Follikel-Zyste?

Moderator: DMF-Team

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Betty83
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Follikel-Zyste?

Beitrag von Betty83 »

Hallo Hr. Dr. Fischer,

derzeit befinden wir uns in Behandlung in einer Kinderwunschklinik. Ich habe bereits drei Mini-ICSI's mit Clomi (bin nicht gut stimulierbar) hinter mir, leider alle erfolglos. Ursprünglich wollten wir diesen Zyklus mit Nr. 4 starten. Ich war zum US am ersten Zyklustag. Der linke Eierstock zeigte vier kleine Follikel, der rechte Eierstock wollte sich, kurioser Weise, nicht schallen lassen, man konnte nur etwas erahnen. Da soweit aber alles gut aussah, begann ich an Tag drei mit jeweils 2 Tabletten täglich (hatte vorher zwei Pausenzyklen). Am 7. ZT sollte ich zur Kontrolle kommen. Da sah man, dass die Gebärmutterschleimhaut bereits auf 6mm gewachsen war (ich bin immer flott dran mit Punktion an Tag 11/12), links die Follikel recht klein geblieben mit 13-14mm, rechts ein riesen Follikel mit 22mm. Die Ärztin war sich nicht ganz sicher, ob das jetzt nur ein Follikel ist, der sich einfach die ganzen Hormone alleine an Land gezogen hat oder ob es eine Zyste ist und wir haben den Zyklus abgebrochen. Sie hatte erst überlegt den einen Follikel zu punktieren, aber das machte irgendwie wenig Sinn und sie hatte Bedenken, weil er so schnell so groß geworden ist. Mir wurde Blut abgenommen. Da ich an dem Tag bereits eine sehr gute Zervixschleim-Quali hatte, habe ich Abends dann einen LH-Test gemacht, der beim Durchlaufen direkt fett positiv wurde. Ich kann mich sehr gut auf LH-Tests verlassen, habe vier Jahre lang Kurven geführt und zeitgleich getestet. Nur leider in diesem Zyklus nicht, weil der ja eigentlich komplett künstlich ablaufen sollte. Am Folgetag war der LH-Test nur noch schwach positiv. Ich habe das als Eisprung gewertet. Bekam am Nachmittag einen Anruf von der Klinik, dass der Follikel/Zyste hormonell aktiv wäre, wir deshalb sicher alles abbrechen. Leider habe ich nicht gefragt, was das nun genau bedeutet mit dem "hormonell aktiv". Ich habe es auf das LH geschoben. Tja, und jetzt bin ich vier Tage überfällig. Nun meine Frage: Kann es sich denn immer noch um eine Zyste handeln, obwohl LH ausgeschüttet wurde? Also, dass da quasi nichts gesprungen/geplatzt ist, trotz deutlichem LH-Anstieg? Ich hatte irgendwo gelesen, dass das LH eigentlich immer einen ES auslöst und es sich deshalb nicht um eine Follikelzyste handeln kann. Oder hat sich eine Gelbkörperzyste gebildet? Einen Tag nach NMT (Freitag) bekam ich Unterleibsschmerzen und deutliche Schmierblutungen (nur altes Blut), die aber dann zum Abend wieder nach ließen. Seit dem habe ich allerhöchstens etwas bräunlichen ZS, das ist aber alles, fühlt sich aktuell auch nicht nach bevorstehender Blutung an. Schwanger kann fast nicht sein, das Spermiogramm meines Mannes ist sehr schlecht und ich mag mir auch keine Hoffnungen machen. Jetzt mache ich mir aber etwas Sorgen bzgl. Zyste. Geht das, eine bestehende Follikelzyste trotz LH? Oder eine Gelbkörperzyste, die jetzt das Abbluten verhindert? Soll ich einfach mal weiter abwarten?

Danke & viele Grüße
Betty

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Follikel-Zyste?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Morgen,
"Soll ich einfach mal weiter abwarten?"- ja, etwas anderes bleibt ja auch nicht übrig. Problem für eine Diagnose bzgl. dieser Zyste ist die damals nicht gelungene Darstellung des rechten Ovars am 1. ZT. Ein positiver LH-Test besagt nicht, dass dann auch automatisch ein ES stattfindet. Dieses Phänomen habe ich vor Jahren hier erklärt und es nennt sich LUF-Syndrom. Ob es bei Ihnen vorlag ist auch schwer zu beantworten. Eine Follikelpersistenz aus dem Vorzyklus wäre theoretisch auch denkbar. Man kann aber im US an den Binnenstrukturen der Zyste eigentlich ziemlich genau sagen, ob z.B. eine Gelbkörperzyste vorliegt ( Follikelpersistenz). Es bleibt also momentan doch unklar, was eigentlich " Sache" ist. Dass es ein sehr rasch wachsender Follikel ist-also im laufenden Zyklus- halte ich für sehr unwahrscheinlich, das wäre für den 7. ZT absolut undenkbar.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Betty83
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Re: Follikel-Zyste?

