Seite 1 von 1

schwerste Probleme durch Progesteron

Verfasst: 22.09.19, 10:43
von IrisHupfer
Sehr geehrter Herr Dr. Fischer, und andere Leser,
Sie haben mir im Juli netten und guten Rat gegeben, es hat mir geholfen. Jetzt bin ich bei einer Nachbarin, der es richtig schrecklich geht, wegen demselben Problem, einer zu dicken Gebärmutterschleimhaut. Vielleicht können Sie dazu irgendetwas sagen:
Sie ist 56 Jahre, schlank, hat eine schwere autoimmune Krankheit, mit Gehirnbeteiligung in Form von Schwindel und Muskelspasmen, sowie schlechte Zuckerwerte und Nierenprobleme dadurch. Brustkrebs als Vorerkrankung. Nun hat ihr Frauenarzt eine Gebärmutterschleimhaut festgestellt von 1,6 cm. Gleichzeitig scheint sie aber eine Histaminunverträglichkeit zu entwickeln, sie verträgt kaum noch Essen und reagiert ständig mit geschwollener blutiger Lippe, brennenden Augen, starken Blasenschmerzen, Juckreiz und Schmerzen im gesamten Genitalbereich. Und das ist eindeutig nahrungsabhängig.

Ihr Frauenarzt sah keinen Zusammenhang zur Gebärmutter. Obwohl er auch nicht weiß, woher da auf eimal das Östrogen kommen soll bei ihren 48 kg Gewicht.
Eine Ausschabung erachten die Ärzte als problematisch wegen ihres Gesamtzustandes, OP nur im Notfall. Nun hat sie Fam..erhalten und nimmt seit drei Tagen 200. Am ersten Tag ging es ihr gut damit, am zweiten schon schlechter. Und jetzt hat sie mich um HIlfe gerufen, liegt im Bett, hat so Gleichgewichtsprobleme, dass sie nicht allein stehen kann, Übelkeit, Augen fallen zu, sie hat eingenässt, eingekotet und erbrochen. Schafft den Weg zum Klo nicht mehr. Und ich sitze hier und denk, sie mus sofort aufhören mit dem Zeug. Oder ins Krankenhaus ? Oder wird das besser, wenn man durchhält? Ich wär jetzt grad echt froh, wenn das jemand liest. Und lieber Herr Doktor Fischer, wenn Sie dazu noch eine Idee hätten, wär ich auch dankbar. Irgendwie kann ich nicht glauben, dass es keinen Zusammenhang zu den ganzen anderen Schmerzen und Schwellungen gibt. Ob man sie nicht doch besser mal ins Krankenhaus schickt? Aber ich bin ja nur die Nachbarin.
Danke

Re: schwerste Probleme durch Progesteron

Verfasst: 22.09.19, 14:21
von Dr.med.Holger Fischer
Guten Tag,
der ausführlichen Schilderung nach halte ich das Progesteron für nicht ursächlich, derartig vielfältige Nebenwirkungen habe ich noch nie erlebt oder gehört. Die Gabe eines Gestagens zur Erzielung einer Abbruchblutung ist natürlich grundsätzlich absolut richtig, persönlich hätte ich aber eher zu einem synthetischen Gestagen geraten. Tatsache ist, dass 16 mm hoch aufgebaute Schleimhaut sehr viel ist, wobei es sich ja zum Glück nur in wenigen Fällen um einen Gebärmutterkrebs handelt.
Evtl. kann man -nach Rücksprache mit dem Frauenarzt- auf ein anderes Gestagen umstellen, das kann man grundsätzlich schon machen. Eine Ausschabung wäre in örtlicher Betäubung und unter Zusatz eines Medikamentes, das einen gewissen Dämmerzustand erzielt, auch in Erwägung zu ziehen.

Re: schwerste Probleme durch Progesteron

Verfasst: 22.09.19, 15:12
von IrisHupfer
LIeber Herr Doktor Fischer,
Haben Sie ganz vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich habe mitlerweile einen Krankenwagen geholt, sie sieht nur noch verschwommen und hat stärkste brennende Schmerzen in der Blase, ist keine simple Blasenentzündung, hat man gleich ausgeschlossen. So wie ich das verstanden habe, weiß jetzt gar keiner mehr, was eigentlich los ist. Und auch hier sind die Ärzte zurückhaltend mit Auschabung, wegen der ständigen Schmerzen und wegen ihrer nicht heilenden Verletzungen. Sie hatte schon beim Brustkrebs damals eine schwere Wundinfektion. Naja, das schlimmste für mich war erstmal, einfach nur daneben zu sitzen und auch nicht zu wissen, was man tut.
Wäre denn ein künstliches Gestagen okay mit dem Brustkrebs und besser verträglich? Dann würde ich das so weiter geben. Ach, ich sag einfach Danke. ich war vorhin echt so ratlos.

Re: schwerste Probleme durch Progesteron

Verfasst: 22.09.19, 16:17
von Dr.med.Holger Fischer
Guten Tag,
bessere Verträglichkeit wäre u.U. nur dann zu erwarten, wenn wenigstens ein Teil der Beschwerden auf das Progesteron zurück zu führen wäre. Ein Problem mit dem bestehenden Brustkrebs besteht nicht, ferner wäre die Dauer der Einnahme nur 12-14 Tage. Lesen Sie diesbezüglich meine zahlreichen Beiträge unter dem Stichwort " Endometriumhyperplasie". Sie liegen etwa 5 Jahre und länger zurück, da hat sich aber nichts geändert.