Endometriumhyperplasie mit Atypien

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Sina777
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Endometriumhyperplasie mit Atypien

Beitrag von Sina777 » 24.09.13, 15:20

Guten Tag,

ich bin 50 Jahre alt (keine Kinder, noch regelmäßig Periode) und hatte bis Nov. 2012 keinerlei Blutungsprobleme (regelmäßige Periode, keine Schmierblutungen).
Ab Jan 2013 hatte ich teilweise verlängerte, auch schwache Periodenblutungen sowie zusätzliche Zwischenblutungen/Schmierblutungen vor allen Dingen nach anstrengendem Sport.

War im Feb/März bei FA, wo nach der Periodenblutung ein vaginaler US gemacht wurde - Endometrium 6 mm. Eine anschließende Gabe von 6x 2 mg Chlormadinonacetat führte nicht zur Abbruch-Blutung. Es hieß man sollte es beobachten (kein Handlungsbedarf).
Die Blutungs-Probleme bestanden aber weiterhin und haben mich sehr gestört.

Neuer FA im Juli 2013, wo vor und nach der Periodenblutung je ein vaginaler US gemacht wurde - Endometriumdicke 11 mm vorher wie nachher.
Abrasio + Hysteroskopie erfolgte am 01.08.13.
Kinischer Befund laut Ärztin: kleiner Schleimhautpolyp (Größe wie kleiner Fingernagel)
Pathologie: teilweise polypöse Endometriumhyperplasie mit Atypien. Kein Nachweis eines endometrioiden Carcinoms. Empfehlung des Pathologen prophylaktische Hysterektomie.
(das ist der komlette Bericht)

Frage A): Ist eine Hysterektomie für mich unumgänglich ? Ich habe sehr große Probleme damit, aufgrund des großen/einschneidenden Eingriffs...eher ablehnend.

Frage B): Welcher der Ansätze zur Hysterektomie (siehe unten) macht am meisten Sinn ?

Ich habe verschiedene Meinungen (alles Operateure) eingeholt:

1) Totale Hysterektomie (Ovare bleiben) - rein vaginale Durchführung (Vorschlag der Ärztin der 1. Abrasio) - auf meine Frage sagte sie 'das kriegen wir schon hin'
2) Totale Hysterektomie (Ovare bleiben) - laparoskopisch + vaginale Durchführung, + Spülzytologie, + Betrachtung innerer Organe + Betrachtung Großes Netz
3) Totale Hysterektomie (Ovare bleiben) - laparoskopisch + vaginale Durchführung, rein vaginal aufgrund der Enge/keine Senkung vermutlich nicht möglich, evtl. intraoperative Entscheidung
4) Totale Hysterektomie (Ovare bleiben) - Bauchschnitt, da Malignität nicht ausgeschlossen werden kann
5) Abwarten, Gestagenpille (0,075 mg Desogsetrel durchgeghend), alle 3 Montate US, keine Abrasio-Kontrollen, (falls OP: rein vaginal aufgrund der Enge/keine Senkung nicht zu empfehlen - überambitioniert)

Bin seither völlig fertig mit den Nerven. Zu einer OP konnte ich mich bislang nicht durchringen.

Daher Vorschlag der 1. FA angenommen:
seit dem 13.08.13 nehme ich die Pille (0,03 mg Ethinylestradiol/2 mg Dienogest) im Langzyklus 3 Monate/7 Tage Pause/3 Monate, damit das Endometriom sich nicht mehr so hoch aufbaut. Fange aktuell mit der 3. Packung an.
Vorgesehen ist nach ca. 4-6 Monaten eine erneute Abrasio zur Kontrolle (Dez., Jan. ?).
Aktuelle Endometriumdicke am 19.09.13: ca. 4 mm (1. Abrasio am 01.08.13)

Frage C): Ist die Medikation ausreichend/sinnvoll bis zur 2. Abrasio ? Bilden sich dabei auch evtl. die Atypien zurück?

Frage D): Wollte evtl. nach Beendiging der 3. Packung das Pillen-Präparat wechseln zu 0,02 mg Ethinylestradiol/0,1 mg Levenorgestrel - weniger THromboserisiko ?, da ich aktuell Nebenwirkungen habe: Müdigkeit, teilweise Herzrasen, erhebliche Stimmungsschwankungen...- ist das sinnvoll/möglich ?

Gibt es weitere Anregungen oder Erfahrungen ?

Bin für jede Hilfe dankbar...

