Muskuläre Schwäche in Armen und Beinen

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Julieee
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Muskuläre Schwäche in Armen und Beinen

Beitrag von Julieee »

Hallo Zusammen!

Aufgrund einer langsamen Verzweiflung, habe ich gedacht, suche ich hier mal um Rat.

Ich bin seit März 2020 körperlich sehr schwach. Je nachdem, wie sehr ich mich körperlich anstrenge, wird die muskuläre Schlappheit stärker oder Schwächer. Es ist so schlimm, dass meine Arme manchmal zu schwach zum Gitarrespielen sind, oder zu schwach, um am Laptop zu tippen. Auch, wenn ich ein paar Minuten stehe werden meine Beine manchmal wie Blei und ich habe dann einen sehr unsicheren Gang.
Wenn ich mich längere Zeit kaum bewege, dann geht die Schwäche langsam zurück, aber sobald ich mich stärker wieder belaste kommt die Schwäche zurück.
Ich habe keinerlei andere Symptome außer dieser Schwäche

Aufgrund dieser Symptome bin ich auch schon länger in der Inneren Medizin und in der Neurologie unterwegs. Bisher hat man im April einen starken Vitamin D Mangel (7) festgestellt, der inzwischen aber wieder seit einigen Monaten im Normbereich ist. Ansonsten wurde eine exokrine Pankreasinsuffizienz diagnostiziert aber die wird ja eigentlich nicht mit mit so einer körperlichen Schwäche in Verbindung gebracht.

Ich würde mich sehr freuen, falls ihr eine ähnliche Leidensgeschichte habt, mir vielleicht eine Anregung geben könntet, woran diese Schwäche noch liegen könnte

Liebe Grüße
Julia

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jaeckel
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Re: Muskuläre Schwäche in Armen und Beinen

Beitrag von jaeckel »

Liebe Julia,

bitte beantworten Sie zunächst die Fragen zu unserem Patientenleitfaden (Klick!) und stellen Sie die Antworten hier ins Forum. Dann fällt uns das Antworten wesentlich leichter.

Danke.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)

Julieee
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Re: Muskuläre Schwäche in Armen und Beinen

Beitrag von Julieee »

Sehr geehrter Herr Dr. Jäckel,
vielen Dank für Ihre Antwort!
Ich habe hier im Folgenden die Fragen beantwortet.
Geschlecht, Alter, Größe, Gewicht: weiblich, 20 Jahre, 1,73m, 70kg
Rauchen Sie?; Nein
Haben Sie bereits festgestellte o. ggf. schon behandelte Erkrankungen? Wenn ja, welche? Seit wann?: exokrine Pankreasinsuffizienz seit September 2020
Leiden Sie an Allergien? Wenn ja, welche? Seit wann?: Nein
Welche Medikamente nehmen Sie? Bitte nur Wirkstoffe nicht Handelsnamen (siehe auch Hinweis unten)! Kreon; ab und zu Ibuprofen
Was haben Sie für Beschwerden? Seit wann? Haben sich die Beschwerden verändert?: eine muskuläre Schwäche seit März 2020; Keine Veränderung der Beschwerden
Waren Sie schon bei einem Arzt?: Ja
Welche Untersuchungen wurden gemacht? EMG, Blutuntersuchungen, MRT, Sonographie, Echokardiogrphie
Liegen Ihnen Ergebnisse vor?: Ja
Zu welcher Diagnose kam Ihr Arzt? Bis jetzt nur zur exokrinen Pankreasinsuffizienz
Welche Behandlung hat Ihr Arzt vorgeschlagen bzw. eingeleitet?: Kreon einnehmen
Welche Frage(n) haben Sie an die DMF-Forengemeinde?: Ich suche nach Anregungen durch was die muskuläre Schwäche ggf. noch hervorgerufen sein kann. Bis jetzt hat man bis auf die exokrine Pankreasinsuffizienz nichts gefunden.

Ich würde noch hinzufügen, dass, wenn ich so schlapp bin, dass ich ein sehr unsicheres Gangbild habe und ich dann z.B Treppenstufen erklimmen muss, es sich so anfühlt, als ob die Muskulatur übersäuert ist, wie es bei mir früher im Leistungsschwimmen oft der Fall war. Also leichte Muskelschmerzen sind dann schon vorhanden.

