Entfernung der Gallenblase?

Moderator: DMF-Team

Bea_H
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Re: Entfernung der Gallenblase?

Beitrag von Bea_H »

Liebe Elke,

danke fürs Daumendrücken.

Heute wurde eine ERC gemacht, man ist also nicht in die Bauchspeicheldrüse vorgedrungen wie bei einer ERCP.
Ich konnte bis jetzt nur telefonisch mit meiner Stiefschwester sprechen. Die ERC hat sehr lange gedauert. Sie wurde leicht sediert und ist wohl einigermaßen normal aufgewacht. Der Arzt hat nur gesagt: 'Na, wie schön, da sind Sie ja wieder'.
Er hat ihr nur berichtet, dass es äußerst schwierig war, zu dem alten Stent zu gelangen, ihn zu entfernen und einen neuen Stent einzusetzen. Aber schließlich sei es gelungen. Mehr hat er nicht gesagt.
Jetzt hat meine Stiefschwester zu den Schmerzen, die sie immer hat, noch leichte zusätzliche stechende Schmerzen. Man hat ihr nach der Untersuchung aber sofort Schmerzmittel gegeben.

Da die Untersuchung am Nachmittag stattfand, hat sie noch kein weiteres Arztgespräch gehabt. Ich hoffe, dass morgen, obwohl es Sonnabend ist, der Chef der Chirurgie oder der Chef der Endoskopie, der die Untersuchung gemacht hat, eine Visite machen und berichten wird, was man vorgefunden hat und wie es weitergehen soll.
Morgen fahre ich wieder nach Hamburg.

Liebe Grüße,
Bea

Bea_H
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Re: Entfernung der Gallenblase?

Beitrag von Bea_H »

Sehr geehrter Herr Dr. Tillenburg,

wie ich schon Elke berichtete, hat der Chefarzt der Endoskopie heute eine ERC gemacht und dabei den alten Stent entfernt und einen neuen eingesetzt. Das sei, so sagte er, extrem schwierig gewesen.
Jetzt hat meine Stiefschwester zu ihren 'normalen' Schmerzen stechende Schmerzen ca. 2-3 cm rechts oberhalb des Bauchnabels. Sie hat aber gute Schmerzmittel bekommen, so dass die Schmerzen schon dumpfer geworden sind.

Nach der ERC hat sie noch keinen weiteren Arzt gesprochen.

Können die Schmerzen von dem neuen Stent herrühren?
Vielleicht fließt ja jetzt die Galle wieder besser, und die Bili-Werte gehen zurück. Aber dieser Stent ist ja nur eine Brückentherapie. Zur Heilung muss ja eine große OP gemacht werden. Davor schrickt man hier offensichtlich zurück.
Warum?
Schließlich ist meine Stiefschwester in der Uniklinik und wird von Chefärzten betreut. Haben die so große Angst, dass sie die OP nicht überlebt?

Viele Grüße,
Bea

ElkeN
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Re: Entfernung der Gallenblase?

Beitrag von ElkeN »

Uff, liebe Bea, da fällt mir gerade ein Stein vom Herzen! Ich habe heute immer mal wieder hier ins Forum geschaut und auf positive Nachrichten gehofft...
Der erste Schritt ist getan, er klingt nicht schlecht und ich hoffe, dass es nun aufwärts geht. Die Schmerzen sind sicher normal und werden wieder vergehen, immerhin ist ja im Bauch gewerkelt worden.
Die Daumen bleiben fest gedrückt, ich hoffe, dass nun alles gut wird.

Viele liebe Grüße,
Elke

Bea_H
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Re: Entfernung der Gallenblase?

Beitrag von Bea_H »

Ja, liebe Elke, zunächst einmal ist alles gutgegangen.
Aber die ERC ist ja nur eine 'Brückentherapie', eine Therapie zur Überbrückung der Situation bis zur endgültigen Therapie.

Ein Stent kann ja immer nur 2 - 3 Monate liegenbleiben, sonst ist die Gefahr einer Sepsis zu groß. Und einen erneuten Stent wird man nicht legen können. Schon das Legen dieses zweiten Stents war extrem schwierig.

Ein Stent bleibt ein Fremdkörper, der auf lange Sicht keine neue Verengung verhindern kann, und irgendwann kommt es zu einer Sepsis, die man nicht mehr beherrschen kann.

