@ Dr. Fischer : PAP3 nach Gebärmutterentfernung !

Moderator: DMF-Team

Antworten
Elli 68
Topicstarter
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 139
Registriert: 17.11.05, 11:23

@ Dr. Fischer : PAP3 nach Gebärmutterentfernung !

Beitrag von Elli 68 » 23.09.15, 13:54

Sehr geehrter Herr Doktor Fischer,
ich hoffe sie können mich etwas Aufklären,bin momentan sehr aufgeregt.

vor 2 Jahren wurden mir Gebärmutter und Eierstöcke entfernt (Endometrium Ca Pt1a).Danach erfolgte eine dreimalige vorbeugende Brachytherapie.
Zu der Zeit war ich noch nicht in den Wechseljahren.Nun waren meine Abstriche immer gut.
Anfang des Jahres noch PAP1. Im Sommer dann PAP 3,was ich bei der (3 monatigen)Kontrolle vor einer Woche erst erfahren habe.Die Ärztin nahm jetzt wieder einen Abstrich und wird auch auf HPV testen lassen .Die Scheidenschleimhaut sah gereizt und gerötet aus,sagte die Ärztin.Ich leide auch unter Trockenheit nach dem Hormonenzug.Der Ultraschall war bestens und auch die Schleimhaut blutete nicht nach dem Abstrich,den die Ärztin etwas tiefer machte,wie sie sagte.
Vor lauter Aufregung habe ich die Ärztin dann gar nicht mehr gefragt was oder woher das sein könnte.

Können sie mir sagen ob es eine folge der Brachytherapie sein kann oder aber durch die fehlenden Hormone?Eine entzündung oder wieder was schlimmeres zu befürchten ? Was würde man weiterhin unternehmen bei diesem Wert ?

Ganz vielen Dank schonmal für Ihre Antwort !
Elli

Dr.med.Holger Fischer
DMF-Moderator
Beiträge: 12435
Registriert: 31.01.07, 15:01
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)

Re: @ Dr. Fischer : PAP3 nach Gebärmutterentfernung !

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 23.09.15, 14:27

Guten Tag,
wenn ich Sie recht verstehe, wurde die komplette Gebärmutter entfernt plus Adnexe. Der Scheidenabstrich ergibt ja keinen Pap III D ( D = Dysplasie), lediglich Pap III. Dies kommt bei trockener Scheide schon mal vor und deshalb ist es immer sehr sinnvoll, einige Wochen vor der Abstrichentnahme die Scheide mit Estriol zu behandeln. Der Ultraschall ist doch nicht nötig bei einer kompletten Entfernung der Gebärmutter und Eierstöcke-warum dann diese Untersuchung? Warum wurde der Abstrich tiefer gemacht? Was soll das bedeuten? Man macht ihn grundsätzlich am Scheidenende, also an der tiefsten Stelle. Oder hat man bei Ihnen den Gebärmutterhals belassen,was ich mir aber kaum vorstellen könnte, selbst wenn es laparoskopisch gemacht wurde ( LASH).
Bei diesem Wert unternimmt man noch gar nichts, sondern macht folgendes:
:arrow: je nach zytologischem Nebenbefund eventuelle Entzündung behandeln
:arrow: ansonsten die sogenannte Hormonaufhellung mittels Estriolsalbe/ Zäpfchen und dann Kontrolle.
Der Zytologe stuft ja nicht nur in die Pap-Gruppe ein sondern begründet auch das Ergebnis und somit die Ursache des Abstriches. Demgemäß muß dann der Arzt vorgehen.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Elli 68
Topicstarter
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 139
Registriert: 17.11.05, 11:23

Re: @ Dr. Fischer : PAP3 nach Gebärmutterentfernung !

Beitrag von Elli 68 » 23.09.15, 14:48

Hallo Herr Dr. Fischer,

herzlichen Dank für Ihre Antwort !

Ihre Fragen möchte ich gleich beantworten.
Es wurden Adnexe und Gebärmutter komplett entfernt ,wegen der Diagnose Adeno CA des Endometriums (Polyp).Ich habe nur noch einen Scheidenstumpf,dort wird auch am oberen Ende der Abstrich entnommen.
Ultraschall wird alle 3 Monate gemacht ,Abstrich auch.
Hormone darf ich wegen der Diagnose keine nehmen.Darf ich denn diese Zäpfchen verwenden ?
Die Ärztin sagte das vom Labor ein HPV Test vorgeschlagen wurde.

Hätte man eine Entzündung im Abstrich gesehen oder bedeutet PAP3 eine evtl. entzündung ?
Das beschäftigt mich ,da sie eine gereizte Schleimhaut sah,aber kein Medikament zur Behandlung gab.Ich nehme jetzt auf eigene Faust Vagi C und danach Premeneo.

Hat das ganze überhaupt Relevanz in Bezug auf die vorherige Erkrankung ? Ich denke dabei an ein Rezidiv.