Beitrag von Betty83 »

Hallo Hr. Dr. Fischer,

danke für die schnelle Antwort.
Ich muss Ihnen doch widersprechen, einen Eisprung an Tag neun habe ich zB sehr häufig und ist bei mir quasi an der Tagesordnung (zahlreiche Zykluskurven zeigen das deutlich). Wenn ich stimuliere bekomme ich deshalb immer zeitig schon Unterdrückungsspritzen und alle sind bei mir auf Zack, weil das immer so schnell geht, damit nicht vor der ICSI bereits etwas davon springt. Wenn sich nun der Leitfollikel alle Hormone allein "rein gezogen" hat, könnte das dann nicht zu einem extrem schnellen Wachstum führen, sprich, eben zwei Tage früher als sonst? Meine Gyn meinte, dass der Follikel es sozusagen nicht mit den anderen Follikeln geteilt habe, sondern alles für sich beansprucht hat. Sie meinte auch erst, wir warten mal die Blutergebnisse ab, vielleicht ist er auch inaktiv, dann könnten die anderen Follikel evtl. noch nach ziehen, aber dann kam ja der Anruf, wobei ich es nach dem LH-Test ja schon wusste. Sie hat am ersten ZT angeblich kurz was gesehen, ich habe nur einen Schatten wahrnehmen können und es hat lange gedauert, bis sich überhaupt etwas zeigte. Nach Gelbkörper sah der Follikel jetzt überhaupt nicht aus und das traue ich meiner Ärztin durchaus zu. Hm, schade, ich bin davon ausgegangen, dass grundsätzlich ein ES stattfindet bzw. die Zyste rupturiert, wenn das LH entsprechend vorhanden ist. Ich messe morgen vielleicht einfach mal meine Temperatur, um zu sehen, ob ich mich in Hochlage befinde.
Wie genau ist das denn mit dem Gelbkörper? Also, der Gelbkörper ist grundsätzlich eine Zyste, aber kann auch dieser sich so verändern, dass er quasi die Gelbkörperphase länger aufrecht erhält als normal?
Wie lange sollte ich denn jetzt mal abwarten? Ich habe etwas Sorge wegen der Feiertage. Ich hatte sowas noch nie und weiß gerade irgendwie überhaupt nicht, wie ich mich jetzt verhalten soll :? .

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Follikel-Zyste?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo,
das war mir natürlich so nicht bekannt, dass Sie derart früh einen ES haben, nebenbei: dass ich sehr viel von einer Temperaturmessung habe, sehen Sie an Hand meiner vielen Beiträge hierüber. Der Follikel-gehen wir einmal davon aus- kann ja wohl kaum inaktiv sein, wenn er die anderen im Wachstum unterdrückt, wie es ja typisch für einen Leitfollkel ist und so sein muß. Ein Gelbkörper ist immer eine Zyste, eine sogenannte Gelbköperzyste, sie produziert enorm viel Progesteron und wenn dann- nach vielen Tagen ( nicht nur nach 14 Tagen, sonedrn manchmal durchaus noch 1-2 Wochen länger- endlich die Progesteronproduktion versiegt, kommt es zur Blutung. Mehr als abwarten können Sie momentan nicht und natürlich die Temperatur verfolgen.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Betty83
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Re: Follikel-Zyste?

Beitrag von Betty83 »

Ok, dann versuche ich mich noch ein paar Tage zu gedulden. Ich bin heute an Tag 18 in Hochlage, normalerweise bekomme ich spätestens an Tag 13 meine Blutung. Mich hatten die SB am Freitag zusätzlich so irritiert, ich war mir 100%ig sicher, dass ich da meine Tage bekomme, daran gab es nichts zu rütteln und wäre eben auch normal für mich gewesen. Ich habe jetzt mal meine Blutwerte angefragt. Sollte ich in zwei bis drei Tagen meine Menstruation noch nicht haben, werde ich auf jeden Fall mal einen Test machen zur Sicherheit und sonst nochmal in der Klinik anrufen, habe Sorge wegen der Feiertage.

Vielen Dank für die Erklärungen und die Mühe :)

Betty83
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Re: Follikel-Zyste?

Beitrag von Betty83 »