Viele Grüße
Julia Gehre

Brigitte Goretzky
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Re: Muskuläre Schwäche in Armen und Beinen

Beitrag von Brigitte Goretzky »

Hallo,

Innere Medizin ist zwar nicht mein Ding, aber dennoch: haben Sie die Ergebnisse ihrer Blutuntersuchungen? Spontan würden mich vor allem die CK mit ihren Unterformen und Antikörpertests (AChR, MuSK, etc) interessieren.
Ist Ihnen eine Veränderung des Erscheinungsbilds aufgefallen? Sind Waden, Hüften oder Schultern irgendwie dünner geworden?

Dr Jäckel wird sicherlich noch ein paar mehr Dinge wissen wollen, aber vielleicht können Sie ihre Blutwerte schon einmal posten oder am Montag besorgen.

Viele Grüße
B. Goretzky
And God promised men that good and obedient wives would be found in all corners of the earth.


Then she made the world round and laughed and laughed and laughed...

Julieee
Topicstarter
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Re: Muskuläre Schwäche in Armen und Beinen

Beitrag von Julieee »

Sehr geehrte Damen und Herren!
Sehr geehrter Herr Dr. Jäckel,
Sehr geehrte Frau Goretzky,

im Folgenden habe ich alle bisherigen Untersuchungen für sie chronologisch aufgelistet. Wenn Ihnen manche Angaben wie z.B ,,im Normbereich'' zu ungenau sind, dann bitte zögern Sie nicht nachzufragen!

Laboruntersuchung vom 6.4.2020

CRP: 0.60 mg/l < 5.0
Selen im Blut 88.1 µg/l 67.0 - 135
25-Hydroxy-Vitamin D3 7.4 µg/l 20 - 70
Alpha-1-Globulin 2.41 g/l 2.10 - 3.80
Alpha-1-Globulin 3.60 % 2.90 - 5.30
Alpha-2-Globulin 5.08 g/l 5.10 - 8.10
Alpha-2-Globulin 7.6 % 7.2 - 11.2
Albumin 63 % 55 - 67
Albumin 42 g/l 39 - 50
Beta-Globulin 5.6 g/l 5.7 - 10.4
Beta-Globulin 8.3 % 8.4 - 13.7
Vitamin B12 431 pg/ml 145-1500
Basophile absolut 0.03 Tsd./µl < 0.10
Basophile 0.70 % < 2.00
ges.Bilirubin 0.6 mg/dl < 1.2
BSG 10/18 mm/n.W. <10/20
Calcium 2.36 mmol/l 2.20 - 2.65
Cortisol 8.08 µg/dl Tagesrhythmik
Vordifferenzierung masch.
Elektrophoresekurve
Eosinophile absolut 0.11 Tsd./µl < 0.40
Eosinophile 2.50 % < 7.00
Elektrophorese
Erythrozyten 4.56 Mio/µl 3.96 - 5.16
EVB 11.1 % 12.0 - 15.0
Ferritin 18.7 ng/ml 11-307
Folsäure 5.09 ng/ml 2,50-30,0
fT3 2.94 pg/ml 2,50-3,90
fT4 0.89 ng/dl 0,60-1,30
Gamma-Globulin 17.10 % 10.50 - 19.60
GGT 11 U/l < 40
Gesamteiweiß 66.9 g/l 64.0 - 83.0
Hinweis GFR (MDRD)
HBA1C IFCC 32.0 mmol/mol < 39.0
GPT 7 U/l < 35
Hämatokrit 39.5 % 35.0 - 45.0
Hämoglobin 13.5 g/dl 11.6 - 15.5
HBA1C % 5.1 % < 5.7
IgA 1.48 g/l 0.70 - 4.00
IgG 12.03 g/l 7.00 - 16.00
IgM 1.23 g/l 0.40 - 2.30
Kalium 3.97 mmol/l 3.50 - 5.10
kl.Blutbild
Kreatinin (Jaffe) 0.75 mg/dl 0.40 - 0.94
LDH 141 U/l < 250
Leukozyten 4.44 Tsd./µl 4.00 - 10.4
Lymphozyten absolut 1.53 Tsd./µl 1.20 - 3.60
Lymphozyten 34.50 % 17.00 - 47.00
MCHC 34.2 g/dl 32.0 - 36.0
MCH 29.6 pg 26.0 - 33.0
MCV 86.6 fl 80.0 - 96.0
GFR/MDRD 99 ml/min > 60
Monozyten absolut 0.43 Tsd./µl < 0.90
Monozyten 9.70 % 4.00 - 12.00
Neutrophile absolut: 2.34 Tsd./µl 1.90 - 7.30
Neutrophile: 52.60 % 40.00 - 75.00
Thrombozyten: 202 Tsd./µl 176 - 391
TSH-basal: 1.98 mU/l 0,30-3,00; unter Substitution:0,3-1,5; unter Suppression:0,3-0,8
TSH-Rezeptor-Antikörper: <1.5 U/l <1,5
Gamma-Globulin: 11.44 g/l 6.50 - 14.30


