Basenpulver

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queenie77
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Basenpulver

Beitrag von queenie77 » 18.06.12, 11:30

Da ich seit Jahren immer wieder an Sodbrennen leide, hab ich vor einigen Wochen beschlossen, mal eine Basenpulver-Kur zu machen. (Habe das Basenpulver von DM gekauft). Hab es dann mal einen Monat lang genommen und ich hatte während dieser Zeit fast kein Sodbrennen mehr. Seit ich es aber wieder abgesetzt habe, beginnen leider die Beschwerden wieder.

Nun wollte ich gerne wissen, wie lange kann man denn das Basenpulver bedenkenlos nehmen? Da ich ja oft Sodbrennnen habe, gehe ich davon aus, dass ich übersäuert bin. Da ich aber nicht ständig zu Riopan oder Pantoprazol 40mg greifen möchte, wäre die Basenpulverkur auf längere Zeit vielleicht sinnvoller.

Absolute Arrhythmie
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Re: Basenpulver

Beitrag von Absolute Arrhythmie » 18.06.12, 12:13

Hallo queenie,

was spricht denn gegen Pantoprazol oder einen anderen PPI? Meines Erachtens nach ist das Nebenwirkungsprofil günstiger als bei einem Basenpulver. Zudem neutralisieren Basenpulver lediglich die Magensäure, wohin gegen PPIs die Produktion der Magensäure hemmen und somit wesentlich effektiver sind.

Viele Grüße

Abs.

queenie77
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Re: Basenpulver

Beitrag von queenie77 » 18.06.12, 12:30

Ich nehm Pantoprazol nur bei Bedarf, also wenn die Beschwerden stark sind. Nicht täglich.
(So verordnet von meinem Hausarzt).

In einer Zeitschrift habe ich einen Beitrag über übersäuerung und Basenpulverkuren gelesen.
Darin standen einige Symptome wie z. B. Müdigkeit, Schlafstörungen, Sodbrennen, Ankurbelung des Stoffwechsels, Entzündungen usw. wo eine solche Kur sinnvoll wäre. Da ich auch unter diesen Symptomen leide und bis heute keine Ursache dafür gefunden wurde, dachte ich mir, ich versuche es damit. Auch würde ich gerne einige Kilos abnehmen, was aber leider meist nicht klappt. So 1-2 Kilos gehen, doch danach funktionert es nicht mehr, was sicher mit dem Stoffwechsel zu tun hat.

Daher auch meine Frage betreffend der Anwendungsdauer eines Basenpulvers, ob man das überhaupt bedenkenlos über eine längere Zeit nehmen kann.

Ralf Tillenburg
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Re: Basenpulver

Beitrag von Ralf Tillenburg » 19.06.12, 19:55

Hallo,
Absolute Arrhythmie hat geschrieben:...oder einen anderen PPI? Meines Erachtens nach ist das Nebenwirkungsprofil günstiger als bei einem Basenpulver.
Hat man in der Tat bisher immer gesagt. Neuere Studien scheinen aber zu zeigen, dass die Langzeiteinnahme von PPI doch nicht so problemlos ist, wie angenommen. PPI scheinen beispielsweise die Osteoporose zu fördern, dazu hat man unter PPI deutlich häufiger Infekte der Atemwege bis zur Pneumonie. Einiges weitere steht noch in der Diskussion und bedarf weiterer Studien.
Absolute Arrhythmie hat geschrieben:Zudem neutralisieren Basenpulver lediglich die Magensäure, wohin gegen PPIs die Produktion der Magensäure hemmen und somit wesentlich effektiver sind.
Das ist zwar richtig, aber man muss sich fragen: Wohin mit den durch PPI geblockten (und weiter im Körper befindlichen Wasserstoffionen. Basenpulver hingegen bindet die Ionen, diese werden dann ausgeschieden - so jedenfalls behaupten die Befürworter dieser Produkte.

Die bei Übersäuerung angeblich auftretenden Beschwerden, wie von queenie genannt, würde ich aber eher in den Bereich der alternativen Medizin stellen. Wissenschaftliche Beweise hierzu fehlen meines Wissens völlig.
Alles Gute
Ralf Tillenburg
Facharzt für Allgemeinmedizin
http://www.praxis-tillenburg.de

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