Guten Morgen Hr. Dr. Fischer,

also, langsam werde ich dann doch irgendwie nervös. Ich habe gestern Abend einen LH-Test gemacht, weil ich keinen Schwangerschaftstest mehr zuhause hatte und mir dachte, der müsste bei einer Schwangerschaft ja eindeutig positiv sein. Wie erwartet war er negativ (Linie aber deutlich sichtbar). Tja, und die Temperatur heute morgen zeigte eindeutig, dass ich mich in Tieflage befinde :( . Damit habe ich irgendwie nicht gerechnet. Habe immer noch gehofft, es sei eine Corpus-luteum-Zyste, aber es scheint wirklich eine Follikelzyste vorzuliegen. Habe auch kurz überlegt, ob meine Schmierblutung am Freitag vielleicht eine Art Abbruchblutung hätte sein können, aber das schließe ich mal erfahrungsgemäß aus. Ich hatte ab und an schon mal Zyklen, die sehr kurz waren (18Tage, sehr kurze erste Hälfte mit angeblichen ES angezeigt durch Kurvenverlauf, ZS etc.) und hatte aber immer eine normale Blutung. Hm, dementsprechend befinde ich mich dann heute an Zyklustag 27 in erster ZH. Das gab es bei mir noch nie. Hm, tja, was nun? Schmerzen habe ich keine. Aber ich habe Angst, dass nun die Zyste weiter Östrogen ausschüttet und die GMSH sich immer weiter aufbaut und die Zyste wächst. Sollte man sowas nicht unbedingt kontrollieren, um evtl. hormonell eingreifen zu können? Oder wie lange wartet man denn damit, bis man einschreiten muss? Ich habe auch etwas Angst, eine Freundin hatte mal eine Stieldrehung und musste notoperiert werden, so ein Risiko möchte ich natürlich vermeiden, andererseits gibt es auch genug Frauen mit PCO, die haben ja auch keine Panik, ständig Zysten und irgendwann kommt mal eine Blutung... Hm :roll: . Aber die wurden auch nicht hormonell stimuliert. Oh je.

Betty83
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Re: Follikel-Zyste?

Beitrag von Betty83 »

Ich habe gerade meine Blutwerte vom 7. Zyklustag erhalten
E2: 314
LH: 14,3
Progesteron: 1,8

Also hat mein LH-Test nicht gelogen, LH-Peak, eindeutig erste ZH wegen fehlendem Progesteron. Aber Estradiol....extrem hoch, oder? Zeigt also doch eigentlich, dass alle Hormone in diesem einen Follikel rein sind und der völlig überladen ist, oder?

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Follikel-Zyste?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo,
es dürfte sich m.E. eindeutig um eine Follikelpersistenz handeln. Es besteht kein Grund zur Besorgnis. Stieldrehungen kommen sehr selten vor und fast immer erst ab einer bestimmten Größe, das ist -wenn überhaupt- erst ab 5 cm und mehr der Fall. Selbst große Ovarialtumoren über 10 cm verursachen selten eine Stieldrehung. Es stimmt schon, der Follikel produziert sein Estradiol, aber irgendwann erkennt er, dass es sinnlos ist und stellt seine Produktion und auch sein Wachstum ein. Derartige Zysten werden sehr selten bedrohlich groß. Die irgendwann eintretende Hormonentzugsblutung kann natürlich durch die ständige Endometriumstimulation dann stark/ stärker und länger sein. Man kann natürlich dem Ganzen ein Ende bereiten, indem man 10 Tage lang ein potentes Östrogen/Gestagenpräparat einnimmt, z.B. die doppelte Dosis einer Antibabypille- aber so etwas wird Ihr behandelnder Arzt sicher wissen. Extrem hoch ist das Estradiol jedoch nicht, wenn man bedenkt, dass es in Zyklusmitte Werte von 300 pg/ml erreicht.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Oscar278
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Re: Follikel-Zyste?

Beitrag von Oscar278 »

Hallo an alle. Ich habe eine kurze Frage.
Was ist eine Eier­stock­zyste?

Ist das ähnliches wie Follikel-Zyste?

MfG

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Follikel-Zyste?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo,
es gibt eine Vielzahl von Eierstockszysten ( gutartige /bösartige) streng genommen gehört auch eine Follikelzyste dazu-wie der Name schon sagt. Alles weitere kann man googeln.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Betty83
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Re: Follikel-Zyste?

Beitrag von Betty83 »

Hallo,

ich wollte mich nur noch mal kurz zum Stand der Dinge melden. Also, ich habe fleißig weiter Temperatur gemessen, hatte am Wochenende ein wohlbekanntes Ziehen in den Eierstöcken und dazu passenden ZS und die Temperatur ist jetzt gestiegen, ich bin eindeutig in Hochlage. Tja, was soll ich sagen, die kurios kurze Schmierblutung damals sollte wohl doch eine Abbruchblutung darstellen. Anscheinend hat sich wirklich kaum Endometrium aufgebaut im letzten Zyklus, so dass das eben mit der stärkeren SB erledigt werden konnte. Das hatte ich noch nie und hätte das niemals als Blutung an sich beurteilt. Nun ja, aber es passt jetzt alles mit dem Eisprung am Wochenende an Tag 9/10, alles wie immer bei mir. Ich denke, mein Körper ist wohl etwas durcheinander durch die ganzen Hormone im letzten Jahr, ich werde noch einen weiteren Zyklus warten und erst dann wieder/hoffentlich durchstarten. Eigentlich sollte ich morgen zur Kontrolle in die Klinik kommen, den Termin kann ich mir jetzt sparen :) .

Danke nochmal, ich war wirklich besorgt, war aber doch unnötig.

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