Ich hoffe aber, dass meine Stiefschwester jetzt vielleicht sogar für einige Zeit nach Hause kommen kann, so dass sie neue Kraft gewinnt und eventuell dann den Entschluss fasst, sich der großen Operation zu unterziehen.

Liebe Grüße,
Bea

ElkeN
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Re: Entfernung der Gallenblase?

Beitrag von ElkeN »

Liebe Bea,

ja, das ist mir alles klar, aber ich hoffe einfach, dass sich deine Stiefschwester nun etwas erholen und zu Kräften kommen kann, bevor dann die OP ansteht. Und es muss ja nicht zwangsläufig eine Sepsis entstehen bzw. kann es ja sein, dass diese lange auf sich warten lässt. Wenn der Gallefluss nun so vonstatten geht, wie es sein sollte, dann erholt sich vielleicht der Körper insgesamt besser - das wünsche ich euch jedenfalls sehr!

Liebe Grüße,
Elke

Bea_H
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Re: Entfernung der Gallenblase?

Beitrag von Bea_H »

Hallo, Elke,

danke für deine guten Wünsche.

Ja, jetzt soll sich meine Stiefschwester erst einmal etwas erholen. Ihr wird täglich Blut abgenommen. Wenn die Werte für Bili und die Leberwerte runter gehen, darf sie einige Tage nach Hause, um Kraft für all die Operationen, die auf sie zukommen, zu tanken.

Heute sind wir mit Erlaubnis des Arztes ein wenig draußen spazieren gegangen. Das hat ihr sehr gut getan.

Wie geht es dir? Hast du noch immer Schmerzen?
Ich drücke dir die Daumen, dass du dich bald wieder sehr gut fühlst.

Viele Grüße,
Bea

Bea_H
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Re: Entfernung der Gallenblase?

Beitrag von Bea_H »

Sehr geehrter Herr Dr. Tillenburg,

meine Stiefschwester hat ja einen neuen Stent bekommen.
Jetzt wird ihr jeden Tag Blut abgenommen. Wie weit müssen die Werte für Bilirubin und für GGt, GPT, AP etc. runtergegangen sein, damit sie einige Tage nach Hause entlassen werden kann? Ab wann ungefähr sind die Werte lebensgefährlich?
Ich will versuchen, mal Auskunft über die letzten Werte zu bekommen. Am Wochenende war natürlich kein Arzt da.

Wir sind heute sogar ein wenig spazieren gegangen, das hat ihr sehr gut getan.

Viele dankbare Grüße für Ihre Hilfe.

Bea

ElkeN
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Re: Entfernung der Gallenblase?

Beitrag von ElkeN »

Hallo Bea,

dann drücke ich mal die Daumen, dass sich die Blutwerte schnell der Norm annähern und deine Stiefschwester dann nach Hause kann. Dort erholt sie sich sicher am besten. Und so ein Spaziergang kann wirklich Wunder wirken, das kenne ich auch. :)

Bei mir werden die Schmerzen von Tag zu Tag besser, nur der Faden (ich schrieb es dir schon an anderer Stelle) macht mir Sorgen, weil ich nicht weiß, ob ich das so lassen kann. Ich möchte mich aber jetzt auch nicht in das total verschnupfte Wartezimmer des Hausarztes setzen und mir dort noch etwas einfangen, daher warte ich einfach mal ab und hoffe, dass sich die Dinge von alleine erledigen. Oder so. ;)

Ganz liebe und immer daumendrückende Grüße,
Elke

Bea_H
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Re: Entfernung der Gallenblase?

Beitrag von Bea_H »

Hallo, Elke,

danke fürs Daumendrücken.
Das mit dem Faden ist ja blöd. Ich würde mich an deiner Stelle noch mal vom Operateur untersuchen lassen. Der weiß am besten, was los ist.
Ich dachte immer, die Fäden, die im Innern des Bauches benutzt werden, sind selbstauflösende Fäden. Ich weiß gar nicht, ob bei meiner Stiefschwester noch Fäden im Bauch vorhanden sind. Die äußeren Fäden sind gezogen worden.

Wir müssen jetzt auf die Blutwerte warten. Hoffentlich normalisieren die sich endlich. In dem Zustand, in dem sie momentan ist, kann sie nicht operiert werden.

Dir wünsche ich weiterhin gute Besserung.

Viele Grüße,
Bea

Ralf Tillenburg
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Re: Entfernung der Gallenblase?

