Thromboseprophylaxe bei Patienten mit hohem Querschnitt

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Wischmopp
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Thromboseprophylaxe bei Patienten mit hohem Querschnitt

Beitrag von Wischmopp » 13.03.19, 20:34

Hallo,

ich bin Krankenpflegerin in einer Wohngemeinschaft für beatmete/intensivpflichtige Menschen. Seit einigen Wochen lebt ein junger (<25J) Mann bei uns, der seit etwa einem Jahr einen hohen Querschnitt hat (nach Aneurysmaruptur) und vom Hals abwärts keinerlei Muskelfunktion mehr zeigt, alles ist hundertprozentig schlaff gelähmt, mit allem drum und dran inklusive Atemmuskulatur.
Bei uns hat er zunächst noch Enoxaparin s.c. zur Thromboseprophylaxe bekommen, doch das wurde nun vom Hausarzt abgesetzt mit der Begründung, die medizinische Thromboseprophylaxe sei "abgeschlossen". Orale Antikoagulantien oder Aggregationshemmer bekommt er auch nicht. Alle anderen Patienten bei uns haben Spritzen, Apixaban oder zumindest ASS fest angesetzt, auch die, die noch einiges an Eigenbewegung haben.

Meine Frage ist nun: Ist das so üblich? Ich weiß über Thromboseprophylaxe nur das, was ich in der GuK-Ausbildung dazu gelernt habe, vielleicht wundert es mich deshalb so, aber wie kann denn die medikamentöse Thromboseprophylaxe bei einem Patienten mit unheilbarer Tetraplegie jemals abgeschlossen sein? Sinkt das Thromboserisiko bei so jungen Menschen irgendwann wieder? Natürlich bewegen wir ihn bei der Pflege und beim Lagern, aber reicht das denn aus, um das Blut schön in Fluss zu halten? Sein Rollstuhl ist noch nicht da, also können wir ihn nicht mal raussetzen, er verbringt wirklich den ganzen Tag im Bett. Abgesehen von seiner Immobilität wären vielleicht ja auch noch Gefäßwandveränderungen ein Risikofaktor für eine Thrombose, immerhin hatte er ja schon ein Aneurysma... Und sonst kriegt man doch auch schon für jeden Pups Antikoagulantien hinterhergeschmissen, egal ob wirklich bettlägerig oder nur den kleinen Zeh verstaucht :D

Also um mich noch mal kurz zu fassen: nimmt das Thromboserisiko bei so jungen Menschen nach einer Weile wieder ab, wenn sie chronisch immobil sind? Ist es dann sicher, vollkommen auf eine medikamentöse Prophylaxe zu verzichten? Kann ich davon ausgehen, dass meine normalen pflegerischen Maßnahmen wie Lagern und Gelenke durchbewegen ausreichen?

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