Hysterektomie bei Endometriose

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Melli 82
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Hysterektomie bei Endometriose

Beitrag von Melli 82 » 11.05.15, 18:06

Ich brauche mal eine ( 2,3,4, ) Meinungen zu folgendem Thema:

Bei mir wurde 2000 Endometriose diagnostiziert, vorher und nachher immer wieder massive Schmerzen und Zyklusstörungen.

Nach der Diagnose folgten einige Behandlungsversuche - Hormonell und auch etliche Op's ( Zysten etc. ). Ich habe trotz allem mit etlichen Schwierigkeiten 2 gesunde Kinder ( 1 FG ) bekommen. Zyklusschwierigkeiten mit Dauerblutungen und auch schon Entzündungen habe ich in den letzten fast 20 Jahren einige gehabt. Naja, nun ist es so, dass ich vor einer Woche eine Ausschabung und eine Hysteroskopie hatte. Am Di bekam ich Fieber und massive Unterbauchschmerzen :( Di - Do bin ich in der Klinik gewesen, Verdacht auf Adnexitis - bei völlig stabilen Blutwerten - trotzdem AB erst I.V., jetzt oral ( Blutwerte sind weiter stabil ). Ich nehme seit Di eine "minipille", damit sich die Schleimhaut nicht wieder aufbaut, heute war ich noch mal beim FA - Schleimhaut ist wieder 8 mm aufgebaut :0 !?!?!? weiter subfebrile Temperaturen ( 37,9 ). In 3 Wochen soll eigentlich eine Endometriumablation erfolgen, welcher ich nun seeehr skeptisch entgegensehe.....wenn schon die "einfache" Ausschabung nichts bringt....dann wird die Ablation mir auch nicht helfen....

Meine Frage ist, was spricht gegen eine Hysterektomie? Sterilisiert bin ich seit 2 Jahren. Ich habe nach 20 Jahren nun einfach keine Lust mehr auf diese ewigen Probleme....

LilyG
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Re: Hysterektomie bei Endometriose

Beitrag von LilyG » 11.05.15, 19:59

Hallo Melli,

Wie alt bist du?
Hast du Endometriosezysten, Endometriose auf dem Bauchfell oder besteht Verdacht auf Endometriose in der Gebärmutter?
Warum soll denn die Endometriumablation erfolgen?
Warum hast du dich sterilisieren lassen und nicht schon vor zwei Jahren die GM entfernen lassen?
Ist die Minipille zur Behandlung der Endometriose vorgesehen?

Viele Grüße
LilyG

Melli 82
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Re: Hysterektomie bei Endometriose

Beitrag von Melli 82 » 11.05.15, 20:13

LilyG hat geschrieben:Hallo Melli,
Hallo Lily
Wie alt bist du? 33 bin ich
Hast du Endometriosezysten, Endometriose auf dem Bauchfell oder besteht Verdacht auf Endometriose in der Gebärmutter? alles 3 :(
Warum soll denn die Endometriumablation erfolgen? um die starke und schmerzhafte Regel einzudämmen
Warum hast du dich sterilisieren lassen und nicht schon vor zwei Jahren die GM entfernen lassen? weil ich immer schön alles nach Vorschlag meiner FÄ gemacht habe/b]
Ist die Minipille zur Behandlung der Endometriose vorgesehen? nee, eigentlich, damit sich die Schleimhaut vor der Ablation nicht wieder aufbaut ( hat nur nicht funktioniert)

Viele Grüße
LilyG


Ich glaube nur, dass die Endometriumablation nichts bringen wird, zumindest nicht langfristig....ich habe schon sooo viele Gynäkologische Sachen durch, immer schön nach Vorschlag meiner Frauenärztin... Jetzt habe ich mich damit mal auseinander gesetzt und möcht mir mal ne andere Meinung anhören.
Hab das Gefühl, dass bei Endometriose immer nur rumgedoctert wird, und das will ich nicht mehr.... Ich fühl mich jetzt nach der Ausschabung mit Komplikationen soooo doooof, weil keiner weiss, woher meine Schmerzen kommen, auch jetzt ist das nur alles auf Verdacht.

LilyG
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Re: Hysterektomie bei Endometriose

Beitrag von LilyG » 11.05.15, 20:28

Nun bist du ja schon sterilisiert und so sollte einer Hysterektomie nichts entgegenstehen. Kinder hast auch. Ich verstehe nicht warum die Gyn dir eine Sterilisation vorgeschlagen hat. Was war der Grund? Wenn Endometriose in der GM-wand sitzt, wird die Hysterektomie einiges bringen. Wenn du auch Endometriose auf dem Bauchfell hast, kann die wiederkommen, da die Eierstöcke nicht entfernt werden, wenn da nicht gerade zum Zeitpunkt der OP etwas an den Eierstöcken zu finden ist. Meine Endometriose ist noch nicht wiedergekommen. Zwei Jahre ist das jetzt her. Du könntest eine zweite Meinung einholen bezüglich de Hysterektomie. Wenn bei der Hysterektomie der GM-hals mit entfernt wird, hören die Blutungen auf und bei Endometriose möchte man ja keine Blutungen, weil die Endometriose fördern sollen. Bleibt der GM-hals stehen kann es weiterhin zu zyklischen Blutungen kommen.

