Hr. Dr Fischer,PAP 4a

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Elli 68
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Hr. Dr Fischer,PAP 4a

Beitrag von Elli 68 » 28.07.17, 14:52

Hallo Hr. Dr Fischer

ich möchte sie um Hilfe bitten.
Nach einer Hysterektomie vor einigen Jahren hatte ich beim Scheidenabstrich nach mehrmaligem PAP3d1,dann Papd2 eine Pap IV a.Eigentlich sollte ich zur Dyplasiesprechstunde ,aber nach dem Ergebniss wurde ich dann direkt ins KH zur OP überwiesen.
Zuerst erfolgte eine Untersuchung und ein kleiner aufälliger Fleck im Scheidenende wurde Biopsiert.Dabei kam eine leichte Dysplasie heraus.Ich entschied mich zur OP wobei weitere Proben entnommen wurden,anschließend das gesamte Areal (Scheidenende )per Elektrokoagulation verschorft.Laserbehandlungen macht diese Klinik anscheinend nicht.

Dann kam das Ergebniss ,eine der Biopsieproben von der OP war ein CIS ohne Invasionskriterien.
Ich mache mir Gedanken,die Probe war wohl Zufall das diese erwischt wurde.Dieses war in der Voruntersuchung nicht zu sehen,bzw. wurde mit Essiglösung eingestrichen aber nicht mit dem Mikroskop untersucht,was aber bei der OP wohl erfolgte.
Es war ein 4 mm Epithelstreifen,dabei konnte der Phathologe eine komplette Resektion nicht sicher beurteilen.

Der Arzt der Klinik und Operateur empfiehlt eine Abstrichkontrolle in 3 Monaten bei meiner Gynägologin.Und dann ein erneuerter HPV Test,bin HPV positiv.

Ich habe nach der OP keinerlei Beschwerden,keine Blutungen ,Ausfluss oä.Ich dachte das wäre immer so ?Es sind nun zweieinhalb Wochen seid OP.

In keinem der Befunde steht etwas über CIN oder VAIN,ist das nicht Standard diese Angaben zu machen ?

Ist eine Elektrische Verschorfung in diesem Fall ausreichend oder wäre eine Laserbehandlung effizienter oder gar das ausschneiden in der Scheide?

Welches weitere Vorgehen würden sie empfehlen ?

Vielen Dank schonmal für Ihre Zeit !

Elli

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Hr. Dr Fischer,PAP 4a

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 28.07.17, 16:47

Hallo,
"In keinem der Befunde steht etwas über CIN oder VAIN,ist das nicht Standard diese Angaben zu machen"- ich verstahe da etwas nicht, Sie haben doch einen feingeweblichen Befund, nämlich CIS.
Die Elektrokoagulation ist manchmal durchaus erfolgreich und von daher halte ich es für absolut vertretbar, zunächst die empfohlenen Kontrolluntersuchungen durchzuführen.
Sie haben recht, die Essigprobe ( habe ich früher oft hier erwähnt) ist enorm wichtig, nützt aber nur etwas, wenn man dann auch kolposkopiert. Auf diese Weise kann man fast immer eben das ganze veränderte Gewebe excidieren, was hier leider wohl nicht der Fall war. Die Ränder des Excidates müssen tumorfrei sein. In diesem Fall wurde leider wohl zu wenig Scheide reseziert.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Elli 68
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Re: Hr. Dr Fischer,PAP 4a

Beitrag von Elli 68 » 28.07.17, 17:30

Guten Abend Hr.Dr Fischer,
vielen Dank für Ihre Antwort ! Sie haben mir schon geholfen.
Ich habe zwei Befunde ,einen von der Biopsie der Voruntersuchung und den nach Op.
Auch bei dem ersten Befund (leichte Dysplasie)stand nichts von CIN oder VAIN ,deshalb meine Frage.Es war nur ein kleiner Text,ohne Einstufung.

Mir stellt sich eben die Frage warum man das nicht besser sehen konnte bei Op ,vielleicht sehr klein ?Leider wurde mir dazu nichts gesagt.Aber das auffällige Stück hatte 4 mm,ob es nicht doch geschnitten wurde oder sind Biopsien in dieser größe ?Eine Lösung wurde bei Op aufgetragen ,das habe ich extra nachgefragt.

Die Stelle die bei der Voruntersuchung mit Essigprobe zu sehen war wurde rausgeschnitten,war aber eben die mit leichter Dysplasie.
Ist die Elektrokoagulation immer noch Standard,ich lese das viele Kliniken Laser anwenden ?

Denken sie eine Nachoperation wäre besser ??
weil sie schreiben “was hier leider nicht der Fall war ,die Ränder müßen Tumorfrei (!?) sein “
Nun sind es dann noch über 2 Monate bis zum nächsten Abstrich ,falls etwas geblieben ist ....ist das nicht zu lange ?
Ich hoffe es wurde alles verbrannt.Sollte dann bei der Kontrolle nochmal eine Kolposkopie gemacht werden bzw. wäre ein Abstrich sicher genug ?

