Fragen nach Ausschabung und HSK

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Elli 68
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Fragen nach Ausschabung und HSK

Beitrag von Elli 68 »

Hallo Herr Doktor Fischer,
Vor kurzem hatte ich hier schonmal einen Beitrag in bezug auf anhaltende Blutung und Korpuspolyp bei mir.

Nun war gestern die Ausschabung. Leider konnte ich mit dem operierenden Arzt nicht mehr sprechen,habe erst nächsten Mittwoch einen Termin. Mich beschäftigen jetzt einige Fragen und ich möchte mich hilfesuchend an sie wenden.

Ich hatte eine anhaltend leichte Blutung seit der letzten Periode,dabei wurde von meiner FÄ ein Polyp als verursacher festgestellt.
Nun waren gestern genau auf den Op Termin 4 Wochen seit beginn der letzten Periode vergangen und es setzte morgens eine starke Periode ein.Bevor ich losfuhr kamen beim Toilettengang wieder grössere Schleimhautanteile mit.
Als ich ihm Op war und vom Bett auf den Op Tisch ging,lief das Blut mir die Beine herunter.
Also,jetzt zum zweitenmal solch eine starke Periode,vorher verlief meine Periode immer ganz normal.Heute habe ich eine leicht bräunliche Blutung.

Nun meine Fragen
Kann man trotz der starken Periode die Ausschabung zufriedenstellend durchführen und wird die abblutende Schleimhaut herrausgenommen ?

Und wie ist es dann in Bezug auf den Polyp,kann man ihn dann überhaupt finden bzw. sehen und entfernen?
Es sollte auch eine HSK durchgeführt werden.

Ich habe heute auch noch stechende und ziehende Schmerzen,die so habe ich das Gefühl ,bis in den Enddarm ausstrahlen.Es fühlt sich so an als wäre sehr viel gearbeitet worden.Wie lange dürfen diese Schmerzen anhalten ?

Inwieweit besteht ein zusammenhang zwischen einer lang anhaltenden Blutung und starker Periode zu dem Polyp,ist es so das die Gebärmutter versucht den Polyp abzustossen und deshalb die Blutung nicht mehr aufhört ?

Für Ihre Hilfe danke ich Ihnen schonmal ganz herzlich!

Viele Grüsse

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Fragen nach Ausschabung und HSK

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,
ich beantworte der Reihenfolge:
man kann durchaus auch während der Periode eine Ausschabung machen und die abblutende Schleimhaut wird dabei entfernt. Daher sind die Blutungen nach einer Ausschabung fast immer relativ schwach.
Eine HSK kann man auch durchführen, jedoch statt mit Flüssigkeit besser in diesem Fall mit Gas. Aber selbst wenn keine HSK durchgeführt wurde, " erwischt" man einen Corpuspolypen fast immer. Sicherheitshalber empfehle ich daher, immer einen US postoperativ durchzuführen zur Kontrolle, ob er entfernt wurde. Leider sind dies Kontrollen-während der Pat.ja noch schläft- aus mir unverständlichen Gründen kein Standard.
Postoperativ sollte man eigentlich überhaupt eine Schmerzen haben, wenn aber doch, sollten sie nach 1-2 Tagen abgeklungen sein.
Ein Zusammenhang besteht nicht immer, da es auch viele Polypen gibt, die überhaupt keine Veränderungen im Blutungsmuster zeigen.
Ich bin gespannt auf das feingewebliche Ergebnis, vielleicht haben Sie gar keinen Polypen, sondern eine glanduläre Hyperplasie-also abwarten.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Elli 68
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Re: Fragen nach Ausschabung und HSK

Beitrag von Elli 68 »

Danke Herr Doktor Fischer, für die rasche Antwort.Ich werde sie über das ergebniss informieren,ich hoffe das es nicht so lange dauert bis es da ist !?

Hätte man die Hyperplasie nicht im US erkennen müssen ?

