Hilfe möglich?

Moderator: DMF-Team

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Brummbär
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Hilfe möglich?

Beitrag von Brummbär »

Hallo zusammen, meine Mutter hat Demenz im Endstadium. Sie ist seit einem Sturz mit Bruch nicht mehr in der Lage zu stehen, zu sitzen, selbst zu essen u.trinken, hat Schluckstörungen, kann nicht mehr sprechen. Seit über einem Jahr artikuliert sie sich mit Schreien in unterschiedlicher Intensität. Sie bekam morgends Morphium, Psychopharmaka, Schlaftabletten u.a. Nun hat sie tagelang nur noch geschrien, auch nachts, ist schweißgebadet, trinkt und isst kaum noch. Der Hausarzt hat erst nach massivem Protest und Drohungen von mir reagiert, hat das Morphium verdoppelt und Antibiotika gegeben, weil sie angeblich eine Blasenentzündung hat. Die Fachärztin hat alle Psychopharmaka abgesetzt, weil sie überdosiert sei. Nun bekommt sie nur noch Schmerzmittel und nachts Schlafmittel. Aber sie schreit immer noch, schwitzt sehr und hat Durchfall. Niemand kann mir sagen, warum sie so schreit. Ich finde es sehr belastend, meine Mutter so leiden zu sehen und nicht helfen zu können.
Hat jemand einen Rat an micht?
Danke
Brummbär

Annette Koch
DMF-Moderator
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Re: Hilfe möglich?

Beitrag von Annette Koch »

Hallo Brummbär,

ich verstehe Ihre Situation sehr gut. Daneben zu stehen und das Leid seiner eigenen Mutter mitansehen zu müssen und nicht helfen zu können. Wie verhielt sich Ihre Mutter denn vor dem Sturz?

Wenn ein Mensch seine Wünsche, Ängste, Schmerzen usw. nicht mehr artikulieren kann, bleibt nicht mehr viel um sich mit seiner Umwelt in Verbindung zu setzen. Wie verhält sie sich wenn Sie ihre Hand halten, sie in den Arm nehmen?

Versuchen sie früher bekannte Dinge mit Sinnensreizen (hören, riechen, schmecken, tasten ), die sie besonders gerne hatte, zu fördern. Wie z.B. welche Musik hörte sie gerne? Welche Düfte hatte sie besonders gerne, wie z.B. Blumendüfte usw. ; wie verhält sich das Pflegepersonal gegenüber Ihrer Mutter? Wirkt es ruhig im Umgang mit Ihrer Mutter? Wird die Biografie Ihrer Mutter in die Pflege mit einbezogen?

Auch wenn sie sich nicht artikulieren kann, so erkennt sie, im tiefsten Inneren, vielleicht manche Dinge wieder, das schafft Vertrauen und beruhigt, lässt Ängste weniger werden..

Ich wünsche ihnen weiterhin viel Kraft und die Geduld
Liebe Grüße

Annette Koch
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DMF-Moderatorin
Geriatrie/Gerontologie
Pflege

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