Viele Grüße und nochmals Danke !

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Hr. Dr Fischer,PAP 4a

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 29.07.17, 06:50

Guten Morgen,
4 mm ist in etwa die Größe einer Biopsie, so ein kleines Stück herauszubekommen, wäre mit dem Skalpell schon etwas fummelig. Es dürfte sich also m.E. um eine Biopsie handeln, wobei eine Biopsie in vielen Fällen eben nicht die Tumorränder erfasst. Der OP-Bericht wäre jetzt hilfreich. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass man -wenn zuvor schon eine Biopsie erfolgte- nochmals eine solche macht, aber nur 4 mm? Das ist ja mit dem Skalpell nur ein kleiner Ritzer, technisch fast nicht machbar.
"Die Stelle die bei der Voruntersuchung mit Essigprobe zu sehen war wurde rausgeschnitten,war aber eben die mit leichter Dysplasie."- jetzt blicke ich gar nicht mehr durch, wann Biopsie, wann Schnitt erfolgte.
Ist die Elektrokoagulation immer noch Standard,ich lese das viele Kliniken Laser anwenden ?
Standard ist zunächst eine Excision in toto!!!! Also das Herausschneiden im Gesunden. Elektrokoagulation ist eigentlich zum Stillen von Blutungen gedacht, man kann aber auch Gewebe auf diese Weise denaturieren( wie Eiweiß in der Bratpfanne), wenn man keinen Laser besitzt.
"wäre ein Abstrich sicher genug ?"- immer zuerst kolposkopieren und danach den Abstrich dort entnehmen, wo man Auffälligkeiten feststellt oder auch nicht.
Grüße Dr. Fischer
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Re: Hr. Dr Fischer,PAP 4a

Beitrag von Elli 68 » 29.07.17, 08:06

Guten Morgen,

ich möchte ihre Frage noch beantworten.

Bei der Voruntersuchung eine Woche vor Op wurde mit Essiglösung bestrichen,ein kleiner weißer Fleck gesehen und dieser Biopsiert,der Feingewebliche Befund ergab :Leicht hyperplatisches Plattenepithel .

Op Planung war:Pe's u.Koagulation Scheidenende.

Bei der Op wurde dann das kleine Auffällige Gewebe aus der Voruntersuchung herrausgeschnitten und ansonsten noch weitere Biopsien gemacht ,wobei eine dann schwere Dysplasie anzeigte.Eigentlich Glück das man diese noch machte,sonst hätte man das nicht entdeckt.Wobei gesagt wurde das die Umgebung der Biopsien mitverschorft wurden,also das Komplette Scheidenende.
Was heißt denaturieren ,Zerstören ?
Meine Gynägologin hat keinen Op Bericht erhalten.
Denke,ich werde nochmal zur Klinik gehen und mit dem Arzt sprechen,hoffe das ist machbar?
Also,sollte ich dann den Abstrich incl.Kolposkopie in etwa 2 Monaten erstmal Abwarten oder wann wäre eine erneute Op möglich ?Gerade sind es noch keine 3 Wochen,Wundschorf war mitte der Woche bei Kontrolle noch vorhanden.
Die ganzen Fragen...danke für ihre Geduld!

Viele Grüße

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Hr. Dr Fischer,PAP 4a

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 29.07.17, 08:34

Hallo,
"Leicht hyperplatisches Plattenepithel ."- das ist eine sogenannte harmlose Leukoplakie. Allerdings fand sich daneben eben besagte pathologische Veränderung.
Denaturierung ist die Zerstörung des Gewebes.
Falls Kolposkopie und Abstrich ( = Zytologie) auffällig wäre, kann man nochmals nachresezieren.
Allerdings sollte dann das Scheidenende auf Grund der vorgegangenen Koagulation wieder frisches Gewebe zeigen, sonst machen die Untersuchungen keinen Sinn.
Grüße Dr. Fischer
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Re: Hr. Dr Fischer,PAP 4a

Beitrag von Elli 68 » 30.07.17, 08:17

Hallo nochmal Hr Dr. Fischer,

dann ist also ein Nachschneiden nicht zwingend ,nur nach erneuter Auffälligkeit ?
Dachte jetzt schon das es auf jeden Fall gemacht werden muß.Bei Konisationen operiert man ,wie ich gelesen habe,auch schonmal nach.Aber wahrscheinlich kann man das nicht vergleichen ?

Wird dann nur das evtl. Auffällige Stück Gewebe entfernt oder das komplette Gewebe des Scheidenendes ?

Einen schönen Sonntag.
Elli

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Re: Hr. Dr Fischer,PAP 4a

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 30.07.17, 13:00

Hallo,
"dann ist also ein Nachschneiden nicht zwingend ,nur nach erneuter Auffälligkeit ?"- so ist es. Treten erneut Auffälligkeiten auf, wird erneut reseziert, dann hoffentlich im Gesunden. Das gesamte Scheidenende, der sogenannte Scheidenabschluß wird nicht reseziert.
Grüße Dr. Fischer
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