In Folge dieses Befundes wurde Vit D substituiert. 1. 3000 Einheiten/Tag für einen Monat (April)
2. 2000 Einheit/Tag für 2 weitere Monate (Mai und Juni)
3. Spritze mit 75000 Einheiten: 27.Juli
4. Spritze mit 100000 Einheiten: 27. August
5. Spritze mit 100000 Einheiten: 2. September

Nun (stand 11.10.2020) ist der Vitamin D Spiegel wieder im Normbereich, die muskuläre Schwäche ist aber nach wie vor unverändert da






Laboruntersuchung vom 16.06.2020

Vitamin D 47,8 nmol/l (Normwerte 75-375)
Elekrolyte im Normbereich
Leberwerte im Normbereich
Pankreaswerte im Normbereich
Nierenwerte im Normbereich

Fettstoffwechsel
Cholesterin, LDL-Cholesterin, Trigylzeride und HDL-Cholesterin im Normbereich
Herzenzyme im Nombereich
CRP unauffällig
Rhemafaktor unaffällig
Eisen diskret erhöht mit 31,8 umol/l (Normwert 5,9-26,7)
Ferritin mit 23ng/ml im Normbereich,
Transferrin mit 212 mg/dl im Normbereich
LDH im Normbereich mit 167 U/l
Plasmaproteine unauffällig
kleines Blutbild unauffällig
Gerinnung unauffällig
Hb1C unauffällig mit 4,9%
Schilddrüsenwerte im Normbereich (TSH 3,17, T3 frei 4,58, T4 frei 18).
AFP im Normbereich (1,6, Norm unter 7ng/ml.)
Vitamine: Folsäure mit 7,4 ng/ml im Normbereich (über 3,5 ng/ml), Vitamin B12 mit 489ng/l im Normbereich (187-883), Homozysteiin mit 7,7 im Normbereich, AKT. Vitamin B12 im Normbereich mit 119. Glukose 68mg/dl (unauffällig)
Covid-Serologie negativ

Ruhe EKG vom 16.06.2020
Sinusrhytmus, Indifferenztyp, etwas verminderter R-Progression in V3 und V4, präterminal negative T-Wellen in V2 und V3.

Echokardiographie vom 16.06.2020
Normale links- und rechtsventrikuläre Funktion, keine regionalen Wandbewegungsstörungen, kein Hinweis auf relevante Vitien, lediglich pulmonale Insuffiziens I°. Erhaltene Diastole.

Oberbauchsonographie vom 16.06.2020
Steatosis Hepatis I°, eine Nebenmilz, ansonsten unauffällige Abdominalorgane





Bestimmung des Vitamin D Wertes (9.11.2020)
Vitamin D Mangel: Aktueller Spiegel: 59 nmol/l (Normwert 75-375)






Endoskopie (30.09.2020)
Indikation V.a.cP.
Labor: Laborparameter kontrolliert, Untersuchung durchführbar
Medikation: 460mg Propofol,
ASA-Klassifikation: II -Leichte Erkrankung ohne Leistungseinschränkung.
Geräte: GIF-UE 160.

Befund: Untersuchtes Organ: Pankreas. Eingesehen bis Pars descendens duodeni

Pankreas: Insgesamt atroph wirkendes, kleinlumiges Pankreas, deutliche erkennbare Septierung und Lobulierung mit inhomogen echoarm- echoreicher Parenchymdarstellung. Pankresgang normal weit. Wand unauffällig.
DHC normal weit, keine Konkremente.
Im eingesehenen bereich keine pathologischen Lk.
Diagnose: cP Cambridge Stadium I.