Danke nochmal !
Elli

Dr.med.Holger Fischer
DMF-Moderator
Beiträge: 12435
Registriert: 31.01.07, 15:01
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)

Re: @ Dr. Fischer : PAP3 nach Gebärmutterentfernung !

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 23.09.15, 15:31

Hallo,
Estriolhaltige Scheidenzäpfchen können Sie verwenden, da sie rein lokal wirken und nur in 8facher Dosierung auch systemisch. Vielleicht sind auch HPV-ähnliche Veränderungen an den Zellen zu sehen, das würde die Kontrolle erklären, Hormonaufhellung ist dennoch sinnvoll. Entzündungen kann man im Abstrich sehen ( Leukozyten, Bakterien). Das alles hat keine Relevanz zur Vorerkrankung und ein Rezidiv -erst recht nach Brachytherapie und diesem Tumorstadium - wäre extremst selten. Warrum ein US durchgeführt wurde und bei " gereizter" Schleimhaut ( was auch immer man darunter verstehen mag) keine Therapie eingeleitet wurde, verstehe ich nicht-aber egal.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Elli 68
Topicstarter
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 139
Registriert: 17.11.05, 11:23

Re: @ Dr. Fischer : PAP3 nach Gebärmutterentfernung !

Beitrag von Elli 68 » 23.09.15, 18:09

Sie haben mir sehr geholfen !!

Der Ultraschall ist Teil der Nachsorge,vierteljährlich Spiegel und Tastuntersuchung und Vaginaler US,so stand es auf dem Entlassungsschreiben der Klinik nach der OP vor zwei Jahren.

Ich werde meine FÄ beim nächsten Termin auf Estriolsalbe ansprechen.

Sie hat mich letzte Woche mit dem ganzen im Regen stehen lassen,die Praxis war voll und die Zeit knapp.In etwa 2 Wochen werde ich dort nach dem Ergebniss fragen.

Nun bin ich beruhigt .Danke für Ihre Mühe .

Elli 68
Topicstarter
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 139
Registriert: 17.11.05, 11:23

Re: @ Dr. Fischer nochmal Nachfrage: PAP3 nach Hysterektomie

Beitrag von Elli 68 » 08.01.16, 08:39

Guten Morgen Herr Dr. Fischer,

ich möchte sie nochmal um Rat bzw. Aufklärung zu diesem Thema bitten .
Ich bin wg der genannten Vorerkrankung in 3 Monatiger Kontrolle ,alle PAP Ergebnisse waren bis Juni 2015 bei PAP I.

Wie oben geschrieben war der Abstrich vom Juni 2015 plötzlich PAPIII.
Daraufhin wurde im September ein HPV Test gemacht der positiv ausfiel (16 + 18 ). Der Abstrich im September war dann aber PAP II p .Eigentlich wäre eine Kontrolle erst in 6 Monaten notwendig ,laut Zytologe.

Nun der Abstrich 11 Wochen später vom Dezember war jetzt wieder ein PAP III ,an einer Stelle leichte Dysplasie.
Der Zytologe empfiehlt weitere 3 Monatige Kontrolle.

Meine Ärztin hat bisher keine Behandlung unternommen,so wie Sie es genannt haben (Hormonaufhellung bzw. Entzündungsbehandlung).Im Dezember hat sie sich die Schleimhaut aber zusätzlich mit einem Mikroskop angeschaut ,es gab keine Auffälligkeiten ausser das die Schleimhaut aussieht wie nach den Wechseljahren,ich habe sehr mit Trockenheit zu kämpfen nach Hormonentzug und Afterloading.
Ich habe das Gefühl das der veränderte Abstrich als folge meiner Behandlungen auftritt,das die Schleimhaut dadurch anfällig geworden ist.

Meine Ärztin sagte mir ,das sie denkt das sich das ganze wieder zurückbildet , ausser den Kontrollen bräuchte man nichts zu unternehmen.

Wie ist Ihre Meinung dazu,wie ist das weitere Vorgehen ,ich habe ja keine Gebärmutter mehr ? Ich habe im Netz von Dysplasiesprechstunden gelesen und Konisation,ist das in meinem Fall,wenn der PAP weiterhin 3 bleibt, überhaupt machbar bzw. notwendig ?

Danke schonmal !

Viele Grüße
Elli

Dr.med.Holger Fischer
DMF-Moderator
Beiträge: 12435
Registriert: 31.01.07, 15:01
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)

Re: @ Dr. Fischer : PAP3 nach Gebärmutterentfernung !

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 08.01.16, 10:54

Guten Tag,
"Ich habe das Gefühl das der veränderte Abstrich als folge meiner Behandlungen auftritt,"-das habe ich auch. Konisationen macht man nur, wenn noch ein Muttermund vorhanden ist. Eine Dysplasiesprechstunde ist nur in wirklich komplizierten Fällen nötig. Bleibt er weiterhin Pap III, evtl. Pap III D ( d= Dysplasie), sollte man wirklich eine " Hormonaufhellung" machen vor der Kontrolle.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Antworten