Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/10

Moderator: DMF-Team

Nachtschattengewächs
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 04.06.17, 13:41

Lieber Herr Fischer,

langsam schäme ich mich ja schon ziemlich, dass ich Sie immer wieder mit neuen Fragen bombardiere. Bitte geben Sie mir Bescheid, wenn Sie allzu genervt sind.

Falls es ok ist, würde ich gerne noch einmal eine Frage stellen...

Ich mache mir Sorgen um meinen verzögerten Temperaturanstieg nach der Auslösespritze.

Ausgelöst habe ich in der Nacht von Samstag auf Sonntag (27./28.05.) um 0.30 Uhr. Die Insemination fand 36 Stunden später, also am 29.05. um 12.30 Uhr statt. Abends, also 48 Stunden nach Auslösespritze, habe ich mit Utrogest (2 Kapseln vaginal) begonnen und nehme seitdem 3x2 Kapseln täglich.

Die Temperatur verlief wie folgt:

Bis zum Tag der Insemisation jeweils 36,7° als Grundtemperatur

Dienstag, 30.05. : 37,1° (vermutlich Erhöhung durch Utrogest)
Mittwoch, 31.05.: 37,1°
Donnerstag, 01.06.: 37,1°
Freitag, 02.06.: 37,2°
Samstag, 03.06.: 37,3°
Sonntag, 04.06.: 37,3°

Demnach gab es die erste "eigene" Temperaturerhöhung ja erst ab Freitag, also fast eine Woche nach der Auslösespritze.

Ich bezweifele, dass da noch etwas Gutes bei herauskommen kann. Ich hatte ja die Hoffnung, dass evtl. sogar 2 Eisprünge stattfinden würden. Bei diesem verzögerten und nur minimalem Temperaturanstieg, der wohl hauptsächlich vom Utrogest kommt, ist das aber wohl eher unwahrscheinlich.

1. Kann man an der Höhe des Temperaturanstiegs überhaupt etwas bzgl. eines hohen oder niedrigen Progesteronwerts ableiten?
Die letzten beiden stimulierten Zyklen sahen bei mir temperaturmäßig fast identisch aus und ich hatte einen Progesteronwert von ca. 50. Wären jetzt tatsächlich 2 Eisprünge stattgefunden, hätte die Temperaturerhöhung doch höher ausfallen müssen als in den anderen Zyklen - oder kann man das so nicht sagen?

2. Kann evtl. die Dosis des HCG zu gering gewesen sein? Ich habe mit Predal... 5000 ausgelöst. Allerdings hatte ich ja einen enorm hohen Östrogenwert trotz IUI (beim Auslösen der 2-3 reifen Follikel ca. ein Östrogenwert von 2500). Kann es sein, dass wegen der zu geringen HCG-Dosis keine richtigen Eisprünge stattgefunden haben oder ist das eher unwahrscheinlich?

Über eine Antwort würde ich mich natürlich sehr freuen, verstehe aber, wenn Sie langsam "genug" haben.

Viele Grüße und frohe Pfingsten!

P.S. Der Progesteronwert wird am Dienstag bei mir nochmal im Blut untersucht - ich bin nur leider so ungeduldig....

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 04.06.17, 15:41

Hallo,
den Temperaturverlauf -auch unter Berücksichtigung der bisher gesamten Maßnahmen- finde ich völlig okay.
Frage 1 : nein, kann man nicht. Selbst bei 2 ES ändert sich nichts an der Temperatur.
Frage 2: ist eher unwahrscheinlich, 5000 IE reichen, 10.000 IE HCG wollte er wahrscheinlich nicht geben, damit die anderen Follikel nicht plötzlich rasant wachsen.
PS: Progesteronwerte werden zwar von allen bestimmt, spiegeln aber lediglich die Hormonsituation am Entnahmetag wieder.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Nachtschattengewächs
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 04.06.17, 16:15

Lieber Herr Fischer,

danke, dass Sie nicht müde werden, mir zu antworten - auch an einem sonnigen Pfingstsonntag nicht!

