Hypertonie : individuelle Einschränkungen

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Helmes63
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Hypertonie : individuelle Einschränkungen

Beitrag von Helmes63 »

Guten Tag,

... der Bluthochdruck wird gelegentlich wie ein eigenständiges Krankheitsbild dargestellt.
Dabei ist es meines Wissens nur ein wichtiger Risikofaktor. Worin besteht konkret diese
zusätzlichen Gefahren ?!

b) Ist es richtig dass hierdurch der Verschleißeffekt der Organe massiv vorangetrieen wird ?
c) Gibt es für das Lebensalters noch einen zusätzlichen Abschlag der bei der Bewertung
der Hypertonie zu buche schlägt ?
d) Ich hatte gestern einen Blutdruckwert von 190:30 (die Bewertung) = leichte Hypertonie.
Ich nehme jedoch an dass das Körpergewicht als Zusatzfaktor noch mitberücksichtigt
werden muss damit diese Messung überhaupt einen richtigen Aussagewert erhält !
Anästhesieschwester
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Re: Hypertonie : individuelle Einschränkungen

Beitrag von Anästhesieschwester »

Guten Tag,

ein Wert von 190/30 ist ziemlich komisch - sicher, dass das nicht 130/90 heißen sollte? Dann würde nämlich auch die Bewertung [u][u]leichte[/u][/u] Hypertonie eher passen :wink:

Gefahren bei regelmäßigem Bluthochdruck sind AP bzw. Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenfunktionsstörungen,... Der "Verschleiß" von Gefäßen, Herz und Niere wird tatsächlich vorangetrieben, in Form von Funktionseinschränkungen die wiederum diverse Folgen haben können.
Das Körpergewicht ist nicht immer ausschlaggebend, auch Menschen mit 50kg können Bluthochdruck bekommen.
Allerdings sollte die momentane Situation des Patienten berücksichtigt werden - Stress z.B. treibt den Blutdruck in die Höhe. Im Übrigen ist auch eine einzelne Messung nicht aussagekräftig - wenn Sie mir während der Arbeit den Blutdruck messen, kommen da auch Werte um 170/100 raus, obwohl ich eigentlich niedrigen Blutdruck habe. Wiederholte Messungen bzw. ein Langzeit-RR sind sinnvoller.

Gruß
Die Anästhesieschwester
Helmes63
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Re: Hypertonie : individuelle Einschränkungen

Beitrag von Helmes63 »

Das war wirklich ein Tippfehler, sorry !!!
> übrigens der Wert war leider auch nicht ganz richtig (190:130) - weil die
Manchette nicht richtig angelegen hat.
> ich stelle jedoch in Zweifel dass ein normaler Treppengang ebenfalls die
Messung verfälscht.

Für mich ist insbesondere wissenswert welche Folgen Hypertonie mittelfristig hat.
In der Regel wird diese Erkrankungsform ja mit Tabletten unter Kontrolle erhalten.
Es müsste jedoch auch möglich sein diese durch Gewichtabnahme und Anderung
der Lebensweise zu beeinflußen. Ist das richtig ?!
Birdie
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Re: Hypertonie : individuelle Einschränkungen

Beitrag von Birdie »

190 : 130 ist aber keine "leichte Hypertonie" mehr.
Muppet
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Re: Hypertonie : individuelle Einschränkungen

Beitrag von Muppet »

Allerdings. Sie nehmen aber auch eine Antidepressiva oder? Wenn ja, muss man das beobachten, da einige ADs Hypertonie verursachen können. Ggf. muss man wechseln.
Und ja, Sport kann helfen, aber erstmal muss die Ursache solche Werte abgeklärt werden!
Fenchurch
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Re: Hypertonie : individuelle Einschränkungen

Beitrag von Fenchurch »

Guten Tag!

Selbstverständlich verfälscht "ein normaler Treppengang" die Werte. Auch auf der Arbeit zu messen, ist eher wenig sinnvoll.

Werte unter Belastung sind im heimischen Umfeld allenfalls bei einer 24-h-Messung von Interesse. Da kann man dann zur Ergänzung der automatisierten Messung parallel ein Protokoll darüber führen, was man wann gemacht hat, um dem Behandler die Einordnung der Ergebnisse zu erleichtern.

Ziel der Selbstmessung ist die Ermittlung der Ruhewerte. Dazu setzt man sich 5 Minuten lang ruhig hin und startet dann die Messung. So steht es in der Regel auch in der Anleitung zu den Geräten, z.B.:
  • "° Nur ein klinisch validiertes Blutdruckmessgerät verwenden.
    ° Auf die passende Manschettengröße achten.
    ° Möglichst 30 Minuten vor der Messung nicht trinken und essen.
    ° Mindestens 5 Minuten vor einer Messung bewusst entspannen.
    ° Bei der Messung bequem aber aufrecht sitzen.
    ° Während des Messens ruhig atmen, nicht bewegen und nicht sprechen.
    ° Zur besseren Vergleichbarkeit möglichst immer zur gleichen Zeit und mit gleichem Gerät messen.
    ° Die Werte für Verlaufskontrolle und Arztgespräch notieren."
(Quelle)

Den vorletzten Punkt ("immer zur gleichen Zeit") finde ich nicht einleuchtend, die übrigen hingegen schon.

Freundliche Grüße,
Fenchurch
Helmes63
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Re: Hypertonie : individuelle Einschränkungen

Beitrag von Helmes63 »

Die Messung 190:130 ist das Ergebnis eines Messfehlers. Die Manchette lag ebenfalls
falsch an. Außerdem wurde die Messung nicht im Ruhestan gemessen. Der 2. Wert
der ordnungsgemäß erfasst wurde lag dann bei 130 : 90.
Für mich stellt sich hier nur die Frage ob eine Mancheste fest anliegen sollte oder nicht.

Ein Webskript dass ich ausgedruckt habe bestätigt jedoch meine Vermutung dass
es hier auch noch eine Alterskomponente gibt die es zu berücksichtigen gilt !!!
Anästhesieschwester
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Re: Hypertonie : individuelle Einschränkungen

Beitrag von Anästhesieschwester »

Die Messung etwa zur selben Zeit hat den Hintergrund, dass manche Leute im Tagesverlauf deutliche Blutdruckschwankungen haben. Um also z.B. eine Medikation anpassen zu können, benötigt man Vergleichswerte. Die sind aber nicht valide, wenn ich mal morgens nach dem Aufstehen messe - wo der Blutdruck vielleicht am niedrigsten ist - und dann wieder am späten Nachmittag, wo evtl. Blutdruckspitzen vorliegen.

Gruß
Die Anästhesieschwester
Fenchurch
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Re: Hypertonie : individuelle Einschränkungen

Beitrag von Fenchurch »

Guten Abend!

Eine gute Einstellung sollte doch gewährleisten, daß zu jeder Zeit in Ruhe passable Werte herauskommen bzw. sollte die Medikation dies zum Ziel haben. Und natürlich kann es sinnvoll sein morgens und abends zu messen - z.B. um zu prüfen, ob es reicht, morgens Medikamente zu nehmen oder evtentuell gegen Abend noch eine weitere Einnahme ergänzt werden muß. Auch ist der Tagesablauf - der Wechsel von Anspannung, Bewegung und Entspannung - selten konstant. Da kann die Messung zur immer gleichen Zeit kontraproduktiv sein.

Gern lasse ich mich überzeugen, doch bislang leuchtet mir die Argumentation nicht ein. Es geht ja um Patientenalltag in allen Lebenslagen, nicht um Studienbedingungen mit exakt definierten Rahmenbedingungen.

Freundliche Grüße,
Fenchurch
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