Mastitis nach den Wechseljahren

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Caroli
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Mastitis nach den Wechseljahren

Beitrag von Caroli »

Sehr geehrter Herr Dr. Fischer,

ich habe mich schon in einigen Themen hier belesen und wende mich jetzt mit einem Anliegen an Sie, das meine Mutter betrifft.

Sie ist 71 Jahre alt (wirkt eher wie 50, da sie viel Sport macht und gesund lebt) und hat nach einem Urlaub letzte Woche wohl mit einer Brustentzündung zu tun.
Dafür hat sie jetzt von der FÄ ein Antibiotikum bekommen, das sie eine gewisse Zeit anwenden soll. Ich mache mir Sorgen um sie, da eine Mastitis ja wohl in diesem Alter eher ungewöhnlich ist und habe Angst, dass etwas bösartiges dahinter stecken könnte. Sie soll routinemäßig nach Abklingen der Symptome zur Mammografie, die für sie sowieso einmal im Jahr ansteht. Ihre Mutter hatte nämlich Brustkrebs, der aber damals schnell behandelt wurde und nicht wiederkam (tatsächlich auch mit Mastektomie, was ja früher schneller gemacht wurde als heute). Meine Mutter selbst macht sich weniger Sorgen, mehr um das Antibiotikum, das sie jetzt nehmen soll. Bei der Vorsorge vor einigen Wochen (Tastuntersuchung) hatte die FÄ nichts auffälliges festgestellt und im aktuellen Ultraschall auch nicht. Wie stehen Sie dazu?

Ich danke Ihnen für Ihre Antwort!
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Mastitis nach den Wechseljahren

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,
das nennt man " Mastitis nonpuerperalis" und wenn die Diagnose korrekt ist, ist die Behandlung mit Antibiotika angezeigt. Zeichen sind fast immer Rötung und Schmerzen. Das Mittel der Wahl ist eigentlich Flucloxacillin, zusätzlich zum Abschwellen Diclofenc in Tablettenform, ferner Eisbeutelauflage. Damit habe ich in über 30 Jahren gute Erfolge gesehen und selten war eine Abszessbildung danach aufgetreten. Sollte dies aber der Fall sein, muß er eröffnet und drainiert werden. Wenn im aktuellen Ultraschall -ich denke, sie hat auch die Mastitis geschallt um zu sehen, ob ein Abszeß evtl. schon vorhanden ist- alles okay ist, habe ich keinerlei Befürchtungen Richtung Bösartigkeit.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.
Caroli
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Re: Mastitis nach den Wechseljahren

Beitrag von Caroli »

Vielen Dank für Ihre sehr schnelle Antwort! Toll, dass es dieses Forum gibt.
Die Ärztin scheint sich sicher zu sein, dass es eine Mastitis ist, da die beschriebenen Symptome Rötung und Überwärmung des Bereichs deutlich sind, sagte meine Mutter. Da ich auch bei der Ärztin bin, weiß ich, dass sie sehr genau und fürsorglich arbeitet. Ein Abzess oder eine Zyste konnten nicht ausgemacht werden. Ist es richtig, dass im Ultraschall bei sehr dichtem Brustgewebe eher Auffälligkeiten zu erkennen sind, als in der Mammografie? Das dichte Gewebe haben wir nämlich wohl beide (ich hatte auch schon einmal Probleme in dieser Richtung und bin daher etwas überbesorgt bei dem Thema).
Meine Mutter behandelt jetzt mit Antibiotikum und Quarkwickeln. Kann man sagen, was so eine Erkrankung außerhalb des Wochenbetts auslösen kann?
Was mich noch grundsätzlich interessiert, da es mich als Tochter ja evtl. durch meine Oma auch betrifft, ist, ob es ein erhöhtes Brustkrebsrisiko gibt, wenn jemand in der Familie ihn auch hatte (aber erst mit über 60 Jahren). Sollte da dennoch bei meiner Mutter und mir engmaschiger kontrolliert werden? Vielen Dank Ihnen!
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Mastitis nach den Wechseljahren

