Frage an Dr. Fischer

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LubaPi
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Frage an Dr. Fischer

Beitrag von LubaPi »

Hallo Herr Dr. Fischer,

ich habe vor kurzem Anfang des 6. Monats durch eine stille Geburt mein Kind verloren. Anschließend wurde sofort eine Ausschabung durchgeführt. Da ich leider schon zwei Fehlgeburten mit Ausschabungen hatte und jetzt leider schon die dritte, möchte ich gern den Aufbau der Schleimhaut optimal unterschtützen. Meine Frage an Sie wäre: Ist es ratsam Proginova gleich nach der Ausschabung einzunehmen oder müsste ich abwarten bis nach der Gebärmutterrückbildung die erste Regelblutung beginnt?

Ich wäre Ihnen für eine Antwort sehr dankbar.

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Frage an Dr. Fischer

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo,
die erste und bessere Variante geht ja nicht mehr, die Ausschabung ist ja schon erfolgt. Man hätte direkt am 1. postoperativen Tag damit beginnen können. Jetzt bleibt Ihnen nur die zweite Möglichkeit übrig: abwarten, bis die Periode kommt-unabhängig von der Dauer der Rückbildung- und dann beginnen, Dauer der Einnahme 14 Tage.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

LubaPi
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Re: Frage an Dr. Fischer

Beitrag von LubaPi »

Sehr geehrter Dr. Fischer,

Sie können sich überhaupt nicht vorstellen, wie dankbar ich Ihnen bin, für so eine schnelle Antwort. Möge der liebe Gott Ihnen für Ihre Hilfe sehr viel Gesundheit schenken!!!!

Das grausamste Erlebnis meines Lebens war gerade am Mittwoch. Vielleicht wäre es doch noch nicht zu spät, heute noch mit der Einnahmen anzufangen?
Zusätztlich zu den drei Fehlgeburten mit Ausschabungen, von denen ich schrieb, wurden noch mehrere operative Korrektureingriffe an meiner Gebärmutter durchgeführt, um entstandene Verwachsungen zu entfernen. Die letzte Schwangerschaft entstand bei 5,2 mm GMS. Eigentlich war die Schwangerschaft ein großes Wunder, worauf wir 4 lange Jahre gewartet haben und jetzt leider so ein großes Unglück passiert ist. Ich habe bloß eine schreckliche Angst, dass durch diese Ausschabung die GMS noch weniger wird. Hätten Sie vielleicht noch eine Idee oder einen Ratschlag, wie man mögliche Verwachsungen mit Medikamenten oder anderen Mitteln umgehen könnte und auch das Wachstum der GMS unterstützen könnte?
Könnten Sie vielleicht noch kurz erklären, wie Proginova in diesem Zusammenhang wirkt? Würde ich nach dieser 14 tägigen Einnahme meine normale Zyklusblutung mit einem eventuellen Eisprung bekommen? Oder hat das Medikament eine andere Funktion? Der Text ist doch etwas länger geworden, aber ich hoffe sehr, dass Sie mir doch noch ein bisschen Ihrer Zeit widmen.
Tausend Dank!

