Frage zu Infektion

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Dr.med.Holger Fischer
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Re: Frage zu Infektion

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Morgen,
" Das Labor braucht wohl 3 Wochen"- selbst wenn man nicht in ein sehr großes Labor einsenden sollte, sondern z.B. zu einem Kollegen, der erst einmal wartet, bis eine gewisse Anzahl zusammen gekommen ist und dann sie alle untersucht, dauert es doch viel zu lange.
Das Aufklärungsgespräch führt man erst im Krankenhaus durch, natürlich sollte der niedergelassene Frauenarzt im Vorfeld schon in groben Zügen die Techniken usw. erklären.
Alle Methoden sind sicher, bis auf die Lasermethode habe ich alle sehr vielen Fällen durchgeführt. Technisch wenig anspruchsvoll ist die Schlingen-und Lasermethode. Operativ etwas schwieriger und zeitaufwendiger ist das Herausschneiden des Konus mit dem Skalpell. Detailliert alles zu erklären bringt nicht viel, da jedes Krankenhaus seine eigene Methode bevorzugt und der Laser sowieso nicht an allen Häusern vorhanden ist. Viel wichtiger ist, dass bei den Zellveränderungen alles entfernt wird und keine kleinen Reste an den Schnitträndern vorliegen bei der Aufarbeitung des Gewebes durch den Pathologen, denn dann muß man nochmals nochkonisieren in den meisten Fällen. Die Schnittränder müssen also tumorfrei sein, dann wurde alles entfernt.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

NTK18415
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Re: Frage zu Infektion

Beitrag von NTK18415 »

Guten Tag Herr Dr. Fischer,

gestern habe ich wieder (nach 3,5 Wochen) beim Frauenarzt angerufen wegen dem Ergebnis vom Abstrich. Nun bin ich voll schockiert: Die Arzthelferin sagte mir, dass kein Abstrich ins Labor gesendet wurde! Ich komme mir komplett vera.... vor! Mit der Untersuchung war ich voll zufrieden. Das Mikroskop wurde auch benutzt (allerdings wurde nichts eingefärbt). Nun weiß ich wieder nicht, ob Bakterien oder Candida das Problem ist. Und es schmerzt wieder wie verrückt.

1 Woche vor der Mens. war Ruhe. Nach der Mens. ging es wieder los: es brennt und juckt und zwar vorn und hinten! Ich habe Schmerzen beim Sitzen. Ich kann mittlerweile sogar sagen, wo genau "was nicht stimmt". Nämlich auf der linken Seite. Aber es macht für mich nun keinen Sinn mehr zum Frauenarzt zu gehen. Da bekomme ich wieder Rezept auf Verdacht.

Was kann ich jetzt noch tun? Multigyn Gel habe ich noch. Salbe gegen Candida und Salbe (cortisonhaltig) mit bakterieller Wirkung. Oder sollte ich einfach Mal Globoli gegen Candida probieren?

Der nächste Abstrich ist erst kurz vor Weihnachten. D. h. das Ergebnis erfahre ich nicht vor Ende Januar (über Weihnachten und Neujahr passiert nichts im Labor und dann dauert es ja wieder 3 Wochen). Ich bin am Verzweifeln und wenn ich daran denke, dass die OP somit vermutlich auch erst im Februar stattfindet .....
Mittlerweile ist mir schon alles egal vor Schmerzen (selbst die OP).

Kann bis Februar 2019 noch ein schlechterer PAP draus werden? Nicht das ich wegen den ganzen Probierereien und nicht stattgefundenen Abstrichen doch noch Gebärmutterhalskrebs bekomme.....

Ich habe ja auch keine Ahnung wie lange es dann auch noch bis zum OP-Termin dauert?! Ich bin ja noch nicht durch die Wechseljahre. Da geht es ja auch nicht immer ....

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Frage zu Infektion

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,
" dass kein Abstrich ins Labor gesendet wurde"- unglaublich, wenn mit " Abstrich" tatsächlich ein zytologischer Abstrich zu verstehen ist. Das war ja eigentlich der Hauptgrund für diesen erneuten Arztbesuch!. Aus der Ferne kann ich schwerlich Stellung nehmen zu den Beschwerden, denke aber, dass die cortisonhaltige und antibakterielle Salbe kein Fehler ist.
"Kann bis Februar 2019 noch ein schlechterer PAP draus werden"- das ist zumindest theoretisch möglich, im schlimmsten Fall wäre es dann ein Pap IV ( Pap V wäre kaum denkbar) und auch dann besteht mittels Konisation eine 100% Heilchance.
Grüße Dr. Fischer
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NTK18415
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Re: Frage zu Infektion

Beitrag von NTK18415 »

Guten Tag Herr Dr. Fischer,

nun weiß ich meinen PAP-Wert genau: PAPIII D 1.

Der Frauenarztbesuch verlief sehr unerfreulich, so dass ich gestern völlig fertig war. Ich konnte mich bis in den späten Abend hinein kaum beruhigen. Die Arzthelferin maulte mich an, was ich denn wolle (ich sollte zum Abstrich, was der Arzt aber nicht im PC vermerkt hatte; außerdem habe ich immer noch leichtes Brennen und Juckreiz).

