Refluxerkrankung Frage

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Andersson
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Refluxerkrankung Frage

Beitrag von Andersson »

Hallo liebe Gemeinde,

der Patient um den es sich handelt hat bemerkt das ihm eine Säureartige Flüssigkeit in den Mund/Halsraum gelangt, er bemerkt dies morgens und teilweise im Laufe des Tages. Nun hat er den Wirkstoff Omeprazol 20mg als Hillfekapseln bekommen. Er fühlt sich Immungeschwächt und schlapp, bekommt teils nicht so gut Luft und sein Zahnfleisch bildet sich zurück (ob dies mit der Säure in Zusammenhang steht ist nicht klar). Jedenfalls ist die Frage ob ein Test auf helicobacter pylori sinnvoll ist und wie weiter vorgengangen werden kann.

Der Patient ist Anfang 20 männlich ernährt sich Gesund aber vll ein wenig zu einseitig.
Für Fragen stehe ich Ihnen gerne bereit.

Ich habe nur mal gehört das jeder dritte helicobacter pylori haben soll.

Gruß Christian
Ralf Tillenburg
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Beitrag von Ralf Tillenburg »

Hallo Christian,

der Patient sollte zum Arzt gehen. Wie dann weitr vorzugehen ist, hängt von den Beschwerden und den erhobenen Befunden ab. Da diese nicht bekannt sind, kann ich dazu nicht mehr sagen.

Ein Test auf Helicobacter macht nur dann Sinn, wenn sicher ist, dass die Beschwerden unmittelbar damit zusammen hängen. Das halte ich hier für sehr unwahrscheinlich. Helicobacter muss auch keineswegs immer behandelt werden, da er in sehr vielen Fällen überhaupt keine Beschwerden verursacht.
Alles Gute
Ralf Tillenburg
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Andersson
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Beitrag von Andersson »

Der Patient hat dem Arzt nur mitgeteilt das er morgends eine brennende Kelhle und teilweise säurigen Rückfluss in den Mund hat, daraufhin hat er den Wirkstoff Omeprazol 20mg per rezept bekommen.

Welche Untersuchungen können hinsichtlich dieser Beschwerden gemacht werden da der Patient nicht das Gefühl hat die Medikamente helfen ihm bzw nach dem Absetzen des Medikaments treten die Beschwerden wieder auf ?

Sind sogenannnte Schnelltests auf Helicobacter pylori zuverlässig ?

Gruß Christian
schneefrau
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Beitrag von schneefrau »

Hallo,

ich würde zur weiteren Abklärung eine Magenspiegelung empfehlen. Dabei wird in der Regel auch eine Biopsie entnommen und auf Helicobakter pylori untersucht. Entweder wird ein Schnelltest oder eine Histologie gemacht, evtl. auch beides. Außerdem kann bei der Gastroskopie abgeklärt werden, ob eine Refluxkrankheit vorliegt. Helicobakter pylori kann man ähnlich sicher als mit einer Gastrokopie auch mittels Atemtest nachweisen, wird aber nur als Kontrolluntersuchung von den gesetzlichen KK bezahlt , wenn schon früher Hp nachgewiesen und behandelt wurde. Die anderen Nachweismethoden aus Blut und Stuhl sind ungenauer, da Antikörper gegen die HP-Infektion auch noch positiv sein können, wenn der Keim schon eradiziert wurde, also nicht mehr vorliegt /z. B wenn Antibiotika wegen anderen Infektionen eingenommen und auch Helicobacter erfolgreich beseitigt wurde.

