Wehenartiger Schmerz nach Konisation

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simona30
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Wehenartiger Schmerz nach Konisation

Beitrag von simona30 »

Hallo liebes Team

Ich habe im August 09 eine Konisation nach PAP4a bekommen,zum Glück alles im guten entfernt..Seit dem Eingriff habe ich allerdings bei jeder Periode wehenartige schmerzen die mit jedem Mal schlimmer werden.An Schlaf ist Nachts gar nicht mehr zu denken...
Mein FA meinte das der Gebärmuttermund vernarbt sei und das die Ursache für die Schmerzen ist.Er hat mir schon verschiedene Schmerzmittel verschrieben die aber bis jetzt nicht geholfen haben.Mittlerweile bin ich so weit das ich mir die Gebärmutter entfernen lassen möchte, jedoch möchte das mein Frauenarzt nicht.Kinderwunsch ist nicht vorhanden da ich sterilisiert bin.Ich verstehe nicht warum ich weiterhin mit solch starken Schmerzen leben soll obwohl ich keine Kinder mehr bekommen kann?Oder gibt es vielleicht doch noch Hoffnung das diese Schmerzen irgendwann verschwinden?? Das nächste Schmerzmittel welches ich bekommen würde wäre schon die Vorstufe von Morphin und das möchte ich auf gar keinen Fall...gibt es vielleicht noch andere Möglichkeiten meine Schmerzen zu lindern???

MFG Simona30
Dr.med.Holger Fischer
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Konisation und Vernarbung

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Abend,
wenn nach einer Konisation der Cervikalkanal vernarbt ist, kann man ihn in Narkose aufdehnen, wobei man bis zum Hegarstift Größe 12 dehnen sollte ( = 12 mm ). Ursache ist die deutlich erschwerte Ausstoßung des Menstrualblutes und dies geht natürlich mit wehenartigen Schmerzen einher. Daß man in solchen Fällen eine Gebärmutterentfernung macht, habe ich noch nie erlebt und ich überblicke sicherlich hunderte von Konisationen. Man sollte unbedingt aktiv werden in Richtung OP und Sie nicht vertrösten. Es wird garantiert nicht besser-erst dann, wenn Sie später keine Blutungen mehr haben. Die Periode mit Tbl. ( Gestagendauertherapie) zu unterbinden, wäre auch der nicht korrekte und nicht übliche Weg.
Nachtrag: lassen Sie sich nicht von dem evtl. kommenden Argument beeinflussen, nach der Dehnung ( Dilatation) kommt es wieder zu einer Stenosierung. Das ist zwar leider theoretisch möglich, kommt aber nicht so oft vor, wenn man wirklich weit genug dehnt und das geht nur in Narkose oder exakter Lokalanaesthesie. Aber ein Versuch ist es allemal wert.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.
simona30
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Beitrag von simona30 »

Lieber Dr. Fischer

vielen Dank für Ihre Antwort,ich werde auf jeden Fall mit meinem Frauenarzt über eine Dehnung sprechen denn der momentane Zustand ist kaum noch zu ertragen (daher auch der Gedanke an eine Entfernung der Gebärmutter)

Wird dieser Eingriff ambulant gemacht?

Ich habe auch schon an Verwachsungen gedacht da ich 2x mit Kaiserschnitt entbunden habe,jedoch traten diese Schmerzen erst nach der Konisation auf.

Ich werde gleich Montag einen Termin bei meinem Arzt vereinbaren...

Einen lieben Gruß und nochmals vielen Dank

Simona30
Dr.med.Holger Fischer
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Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Morgen,
der Eingriff ist geradezu ideal für eine ambulante Operation, man muß natürlich nur die entsprechende apparativ- rechnische Einrichtung haben incl. Narkosearzt und Aufwachraum. Für diesen Eingriff braucht man nur sehr wenig Instrumentarium, Dauer incl. Nakose etwa maximal 15 min , danach noch 2 Std. Aufwachraum und dann abholen lassen. Das wars dann auch schon.
Grüße Dr. Fischer
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simona30
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Beitrag von simona30 »

Guten Morgen,

das ist ja perfekt,wir haben hier eine tolle Tagesklinik in der auch die Konisation durchgeführt wurde.(um 11 Uhr die OP und um 13 Uhr wieder zuhause)
Jetzt habe ich wieder Hoffnung das dieser quälende Schmerz vielleicht bald ein Ende hat.

