Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/10

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Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 11.07.17, 06:26

Hallo,
der ß-HCG-Wert würde aussagen, ob evtl. eine SS vorliegt. Damit wäre ja auch der ES bewiesen.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Nachtschattengewächs
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 11.07.17, 09:32

Das verstehe ich nun nicht so ganz. Wenn man an ES+7 nach der Auslösespritze HCG im Blut nachweisen könnte, dann wären es doch vermutlich noch Reste der Spritze, oder nicht?

Ich bin allerdings an ES+14 erneut zu einer Blutentnahme. Der Arzt sagte, dass dann nichts mehr von der Auslösespritze nachweisbar sein dürfte und wenn dann, an ES+14, tatsächlich HCG im Blut wäre, dann wäre das der Schwangerschaftsbeweis.

Wäre das an ES+7 auf Grund der HCG-/Choragon-Spritze, nicht noch zu früh?

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 11.07.17, 11:07

Hallo,
je nach HCG-Dosis und individueller Abbaugeschwindigkeit wird es mehr oder weniger rasch abgebaut, meist kann man nach 7-8 Tagen den ß-HCG-Test durchführen. Viele IVF-Zentren führen bereits zu diesem Zeitpunkt den Test durch, da rein statistisch gesehen, dann die durchgeführten Maßnahmen als Erfolg zu werten sind-auch wenn dann ein Abgang erfolgen sollte. Man nennt dies die sogenannte biochemische SS.
Grüße Dr. Fischer
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Nachtschattengewächs
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 11.07.17, 14:40

Lieber Herr Fischer,

oh, ok, das war mir tatsächlich nicht bewusst! Ich war nun leider eben schon beim Blutabnehmen, habe dann jedoch festgestellt, dass ich erst ES+6 bin. Der Arzt sagte, für eine HCG-Kontrolle wäre es nun noch zu früh. Ich soll an ES+14 wiederkommen :-(.

Immerhin bekomme ich aber in den nächsten 2 Tagen mein Progesteron-Ergebnis. Ich bin gespannt, wie Sie den Wert interpretieren und ob man ihn mit dem merkwürdigen US-Befund in Einklang bringen kann.

Viele Grüße

Nachtschattengewächs
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 12.07.17, 13:58

Lieber Herr Fischer,

heute habe ich nun die Blutergebnisse von ES+6 unter Utrog...-Einnahme bekommen, die ein fast zu erwartendes Ergebnis liefern:

Östrogen: 2400 (der Wert scheint jeden Stimulationszyklus höher zu werden)
Progesteron: 47,4

Sehen Sie die Werte trotz merkwürdigem US-Befund als Eisprung-Beweis an?
Ich habe noch einmal nachgefragt, wie meine Progesteronwerte in den letzten, negativen Zyklen an ES+14 waren, als ich aber ja ebenfalls noch Utrog... nahm. Zu diesem Zeitpunkt waren meine Progesteronwerte meistens zwischen 13 und 15.

Kann man daraus ableiten, dass der jetzige Wert an ES+6 defnitiv nicht vom eingenommenen Utrog... kommt, sondern tatsächlich vom körpereigenen Eisprung produziert wurde?

Liebe Grüße!

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 12.07.17, 14:18

Hallo,
"Kann man daraus ableiten, dass der jetzige Wert an ES+6 defnitiv nicht vom eingenommenen Utrog... kommt, sondern tatsächlich vom körpereigenen Eisprung produziert wurde?"- ja, meiner Meinung nach.
Grüße Dr. Fischer
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Nachtschattengewächs
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 12.07.17, 14:28

Uff, vielen Dank! Jetzt bin ich ein bisschen beruhigt! Meine Angst, dass es dennoch schon wieder nicht geklappt haben könnte, ist zwar noch immer sehr groß, aber zumindest ein (wahrscheinlicher) Eisprung. Dann hoffe ich mal einfach, dass es dieses Mal endlich ein gutes Ende nimmt...

Vielen Dank, Herr Fischer!