Beitrag von Ralf Tillenburg »

Liebe Bea,
Bea_H hat geschrieben:Wie weit müssen die Werte für Bilirubin und für GGt, GPT, AP etc. runtergegangen sein, damit sie einige Tage nach Hause entlassen werden kann?
dafür gibt es keine feste Regel, es muss eindeutig erkennbar sein, dass die Werte sinken.
Bea_H hat geschrieben:Ab wann ungefähr sind die Werte lebensgefährlich?
Auch da gibt es keine festen Werte. Bilirubin führt bei Werten über 20 mg/dl zu einem sogenannten Kernikterus, der das Gehirn schädigt. Allerdings hat man da schon lange eine ausgeprägte Gelbsucht. Transaminasen (GOT, GPT) sowie die Gamma-GT können schon mal deutlich über 1000 geraten, ohne dass Lebensgefahr bestehen muss.
Alles Gute
Ralf Tillenburg
Facharzt für Allgemeinmedizin
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Bea_H
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Re: Entfernung der Gallenblase?

Beitrag von Bea_H »

Sehr geehrter Herr Dr. Tillenburg,

vielen herzlichen Dank für Ihre Informationen.

Ich kann erst morgen wieder nach Hamburg fahren und werde dann wohl die aktuellen Blutwerte erfahren.

Viele Grüße,
Bea

Bea_H
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Re: Entfernung der Gallenblase?

Beitrag von Bea_H »

Sehr geehrter Herr Dr. Tillenburg,

vor 8 Tagen bekam meine Stiefschwester einen neuen Stent aus Plastik.
Zunächst gingen die Blutwerte stetig nach unten, seit vorgestern aber gehen sie wieder nach oben.

Das sind die letzten Messwerte:

BSG: 64; 59; 51; 48; 56; 87
Thrombo: 428; 401; 377; 376; 424
Bili-ges. : 3,9; 3,51; 2,99; 3,92; 4,22
AP: 515; 474; 412; 471; 522
GGT: 398; 321; 297; 299; 419
GPT: 273; 202; 198; 198; 281

Was könnte das bedeuten?

Die Ärzte sind ratlos. Sie erzählen lange Geschichten: 'sehr ungewöhnlicher Verlauf', 'es gibt vielfältige Ursachen' (es werden aber keine genannt), 'die Werte sind unschön' (Chefarzt), 'die Werte an sich machen mir noch keine Sorgen' (Stationsarzt), 'wir müssen Ursachenforschung betreiben' (aber nichts wird gemacht), 'bei älteren Menschen ist der Verlauf nicht vorherzusehen' (Oberarzt).

Meine Stiefschwester liegt in einer Universitätsklinik, sie wird u. A. vom Chefarzt behandelt, aber niemand sagt etwas Genaues, und niemand scheint eine Ahnung zu haben, was weiter geschehen soll.

Morgen darf ich meine Stiefschwester wieder für einige Stunden nach Hause holen. Ich glaube, ich werde sie schwer überreden können, nochmal wieder in die Klinik zurückzukehren. Aber mit diesen steigenden Werten kann man sie ja nicht entlassen. :cry:

Kann denn der neue Stent so schnell wieder verstopfen? Dabei ist der ductus choledochus 'extrem breit, man kann einen kleinen Finger problemlos hineinstecken', sagt der Chefarzt der Endoskopie.

Wodurch kann der Anstieg der Werte sonst noch hervorgerufen werden außer durch die Stenose im Hauptgallengang, dort, wo die Läsion ist?
Kann der Stent verrutscht sein?

Viele verwirrte Grüße,
Bea

Ralf Tillenburg
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Re: Entfernung der Gallenblase?

Beitrag von Ralf Tillenburg »

Hallo Bea,

die Werte zeigen an, dass der Gallestau wieder zugenommen hat. Was die Ursache ist, kann man an den Werten nicht erkennen.

Ich persönlich glaube schon, dass die Ärzte eine Ahnung haben. Aber Sie können nicht in die Zukunft schauen, und darum muss man von Tag zu Tag neu überlegen, was als nächstes zu tun ist.
Alles Gute
Ralf Tillenburg
Facharzt für Allgemeinmedizin
http://www.praxis-tillenburg.de

Bea_H
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Re: Entfernung der Gallenblase?