Ihre Antworten beruhigen mich nun schon wieder sehr! Wenn Sie die Temperaturkurve so ok finden und auch die Tempi nicht mal etwas über die Anzahl der Eisprünge aussagt, wow, dann ist das super!

Genau, der Arzt wollte mir keine 10.000 IE HCG geben, weil er sagte, dass diese Dosis nur für eine künstliche Befruchtung zugelassen sei. Ich vermute, dass er tatsächlich Angst hatte, dass zu viele Follikel zu schnell zu groß werden - gerade unter Anbetracht der eh schon grenzwertigen Follikelzahl und -größen.

Solange die beiden großen Follikel gesprungen sind - oder mindestens einer von den beiden - bin ich ja auch mit der Dosis zufrieden.

Ok, GANZ zufrieden wäre ich natürlich dann, wenn hoffentlich eine SS eintreten würde - das wäre dann wirklich ein Grund zum Feiern :-)

P.S. Danke, dass Sie mich vorsorglich schon einmal wegen des Blut-Progesteronwertes beruhigen. Sie liegen wohl richtig in der Annahme, dass das Ergebnis der Blutuntersuchung - egal wie es ausfällt - die nächste Sorge bei mir auslösen wird ;-). Insofern bin ich jetzt schon mal ein bisschen vorgewarnt.

Liebe Grüße und allerherzlichsten Dank an Sie!

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 04.06.17, 17:26

Hallo,
eine IUI ist eine Form der künstlichen Befruchtung. Man kann daher-wenn nötig- durchaus 10000 IE HCG spritzen, ist aber nicht ohne Risiko bei multifollikulärem Wachstum und sollte nur ein Erfahrener durchführen.
Grüße Dr. Fischer
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 04.06.17, 19:41

Ok, da haben Sie durchaus Recht! Ich werde meinen Arzt nächstes Mal darauf hinweisen!

Vielen Dank für Ihre kompetente Unterstützung!!!

Nachtschattengewächs
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 06.06.17, 11:48

Lieber Herr Fischer,

leider muss ich Sie schon wieder nerven :-(. Mein Temperaturverlauf hatte nach dem Anstieg der letzten Tage heute plötzlich einen Absturz. Nun bin ich total beunruhigt. Was hat das zu bedeuten? War evtl. doch kein Eisprung, bzw. habe ich trotz Utrogest zu wenig Progesteron gebildet?

Die Temperatur verlief wie folgt:

Bis zum Tag der Insemisation jeweils 36,7° als Grundtemperatur

Dienstag, 30.05. : 37,1° (vermutlich Erhöhung durch Utrogest)
Mittwoch, 31.05.: 37,1°
Donnerstag, 01.06.: 37,1°
Freitag, 02.06.: 37,2°
Samstag, 03.06.: 37,3°
Sonntag, 04.06.: 37,3°
Montag, 05.06.: 37,4°
Dienstag, 06.06.: 37,1°

Haben Sie eine Erklärung für den plötzlichen Abfall?

Liebe Grüße,
Nachtschattengewächs

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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 06.06.17, 11:49

P.S. Ich bin heute IUI+8, bzw. Eisprung+8 - eigentlich ist das doch viel zu früh, als dass sich jetzt schon die Periode ankündigen könnte

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 06.06.17, 12:35

Hallo,
die Periode wird sich nicht ankündigen, erst recht nicht unter Progesteroneinnahme. Man erwartet immer, dass unter Progesteron die Temperatur quasi wie ein mit dem Lineal gezogener Strich verläuft, dem ist aber nicht so und ich sehe momentan kein wirkliches Problem bei diesem Wert.
Grüße Dr. Fischer
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 06.06.17, 12:45

Aber der Wert ist ja jetzt "nur" der Wert, den ich seit der Utrogest-Einnahme habe und vermutlich nur dadurch verursacht wird, oder nicht? Also ist die jetzig verbliebene Erhöhung dann nicht nur noch künstlich durch das Utrogest verursacht?