Die Untersuchung war sehr schmerzhaft, was ich auch sagte. Es hieß, ich wäre verspannt. Diese - für mich Ausrede - höre ich nun bei jeder Untersuchung und das ich entzündet wäre. Komischerweise tat es bei der vorherigen Untersuchung bei der Vertretung überhaupt nicht weh und man sah auch keine Entzündung.

Wieder wurde nur ein PH-Test gemacht. Angeblich wäre der immer noch nicht in Ordnung. Ich bekam wieder Rezepte (Zäpfchen gegen Pilze, 2 Salben wegen Pilzen). Arilin sollte ich auch wieder bekommen. Das habe ich abgelehnt. Damit haben ja meine Beschwerden erst angefangen!!!!! Damals merkte ich von der angeblichen Entzündung gar nichts. Sie war wohl sichtbar und der ph-Wert war falsch. Das Brennen und Jucken fing erst nach Arilin an. Und seitdem werde ich es nicht mehr los. Ich habe mittlerweile auch Unterleibsschmerzen. Es schmerzt etwas über der Leiste und zieht bis auf den Rücken.
Eine Blasenentzündung wurde ausgeschlossen!

Ein Abstrich wurde gemacht. Jetzt meine Frage: wird der generell auf Bakterien und Pilzen untersucht oder dient er "nur" zu PAP-Einstufung? Ich habe die Nase langsam voll. Es wird einfach nicht nachgeschaut, was genau da falsch ist (bzw. welcher Pilz oder welches Bakterium vorliegt).

Dann hatte ich nochmal wegen der Konisation gefragt, weil der Frauenarzt damals so tat als wäre es dringend und ich wissen wollte, wann ich das ca. zeitlich einordnen muss (ich kann ja auf Arbeit nicht einfach mal verschwinden ohne was zu sagen; es muss ja auch eine Vertretung dann für mich da sein und sowas muss man eben planen). Da wurde ich angeblafft, dass so schnell gar nichts operiert wird! Bei der letzten Untersuchung hieß es da ganz anders.

Ich kam mir richtig vor als wäre ich "lästig", obwohl ich nur diese eine Frage gestellt habe. Dann wurde so getan als wäre ich hysterisch. Ich bin eigentlich die Ruhe in Person - hatte mir bisher noch keine großen Sorgen gemacht. Aber wahrscheinlich wird es jetzt schwierig: die Beschwerden verschwinden nicht, dann noch die ganzen Abstriche (4 x im Jahr). Ich koste wahrscheinlich zu viel. So hatte ich den Eindruck.

Jedenfalls wurde ich angemotzt, dass jetzt mind. 12 Wochen erstmal gar nichts passiert (also keine Konisation). Und dann käme maximal eine Biopsie in der Dysplasiesprechstunde. Und da wurde gleich gesagt, wo ich hin soll. Das möchte ich mir jedoch selbst aussuchen. Wenn ich beim nächsten Mal das noch äußere, dass ich woanders zur Biopsie will, da werde ich mir mit Sicherheit was anhören dürfen. Und dann, muss ich überlegen, ob ich den Frauenarzt wechsel!
Komischerweise die ganzen Schwangeren wurden umsorgt und freundlich behandelt. Wahrscheinlich ist der Frauenarzt deshalb auch Frauenarzt geworden. Patientinnen mit Beschwerden (die in sein Budget gehen), die dann auch noch kinderlos sind, will er nicht haben. So kam ich mir jedenfalls behandelt vor.

Ist diese vorgehensweise jetzt so in Ordnung (das jetzt erstmal mind. 12 Wochen nichts passiert)? D. h. ich wäre vielleicht nächstes Jahr im Mai / Juni zur Biopsie?
Ich bin jedenfalls vollkommen unzufrieden: Ursachensuche findet nicht statt, unfreundliche Behandlung, keine Zeit ...

Ich würde jetzt wieder mit den Zäpfchen und der Salbe wegen Pilzen anfangen und dann wieder mit MultiGyn-Gel weitermachen. Oder soll ich das lieber anders herum angehen: erst MultiGyn-Gel und dann das Pilzmittel?

Der Abstrich geht erst im neuen Jahr ins Labor. Das Ergebnis erfahre ich frühestens Mitte Januar. Allerdings habe ich mir geschworen nicht selbst nach dem Ergebnis anzurufen. Dann heißt es am Ende wieder, dass ich hysterisch bin. Ich werde einfach abwarten, ob ich einen Anruf bekomme.... Es bringt ja sowieso nichts. Ein vernünftiges Gespräch findet nicht statt, es werden ph-Werte getestet. Mehr passiert nicht. Es macht für mich einfach keinen Sinn, mich dort noch einmal zu melden. Und die ganzen Mittelchen gibt es auch frei verkäuflich in der Apotheke (bekomme ja sowieso nur Privatrezepte).