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Frage an Dr. Fischer

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,
Ihr Schicksal tut mir sehr leid und gerne versuche ich, Ihnen zu helfen.
Fangen Sie noch heute abend an, das ist absolut nicht zu spät. Das Hormon Estradiol fördert wie auch das natürliche Estradiol den Schleimhautaufbau. Man kann damit sogar problemlos Frauen weit jenseits der Wechseljahre wieder zu einer Blutung bringen- was natürlich unerwünscht wäre. Zudem fördert es die Reifung des sogenannten Follikels.
Es ist anzunehmen, dass Sie wieder einen normalen Zyklus bekommen-vorausgesetzt, er war zuvor nicht gestört. Ich empfehle Ihnen in diesem Zusammenhang die Führung einer Temperaturkurve, so können Sie leicht erkennen, wann und ob Sie einen Eisprung hatten, ebenso lässt sich natürlich die Gestagenphase beurteilen.
Es ist zudem ja nicht gesagt,k dass sich keine oder wenig Schleimhaut mehr bildet ( Endometrium). Man kann das auch mittels Ultraschall überprüfen, bester Zeitpunkt bei Ihnen zwischen Zyklustag 12-14. Ist das Endometrium dicker als 10 mm, ist alles okay. Vermutlich hat man, wenn Sie schreiben, man hatte auch Korrektureingriffe durchgeführt, hysteroskopisch Verwachsungen gelöst. Über das Asherman-Syndrom schrieb ich bereits früher, damit sollten Sie sich gar nicht psychisch belasten, so häufig kommt das auch nicht vor. Dass überhaupt bei 5 mm Endometriumhöhe sich ein befruchtetes Ei einnisten konnte, ist allein schon ein Wunder und zumindest theoretisch fast nicht möglich. Man kann eventuell auftretende Verwachsungen in der Gebärmutter leider durch keinerlei Massnahmen verhindern, wichtigste Prophylaxe ist grundsätzlich ein extrem schonendes Vorgehen bei der Abortcurettage, vor allem grundsätzlich keine Verwendung der scharfen Curetten, da sie den " Mutterboden", aus dem sich das Endometrium monatlich erneuert, wirklich zerstören können.
Grüße Dr. Fischer
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LubaPi
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Re: Frage an Dr. Fischer

Beitrag von LubaPi »

Hallo Dr. Fischer,
ich danke Ihnen für Ihre Antwort! Es ist echt super, dass es nicht zu spät ist. Der operierende Arzt hat gesagt, dass die Plazenta sich von selbst gelöst hat und man musste nur wenig ausschaben, aber er sagte leider nichts darüber, wie ausgeschabt wurde.
Ich hatte vor der Schwangerschaft eine 28-32 Zykluslänge, hatte auch fast jeden Monat positive Ovulationstests, weiß aber nicht, ob die Tests immer zuverlässig angezeigt haben. Sehr oft waren auch die SST leicht positiv, die dann leider nicht intensiver angezeigt haben.
Das Unglück ist in der 23. ssw passiert. Was denken Sie ,wie lange die Gebärmutter braucht, um sich wieder zu erholen und man mit einem neuen Versuch beginnen könnte? Dürfte man schon nach den 14 Tagen der Einnahme und der Monatsblutung mit einem möglichen Eisprung versuchen?

Vielen Dank

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Frage an Dr. Fischer

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Morgen,
in dieser SSW geht es relativ rasch, etwa 2 Wochen, ist jedoch individuell.
Zeigen Teste eine Reaktiopn an und tritt dennoch eine Periode ein, nennt man dies biochemische Schwangerschaft, Sie waren in solch einem Fall also schwanger. Es ist ratsam, wenigstens einen Zyklus nach der Ausschabung abzuwarten. Bis dahin ist auch die völlige Rückbildung erfolgt.
Grüße Dr. Fischer
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LubaPi
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Re: Frage an Dr. Fischer

Beitrag von LubaPi »

Hallo Dr. Fischer,

für die bisherigen Antworten bin ich Ihnen unendlich dankbar!

Leider muss ich Sie noch weiter belästigen, weil ich noch so viele Fragen habe und hoffe sehr, dass Sie sie noch beantworten.
Obwohl ich 30 Tage im Krankenhaus mit strenger Bettruhe lag, ist es trotzdem leider zu einem Blasensprung mit Nabelschnurvorfall gekommen. Als Ursache nannten die Ärzte eine mögliche Infektion, aber keine konkrete. Meine Frage an Sie wäre: welche Infektionen könnten so etwas auslösen? Gibt es einen spezialisierten Arzt, bei dem man sich auf alle möglichen Infektionen untersuchen lassen kann? Könnten Sie vielleicht so einen Spezialisten empfehlen? Vielleicht gibt es noch weitere Optionen oder Möglichkeiten?
Könnte man sich auch von Ihnen persönlich in der Praxis untersuchen lassen?
Ich danke Ihnen sehr für Ihre Hilfe!!!

