Polyp in der Gebämutter

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Elli 68
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Polyp in der Gebämutter

Beitrag von Elli 68 »

Hallo Herr Doktor Fischer,
da ich Wechseljahresbedingt eine starke Blutung hatte war ich gestern zu meiner Frauenärztin.
Sie meinte beim Ultraschall den Übeltäter gefunden zu haben,ein kleiner Polyp.Sie möchte nach der der nächsten Periode gleich wieder danach schauen,ob es auch wirklich ein Polyp ist,manchmal wäre es auch ein Schleimhautrest.
Wenn es ein Polyp wäre soll ich ihn gleich per Ausschabung entfernen lassen.

Was sagen Sie dazu,ist eine Ausschabung sofort angebracht ?Wenn ja kann ich diese auch unter örtlicher Betäubung machen lassen ,ich reagiere nämlich sehr empfindlich auf alle möglichen Medikamente.


Herzlichen Dank für ihre Antwort !

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Polyp in der Gebämutter

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,
sie hat mit der Kontrolle ( mit abklingender Periode, also am 5.-7. Tag) schon recht, da sie sich nicht sicher ist. So etwas kommt vor. Ist es dann ein Korpuspolyp, sollte man ihn mittels Ausschabung entfernen, eilt dann aber nicht so sehr. In örtlicher Betäubung geht das auch ( Parazervikalblock), er wirkt aber nicht immer optimal und die Pat. darf sich nicht bewegen. Daher wird er heutzutage kaum mehr durchgeführt.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Elli 68
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Re: Polyp in der Gebämutter

Beitrag von Elli 68 »

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Ich hätte noch ein paar Fragen.

Sieht man diese Polypen nicht eindeutig ? Ultraschall wurde nun auch gegen ende der Periode gemacht.
Muß ich,wenn es ein Polyp ist, mit stärkeren Blutungen rechnen ?

Ich hätte große Angst vor einer Narkose,ist die Narkose bei einer Ausschabung denn bei empfindlichen Patienten durchzuführen bzw. schonend,vielleicht gibt es hier auch verschiedene Möglichkeiten ?
Wie schon geschrieben reagiere ich sehr auf alle möglichen Medikamente,manchmal auch paradox.

Danke nochmal für Ihre Mühe.

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Polyp in der Gebämutter

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Morgen,
der erfahrene Ultraschaller erkennt ihn eindeutig. Im Zweifel kann man auch eine Hydrosonographie machen, wird aber im Routinealltag so gut wie nie durchgeführt ( US mit Instillation von etwas Wasser in die Gebärmutterhöhle). Nach diversen Reaktionen auf Narkose wird sie der Narkosearzt genau befragen. Die OP incl. Narkose-verzichtet man auf eine Gebärmutterspiegelung-dauert gerade mal 15 Minuten. Rückenmarksnahe Narkosen wirken viel zu lang und stehen in keinem Verhältnis zu dieser kurzen OP.
Grüße Dr. Fischer
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Elli 68
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Re: Polyp in der Gebämutter

Beitrag von Elli 68 »

Hallo Herr Doktor Fischer,
Ich bin Ihnen so dankbar und es ist toll das Sie hier sind.

Ich mache mir solche Gedanken ,bin voller Angst.
Ich schrieb ja schon das vor 12 Tagen der ganze Schlamassel mit einer Überfallartigen starken Blutung mit Schleimhautklumpen angefangen hat,am 21 Zyklustag.dann noch 2 Tage leicht,kurze Pause und dann ging es Mittwochsabends wieder los,an dem Tag sollte auch die Periode beginnen,dann ging es sehr schleppend um am Montag erst richtig zu beginnen.Nun habe ich seitdem eine richtige Blutung,teils mit kleinen Schleimhautabgängen.
Gestern war ich ja erst bei meiner F Ä ,die einen wahrscheinlichen Polyp gesehen hat.
Nun habe ich Angst wegen dieser doch sehr lange anhaltenden Blutung,fast 14 Tage mit 3 Tagen Pause nach derr Zwischenblutung.Gestern dachte ich noch es hört langsam auf,aber heute wieder mehr.

Kann das von dem Polyp ausgelöst werden ?

Ausserdem sah die Ärztin etwas Flüssigkeit in der Gebärmutter,was meinte Sie damit,das Menstruationsblut ?

Kann ich bei solch einer langen Blutung abwarten ?

Achso, die Ärztin sagte auch das es auch ein Schleimhautrest,statt eines Polypen sein könnte,deshalb im nächsen Monat wieder Kontrolle.
Hätte ich also noch etwas hoffnung das es doch kein Polyp ist ,sondern nur ein Schleimhautrest ?

Übrigens bin ich 45 Jahre alt was evtl. Noch wissenswert ist.
Entschuldigen sie das ich Sie so mit fragen löchere,aber ich weiß mir vor Angst nicht zu helfen und meine Ärztin hat heute Mittag geschlossen.Ausserdem machte Sie mir gestern noch zusätzlich Angst indem sie sagte das manchmal auch etwas böses hinter einem Polyp steckt wenn es den einer wäre.
Es wäre super wenn Sie mir die Fragen noch beantworten könnten .

Ganz Herzlichen Dank nochmal für ihr überaus kompetentes Betreuen ,Beraten und Unterstützen !

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Polyp in der Gebämutter

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,
Corpuspolypen können durchaus Blutungsstörungen verursachen, aber dies ist nicht obligat. Ich habe in über 30 Jahren viele Polypen gesehen und operiert, die keinerlei Blutungen verursachten, das ist aber eigentlich eher die Ausnahme.
Die Flüssigkeit ist immer altes Blut, das sich verflüssigt hat. Hierbei kann es sich um Menstruationsblut oder Blut wegen abblutender Hyperplasie und Dysfunktionelle Blutungen handeln. Dies kommt darauf an, an welchem Zyklustag man den US durchführt.
Bei einer 14 tägigen Blutung sollte man nicht alllzu lange auf den OP-Termin warten.Man verliert sonst nur doch unnötig Blut und man glaubt gar nicht, wie rasch dann die entsprechenden Blutwerte sinken. Ein Schleimhautrest ist theoretisch möglich, dann hingegen kann man eine sogenannte hormonelle Ausschabung machen ( siehe meine alten Berichte), man gibt für 10 Tage ein Östrogen/Gestagen-Präparat, darunter wird die Blutung gestoppt-nach einigen Tagen- und nach Absetzen der letzten Tbl.l kommt es kurze Zeit darauf zur Hormonabbruchblutung,quasi wie bei der Pille. Anschließend sofortige US-Kontrolle. Eine gewisse Hoffnung besteht, doch sollte man Sie nicht einfach so weiterbluten lassen. Corpuspolypen entarten extremst selten, eher die atypischen glandulären Hyperplasien, dies sind sehr hoch aufgebaute Schleimhautanteile, zum Teil über 20 mm, so etwas erkannt man aber normalerweise. Es gibt auch " normale" glanduläre Hysperplasien ( Berichte von mir ), die immer gutartig sind und in Ihrem Alter gar nicht so selten vorkommen. Die Therapie ist simpel: nach dem Eisprung für 12 Tage ein Gestagen geben, denn dahinter steckt immer ein Gestagenmangel, was für Ihr Alter meist typisch ist.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

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