EM Hyperplasie mit 47

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Britta74
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EM Hyperplasie mit 47

Beitrag von Britta74 »

Hallo, war heute bei meiner Frauenärztin wegen leichtem UL-Ziehen und leichtem Harndrang. Hatte vor 3 Wochen eine leichte Harnwegsinfektion mit ähnlichen Symptomen. Zyklustag 23. Zyklus regelmäßig ohne Zwischenblutungen. Periode an Tag 1 und 2 stärker, dann normal bis schwach. Keine Verhütung oder Hormongabe. Diverse Myome, die aber nur beobachtet werden. Ärztin hat im US eine sehr hoch aufgebaute Schleimhaut (2,1cm glaube ich) mit „vermehrtem Flow“ gesehen und hat direkt eine Ausschabung zur Abklärung empfohlen. War vor zwei Monaten erst zur Vorsorge und da sah die Schleimhaut wohl anders/i.O. aus. Sie erschien mir aber nicht ganz sicher. Nun bin ich ziemlich verunsichert und denke gleich an Krebs. Kann sich denn in zwei Monaten da etwas entwickeln?
Dr.med.Holger Fischer
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Re: EM Hyperplasie mit 47

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo,
innerhalb dieser kurzen Zeit kann sich kein Endometriumkrebs entwickeln, Sie haben einfach eine Endometriumhyperplasie, die üblicherweise zunächst mit einer Gabe von Gestagentabletten über 12-14 Tage die Schleimhaut einige Tage nach Einnahme der letzten Tbl. zu einer stärkeren und längeren Abbruchbltung führt. Über dieses Thema gibt es hier im Forum hunderte von Beiträgen von mir, zuletzt auch erst vor etwa 2 Monaten. Da können Sie erfahren, welche Arten von Hyperplasie es gibt. Es wundert mich doch immer wieder, warum Frauenärzte sofort zu einer Ausschabung raten, fehlt es an soliden Hormonkenntnissen? Eine Ausschabung ist nur dann erforderlich, wenn im Ultraschall Auffälligkeiten zu sehen sind.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.
Britta74
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Re: EM Hyperplasie mit 47

Beitrag von Britta74 »

Vielen Dank für die schnelle Antwort! Ich habe bereits einen Termin zur Ausschabung im KH, werde aber das Vorgespräch bzw. die Voruntersuchung nochmal für eine Zweitmeinung nutzen.
Bzgl. leichtem Harndrang meinte meine Ärztin, dass das psychisch sein könnte oder auch durch die aufgebaute Schleimhaut verursacht. Harnwegsinfekt habe ich keinen (Urinprobe). Ist das halbwegs plausibel?
Dr.med.Holger Fischer
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Re: EM Hyperplasie mit 47

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo,
Harndrang hat damit nichts zu tun, Sie haben ein Hormonproblem, es fehlt die Gestagenproduktion, da vermutlich zumindest in diesem Zyklus kein Eisprung stattfand und somit die Schleimhaut unter ständigem Östrogeneinfluss stand.
Grüße Dr. Fischer
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Britta74
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Re: EM Hyperplasie mit 47

Beitrag von Britta74 »

Hallo, heute kündigt sich planmäßig meine Periode an. Der beschriebene Harndrang ist übrigens seit heute Nacht auch nahezu verschwunden.🤔 Frage: Habe am 16.08. mein Vorgespräch zur Abrasio. Wird da eigentlich auch nochmal ein Ultraschall gemacht? Ggf. ist die Schleimhaut ja dann wieder normal hoch. Sollte ich dann dennoch die Abrasio + Spiegelung machen? Vielen Dank.
Dr.med.Holger Fischer
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Re: EM Hyperplasie mit 47

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo,
das ist ja eine völlig neue Situation und sie erfordert eine neue Vorgehensweise. Am 16.8. ist der 12. Zyklustag, da darf die Schleimhaut durchaus 10-14 mm hoch sein-das muß sie sogar. Es sollte natürlich ein US wiederholt werden. Es ist kaum anzunehmen, dass die Schleimhaut höher als erwähnt ist, da müßten Sie schon eine enorme Östrogenproduktion in der ersten Zyklushälfte haben. Wenn damals am 23. ZT das Endometrium 21 mm hoch proliferiert war, spricht dies für einen fehlenden Eisprung und somit eine fehlende Gestagenbildung mit dem Resultat einer Hyperplasie. Messen Sie doch ab morgen einfach mal die Basaltemperatur einen kompletten Zyklus lang, dann sieht man, was Sache ist und ich sehe mir die Kurve an. Findet sich eine zykluisgerechte unaufföllige Schleimhaut am 16.8., dann würde ich von einer Abrasio Abstand nehmen.
Grüße Dr. Fischer
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Britta74
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Re: EM Hyperplasie mit 47