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Frage an Dr. Fischer

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Morgen,
häufige Ursache ist eine Scheideninfektion, die man als Patientin oft gar nicht bemerkt. Nach Statistiken verursachen in 50-70% aus der Scheide aufsteigende Bakterien einen vorzeitigen Blasensprung. Alle Bakterien sind in der Lage, die Eihaut andauen. Sie aktivieren dann einen extrem komplexen Vorgang mit Produktion von Prostaglandinen, Leukotrienen und Zytokinen. Dies wiederum führt dann zur Wehentätigkeit. Die Ruptur wird dann letztlich ausgelöst durch Proteinasen, Kollagenasen und Elastasen-also ein Zusammenspiel vieler Faktoren. Ausgelöst werden kann ein vorzeitiger Blasensprung auch durch Plazentastörungen, die durch Sauerstoffmangel in der Plazenta einen ähnlichen Mechanismus in Gang setzen. Eine Untersuchung nachträglich ist nicht mehr möglich, auch vorbeugende bakteriologische Untersuchungen in der nächsten Schwangerschaft wie z.B. einen bakteriologischen Scheidenabstrich kann man sicherlich machen ( jeder Frauenarzt kann dies und schickt den Abstrich in das Labor), sind aber oftmals nicht wirklich hilfreich, da in vielen Abstrichen eine " Mischflora" vorliegt, also mehr oder weniger Bakterien, die in der Scheide üblicherweise nicht vorkommen, aber normalerweise keine klinische Bedeutung haben bei Beschwerdefreiheit. Ich arbeite nicht mehr als Frauenarzt, nur aus Freude als Vertragsarzt bei der Bundeswehr ab und zu. Als Praeventivmassnahme könnte man -wie oben erwähnt- bei Ihnen regelmäßige Scheidenabstriche machen und bei gestörtem Milieu entsprechend behandeln.
Grüße Dr. Fischer
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LubaPi
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Re: Frage an Dr. Fischer

Beitrag von LubaPi »

Sehr geehrter Dr. Fischer,

als Erstes vielen herzlichen Dank für Ihre ausführlichen Antworten und die Arbeit, die Sie hier leisten!!!!!!!
Lieber Dr. Fischer ich hätte ein Paar Fragen an Sie und hoffe sehr auf Ihre ,wie immer , super Antworten.
Am 3.zt wurde bei mir Blut kontrolliert mit folgenden Ergebnissen:

TSHB. 0,71 mIU/l. 0.27-4.20
FSH. 9.4 IU/l. 4-13 Follikelphase
LH. 11.3 IU/l. 2-13 Follikelphase
OE17. 54 ng/l. 10-170 Follikelphase
PROL. 216mIU/l. <450
TESTG. 0,24 ug/l. 0.10-0.70
TESTBI. 0.10 ug/l. 0.02-0.27
SHBG. 30nmol/l. >25
DHEA. 1548 ug/l. 609-3370
ANDR. 3.00 ug/l. 0.21- 3.08. Der Wert ist bei mir oft erhöt, bei5---6----- sogar 8.
Die Blutkontrolle war eine spontane Entscheidung vom FA und ich habe vor der Blutentnahme 10 Tabletten dexamethason (0,5 mg) genommen. Kann dexamethason LH, FSH oder andere Werte außer ANDR beinflußt haben?
meine Zykluslänge ist 29-35 Tage. Ovutest sind auch um den 13-15 ZT jeden Monat positiv.
Wie würden Sie meine Werte einschätzen? Komme ich schon in die WJ? Könnte ich Eizellenreifungsstörung haben? Wäre clomifen ein richtiges Medikament für mich?
In diesem Zyklus hat die Ultraschalluntersuchung am 11. ZT einen Follikel von 15mm ung GMS von 5mm ergeben. Am 14. ZT war der Foll 22mm und GMS 8.5mm. Ich habe aber am 11und 12 ZT je eine Tablette proginova genommen. Könnten die zwei Tabletten die GMS so verändern?
Ich messe auch meine Basaltemperatur, leider nicht regelmäßig, aber in der zweiten ZH ist sie zwischen 36.8-37,3. in der ersten ZH 36.3-36,5.
Lieber Her Dr. Fischer ich würde mich so sehr freuen, wenn Sie mir meine so viele Fragen beantworten würden und wäre auch natürlich sehr dankbar dafür. ich bin sehr verzweifelt, bin ja schon 35 und leider keine Kinder nur 3 Sternchen.

