hashimoto und jod bei kinderwunsch?

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Snief
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hashimoto und jod bei kinderwunsch?

Beitrag von Snief » 11.06.18, 13:02

guten tag herr dr. fischer,

ich habe heute überraschend von der gynäkologin der kiwu-praxis erfahren, dass ich hashimoto habe.

bin bisher von einer normalen unterfunktion ausgegangen.

2011 war ich schon mal in kiwu behandlung und da waren keine erhöhten antikörper vorhanden, nur ein erhöhter TSH.

unter l-thyroxin sank tsh in den normbereich, liegt aktuell bei 1,58

kann sich diese erkrankung allmählich über jahre unentdeckt entwickeln? was erwartet mich da?

laut arzt sei ich gut eingestellt mit l-thyroxin25 und ich soll weiter jod einnehmen wg. kinderwunsch.

ist das so korrekt? weiter jod? habe sehr widersprüchliches gehört.

danke.

Dr.med.Holger Fischer
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Re: hashimoto und jod bei kinderwunsch?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 11.06.18, 16:21

Guten Tag,
eine zusätzliche Jodeinnahme ist nicht nötig.
Vielleicht hat man früher lediglich die Antikörperbestimmung nicht durchgeführt- leider wie so oft bei einer Hypothyreose. Andererseits aber verschlechtert es die Prognose nicht bzw. beeinträchtigt den Kinderwunsch nicht.
Substitution mit 100-200 Mikrogramm Selen vermag die Höhe des Antikörpertiters zu reduzieren. Auf keinen Fall mehr nehmen, da sonst evtl. das Diabetesrisiko steigt.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Snief
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Re: hashimoto und jod bei kinderwunsch?

Beitrag von Snief » 12.06.18, 11:50

Hallo,

in der SS dann aber Jod einnehmen, trotz Hashimoto,oder?
Schadet denn die Jod Einnahme in der Kiwu-Zeit? Habe gelesen, es könnte die Entzündung verschlimmern?
Subjektive Symptome habe ich keine. Nehme seit 2011 schon L-Thyroxin25 ein. TSH bei 1,58 zuletzt.
Kann ich Selen in der SS auch weiter einnehmen?
Sind Ihnen Zusammenhänge zwischen Hashimoto, Vitamin D Mangel und einer Gelbkörperschwäche bekannt?

Danke nochmals.

Dr.med.Holger Fischer
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Re: hashimoto und jod bei kinderwunsch?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 12.06.18, 15:09

Hallo,
auch in der SS ist eine zusätzliche Jodeinnahme nicht nötig. Nur bei einer Hypothyreose, die keine Hashimotoerkrankung darstellt ( also keine Antikörper nachweisebar) ist Jod nötig.
Selen 100 Mikrogramm kann man weiter nehmen.
Der Zusammenhang zwischen einer schweren Hypothyreose -egal ob Hashimoto oder andere Ursachen- ist seit Jahrzehnten bekannt und kann bis zu schwerem Gelbkörpermangel mit all seinen Folgeerscheinungen führen.
Grüße Dr. Fischer
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Snief
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Re: hashimoto und jod bei kinderwunsch?

Beitrag von Snief » 13.06.18, 12:26

Hallo Herr Dr.,

diese Werte bekam ich. TSH wurde nicht mitbestimmt, war zuletzt aber 1.58.

Hatte für die 3 Werte unten am Morgen die L-Thyroxin25 eingenommen. Es hieß, wäre egal.

FT3 3,01 ng /L
FT4 12,5 ng/L
TPO-AK; 1494 +

Mir wurde mitgeteilt, dass meine SD gut eingestellt sei.

Sehen Sie das auch so?

Sind die TPO-AK sehr hoch? Habe keine Symptome.

Danke.