Und sollte es danach doch zu einer Stenosierung kommen,so habe ich es wenigstens versucht.Ich möchte nicht das ich Monat für Monat von Tabletten abhängig bin.

Sollte dieser Fall der Stenosierung eintreten gibt es dann noch andere Möglichkeiten?

Einen lieben Gruß und ein schönes Wochenende

Simona30
Dr.med.Holger Fischer
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Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo Simona,
gibt es leider nicht-allenfalls nochmaliges Aufdehnen bis zu einer noch größeren Weite. Danach bleibt in der Tat nur noch die Gestagendauertherapie ( keine Blutungen mehr) oder die Gebärmutterentfernung übrig. Früher ( vor mehr als 30 Jahren ) hatte man zur Vermeidung einer Stenosierung das Fehlingröhrchen für einige Tage in den Cervikalkanal gelegt. Ich selbst kenne das nur noch aus älterer Literatur. Zum Vermeiden von Stenosierungen lege ich einen dicken Hegarstift in den CK und setze dann nur zwei Ecknähte daneben. Somit wird verhindert, daß man den CK zu eng vernäht.
Grüße Dr. Fischer
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simona30
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Beitrag von simona30 »

Hallo Dr. Fischer

Jetzt bin ich ein wenig irritiert :?

Sie schreiben :"Zum Vermeiden von Stenosierungen lege ich einen dicken Hegarstift in den CK und setze dann nur zwei Ecknähte daneben. Somit wird verhindert, daß man den CK zu eng vernäht."

Ich war jetzt im glauben das man den CK einfach nur aufmacht (dehnen) und fertig.Was wird denn genau gemacht?Mich wundert jetzt das nähen und Stift einsetzen...bleibt dieser dann drin? :shock:

LG Simona
Dr.med.Holger Fischer
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Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo Simona,
damit kein Mißverständnis entsteht: ich lege nach der Konisation am Ende der OP einen Hegarstift ein und vernähe dann rechts und links-das Ganze also während der Erstoperatiion zur Vermeidung einer Stenose. Bei Ihnen war ja die OP bereits und es wird nunmehr lediglich mit Hegarstiften der stenosierte CK wieder aufgedehnt.
Grüße Dr. Fischer
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simona30
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Beitrag von simona30 »

Hallo Dr. Fischer

Nein,kein Mißverständnis ich habe schon verstanden das Sie "vorbeugend" operieren

:) Ich wünschte das wäre auch in meinem Fall so gewesen...

Ich hätte jetzt nur gern gewusst ob diese Stifte nach dem dehnen wieder entfernt werden oder ob da irgendwas genäht werden muss?

LG Simona
Dr.med.Holger Fischer
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Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo,
man dehnt nur auf-beginnend mit kleinen Hegarstiften, die dann immer etwas dicker werden. Nach dem Dehnen wird kein Stift belassen, man macht auch keinerlei Nähte.Der CK wird lediglich aufgedehnt.
Grüße Dr. Fischer
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simona30
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Beitrag von simona30 »

Hallo,

vielen lieben Dank für die Information,Sie haben mir wirklich sehr geholfen.

Ich werde gleich Montag mit meinem FA über diese Möglichkeit sprechen und hoffe das er zustimmt.Ansonsten werde ich wohl weiterhin jeden Monat ein Kind zur Welt bringen(den schmerzen nach) oder aber einen anderen Gynäkologen aufsuchen.

LG Simona
Mirela 1977
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Re: hat die Dehnung geholfen?

Beitrag von Mirela 1977 »

simona30 hat geschrieben: 09.04.10, 19:18 Lieber Dr. Fischer

vielen Dank für Ihre Antwort,ich werde auf jeden Fall mit meinem Frauenarzt über eine Dehnung sprechen denn der momentane Zustand ist kaum noch zu ertragen (daher auch der Gedanke an eine Entfernung der Gebärmutter)

Wird dieser Eingriff ambulant gemacht?

Ich habe auch schon an Verwachsungen gedacht da ich 2x mit Kaiserschnitt entbunden habe,jedoch traten diese Schmerzen erst nach der Konisation auf.

Ich werde gleich Montag einen Termin bei meinem Arzt vereinbaren...

Einen lieben Gruß und nochmals vielen Dank

Simona30
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