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Endometriumhyperplasie mit Atypien

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 11.10.13, 15:41

Guten Tag,
eine sehr ähnliche Anfrage habe ich seinerzeit bei einer anderen Userin gelesen und ausführlich beantwortet. In Anbetracht Ihres Alters sollte unbedingt ein Präparat vermieden werden, das Ethinylestradiol enthält. Eine Hysterektomie kann oftmals vermieden werden. Falls OP überhaupt in Erwägung gezogen werden müßte, dann unter Belassung der Ovarien.
Die Frage nach der Langzeitgestagentherapie habe ich ja vorher im anderen Beitrag angesprochen.
Lesen Sie meine ausführlichen Berichte über Endometriumhyperplasie, Einteilung, Definition usw.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Sina777
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Re: Endometriumhyperplasie mit Atypien

Beitrag von Sina777 » 11.10.13, 17:33

an Dr. Fischer

..vielen Dank für die Antwort - mit grossem Interesse habe ich sehr viele ihrer Beiträge gelesen (2013, 2012).

Vor einer Gebärmutterentfernung habe ich sehr grosse Angst und insbesondere auch vor den Folgen dieser OP - werde den OP Termin im Nov. absagen.
...ich habe die Hoffnung, dass es mit der Gestagentherapie oder der Minipille doch auch noch einen Versuch wert wäre auch bei komplexer Hyperplasie mit Atypien

Weiterhin hatte ich überlegt, dass mit der OP auch nicht alle Probleme gelöst sein könnten, da sich ja noch Endometrium, wenn auch nur wenig im Bauchraum befinden könnte (Endometriose habe ich meines Wissens jedoch nicht), welches bei einer Östogendominanz rund um die Wechseljahre ja weiterhin vorhanden wäre und unter dem Einfluß von Östrogen und bei Atypien ebenso zu Krebs werden könnte über die Jahre.....eine OP hätte dann ja nicht viel gebracht außer vermutlich weiteren gesundheitlichen Problemen.

Eine Gestagen-Therapie könnte da doch evtl. sinnvoller sein, da alles erfasst wird.

Leider habe ich noch niemanden gefunden, der diese Bedenken ernst nimmt, auch meine Freundin -Medizinerin - hält das für absolut unwahrscheinlich und rät unbedingt zur OP.

Ich möchte aber eine möglichst optimale Therapie mit Hormonen durchführen, die ich auch über Jahre machen könnte ohne zu große Nebenwirkungen..z.B: mit absteigender Akzeptanz....
A) niedriger dosierte Kombipille (0,02 mg Ethinylestradiol/0,1 mg Levenorgestrel) wegen Zyklusstabilität
--- meine Vorliebe (ich habe außer Alter 50 J. keine Risikofaktoren)
B) Minipille (Gestagen-Monopräparat mit 0,075 mg Desogsetrel oder 0,03 mg Levonorgetrel) - stören würden mich die vielen Schmierblutungen (?)
C) höher dosiertes Gestagen täglich oder zyklisch --- die stärksten Nebenwirkungen ???

Mit meiner FA, die auch die Ausschabung gemacht hatte (war erst 4x da), ist nur schwer zu reden - erklärt nur konkret auf direkte Nachfrage und erinnert gleich, dass eine OP-Aufklärung nur möglich ist, wenn ich mich zur OP entschlossen habe (???)
...nächste Woche habe ich nochmal einen Termin vereinbart, um die konservative Therapie zu besprechen bzw. zu ändern (Kombi-Pille mit 0,03 mg Ethinylestradiol/2 mg Dienogest)....

Ich habe den Eindruck, das die FA primär an einer OP interessiert sind und vielleicht wenig Geduld (Erfahrung) für eine gute konservative Therapieplanung haben ?

Gibt es hier keine Frauen, die eine Hormontherapie durchführen ?..meldet euch bitte...

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Endometriumhyperplasie mit Atypien

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 11.10.13, 17:44

Guten Tag,
Bedenken, daß nach Hysterektomie noch woanders atypische Endometriumzellen sein könnten, müßten Sie eigentlich nicht haben. In 3 Jahrzehnten habe ich nie erlebt, daß unter diesen Umständen ein Endometriumkarzinom an anderer Stelle auftritt, selbst bei Endometriose nicht, da die veränderten Zellen nur in der Gebärmutter sitzen.
Die Therapieoptionen habe ich erwähnt, bzgl. der durchaus auftretenden Schmierblutungen gibt es keine Bedenken, da man in solchen Fällen für einige Tage die Dosis verdoppeln kann.
Ein höher dosiertes Gestagen -zyklisch-kann ebenfalls gegeben werden über 14 Tage, sinnvoll aber nur, wenn man noch einen einigermaßen regelmäßigen Zyklus hat, sonst wissen Sie ja nicht, wann man damit anfangen soll, üblicherweise ab dem Tag des Eisprunges. Die eigentliche OP-Aufklärung bezieht sich in der Tat nur auf den geplanten Eingriff. Alternative Behandlungsmethoden gehören nicht zu einer OP- Aufklärung.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

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