Dr.med.Holger Fischer
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Re: hashimoto und jod bei kinderwunsch?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 13.06.18, 12:37

Hallo,
TSH sollte man immer mitbestimmen und ist der wichtigste Wert bei Kontrollen, an dem man sich orientiert. Die Werte sind okay, bitte aber immer di Referenzwerte des Labors auch angeben.
SD-AK sind sehr hoch.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Snief
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Re: hashimoto und jod bei kinderwunsch?

Beitrag von Snief » 13.06.18, 12:44

Oh je...was sagt das aus, dass die AK sehr hoch sind?

Was erwartet einen denn, auch unabhängig vom Kinderwunsch?

Ich weiss gar nicht, wie lange ich schon AKs habe.

Hier die Referenzwerte des Labors:

FT3 2,30 - 4.20 ng/L
FT4 8.90 - 17.6 ng/L

Dr.med.Holger Fischer
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Re: hashimoto und jod bei kinderwunsch?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 13.06.18, 13:28

Hallo,
das besagt zunächst gar nichts und hat auch keine Konsequenz-ausser evtl. Selengabe.

https://www.hashimotothyreoiditis.de/in ... per/tpo-ak
Das habe ich für Sie rausgesucht, da Sie sicher noch weitergehende Fragen haben, die Ihnen auf dieser Seite evtl. beantwortet werden beim Lesen.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

doberman
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Re: hashimoto und jod bei kinderwunsch?

Beitrag von doberman » 08.04.19, 22:24

Ich bin jetzt fast in der 18.SSW und schon vor 2 Jahren wurde bei mir die Diagnose Hashimoto festgestellt. Ich musste bis zur 12.SSW Femibion nehmen aber ohne Jod, weil ich das gar nicht vertragen konnte und es mir nur Probleme gemacht hätte. Dann habe mich mit meinem FÄ und Nuklearmediziner gesprochen. Beide sagten, dass ich ab der 13. SSW Femibion 2 mit Jod nehmen soll. Ich war sehr verunsichert und hab noch ein Gespräch mit beiden geführt. Zwei Tage nach dem ich mit Jod angefangen hatte, bekam ich wieder mal Beschwerden. Mein Nuklearmediziner sagte mir, dass dies ganz normal ist. Die SD kann mit dem Jod nicht umgehen und es wird sowieso schon alles stärker durchblutet. Mein FA sagte aber, hier geht es um das Kind und nicht um sie… Das Kind braucht das Jod und meine Krankheit steht hinten an. Da gebe ich ihm natürlich Recht, denn dem Kind soll es ja gut gehen und an nix fehlen. Zwei Wochen später war das Gefühl weg.
Ich lasse den ganzen Monat aber meinen Wert kontrollieren, gerade auch wegen dem Jod um evtl. L-Thyroxin zu erhöhen oder zu senken. Meine Werte waren nach der Jod besser. Also meine Meinung ist, nimm es und lass einfach bisschen öfters kontrollieren. Unter anderen Umständen würden wir kein Jod nehmen, aber hier geht es ja um unser Baby.

Kiv12
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Re: hashimoto und jod bei kinderwunsch?

Beitrag von Kiv12 » 16.05.19, 21:47

Die Schilddrüse wird bei jeder Frau individuell eingestellt. Einige vertragen Jod gut und können es ruhig nehmen, aber die andere nicht. Bei mir wurde Hashimoto festgestellt, als ich 17 war. Ich weiss jetzt sehr gut wie mein Körper auf Jod reagiert. Jod führt bei mir zu massiven Schüben. Den letzten hatte ich in meiner Schwangerschaft als ich im Büro saß und Mittagessen hatte. Hab leider nicht gesehen, dass das Essen mit Jodsalz gewürzt wurde. Hatte massive Herzrassen. Mir ging es nach dem Essen so unglaublich schlecht. Und das hat gut eine Woche angehalten.
Auch hängt das davon ab, was für eine Unterfunktion du hast. Bei Hashimoto wird diese Unterfunktion durch Entzündungen und somit die Zerstörung der Schilddrüse ausgelöst. In diesem Fall kann Jod erneute Entzündungen auslösen oder diese verstärken. Es gibt ja auch eine schwangerschaftsbedingte SD Unterfunktion, die eine andere Ursache hat. Meistens verschwindet diese Unterfunktion nach der SS wieder.
Also sowie ich gesagt habe, wird das bei jedem Mensch sehr individuell entschieden. Deshalb ist es wichtig einen guten Spezialist in diesem Bereich zu finden, weil viele Ärzte elementare Sachen nicht verstehen und verschreiben jedem dasselbe.