Nachtschattengewächs
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 15.07.17, 14:00

Lieber Herr Fischer,

ein kleiner Zwischenstand aus der Warteschleife: Ich befürchte, es hat schon wieder nicht geklappt :-(. Ich bin heute ES+11 und seit ein paar Tagen merke ich nichts mehr. Am Anfang war auf der Seite des gesprungenen Follikels noch immer ein Zwicken (vermutlich der Gelbkörper). Seit ein paar Tagen ist das nun komplett weg, im Unterleib merke ich auch überhaupt nichts.
Stattdessen geht meine Stimmung total in den Keller - vermutlich befindet sich mein ehemals 1000er-Östrogenspiegel gerade im totalen Sturzflug.

Ich habe ehrlich gesagt keine Hoffnung mehr, dass es geklappt haben könnte.

Der Bluttest ist am Mittwoch, aber ich mag schon gar nicht hingehen, es ist immer nur deprimierend. Natürlich werde ich trotzdem hingehen, aber es macht einfach keinen Spaß mehr...

Liebe Grüße und ein hoffentlich schönes Wochenende wünsche ich Ihnen

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 15.07.17, 16:08

Hallo,
ich drücke dennoch beide Daumen.
Grüße Dr. Fischer
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 15.07.17, 17:15

Das tut sehr gut! Vielen Dank, Herr Fischer!

Nachtschattengewächs
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 17.12.18, 20:33

Hallo Herr Dr. Fischer,

ich starte bald meine ICSI im Antagonistenprotokoll. Da ich eigentlich wie im Beitrag beschrieben, seit Jahren Amenorrhoe und keinen Zyklus habe, sollte ich im Vorzyklus Progynova nehmen, um eine Blutung auszulösen. Genau jetzt, kurz vor dem geplanten Progynova-Vorzyklus, bekam ich spontan eine eigene Blutung. Offenbar hat mein Körper es nun doch geschafft, so etwas wie einen Zyklus zustande zubringen.
Da aber natürlich niemand vorhersagen kann, wann/ob wieder ein natürlicher Eisprung/eine natürliche Periode kommt, soll ich nun mitten im Zyklus mit der Progesteron-Hälfte von Progynova beginnen. Heute waren die Follikel im US 9 mm und kleiner. Mit der Progsteronhälfte soll ich nächste Woche starten.

Ich mache mir ein bisschen Gedanken, was mit meinen Follikeln passiert, wenn ich nun mitten im Zyklus mit dem Progesteron anfange.

Kann ich sicher sein, dass die Follikel alle atresieren, während ich das Progesteron nehme? Auch, wenn ggf. ein Follikel bis nächste Woche kurz vor dem Eisprung steht? Bildet sich alles sicher zurück?

Ich möchte ja schließlich einen "reinen" Stimulationsstart haben und keine alten, halbgaren Follikel mit in die Stimulation nehmen.

Ihre Antwort würde mich sehr beruhigen.

Vielen Dank!

OPIC
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von OPIC » 18.12.18, 01:48

Irgendwie ist mir schleierhaft, wie man tatsächlich meinen kann, dass bei einem BMI von 14 bzw. vormals 13 (= starkes Untergewicht in einem Bereich, in dem viele Essstörungskliniken eine Zwangs-Sondenernährung indiziert sehen, wenn auf dem normalen Weg keine Zunahme erreicht wird, da es in dem Bereich anfängt lebensbedrohlich zu werden) auch nur ausreichend gute Bedingungen für eine Schwangerschaft und insb. für einen guten Schwangerschaftsverlauf gegeben sein können.
Und ich habe noch nie gehört, dass eine Patientin (wohlgemerkt bei geringer ausgeprägtem Untergewicht!) mit einer ausgeprägten und langwierigen Essstörung dann plötzlich in der Schwangerschaft die Kurve bekommen hat. Gerade die körperlichen und bisweilen auch psychischen Veränderungen infolge der Schwangerschaft verursachen bei einer Essstörungs-Patienten häufig (noch mehr) Angst, und dann wird eine notwendige Gewichtszunahme mittels noch stärkerer Restriktion verhindert, was natürlich zu Lasten des Kindes geht. Ich finde es daher reichlich unverantwortlich in dieser Situation schwanger werden zu wollen im vagen Gedanken, dass es "dann mit dem Essen bestimmt besser klappen wird", weil damit der eigene Wunsch nach einem Kind vor das Wohl des Kindes gestellt wird.