LubaPi
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Re: Frage an Dr. Fischer

Beitrag von LubaPi »

Guten Morgen Dr. Fischer,

hier noch ein kurzer Nachtrag:
Dre AMH wurde jetzt nicht ermittelt, aber vor ca einem Jahr lag er bei 5. !!!! 2 Zyklen später bei widerholter Kontrolle ist er auf 8!!! gestiegen. Aber gerade in diesem Zyklus bin ich schwanger geworden.

Ich habe auch Insulinresistenz, habe früher Metformin genommen, zur Zeit nehme ich kein Metformin.
Habe auch leider ungewünschte Körperbehaarung. Mein BMI ist 27, und somit etwas hoch, leider.
Gesamtcholesterin ist bei 154,laut Labor bis 199 ist grüner Bereich.

Manche Ärzte sagen , dass ich pco habe (Ultraschalluntersuchung), andere wiederum verneinen das.
Mein Progestonwert lag vor 3 Monaten am 21 ZT bei 16,7 , laut Labor ein erfolgter Eisprung. Hatte schon mal ProgesteronWerte von 18 und 27 bei den Norweten von 1.7- 27 ug/l, allerdings noch vor der letzen Schwangerschaft (am 14.5.2014 Stille Geburt in der 23. SSW, bin so traurig !!! Und weine jeden Tag um mein Baby und nach ihm).

Ich hoffe, diese Information wird für Ihre Beurteilung hilfreich sein.
Vielen herzlichen Dank

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Frage an Dr. Fischer

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,
alle Werte sind zyklusgerecht. Dexamethason hat nur auf die Androgene einen Einflußl Gemäß der Konstellation von FSH und LH liegt kein PCO vor.In die Wechseljahre kommen Sie mit diesen guten Werten garantiert noch nicht so schnell!! Eine Störung der Follikelreifung ist kaum anzunehmen, wenn Sie spontane Eisprünge haben, also ist Clomifengabe wenig sinnvoll. Follikel am 11. ZT mit 15 mm ist ideal, allerdings ist die Schleimhaut deutlich zu dünn, hier könnte man im neuen Zyklus 1-2 mg Estradiol als Tbl. tgl. über 12 Tage einsetzen. Der Follikel wächst sehr gut und wie ich soeben nochmals lese, haben Sie ja ein Östrogen genommen-mit schönem Erfolg. Bei Insulinresistenz und Kinderwunsch sollte man Metformin schon nehmen, die Chancen werden deutlich verbessert. Über die ein PCO vortäuschenden vielen Follikelzystchen habe ich hier früher geschrieben. Man darf sie nicht mit dem echten PCO vergleichen. Bzgl. AMH ist zu sagen, dass abfallende Werte ( nicht steigende Werte wie bei Ihnen), direkt korrespondieren mit der Zahl funktionstüchtiger Follikel, andererseits beobachtet man allerdings bei PCO gelegentlich erhöhte Werte. Wichtiger aber ist dass Verhältnis LH zu FSH, das ist bei Ihnen völlig normal.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

LubaPi
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Re: Frage an Dr. Fischer

Beitrag von LubaPi »

Guten Tag Herr Dr. Fischer,

zunächst mal ein Riesen Dankeschön für Ihre ausführliche Antwort!!!

