Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/10

Moderator: DMF-Team

Nachtschattengewächs
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 01.05.19, 16:19

Sehr geehrter Herr Fischer,

nach weiterer Wartezeit, erneuten Diagnostiken, zuletzt an einer Uniklinik, hat ein Arzt den Verdacht auf FSH-Rezeptor-Defekt/Mutation/Polymorphismen gestellt. Grund hierfür waren wiederholte Blutbilder mit folgender Hormonkonstellation:

AMH: 3,2
FSH: 11
LH: 3,9

Ein weiteres Mal:

AMH: 2,3
FSH: 13
LH: 4,5

Im Ultraschall waren in beiden Eierstöcken jeweils ca. 6-7 Follikel zu sehen.

Bei einem GNRH-Test hat sich LH regelrecht (ich glaube ungefähr 4-fach) und auch FSH regelrecht erhöht. Auf Grund der außerdem vorher gemessenen, hohen FSH-Werte, schloss der Uniklinik-Arzt eine hypogonade Störung aus und stellte Verdacht auf FSH-Rezeptor-Defizienz. Dies würde seiner Einschätzung nach auch mein schlechtes Ansprechen auf die vorangegangenen ICSI-Stimulationen erklären.
Eine entsprechende, genetische Untersuchung soll folgen.

Meine Frage ist nun, für wie wahrscheinlich Sie eine FSH-Rezeptor-Störung halten. Einerseits klingt die Erklärung für mich plausibel. Andererseits frage ich mich, ob es möglich ist, eine entsprechende Gen-Mutation zu haben, wenn ich doch als Jugendliche völlig unauffällige Zyklen hatte. Die sekundäre Amenorrhoe hat sich erst nach Gewichtsverlust eingestellt und leider trotz Gewichtszunahme bisher nicht wirklich reguliert. Zwar bekomme ich ab und zu nun eine Periode, dies aber wohl eher im Sinne einer Zwischenblutung, denn kurz vor den vermeintlichen Perioden wurden jeweils US-Untersuchungen gemacht, die niedrige Schleimhaut und nur kleine Follikel zeigten.

Ich frage mich nun, ob eine FSH-Rezeptor-Defizienz sich tatsächlich erst im Laufe des Lebens zeigen, bzw. ausbrechen kann?!

Eine andere Erklärung für die weiterhin ausbleibenden Eisprünge trotz normaler/hoher FSH-Werte könnte doch theoretisch auch sein, dass die LH-Produktion einfach in zu geringen Abständen durch meine Hypophyse erfolgt und möglicherweise deshalb meine Eisprünge ausbleiben? Allerdings würde das natürlich nicht mein extrem schlechtes Ansprechen auf hormonelle FSH-Gaben von außen erklären.

Wir probieren nun einen Probe-Zyklus mit der Hormonpumpe. Möglicherweise lässt sich durch meine Ansprechen oder Nicht-Ansprechen erkennen/ableiten, ob die Ursache eher ein FSH-Rezeptor-Defekt in den Eierstöcken oder aber ein mangelnder/zu seltener LH-Impuls aus der Hypophyse ist?

Was wäre Ihre Einschätzung aus Ihren Erfahrungen?

Viele Grüße und einen schönen Mai-Feiertag

Nachtschattengewächs
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 01.05.19, 16:40

Ich wollte noch kurz ergänzen, dass E2 immer zwischen 35-55 lag bei den Hormonuntersuchungen mit den obigen, anderen Werten.

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 02.05.19, 07:29

Guten Morgen,
wenn wirklich ein Gendefekt im FSH-Rezeptor vorläge, müsste dieser nur teilweise sein, da ja immerhin sich Follikel bilden, also auf jeden Fall die Ovarien auf FSH reagieren. So recht vermag ich das nicht zu glauben, zumal ja auch der GnRH-Test positiv vrelief.. Warten Sie bitte die humangenetische Untersuchung ab.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Nachtschattengewächs
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Nachtschattengewächs » 02.05.19, 11:17

Hallo Herr Fischer,

vielen Dank für Ihre Einschätzung.

Welche FSH-Rezeptoren sind denn konkret gemeint? Die Erklärung des Arztes erschien mir so, als wären hauptsächlich die Rezeptoren an den Eierstöcken defekt/betroffen. Oder bedeutet ein Rezeptordefekt automatisch, dass nicht nur die Eierstöcke sondern auch die Rezeptoren in der Hypopyhse betroffen sein müssen?