Beitrag von Britta74 »

UPDATE

Hallo Herr Dr. Fischer, zwischenzeitlich hatte ich meine Gebärmutterspiegelung + Abrasio. Heute hat mich die Klinik über den Histologie–Befund informiert, zum Glück alles unauffällig. Beim US in der Voruntersuchung lag die Schleimhaut bei 14mm (ZT 12, wobei ich nicht ganz sicher bin, ob ich wirklich meine Periode hatte, da sie nur 2,5 Tage gedauert hat). Außerdem hat die Ärztin noch zwei kleinzystische Strukturen gesehen, die sie für einen Polypen oder Myome gehalten hat. Bei der OP wurde dann zwei Myome und ein Polyp entfernt. Im Nachgespräch sagte die operierende Ärztin, sie erwarte da nichts Bösartiges. Trotzdem war es erleichternd, jetzt auch den histologischen Befund zu haben. Habe nächste Woche den Nachsorgetermin bei meiner Frauenärztin und werde dann nochmal das Thema Gestagenmangel ansprechen. Ich habe ohnehin das Gefühl, dass ich hormonell etwas aus dem Takt bin, da ich auch nach wie vor Probleme mit der Blase habe, aber keine Entzündung und im US auch nichts zu sehen. Kann man aus einem Östrogenüberschuss auch nahtlos in einen Östrogenmangel kommen? Sind das schon die Wechseljahre? Vielen Dank!
Dr.med.Holger Fischer
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Re: EM Hyperplasie mit 47

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,
"ann man aus einem Östrogenüberschuss auch nahtlos in einen Östrogenmangel kommen? Sind das schon die Wechseljahre"
1. So ganz nathtlos geht dies nicht. Zu Beginn de Klimakteriums hat man zunächst einen Gestagenmangel, daher auch bei vielen Frauen-nicht bei allen- resultiert ja die Hyperplasie. Dieser Zustand kann viele MOnate andauern bis dann letztlich auch die Östrogenproduktion nachlässt. Dann erst treten die bekannten Beschwerden auf wie Hitzewallungen etc.
2. Ja, Sie befinden sich am Anfang der Wechseljahre und ich kann nur dringend raten. zyklusgerecht ein Gestagenpräparat zu nehmen.
Grüße Dr. Fischer
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Re: EM Hyperplasie mit 47

Beitrag von Britta74 »

Hallo, ich habe heute nun auch das schriftliche Histologie–Ergebnis mit meiner Frauenärztin durchsprechen können. Fazit: Meine Schleimhaut war gar nicht proliferiert, sondern es war das submuköse Myom, das im US wohl wie verdickte Schleimhaut ausgesehen hat. Laut Befundbericht liegt keine Hyperplasie vor. Insofern empfiehlt meine Ärztin auch keine weitere Therapie. Was meinen nach wie vor vorhandenen Harndrang angeht, könnte ich jedoch Hormonschwankungen bzw. einen Östrogenmangel haben. Könnte ggf. auch erklären, warum ich im Juni einen leicht auffälligen Krebsabstrich hatte. Sie macht jetzt eine Urinkultur und wenn diese negativ ist, soll ich eine östrogenhaltige Salbe ausprobieren. Frage: Macht das Vorgehen aus Ihrer Sicht Sinn? Vielen Dank.
Dr.med.Holger Fischer
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Re: EM Hyperplasie mit 47

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Abend,
Harnprobleme haben mit einem möglichen ( ??) Hormonmangel nichts zu tun. Die Fehldiagnose hat uns beide in eine völlig falsche Richtung geführt. Bei einem Krebsabstrich, der auf einem Hormonmangel beruht, sieht der Untersucher diesbezüglich veränderte Zellen, die sich aber dennoch von auffälligen oder gar verdächtigen Zellen eindeutig unterscheiden. Nur wenn das Zellbild auf einen Östrogenmangel hinweist-da müsste man Genaueres wissen- macht eine Hormonbehandlung ( mit Estriol statt mit Estradiol) überhaupt einen Sinn. Die Behandlung erfolgt als lokale Gabe miitels Salbe oder Zäpfchen.
Grüße Dr. Fischer
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