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,
das hängt von der Dichte des Drüsengwebes ab und es kommt vor, dass hier die Mammographie dem Ultraschall unterlegen ist, aber generell kann man dies nicht sagen. In Zweigelsfällen sollten beide Methoden zur Anwendung kommen, da sie sich ergänzen. Erreger sind fast immer Strepto-oder Staphylokokken. Ja, bei familiärer Belastung sollte man engmaschig kontrollieren. Man kann auch das BRCA 1 und 2 bestimmen.Ich habe diesbezüglich einen Link eingestellt:
https://www.krebsinformationsdienst.de/ ... kkrebs.pdf
Grüße Dr. Fischer
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Caroli
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Re: Mastitis nach den Wechseljahren

Beitrag von Caroli »

Hallo Herr Dr. Fischer,

ich wollte Ihnen ein kleines Update geben.
Meine Mutter hat ihr Antibiotikum zuende genommen und konnte nach 2-3 Tagen eine deutliche Besserung der Schmerzen und der Verhärtungen in der Brust feststellen. Sie sagte, Ihre Beschwerden seien subjektiv empfunden eigentlich weg.
Sie hatte heute noch einmal den Kontrolltermin bei der FÄ, die im Ultraschall weiter nichts erkennen konnte (wie letzte Woche auch). Die Brust sei aber noch leicht gerötet und noch eine kleinere Verhärtung spürbar, meinte die Ärztin.
Eine Mammografie steht noch aus. Meinen Sie, das sind so erst mal ganz gute Zeichen?

Viele Grüße!
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Mastitis nach den Wechseljahren

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

GUten Abend,
das klingt doch schon mal ganz gut. Da aber noch eine geringe Rötung besteht.sollte sie trotzdem die kühlenden Maßnahmen weiter fortsetzen ( Umschläge).
Grüße Dr. Fischer
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Caroli
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Re: Mastitis nach den Wechseljahren

Beitrag von Caroli »

Hallo Herr Dr. Fischer,

Ihren Rat habe ich weitergegeben. Bis wann, denken Sie, sollte die Rötung verschwunden sein? Meinen Sie, es gibt noch Anhalt zur Sorge, weil sie noch da ist nach der Einnahme des AB? Meine Mutter bekommt leider erst Ende August Ihren Termin zur Mammografie.
Viele Grüße, schönes Wochenende!
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Mastitis nach den Wechseljahren

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo,
seit Beginn sind jetzt gut 15 Tage verstrichen. Ich weiß nicht, wann Sie Diclofenac als abschwellendes MIttel bekommen hat. Jedenfalls sollte eine Rötung nach dieser Anwendung nach 10-14 Tagen verschwunden sein. Es wäre natürlich möglich, dass nicht alle Erreger " erwischt" wurden oder dass das Antibiotikum gar nicht richtig wirkte und die Entzündung wieder neu aufflackert. Bei einem Abszess-der ja laut Aussage nicht vorliegt und im US leicht zu erkennen ist- kommt so etwas durchaus vor, bei einer Mastitis eigentlich nicht. Wird es bis Mitte kommender Woche nicht besser, sollte ein US erfolgen und dann das für Mastitis spezielle AB verordnet werden.
Grüße Dr. Fischer
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Caroli
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Re: Mastitis nach den Wechseljahren

Beitrag von Caroli »

Hallo Herr Dr. Fischer,

ich wollte Ihnen mitteilen, dass meine Mutter heute die jährliche Mammografie + Ultraschall hatte und dabei alles in Ordnung war. Die Rötung sei tatsächlich noch länger geblieben, sagte sie- ist nun aber verschwunden.
Ich bin froh, dass alles okay ist und bedanke mich noch einmal für Ihre hilfreichen Ratschläge!
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Mastitis nach den Wechseljahren

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,
schön, dass jetzt alles in Ordnung ist.
Grüße Dr. Fischer
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