Untersuchung vom 06.10.2020
unauffällige Werte für CRP, BSG,CK, Vitamin Screening, Blutbild und Vaskulitis Screening sowie Myasthenie Antikörper und Holo Transcobalamin.
Zusammenfassend gab es laborchemisch keine Hinweise für eine systemische Vaskulitis, für einen Vitamin Mangel oder eine Muskelerkrankung als Ursache für die von der Patientin beklagte Symptomatik. Ein MRT ist noch ausstehend.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Mit freundlichen Grüßen
Julia

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jaeckel
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Re: Muskuläre Schwäche in Armen und Beinen

Beitrag von jaeckel »

Hallo Julieee,

aus den bisherigen Werten kann man keine Ursache herauslesen. Häufige Ursachen wie SD-Unterfunktion, Anämie usw. erscheinen ausgeschlossen. Wie Frau Goretzky richtig schreibt, wären Werte für Muskelenzyme (CK) noch von Interesse.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
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Julieee
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Re: Muskuläre Schwäche in Armen und Beinen

Beitrag von Julieee »

Sehr geehrter Herr Dr. Jaeckel,
vielen Dank für Ihre Antwort. Bis jetzt hab ich nur folgende Info was die CK-Werte angeht: ,,..unauffällige Werte für CRP, BSG, CK, Vitamin Screeningm, Blutbid und Vaskulitis Screening sowie Mysthanie Antikörper und Holo-Transcubalamin. Zusammenfassend gaben sich laborchemisch keine Hinweise für eine systematische Vaskulitis, für einen Vitamin-Mangel oder eine Muskelerkrankung als Ursache für die von der Patientin beklagte Symptomatik...''
Ich werde noch einmal nach genauen Werten für die Muskelenzyme fragen und dann noch einmal schreiben. Gibt es da vielleicht bestimmte Werte, die für Sie besonders interessant sind?

Ich habe noch in Richtung ATP-Mangel, Mitochondriopathien, Glykogenspeichererkrankungen bzw. kongenitale Myasthenie gedacht.
Finden Sie Diese Gedanken plausibel?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!
Mit freundlichen Grüßen
Julia
Zuletzt geändert von Julieee am 12.10.20, 14:37, insgesamt 1-mal geändert.

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jaeckel
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Re: Muskuläre Schwäche in Armen und Beinen

Beitrag von jaeckel »

Jepp, CK auch ok. Kommt denn auch ein Erschöpfungssyndrom aus psychischer Ursache in Betracht?
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
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Julieee
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Re: Muskuläre Schwäche in Armen und Beinen

Beitrag von Julieee »

Vielen Dank für Ihre Antwort!
Aus psychischer Sicht geht es mir gut. Da ist nichts auffälliges in letzter Zeit passiert.

LisaL
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Re: Muskuläre Schwäche in Armen und Beinen

Beitrag von LisaL »

Hallo Juliee,

etwa 15-20% der Myasthenien bestehen auch ohne die typischen AchR-Antikörper. Vielleicht kann Ihr Neurologe Sie zur weiteren Abklärung an ein Myasthenie-Zentrum überweisen, die sich damit auskennen sollten. Ihre Schilderung der Schwäche in Armen und Beinen mit Besserung nach Erholung lassen mich als Betroffene schon an eine Myasthenie denken. Normalerweise beginnt die Erkrankung mit Ptosis und Doppelbildern, was aber nicht immer der Fall ist.

Ich hatte lange auch nur die Schwäche in Armen und Beinen, daher hat es bei mir mehrere Jahre gedauert bis die Myasthenie diagnostiziert wurde. Ein Termin in einem Myasthenie-Zentrum kann zu schnellerer Klärung führen, ob es sich bei Ihnen um eine Myasthenie handelt oder nicht.

