servern des Medizinforums. Herzlichen Dank!

Die Anerkennung einer Pflegestufe hängt nicht von den Krankheiten ab, sondern ganz allein davon, in welchem Maße ein Mensch Hilfe benötigt. Man kann schwer krank sein, und trotzdem die täglichen Verrichtungen des Lebens alleine durchführen. Man kann aber auch einfach nur sehr alt sein, dadurch nicht mehr alles selbst machen können, wodurch dann auch ohne gravierende Erkrankung eine Pflegestufe möglich sein kann. Dies entscheidet der Gutachter, der vor der Gewährung einer Pflegestufe mit dem Antragsteller Kontakt aufnimmt und ihn besucht.
Alles Gute
Ralf Tillenburg
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Re: Mutter lag im künstl. Koma

Beitrag von nabulsiye »

Vielen Dank Dr.!

Meine Mutter ist nun seit Sonntag verwirrt, und die Halluzinationen sind noch immer da. Zudem ist sie sehr aggressiv und hatte gestern versucht sie die Kanülen rauszureißen (unter anderem die in der Hauptschlagader) sowie Sauerstoff und wird deshalt fixiert. Die Pfleger haben mich gestern angerufen, und mich gebeten nun jeden Tag ab 12 Uhr im Krankenhaus zu sein und möglichst bis zum Abendbrot zu bleiben, da sie jegliche Mahlzeiten vom Personal (da sie gefüttert wird) verweigert! Kann dieses "Durchgangssyndrom" denn wirklich so lange anhalten?! Sie bekommt keine Medikamente mehr per Infusion nur noch so Tabletten. Klinisch gesehen sind ihre Werte stabil, aber wie gesagt, sie ist immernoch in ihrer "eigenen Welt". :? :(
Der Neurologe war vor 2 Tagen bei ihr und hatte ihr wohl ein Medikament gegen diese Halluzinationen gegeben, und irgendwie sind diese nur schlimmer geworden (Kanülen rausreißen, Sauerstoff immer wieder von der Nase wegmachen, EKG-"Klebedinger" zieht sie sich ab, usw.). Ich hab echt schon angst das sie so bleibt :cry:

Lg nabulsiye
Muppet
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Re: Mutter lag im künstl. Koma

Beitrag von Muppet »

Hallo,
was für ein Medikament wurde verabreicht? Im Normalfall werden Antipsychotika (Schizophreniemedikamente) gegeben - kann aber Herzpatienten schwierig sein.
Es gibt auch Paradoxreaktionen (Med. macht das Gegenteil zu was es sollte). Selten kommt aber vor.
Ggf. fragen was für ein Mittel das war.
Halluzinationen werden vermutet an Dopamin und Serotonin Entgleisungen (Überschuss in einen Dopaminsystem, zu wenig in die anderen) zu liegen. Daher versucht man in diese Systeme einzugreifen.
Antidepressiva können das Problem verschlimmern.

Alles Gute
Muppet
nabulsiye
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Re: Mutter lag im künstl. Koma

Beitrag von nabulsiye »

Was für Tabletten sie bekommen hat weiß ich leider nicht, und die Schwester konnte mir heute auch nichts sagen :/
Hoffe treffe morgen einen Arzt an, dann frag ich mal nach.

Lg nabulsiye
Sabrina1100
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Re: Mutter lag im künstl. Koma

Beitrag von Sabrina1100 »

Hallo, meine Mutter befindet sich in einem ähnlichen Zustand. Sind die Halluzinationen bei Ihrer Mutter mit der Zeit verschwunden?
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