Nun wurde vor der Abrasio von 2 Ärzten insgesamt 3 mal Ultraschall gemacht.Der erste US gleich nach der Periode und die Ärztin war sich relativ sicher das es ein wie sie sagte "Polypchen" ist und meinte noch das sie sich bisher so gut wie nie geirrt hat.Man sah etwas weisses ,so genau kann ich es nicht mehr sagen,war zu aufgeregt.Beim zweiten US eine Woche später zeigte sie es mir als etwas rundes mit einem kleinen weissen Punkt.Von der Schleimhaut sagte sie gar nichts.

Zwei Wochen später wurde von dem Arzt der gestern operierte auch ein rundes gebilde ausgemacht,auch er sagte das es sich wohl um einen Polyp handelt.Die Gebärmutterschleimhaut war hoch aufgebaut,aber es war 6 Tage vor einsetzten der Periode.

Achso,dieser Arzt sagte auch das ich keine Angst vor bösartigem geschehen haben brauche in meinem Alter,ich bin 45.Ist das so ?

Beide Ärzte hatten moderne Ultraschallgeräte mit Farbdoppler.
Was wäre im Falle einer Hyperplasie ? Wäre die ausgeführte Abrasio nun auch die Therapie gewesen ?
Leider fand ich eben nur spärlich information im internet.

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Fragen nach Ausschabung und HSK

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,
mit etwas Erfahrung kann man eine Hyperplasie durchaus von einem Corpuspolypen unterscheiden.Ich sage ja nicht, daß Sie eine Hyperplasie haben müssen. Viele Hyperplasien bluten mit der der Periode ab, da man bei Ihnen aber unmittelbar nach der Periode schallte und das " Gebilde" noch vorhanden war und zudem von runder Struktur, wäre in der Tat eher an einen Polypen zu denken.
Grüße Dr. Fischer
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Elli 68
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Re: Fragen nach Ausschabung und HSK

Beitrag von Elli 68 »

Guten Morgen Herr Dr. Fischer,
Sie waren auf das Feingewebliche Ergebniss meiner Ausschabung gespannt,nun möchte ich Ihnen berichten.

Es war wirklich ein Polyp,aber ich gehöre zu den 1-2 % bei denen er bösartig war. Also Endometrium Ca.
Ich bin immer noch in Schockstarre .Meine beiden Ärzte hatten absolut nicht damit gerechnet,da ich auch laut Aussage gar nicht die Person dafür bin,alleine schon wegen dem Alter.
Ausser dem Polyp sah die Gebärmutter absolut in ordnung aus,selbst der Polyp hat gar nicht so ausgesehen und sich auch nicht so angefühlt sagte der Operateur.Alle sind sehr überrascht.

Nun folgt ein Ct und erst übernächste Woche ,wenn der Befund des Ct da ist das vorgespräch zu Op.
Der Chefarzt operiert diese Sachen selbst und ist noch zwei Wochen in Urlaub,danach soll gleich die OP stattfinden.

Ich habe Angst das da in der Zeit etwas weiterwächst ,meine Ärztin sagte aber das dies nicht so sei.Erstmal hat man den Polyp entfernt somit wäre das schon aus dem Weg gerräumt,ausserdem gehen sie davon aus das es sehr früh entdeckt wurde.Noch dazu ist die Ausschabung erst 1 Woche her und man sollte allles noch etwas zur Ruhe kommen lassen.
Was sagen Sie ,macht es viel aus das es bis zur GM entfernung noch zweieinhalb Wochen dauert ?

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Fragen nach Ausschabung und HSK

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,
das tut mir leid, da die Entartung wirklich sehr selten ist.
Innerhalb zwei Wochen besteht fast keine Gefahr eines weiteren Wachstums oder gar eine Streuung ( Metastasierung), da müssen Sie keine Bedenken haben. Alles Gute.
Grüße Dr. Fischer
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