Ich meine, ich hatte ja seit der Utrogest-Einnahme durchgehend mindestens einen Wert von 37,1° und nur der Restanstieg (bis 37,4°) wurde doch vermutlich durch mich selbst produziert. Wenn dieser Restanstieg nun wieder weggefallen ist, dann ist die verbliebene Temperatur doch vermutlich nur noch künstlich durch das Utrogest erhöht, oder nicht?

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 06.06.17, 14:18

das ist eben das Problem bei Utrogest und daher bevorzuge ich Dydrogesteron nach wie vor, denn letzteres hat ja bekanntlich keinen thermogenetischen Effekt. Die Beurteilung einer Lutealphase bzw. deren Temperaturverhalten ist unter Progesterongabe schwer zu beurteilen.
Grüße Dr. Fischer
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 08.06.17, 15:19

Hallo Herr Fischer,

ich habe heute die Blutergebnisse für den 8. Tag nach Eisprung erhalten:

E2: 2600,7
PRO: 49

Die Werte sind wohl ziemlich ernüchternd, wenn man bedenkt, dass ich in den letzten Zyklen bei nur EINEM reifen Follikel auch immer einen Progesteron-Wert um die 50 hatte.
Dieses Mal waren es ja mindestens 2 reife Follikel.

Bedeutet das nun, dass beide Follikel nur halb gesprungen sind (also jeder nur einen Wert von 25 verursacht) oder bedeutet das, dass lediglich ein Follikel gesprungen ist?
Vermutlich war die HCG-Dosis doch zu gering...

Nachtschattengewächs
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 08.06.17, 16:06

P.S. Die beiden großen Follikel waren zum Auslösezeitpunkt 18 und 20 mm groß und der Östrogenwert war ja auch enorm.

Ich verstehe nicht, warum nur einer gesprungen ist ODER warum beide noch so unreif waren, dass sie so ein geringes Progesteron produzieren...

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 08.06.17, 17:36

Hallo,
Progesteron dürfte in der Tat etwas höher sein, ist aber durchaus noch im akzeptablen Bereich. Aus der Progesteronhöhe kann man nicht unbedingt schließen, wieviel Follikel tatsächlich gesprungen sind.
Jetzt muß der ß-HCG-Wert abgewartet werden, hoffentlich ist er positiv.
Grüße Dr. Fischer
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 08.06.17, 17:49

Lieber Herr Fischer,

vielen Dank, dass Sie mir immer wieder Mut machen. Ich bin heute ehrlich gesagt in Tränen ausgebrochen, weil ich meine Chancen schon wieder so gering sehe.

Was wäre denn Ihre Vermutung: Eher, dass beide Follikel noch unreif waren, beide gesprungen sind und gemeinsam den Progesteronwert produzieren? Oder, dass es nur der größere geschafft hat und der andere gar nicht gesprungen ist? Oder kann man gar nichts sagen (50/50-Chance)?

Die Prognose wäre ja vermutlich besser, wenn wenigstens einer vollreif war und der PRO-Wert dadurch zumindest noch ok ist.

Auf den HCG-Wert bin ich auch gespannt. Wobei ich gestehen muss, dass ich den Zyklus für mich innerlich leider schon abgehakt habe. Ich merke nicht mal mehr ein Zwicken oder Ziehen im Unterleib und mache mir deshalb keine großen Hoffnungen. Enttäuscht werde ich aber vermutlich trotzdem sein, wenn es wieder nicht geklappt hat.

Danke, dass Sie mich immer wieder aufbauen. Das kann ich gerade gut gebrauchen.

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 09.06.17, 06:41

Hallo,
"Oder, dass es nur der größere geschafft hat und der andere gar nicht gesprungen ist"- das vermute ich eher.
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