LilyG

Melli 82
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Re: Hysterektomie bei Endometriose

Beitrag von Melli 82 » 12.05.15, 17:50

Danke für deine Antworten Lily,

Ich werde mir defiinitiv eine 2. Meinung einholen, hab einen Termin in einer Endometrioseambulanz.

Mich würde aber definitiv die Meinung des Herrn Dr. Fischer auch interessieren.

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Re: Hysterektomie bei Endometriose

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 13.05.15, 08:20

Hallo,
auch ich denke, eine Hysterektomie wäre doch das Sinnvollste. Bedenken muß man aber dabei, dass evtl. Endometrioseherde, die nicht in der Gebärmutter sind, damit ja nicht entfernt werden und ihr zyklisches Geschehen also weiterhin praktizieren. Man sollte-wenn es noch geschehen ist-also eine Bauchspiegelung durchführen, um eine extragenitale Endometriose auszuschließen. Dabei muß man sehr grpndlich vorgehen, da auch manche Endometrioseherde unter dem Bauchfell liegen und nicht so ohne weiteres als solche erkannt werden können. Würde man eihne Hysterektomie über einen Bauchschnitt machen-was bei Ihnen besser wäre- könnte man , wenn man keine Bauchspiegelung vorher macht, sehr genau dann auch den Bauchraum und Darm und Blase inspizieren. Wenn also eine Hysterektomie durchgeführt wird, würde ich eher zur konventionellen Operation tendieren als zur laparoskopischen Entfernung.
" Bleibt der GM-hals stehen kann es weiterhin zu zyklischen Blutungen kommen."-Lily-das stimmt allerdings nicht, da ja zyklische Blutungen zwar von den Ovarien gesteuert werden, vom Endometrium als Zielorgan aber ausgehen. Der Gebärmutterhals hat keine Schleimhaut, die zum Abbluten fähig wäre. Auch eine Hormontherapie ( als einfachste natürlich die hochdosierte Gestagentherapie) und auch die GNRH-Analoga helfen, wenn überhaupt, nur für Dauer der etwa 6 monatigen Anwendung, in 50 % etwa kommt die Endometriose dann wieder. Es gibt auch sogenannte Endometriosezentren, wo man nochmals um Rat fragen könnte.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

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Re: Hysterektomie bei Endometriose

Beitrag von LilyG » 13.05.15, 18:41

Dr.med.Holger Fischer hat geschrieben: " Bleibt der GM-hals stehen kann es weiterhin zu zyklischen Blutungen kommen."-Lily-das stimmt allerdings nicht, da ja zyklische Blutungen zwar von den Ovarien gesteuert werden, vom Endometrium als Zielorgan aber ausgehen. Der Gebärmutterhals hat keine Schleimhaut, die zum Abbluten fähig wäre.
Kann der verbleibende Gebärmutterhals Blutungen auslösen, auch wenn es nur kleine Mengen und keine zyklischen Blutungen sind? Falls ja, was wäre dann die Erklärung?

LilyG

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Hysterektomie bei Endometriose

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 14.05.15, 13:18

Guten Tag,
Zervixzellen bestehen aus Plattenepithel an der Portio und Zylinderepithel, letztere bilden den bekannten Zervixschleim, der allerdings zyklusabhängig reagiert aber zu keinen Blutungen führen kann, da Zylinderepithelzellen nur Schleim bilden. Das Endometrium setzt sich aus mehreren Zellarten zusammen, die zyklusabhängig abbluten. Aus einem Zervixstumpf sollte es also nicht bluten.
Grüße Dr. Fischer
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Re: Hysterektomie bei Endometriose

Beitrag von LilyG » 14.05.15, 19:49

Hallo,

vielen Dank.

LilyG

Tigris
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Re: Hysterektomie bei Endometriose

Beitrag von Tigris » 18.05.15, 14:32

Da möchte ich doch gerne widersprechen.

Ich habe mir letztes Jahr die Gebärmutter entfernen lassen (laparoskopisch / LASH) wegen abnorm starker Blutungen und Adenomyosis (Endometriose in der Gebärmutterwand) und habe jeden Monat sehr pünktlich zyklische Blutungen aus dem verbliebenen Gebärmutterhals - und das noch nicht einmal so wenig.

Dies ist mir auch im Gespräch im Krankenhaus gesagt worden, dass es in sehr seltenen Fällen zu diesen zyklischen Blutungen kommen kann (schade, dass es auch mich trifft ...).

Nichts desto trotz, war zumindest für mich, die Entscheidung zur Entfernung die richtige Entscheidung.

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