Es hat schon seinen Sinn, dass der Körper bei starkem Untergewicht den Eisprung einstellt. Da ich selbst viel Jahre untergewichtig war, davon ein Jahr sehr stark, kann ich mir auch nicht vorstellen, wie man mit einem BMI von 14 oder auch "nur" 16 in der Lage sein soll eine Schwangerschaft zu bewältigen, ganz zu schweigen von der Geburt und insb. die ersten Monate mit Kind. In der Situation Hormone zu nehmen bzw. als Arzt zu geben, finde ich doch etwas...schräg, selbst wenn wie in meinem Fall eine körperliche Erkrankung Schuld am Untergewicht hat.

Man kann im Leben nun einmal nicht alles haben, und oft muss man sich entscheiden, ob man an sich arbeitet oder nicht, um dann mit den Konsequenzen zu leben.
Und im Fall der TE ist die Lösung ja eigentlich ganz einfach, zumal sie offenbar bisher sogar das Glück hat, dass die hormonellen Achsen gar nicht so durcheinander gekommen sind: Zunehmen, zumindest auf einen BMI im leichten Untergewicht (18-19, je nach Alter). Wenn der Wunsch nach einem Kind wirklich so stark ist, sollte das doch DIE Motivation überhaupt für eine Zunahme sein. Wenn es unter dieser Motivation aber nicht einmal mit der Zunahme in ein leichtes Untergewicht klappt, warum sollte es dann mit einer adäquaten Zunahme bzw. mit einem adäquaten Gewicht in der Schwangerschaft, sollte die auf irgendeinem Weg unnatürlicherweise bei einem BMI von 14 zustande kommen, funktionieren?
Es gibt genügend werdende Mütter, die es nicht einmal für die Zeit der Schwangerschaft schaffen auf das Rauchen oder das Trinken zu verzichten, wobei der Verzicht auf Zigaretten und Alkohol verglichen mit einer manifesten, schweren Essstörung eine Kleinigkeit sein müsste.

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 18.12.18, 07:44

Guten Morgen,
wenn Sie z.B. nächsten Montag anfangen würden, sollte eigentlich ein Follikel bereits eine sprungbereite Größe von 19-21 mm am Wochenende erreichen. Daher wäre der Zeitpunkt für das Gestagen nicht kontraproduktiv, eher das Gegenteil. Natürlich ist die Voraussetzung, dass auch der Follikel dank hoffentlich ausreichender Östrogenproduktion wächst. Daher wäre es am besten, nochmals am Montag einen US durchzuführen. Bleiben die Follikel in ihrem Wachstum stehen, gehen sie zugrunde, das schadet einer geplanten IVF nicht.
Grüße Dr. Fischer
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Nachtschattengewächs
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 18.12.18, 18:17

Hallo Herr Dr. Fischer,

vielen Dank für Ihre beruhigende Antwort. Das klingt sehr gut. Dann kann ja eigentlich nichts passieren, egal, ob die Follikel regulär wachsen oder nicht. Entweder sie springen oder bilden sich bei der Progesteroneinnahme wieder zurück.

Nun bin ich sehr erleichtert!

Frohe Feiertage wünsche ich Ihnen!

doberman
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von doberman » 08.04.19, 20:38

Ich kann dich sehr gut verstehen. All mein ganzes Leben bin ich untergewichtig. Mein BMI war einmal sogar 47 und ich konnte nie zugenommen. Trotzdem habe ich einen wunderschönen gesunden Sohn bekommen und will ein zweites Kind. Also das Gewicht selbst soll kein Hauptproblem sein. Natürlich sagt man, dass sich zu dünne Menschen schwerer tun könnten aber es könnte auch die Schilddrüse schuld daran sein. Und dann ist es schon ein Problem für den Kinderwunsch. Mir ist das Schlanksein nicht geblieben aber auch das ist bei uns familienbedingt. Obwohl ich auch nach meinen Kindern nicht zugenommen habe, habe ich dann ab 35 kontinuierlich zugenommen. Momentan muss ich schon darauf achten, was ich esse. Meine Schilddrüsenwerte sind letzte Zeit erhöht, was mich nervös macht. Wenn deine Hormonwerte stimmen, wird es auch bei dir sicher bald Nachwuchs geben, Ich drück dir fest die Daumen!

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