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Frage zu Infektion

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Morgen,
leider lässt die medizinische Behandlung seit Jahren zu wünschen übrig, wenig empathisch und oftmals wenig qualifiziert.
Die Vorgehensweise ist aber korrekt, da diese Papeinstufung nur besagt, dass eine leichte Dysplasie vorliegt. An seiner Stelle hätte ich aber sicherheitshalber kolposkopiert, oder verstauben diese Geräte ebenso wie die Mikroskope?
"Und dann, muss ich überlegen, ob ich den Frauenarzt wechsel!"- das würde ich so oder so an Ihrer Stelle tun. Sie haben doch einen guten Eindruck vom Vertretungsarzt, wenn er seine Praxis in Ihrer Nähe hat, steht doch einem Wechsel im neuen Jahr nichts entgegen.
Fangen Sie zunächst mit dem Pilzmittel an. dann kommt der Gel, der sowieso nach meiner Meinung nicht viel bringt. "Dank dem patentierten Wirkkomplex 2QR"- das ist ja nichts anderes als etwas umgewandeltes Aloe und ich kann mir nicht vorstellen, dass es bei einer bakt. Scheideninfektion helfen soll. Das ist mit mit dem Arilin, es hilft nur bei anaeroben Bakterien, in der Scheide können aber auch andere Bakterien vorkommen.
"wird der generell auf Bakterien und Pilzen untersucht "- das ist bei Krebsabstrichen nur ein Nebeneffekt, primär sucht man nach Zellveränderungen, aber natürlich würde dem Zytologen auch auffallen, wenn vermehrt Pilze oder Bakterien vorliegen würden.
" Es wird einfach nicht nachgeschaut"- dazu muß man einen bakteriologische Abstrich machen und in das Labor einsenden.
Grüße Dr. Fischer
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NTK18415
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Re: Frage zu Infektion

Beitrag von NTK18415 »

Guten Tag Herr Dr. Fischer,

eine Kolposkopie mit Biopsie soll wohl noch gemacht werden, wenn wieder Pap III D.

Ich würde sehr gern zur Vertretung wechseln, aber das wird leider nicht mehr möglich sein. Der Vertretungsarzt geht wohl demnächst in Rente und mein Frauenarzt soll dann seine Patienten auch noch dazu nehmen. Dann wird es noch "unfreundlicher" werden, aufgrund von zu hoher Patientenzahl.

Für einen Wechsel müsste ich nach außerhalb fahren. Ich wohne ländlich und wir haben Ärztemangel (das betrifft nicht nur Hausärzte, sondern zieht sich durch fast das gesamte Facharztspektrum). Endokrinologen z. B. gibt es gar nicht. Fahrstrecke mind. 1,5 Std. mit dem Auto!!!! Beispiel Gerinnungsambulang (Lungenembolie-Patient): auch 1,5 Std. Fahrt (eine Strecke). Da geht jedesmal ein Tag Urlaub drauf!!!!!

Selbst die hausärztliche Betreuung ist eine Katastrophe: Sprechzeiten nur Vormittags!!!!! Und es kann passieren, dass man bis zu 3 Mal weggeschickt wird. Ich sollte im Oktober mit Blutdruckkrise selbst wieder nach Hause fahren. Ich war froh, dass ich in dem Zustand heil dort angekommen bin. Der Hausarzt ist ein sehr guter Arzt. Aber man kommt eben nicht dran.

Wäre ich nicht noch halbjährlich im Dialysezentrum bestellt, und könnte dort einen Teil meiner Probleme ansprechen, stände ich ohne ärztliche Betreuung da. Was das einmal werden soll?

Ein Abstrich wegen Bakterien wird wohl nicht erfolgen. Seit einem halben Jahr passiert dahingehend nichts. Und bei den Abstrichen wegen dem PAP-Wert steht nichts von Bakterien und Pilzen.

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Frage zu Infektion

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,
ja, die Versorgung auf dem Land mit Ärzten ist katastrophal und ob die Bemühungen, Ärzte auf das Land zu bringen, etwas fruchten werden? Es gibt ja hierzu konkrete Umsetzungen wie z.B. finanzielle Starhilfe bis zu 60.000 Euro, Numerus clausus- Erleichterungen usw. Im Forum Gesundheitspolitik wird hierzu fleißig auf einem sehr hohen Niveau diskutiert.
"n Abstrich wegen Bakterien wird wohl nicht erfolgen" das befürchte ich auch, wenn man aber bei der Ursache von Infektionen nicht weiter kommt, führt kein Weg daran vorbei. Aber Sie wissen ja: das Budget, Regressandrohungen u.a. hindert viele Ärzte heute, über das Nötigste hinaus etwas an Diagnostik und Therapie zu verordnen. Stattdessen werden IGEL-Leistungen angeboten, obwohl es in vielen Fällen eigentlich eine Kassenleistung wäre, werden Medikamente mit fadenscheinigen Argumenten auf Privatrezept verschrieben usw.
Grüße Dr. Fischer
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