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natter
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CheckUp

Beitrag von natter » 03.11.12, 23:29

Ich las gerade, die GKV bezahlen ab 35 einen solchen CheckUp alle zwei Jahre. Woher sollen die aber wissen, wann die zwei Jahre um sind, wenn man den Arzt wechselt?

Brigitte Goretzky
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Re: CheckUp

Beitrag von Brigitte Goretzky » 04.11.12, 01:13

Indem das Computerprogramm der GKV meldet, dass ein solcher Posten schon vor 13 Monaten von Arzt X abgerechnet wurde?
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Damiana
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Re: CheckUp

Beitrag von Damiana » 04.11.12, 06:59

Hallo,

beim Gyn und beim Zahnarzt wurde ich nach einem Arztwechsel gefragt wann die letzte Vorsorge war.

Viele Grüße Damiana

Ralf Tillenburg
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Re: CheckUp

Beitrag von Ralf Tillenburg » 04.11.12, 20:33

Hallo,
natter hat geschrieben:Ich las gerade, die GKV bezahlen ab 35 einen solchen CheckUp alle zwei Jahre. Woher sollen die aber wissen, wann die zwei Jahre um sind, wenn man den Arzt wechselt?
der neue Arzt weiß nicht, wann Sie den letzten Check hatten. Da aber solche Untersuchungen über bestimmte Ziffern bei der KK abgerechnet werden, weiß Ihre Kasse ganz genau, wann und bei welchem Arzt Sie zuletzt einen solchen Check hatten. Und wenn Ihr Arzt den neuen Check nicht bezahlt bekommt, weil noch nicht möglich, könnte es sein, dass Ihnen eine Rechnung ins Haus flattert. :wink:
Alles Gute
Ralf Tillenburg
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natter
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Re: CheckUp

Beitrag von natter » 05.11.12, 21:59

Ralf Tillenburg hat geschrieben:...könnte es sein, dass Ihnen eine Rechnung ins Haus flattert. :wink:
ja, flattern kann da viel. aber woher soll der zahlungsanspruch kommen?

Ralf Tillenburg
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Re: CheckUp

Beitrag von Ralf Tillenburg » 06.11.12, 07:58

Hallo,

ganz einfach: Wenn Sie dem Arzt falsche oder unvollständige Angaben machen, könnte da u. U. der §263 des StGB erfüllt sein. :wink:
Alles Gute
Ralf Tillenburg
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Simba12
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Re: CheckUp

Beitrag von Simba12 » 23.01.13, 13:55

Hallo

So einfach finde ich es als Patient nicht. Woher soll man als Patient wissen was der Arzt wie abrechnet.
Ich habe vor wenigen Monaten den HA gewechselt. Dabei habe ich eingewilligt , dass die Patientenakte vom vorigen HA angefordert werden kann.
Mein alter HA hat z.B. Anfang2012 Blut und Urin untersucht , und am Besprechungstag für ein DMP eine Lungenfunktion und Blutruck gemessen. Kein Lunge abhören , habe nicht mal den Pulli ausziehen müssen an dem Tag.
Aber beim Folgetermin konnte ich auf seinem PC lesen , dass Hautkrebsscreening für den letzten Termin vermerkt war.
Ich fragte mich , sollte es ein check Up35 gewesen sein? Hautkrebsscreening so ganz ohne ausziehen. Kein abhören .. nicht mal im Bezug auf ein DMP-Asthma?
Also mir als Patient fällte es schwer zu beurteilen was der HA wie abrechnet, und ob es ein check up war oder nicht.

Der neuen HA hat jetzt auch Blutuntersuchung , EKG , und DMP mit LUFU angeortnet. Auch da ist für mich schwer zu Beurteilen ob es nur Untersuchungen in DMP sind oder ob es eine Check_UP Hintergrund hat.
Oft denken Arzte viel und reden wenig über die Hintergründe mit dem Patienten. Und wenn der Patient zu viel Hintergründe wissen möchte , kommt es auch nicht immer gut an.

Mit meinen neuen HA , ist bisher alles top.

VG Simba12
Viele Grüße Simba12

Ralf Tillenburg
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Re: CheckUp

Beitrag von Ralf Tillenburg » 23.01.13, 22:36

Hallo,

ich denke, dass sind unterschiedliche Schuhe.

Da gibt es zum einen die Vorsorgeuntersuchungen, die von den gesetzlichen Kassen bezahlt werden, also GU (Gesundheitsuntersuchung), KV (Krebsvorsorge) und HKS (Hautkrebs-Screening). Sie dürfen allerdings nur in bestimmten Abständen gemacht werden, wer seinen Arzt darüber im unklaren lässt, macht sich u. U. strafbar - siehe oben.

Eine andere Geschichte ist, was Ärzte daraus machen. Dazu ein paar Erläuterungen:
Gesundheitsuntersuchung: Bestimmung von Cholesterin und Zucker im Blut. Urinuntersuchung mittels Teststreifen, sowie eine ganzkörperliche Untesuchung durch den Arzt, mindestens Abhören von Herz, Lunge, Halsschlagader, Tasten der Fußpulse, Absuchen auf vergrößerte Lymphknoten in Leiste, Achsel und Hals, Untersuchung des Bauches, der Nierenlager, Messung des Blutdrucks

Krebsvorsorge: Blutdruckmessung, Tasten der Prostata (beim Mann), orientierende Beobachtung der Haut, Hämoccult-Test, Abtasten der Lymphknoten. Bei der Frau Abtasten der Brust und genitale Untersuchung.

Hautkrebsvorsorge: genaues Absuchen der Haut auf verdächtige Areale - der gesamten Haut von Kopf bis Fuß inkl. der Intimregion. Experten streiten darüber, ob mit oder ohne Dermatoskop (beleuchtete Lupe). Dafür muss man sich schon entkleiden.

Was der Arzt nun abrechnet, ist eine andere Frage. Dies lässt sich nicht so einfach beurteilen. Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass vereinzelt Ärzte eine dieser Untersuchungen abrechnen, ohne sie komplett gemacht zu haben.

Sie können dies aber grundsätzlich kontrollieren. Gemäß geltendem Recht haben Sie ein Recht darauf, am Ende eines Quartals vom behandelnden Arzt eine Patientenquittung zu bekommen. Darin ist enthalten, was der Arzt für Sie bei der Krankenkasse abrechnet. Wenn Sie dort Dinge finden, die der Arzt aus Ihrer Sicht nicht durchgeführt hat, steht es Ihnen frei, dies Ihrer Krankenkasse zu melden. Ihre Kosten für diese Quittung sind übrigens ebenfalls genau festgelegt: 1 (ein!) Euro.

Infos dazu finden Sie zum Beispiel hier: http://www.info-medico.de/index.php/patientenquittung

Weitere Fragen beantworte ich dazu gerne.
Alles Gute
Ralf Tillenburg
Facharzt für Allgemeinmedizin
http://www.praxis-tillenburg.de

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