LG Schneefrau
Ralf Tillenburg
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Beitrag von Ralf Tillenburg »

Hallo Christian,
ChristianM19 hat geschrieben:...da der Patient nicht das Gefühl hat die Medikamente helfen ihm...
dann sollte man auf jeden Fall noch einmal den Arzt aufsuchen.
ChristianM19 hat geschrieben:...bzw nach dem Absetzen des Medikaments treten die Beschwerden wieder auf ?
....was bei einer Refluxerkrankung oft so ist. Diese kann in der Regel nur "symptomatisch" behandelt werden.
ChristianM19 hat geschrieben:Sind sogenannnte Schnelltests auf Helicobacter pylori zuverlässig ?
Das sind sie schon. Nur: Was haben Sie davon, wenn Sie wissen, dass Sie Helicobacter haben? Die von Ihnen beschreibenen Beschwerden haben nichts mit Helcobacter zu tun, bzw. treten unabhängig von dessen Anwesenheit auf.
Alles Gute
Ralf Tillenburg
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Andersson
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Beitrag von Andersson »

Mich würde noch interessieren wie lange sich ein Helicobayter pylori inne bleibt was für symptome er mit sich bringt (jeder 10 hat symptome hörte ich einmal)

an sich hab ich das gefühl es lohnt sich eine eradikationstherapie zu machen da ich hörte jeder dritte soll helicobacter pylori mit sich rumschleppen oder andere quelle 50 % der weltbevölkerung :-)

Gruß Christian
Phileas Fogg
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Beitrag von Phileas Fogg »

Na angenommen 50% aller Menschen hätten ihn, wäre es doch umso verrückter, sinnlos eine Eradikation anzustreben, weil doch wohl kaum jeder zweite hier an dadurch verursachten Erkrankungen leidet. Außerdem wäre es doch möglich, dass Sie zu den anderen 50% gehören :D
Dr. Tillenburg hat es doch schon gesagt, Ihre Symptome haben eigentlich nichts mit Helicobacter zu tun.

Liebe Grüße

p.s.: Der Wikipediaeintrag über h.P. sollte eigentlich Ihre Fragen zu dem Thema klären können!
Ralf Tillenburg
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Beitrag von Ralf Tillenburg »

Hallo,
ChristianM19 hat geschrieben:an sich hab ich das gefühl es lohnt sich eine eradikationstherapie zu machen
Nein, in den meisten Fällen lohnt sie sich nicht. Dann inzwischen weiß man, dass HP deutlich weniger Beschwerden macht als angenommen. Eine therapie ist daher nur in ausgesuchten Fällen erforderlich und sinnvoll. Dazu kommt, dass viele Menschen nach einer solchen Therapie mehr Beschwerden haben als vorher.

Nicht zu vernachlässigen sind die oft erheblichen Nebenwirkungen der Antibiotika, die teilweise ja auch erst nach Jahren auftreten.
ChristianM19 hat geschrieben:da ich hörte jeder dritte soll helicobacter pylori mit sich rumschleppen oder andere quelle 50 % der weltbevölkerung :-)
Ja, das ist richtig, aber was beunruhigt Sie das? Sie schleppen Milliarden von Keimen mit sich rum, jeder Mensch hat E. coli, Staphylokokken ohne Ende und vieles andere mehr im und am Körper. Wenn Sie die bekämpfen, ist das Ihr Todesurteil, denn ohne die können Sie nicht leben. Und Helicobacter hat auch eine Schutzfunktion, wenig beachtet: Menschen mit HP haben deutlich seltener Sodbrennen wie Menschen ohne.
Alles Gute
Ralf Tillenburg
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Biene37
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Re:

Beitrag von Biene37 »

Ralf Tillenburg hat geschrieben: Ja, das ist richtig, aber was beunruhigt Sie das? Sie schleppen Milliarden von Keimen mit sich rum, jeder Mensch hat E. coli, Staphylokokken ohne Ende und vieles andere mehr im und am Körper. Wenn Sie die bekämpfen, ist das Ihr Todesurteil, denn ohne die können Sie nicht leben.
Hallo Herr Dr. Tillenburg,

nach diesen Satz versteh ich mein Hausarzt nicht.
Wenn die Staphylokokken normal auf der Haut leben. Gehören die auch im Körper dazu ?

Frag mich was nun besser ist?

Denn ich weiss nicht ob es nun Aufhört oder erneut hoch läuft nach dem Antibiotika.
Unbehandelte Infektion bis ganz hoch laufen lassen und dann erst zum Arzt und Einschreiten oder mit Antibiotika vorher behandeln? (Kurze Abstände)

Grüsse Biene
Das Leben besteht aus vielen Höhen und Tiefen - man darf nur nicht im Tief steckenbleiben!
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