Ich wäre Ihnen unheimlich dankbar, wenn Sie mir noch ein Paar Fragen beantworten würden.

1. Können lh oder FSH an einem Tag schwanken? Um 10:00 ein Wert und um 12:00 ein anderer?
Ich habe beobachtet, dass die Linie bei ovutests am Tag unterschiedlich intensiv ausfällt.

2. wenn ich die 10 Tabletten dexamethason nich genommen hätte, wären meine männliche Hormone bestimmt viel höher!? Könnten Sie ohne dexa so hoch ausfallen, dass man sagen könnte: ja Frau S., sie haben pcos/pco und/oder Eizellenreifungsstörung!?

3. wenn man keine nachgewiesene Gelbkörperschwäche hat und untrogest nimmt, wäre Utrogest in diesem Fall schädlich? Um wieviel kann eine utrogestkapsel (vaginal) die basaltemperatur erhöhen?
4. da mein AMH so sprunghaft ist und auch ziemlich hoch mit 8, wäre es mehr als ein Kriterium für pco
zu werten? Das Hormon sagt in meinem Fall bestimm nichts über die Reserve der Eizellen, oder verstehe ich das falsch? Wie kann man sonst die Reserve überprüfen?
Mein FA hat das Hormon kontrollieren lassen.

Schon wieder Tadend Fragen!

Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Mühe

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Frage an Dr. Fischer PCO, Progesteron, FSH, LH

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,
LH und FSH unterliegen täglichen Schwankungen, die aber sehr gering sind, erst um den Zeitpunkt des ES sind stärkere Veränderungen zu beobachten, da vor allem LH dann besonders ansteigt. Je nach Empfindlichkeit des LH-Testes kann es dann durchaus passieren, dass die zweite Linie gering intensiver wird. Frage 2 ist schwer zu beantworten bzgl. des Androgenanstieges, aber auch ohne Dexamethason würde LH nie so stark ansteigen, dass man daraus ein PCO diagnostizieren darf. Eireifungsstörungen allerdings können bei hohen Androgenwerten durchaus bestehen. Utrogest ist grundsätzlich nicht schädlich-auch bei normalem Progesteronspiegel. Die Temperaturerhöhung beträgt mehr als 0,3- 0,4 Grad und täuscht dadurch durchaus. AMH allein für sich wäre kein Kriterium für diese Diagnose und besagt bei Ihnen über die Reife der Eizellen nichts, da Sie ja sogar spontane Eisprünge haben und das Estradiol auch zyklusgerechte Werte aufweist. Es gibt spezielle Farbultraschalluntersuchungen, die das feststellen können, bleibt aber nur Spezialisten vorbehalten, da man diesbezüglich gute Kenntnissse haben muß und diese Untersuchungsmöglichkeit zur Feststellung der Reservekapazität keine Routine darstellt.
Grüße Dr. Fischer
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LubaPi
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Re: Frage an Dr. Fischer

Beitrag von LubaPi »

Lieber Herr Dr. Fischer!

Zunächst mal ein seeehhhr verspätetes dafür aber sehr grooooßes DANKESCHÖN für Ihre Hilfe!

Möchte Ihnen FROHE OSTERN wünschen und natürlich auch gute Gesundheit und ein seehhr langes, langes, langes Leben, damit Sie uns allen noch sehr lange mit Ihrer Hilfe zur Seite stehen können. Sie machen es richtig toll. Danke!

Schöne Grüße

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Frage an Dr. Fischer

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Morgen,
vielen Dank für die lieben Grüße.
Auch Ihnen :ostern:
Grüße Dr. Fischer
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