Beitrag von Bea_H »

Sehr geehrter Herr Dr. Tillenburg,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Sie glauben also, die Ärzte haben eine Ahnung.
Sie teilen sie uns allerdings nicht mit, sicherlich um uns nicht zu beunruhigen.

Was wir beide nicht verstehen ist die Tatsache, dass ein so extrem breiter ductus coledochus verstopfen kann. Das kann doch eigentlich nur sein, wenn sich ein neuer Gallenstein gebildet hat. Aber meine Stiefschwester hat keine Gallenkoliken. Allerdings hat sie nach wie vor Schmerzen in dem Gebiet, in dem die Operation stattgefunden hat. Aber sie bekommt starke Schmerzmittel, so dass die Schmerzen zurückgegangen sind.

Glauben Sie, dass ich meine Stiefschwester über Weihnachten zu uns nach Hause holen könnte bei den oben beschriebenen Blutwerten? Oder ist das zu gefährlich? Wir fahren ca. 45 Minuten von der Klinik nach Hause.

Viele Grüße,
Bea

Bea_H
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Re: Entfernung der Gallenblase?

Beitrag von Bea_H »

Sehr geehrter Herr Dr. Tillenburg,

heute ist meine Stiefschwester für das Wochenende nach Hause entlassen worden, obwohl die Werte nicht gesunken aber auch nicht gestiegen sind. Hoffentlich geht alles gut. Morgen muss sie gegen Abend wieder im Krankenhaus sein.

Sie würde am liebsten bis ins neue Jahr hin ganz zu Hause bleiben. Halten Sie das für eine gute Idee?
Sie könnte bei ihrem Hausarzt die Blutwerte alle 4-5 Tage prüfen lassen und wenn diese stark ansteigen, könnte sie ja wieder ins Krankenhaus zurückkehren.
Die Operation ist jetzt 9 Wochen her, und es ist klar, dass meine Stiefschwester am Ende ihrer Kräfte ist.

Wir haben uns noch mal den endgültigen OP-Bericht durchgelesen, und dabei ergaben sich noch Fragen.

Im OP-Bericht schreibt der Arzt,
'...Hiernach Darstellen der Gallenblase. Das Gallenblaseninfundibulum scheint ohne Abgrenzung und komplett in einen breiten Ductus coledochus überzugehen. Eine Präparation des Gallenblaseninfundibulums bzw. des Ductus cysticus erscheint technisch nicht möglich. Der Versuch der Präparation endet in der tangentialen Eröffnung des Ductus coledochus.'

Dann erfolgt der Bericht über die Konversion zur offenen Operation, und es heißt weiter:

'Wir komplettieren zunächst die Cholezystektomie indem der vermeintliche Ductus cysticus bzw. Infundibulumbereich offen aus dem Ductus choledochus excidiert wird. Hierbei erfolgt die tangentiale Eröffnung des Ductus coledochus auf einer Länge von gut 2-3cm. Aus diesem Grunde wird nun eine Re-Anastomosierung des Ductus coledochus notwendig.

Dann werden die Nähte beschrieben.

Unsere Fragen:

1. Hat zweimal eine tangentiale Läsion stattgefunden, einmal laparoskopisch und dann bei der offenen Operation?
2. Was ist aus dem (vermeintlichen) Ductus cysticus geworden? Er wurde abgeschnitten, aber offensichtlich wurde das Loch nicht vernäht, oder?
3. Was genau bedeutet eine 'Re-Anastomosierung des Ductus coledochus'?
Re-Anastomosierung heißt doch eigentlich, dass zwei Organe verbunden werden oder dass zwei Teile eines Organs neu verbunden werden.
Das würde bedeuten, dass wenn zwei Teile des Ductus coledochus verbunden wurden, der Ductus coledochus komplett durchgeschnitten wurde.
Oder kann 'Re-Anaostomosierung' auch bedeuten, dass eine Läsion zugenäht wurde?
4. Kann eine 2-3cm lange tangentiale Läsion überhaupt genäht werden und kann sie adäquat mit einem Stent versehen werden? Ich denke, bei einer so langen Läsion muss eine bilio-digestive Anostomose gemacht werden.

Es wäre super nett, wenn Sie uns diese Fragen beantworten könnten. Auch die Ärzte hier in der Klinik sagen wenig und antworten kaum auf Fragen. Sie denken wohl, wir verstehen das sowieso nicht. :cry:

Vielen herzlichen Dank im Voraus, auch von meiner Stiefschwester.

Viele Grüße,
Bea

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