Ich wünsche viel Glück.
Lisa

Julieee
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Re: Muskuläre Schwäche in Armen und Beinen

Beitrag von Julieee »

Hallo LisaL!
vielen Dank für Ihre Hilfe!
Ich werde es beim nächsten Mal beim Neurologen ansprechen.
Auf mein Bitten wurde beim letzten Mal ein Gentest veranlasst, um eine kongenitale Myasthenie auszuschließen.
Wissen Sie zufällig, ob dieser Gentest ausreicht, um grundsätzlich Myasthenien auszuschließen oder handelt es sich dabei nur um die Kongenitale Myasthenie und selbst, wenn die negativ ist, können auch noch andere Formen der Myasthenie vorliegen?
Auf jeden Fall vielen herzlichen Dank, dass Sie als selbst Betroffene sich bei mir noch einmal gemeldet haben. Was mir heute noch aufgefallen ist, ist, dass vor besonders das Stehen sehr starke Schwächegefühle auslöst. Also ich kann z.B 10 Minuten relativ problemlos gehen aber manchmal reichen schon 2 oder 3 Minuten auf der Stelle zu stehen, dass sich meine Beine wie Blei anfühlen. Das merke ich immer beim Einkaufen an der Kasse.
Ich wollte dich noch fragen, ob du mir vielleicht ein gutes Myasthenie Zentrum empfehlen kannst. Ich wäre dir sehr dankbar!
Liebe Grüße
Julia

LisaL
DMF-Mitglied
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Re: Muskuläre Schwäche in Armen und Beinen

Beitrag von LisaL »

Hallo Juliee,

der Gentest schließt andere Myasthenien nicht aus. Habe ich richtig verstanden, dass die AChR-AK untersucht wurden? Sie können sich noch auf MuSK-Antikörper testen lassen, außerdem zählt LEMS mit VGCC-Antikörpern zu den Myasthenien.

Bei einigen sind wie gesagt überhaupt keine Antikörper vorhanden bzw. noch nicht bekannt, dann kann die Krankheit nur mittels anderer Tests festgestellt werden, z.B. EMG, Tensilon-Test, oder man bekommt versuchsweise Mestinon, um zu testen ob sich dadurch die Symptome bessern. Mit dieser seronegativen MG kenne ich mich kaum aus, aber es gibt ein Forum, wo Sie diesbezüglich Fragen stellen können.

https://www.myasthenia-gravis.de/

Das mit dem Problem an der Kasse zu stehen ist mir noch gut in Erinnerung, vor der Diagnose hatte ich das auch sehr ausgeprägt. Ich kenne nur das Myasthenie-Zentrum in Berlin, das ist meiner Meinung nach nicht empfehlenswert. Vielleicht kann jemand im Forum eine Empfehlung geben, dort sind auch einige aktiv, bei denen keine AK vorhanden sind.


viele Grüße
Lisa L

Julieee
Topicstarter
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Registriert: 07.10.20, 18:06

Re: Muskuläre Schwäche in Armen und Beinen

Beitrag von Julieee »

Sehr geehrter Herr Dr. Jaeckel,
sehr geehrte Personen, die auch noch mitlesen!

Ich habe mir gedacht, ich sende ihnen noch einmal genauere Werte, die jetzt jüngst abgenommen wurden.

CK: 75; 20-180
C-reaktives Protein: 0,7; <5,0
Folsäure: 14,3; >8,8
Methylmalonsäure: 111; 73-217
Vit B1: 113; 66-200
Vit B2 (FAD): 195; 174-417
Vitamin B6: 59; 35-110

Kleines Blutbild:
Leukozyten: 4,7; 4,4-11,3
Erythrozyten: 4,6; 4,1-5,1
Hämoglobin: 14,0; 12,3-15,3
Hämokrit: 0,41; 0,36-0,45
MCV:89,0; 80,0-96,0
MCHC: 34,0; 33,4-35,5
Erythrozyten-Verteilungsbreite:12,7; <15,0
Thrombozyten: 194; 150-450
MTV: 8,9; 6,8-10.0
BSG: <2; 2-37
Rheumafaktor <10; <15
c-ANCA (PR3) <0,2
p-ANCA (MPO)<0,2

ANA-IFT negativ


Antikörper zu folgenden Werte sind negativ:
Ribosomales P-Protein, Histone, Nucleosomen, Prolif.cell nuclear antigen, centromer-Jo-1, PM-Scl 100, Scl 70, SS-B, Ro 52, SS-A, Sm, DFS70, U1-nRNP/Sm, DFS70, U1-nRNP/Sm