Der GNRH-Test war ja tatsächlich unauffällig. Nur reagieren meine Eierstöcke halt nicht auf die hohen Hormonwerte.

Eine andere Theorie könnte ja sein, dass die Rezeptoren nicht defekt, sondern nur in zu geringer Anzahl vorhanden sind und die Eierstöcke deshalb so träge reagieren?

Was wäre Ihre persönliche Theorie für meine Hormonkonstellation mit den hohen FSH-Werten und schlechter Reaktion bei Stimulation?

Viele Grüße

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 02.05.19, 14:01

Hallo,
die Rezeptoren an den Eierstöcken sind Östrogen-und Progesteronrezeptoren, stehen unter dem Einfluss der FSH-Rezeptoren, d.h. nur im Ovar ( und in den Hoden) gibt es diese Rezeptoren.
FSH ist doch nicht hoch, entspricht etwa dem 12. ZT. Ovarielle Erschöpfung z.B. hat sehr hohe FSH/LH-Werte bei sehr niedrigen Estradiolspiegeln.
Grüße Dr. Fischer
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Kiv12
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/

Beitrag von Kiv12 » 16.05.19, 17:12

Hallo! Also ich kenne dein Problem sehr gut weil ich selbst mein ganzes Leben untergewichtig bin. Mein BMI war 16,5. Und sowie ich mich erinnere habe ich auch nie zugenommen. Mittlerweile habe ich 2 schöne Töchterchen die gesund und munter sind. Also das Gewicht allein kann kein Problem sein. Ich habe auch nicht mal gehört (sogar von Ärzten) dass sich zu dünne Menschen schwerer tun könnten aber es könnte auch das Problem mit Schilddrüsen sein. Und dann ist es schon ein Problem für den Kinderwunsch.
Dass ich so schlank bin ist bei uns familienbedingt. Obwohl ich auch nach meinen Kindern nicht zugenommen habe, habe ich dann mit dem Alter kontinuierlich zugenommen. Momentan muss ich schon darauf achten, was ich esse und auch meine Schilddrüsenwerte sind gestiegen...
Ich drück dir fest die Daumen! Wenn deine Hormonwerte stimmen, wird es auch bei dir sicher bald Nachwuchs geben. Wünsche dir viel Glück

lover666
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/10

Beitrag von lover666 » 25.05.19, 00:21

Meine Größe ist 164 und all mein ganzes Leben habe ich Untergewicht. Bei meiner ersten Schwangerschaft wog ich 46 Kg. Es hat damals in der 2. ÜZ geklappt. Hatte aber wegen meinem kleinen Körper eine geplante KS. Jetzt bei der 2. Schwangerschaft hat es direkt im 1. ÜZ geklappt, obwohl ich mit starkem Untergewicht mit 42 Kilo gestartet bin. Ab morgen bin ich schon in der 31.SSW und wiege 50 kg. Ich ernähre mich auch gesund und nehme Folsäure. Viele Ärzte sagten mir es würde sehr schwierig mit solchem Gewicht schwanger zu werden. War bei mir aber kein Fall. Viele Grüße

searsch
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Re: Schwangerschaftschancen bei Untergewicht und Femoston 1/10

Beitrag von searsch » 14.06.19, 17:58

Ich bin auch untergewichtig und bin vor 2 Jahren einfach so schwanger geworden. Das war das erste Mal dass wir mit meinem Mann nicht verhüten haben und gleich schwanger. Es bleibt bei mir nur bis 6.SSW und endete leider mit einer Fehlgeburt. Mein Untergewicht ist kein Grund dafür. Ich hatte laut Untersuchungen ein Hämatom neben der Fruchthöhle und deswegen ziemlich starke Blutungen, wo auch mein Kleiner abging… Jetzt bin ich ein wenig zugenommen, obwohl ich noch ziemlich schlank und dünn bin, weil alle Frauen in meiner Familie so sind und waren. Wir versuchen schon seit einem Jahr schwanger zu werden aber es klappt einfach nicht. Alle meine Werte sind in Ordnung, ausser, dass mein Stresshormon zu hoch ist. Ich ernähre mich ganz normal, esse viel zwischen den großen Mahlzeiten.
Es gibt immer Frauen die dünn sind, einfach weil sie nicht zunehmen können. Ebenso wie übergewichtige Frauen die nicht abnehmen. Und alle sind trotzdem schwanger und nicht nur einmal. Also dein Gewicht kann allein nicht der Grund sein warum du nicht schwanger bist

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