lover666
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Re: hashimoto und jod bei kinderwunsch?

Beitrag von lover666 » 25.05.19, 19:48

Ich bin heute in der 17.SSW und habe Hashimoto deshalb habe ich mich mit dem Thema sehr intensiv beschäftigt. Bis 12.SSW hat mir mein Arzt Femibion ohne Jod verschrieben. Habe schon mit Jod Erfahrungen gemacht und ich kann es nicht vertragen, bekam viele Nebenwirkungen. Ich habe den Termin bei meinem FA und beim Nuklearmediziner gemacht und mit beiden gesprochen und beide sagten mir dass ich ab der 13. SSW Femibion mit Jod nehmen soll. Zwei Tage nach dem ich mit Jod angefangen hatte, bekam ich wieder mal ekliges Geschmack im Mund und Hals, als ob es etwas dort steckt. Mein Nuklearmediziner sagte aber dass dies ganz normal ist. Die SD kann mit dem Jod nicht umgehen und es wird sowieso schon alles stärker durchblutet. Natürlich geht es um ein Kind und wenn man schwanger werden will dann muss man alles versuchen. Das Kind braucht das Jod und meine Krankheit steht hinten an. Und wenn es dem Kind Jod gut tut, dann muss ich es nehmen. Was soll ich sagen, 2 Wochen später nach der Einnahme war das Gefühl weg. Jeden Monat musste ich meine Werte kontrollieren lassen, auch wegen dem Jod um evtl. L-Thyroxin zu erhöhen oder zu senken. Meine Werte haben sich nach der Jodeinnahme sogar verbessert.
Also an deiner Stelle würde ich Jod weiter nehmen aber auch gleichzeitig die Werte regelmässig kontrollieren. Unter anderen Umständen würden wir kein Jod nehmen, aber hier geht es ja um unser Baby. Auch würde ich dir raten keine Horrorgeschichte im Netz zu lesen, weil die verwirren und verunsichern. Hab ich auch gemacht und hat mich nur noch mehr verwirrt.

searsch
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Re: hashimoto und jod bei kinderwunsch?

Beitrag von searsch » 15.06.19, 00:27

Hallo, also ich bin auch Betroffene, du bist nicht allein… Ich hatte gleich den Termin bei einem Nuklearmediziner und er sagte mir, dass der TSH Wert bei Kinderwunsch soll idealerweise bei ca. 1 eher etwas darunter liegen soll, da man in der Schwangerschaft einen höheren Bedarf an Schilddrüsenhormonen haben soll. Mein Wert war über 2, also etwas erhöht. Bin leider nie schwanger geworden, wir basteln schon seit 3 Jahre und es will nicht klappen. Mir wurde L-Thyroxin 50 verschrieben und habe damit einen Wert von ca. 0,9. Mein Nuklearmediziner hat auch im Fall einer Schwangerschaft auch einer Jodgabe zugestimmt.
Mache bitte einen Termin bei deinem Nukleardoc um zu besprechen und dich vorher nochmals genau informieren. Weil ich noch nicht schwanger bin nehme ich kein Jod ein. Ich nehme Folsäuretabletten mit Vitaminen ohne Jod. Nur leider muss ich jetzt neue suchen da sich dort wohl was geändert hat... Ich wünsche Euch auf jeden Fall viel Erfolg und drücke die Daumen das es klappt

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