Mir ist, was meine Symptomatik anbelangt, außerdem noch aufgefallen, dass mich das Stehen signifikant mehr anstrengt als das Gehen. 15 minuten gehen geht relativ problemlos, wobei schon oft nach 3 Minuten Stehen meine Beine sich wie Blei anfühlen und dann folglich auch mein Gangbild relativ unsicher wird.
Zudem hab ich noch gesehen, dass die Blutwerte des Pankreas von 16.6.2020 im Normbereich lagen, zu diesem Zeitpunkt allerdings schon eine exokrine Pankreasinsuffizienz vorlag. Dies legt bei mir die Vermutung nahe, dass auch die Blutwerte der anderen Organe nicht ausschließen, dass nicht doch eine Veränderung der Organe vorliegen. Würden Sie da dann vielleicht noch genauer nachforschen?
Zudem hat man ja in der Sonographie vom 16.06.2020 auch eine Steatosis Hepatis I° diagnostiziert. Könnte sich dahinter vielleicht noch mehr verbergen, bzw. könnte dies meine Schwächesymptomatik erklären?
Ich bin Ihnen für jeden weiteren Hinweis, woran meine Schwäche noch liegen könnte, sehr dankbar!
Vielen Dank für Ihre Hilfe!
LG
Julia

Julieee
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Registriert: 07.10.20, 18:06

Re: Muskuläre Schwäche in Armen und Beinen

Beitrag von Julieee »

Sehr geehrter Herr Dr. Jaeckel,
sehr geehrte Personen, die auch noch mitlesen!

Ich habe mir gedacht, ich sende ihnen noch einmal genauere Werte, die jetzt jüngst abgenommen wurden.

CK: 75; 20-180
C-reaktives Protein: 0,7; <5,0
Folsäure: 14,3; >8,8
Methylmalonsäure: 111; 73-217
Vit B1: 113; 66-200
Vit B2 (FAD): 195; 174-417
Vitamin B6: 59; 35-110

Kleines Blutbild:
Leukozyten: 4,7; 4,4-11,3
Erythrozyten: 4,6; 4,1-5,1
Hämoglobin: 14,0; 12,3-15,3
Hämokrit: 0,41; 0,36-0,45
MCV:89,0; 80,0-96,0
MCHC: 34,0; 33,4-35,5
Erythrozyten-Verteilungsbreite:12,7; <15,0
Thrombozyten: 194; 150-450
MTV: 8,9; 6,8-10.0
BSG: <2; 2-37
Rheumafaktor <10; <15
c-ANCA (PR3) <0,2
p-ANCA (MPO)<0,2

ANA-IFT negativ


Antikörper zu folgenden Werte sind negativ:
Ribosomales P-Protein, Histone, Nucleosomen, Prolif.cell nuclear antigen, centromer-Jo-1, PM-Scl 100, Scl 70, SS-B, Ro 52, SS-A, Sm, DFS70, U1-nRNP/Sm, DFS70, U1-nRNP/Sm

Mir ist, was meine Symptomatik anbelangt, außerdem noch aufgefallen, dass mich das Stehen signifikant mehr anstrengt als das Gehen. 15 minuten gehen geht relativ problemlos, wobei schon oft nach 3 Minuten Stehen meine Beine sich wie Blei anfühlen und dann folglich auch mein Gangbild relativ unsicher wird.
Zudem hab ich noch gesehen, dass die Blutwerte des Pankreas von 16.6.2020 im Normbereich lagen, zu diesem Zeitpunkt allerdings schon eine exokrine Pankreasinsuffizienz vorlag. Dies legt bei mir die Vermutung nahe, dass auch die Blutwerte der anderen Organe nicht ausschließen, dass nicht doch eine Veränderung der Organe vorliegen. Würden Sie da dann vielleicht noch genauer nachforschen?
Zudem hat man ja in der Sonographie vom 16.06.2020 auch eine Steatosis Hepatis I° diagnostiziert. Könnte sich dahinter vielleicht noch mehr verbergen, bzw. könnte dies meine Schwächesymptomatik erklären?
Ich bin Ihnen für jeden weiteren Hinweis, woran meine Schwäche noch liegen könnte, sehr dankbar!
Vielen Dank für Ihre Hilfe!
LG
Julia

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