Dialyse bei betagter "dementer" Person?

Moderator: DMF-Team

Antworten
Nordlich
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 2
Registriert: 18.11.11, 16:13

Dialyse bei betagter "dementer" Person?

Beitrag von Nordlich »

Hallo Forum,
ich erzähle einfach mal und warte auf eure Kommentar...

Gestern erhielt ich einen Anruf meines Bruders, der in indirekter Hausgemeinschaft mit meiner Mutter 88J wohnt.

Gestern (oder vorgestern) ist meine Mutter ins Krankenhaus gekommen - Sie hatte nicht mehr die Kraft von alleine aus dem Sessel aufzustehen und hatte sich offensichtlich eingekotet, weil sie nicht mehr zur Toilette kam.
Im Krankenhaus wurde offensichtlich festgestellt, dass beide Nieren "kaputt" seien.

Der behandelnde Arzt im Krankenhaus wollte nun von meinem Bruder eine Entscheidung, ob eine Dialyse durchgeführt werden sollte, oder "ob man sie einschlafen (versterben) lässt", und wollte wohl so etwas wie eine Einverständniserklärung meines Bruders zum Abbruch der Behandlung, und drohte wohl mit dem Vormundschaftsgericht zwecks Betreuung und Herbeiführung einer externen Entscheidung.

Meine Mutter ist wohl geistig nicht mehr in der Lage, eine eigene mündige Entscheidung zu treffen. Eine Frage meines Bruders an den Arzt, ob denn sich durch die Dialyse der Zustand bessern könnte, konnte oder wollte der Arzt nicht beantworten und schien nicht gewillt oder in der Lage, die Frage(n) meines Bruders zu beantworten. Statt meinem Bruder die Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, schien der Arzt Anstalten zu machen, einen gerichtlichen Betreuer hinzuzuziehen....

Was denkt ihr? Macht eine Dialyse noch Sinn, oder verlängert das nur die Leiden meiner Mutter?

Ihr die Situation zu erklären wäre schon aufgrund ihres Geisteszustandes nur schwer gelingen, Sie würde schon das Wort Dialyse oder Blutwäsche nicht mehr verstehen. Würde man ihr mit einer Dialyse einen Gefallen tun, oder nur unnötig ihre Leiden verlängern? Wie lange kann Sie ohne Dialyse noch leben?

Danke für eure Kommentare.

Chandra
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 637
Registriert: 07.04.06, 12:37
Wohnort: Bayern

Re: Dialyse bei betagter "dementer" Person?

Beitrag von Chandra »

Hi,

hat Deine Mutter eine bekannte Demenz? Wenn bei Nierenschädigung die harnpflichtigen Substanzen im Blut zu hoch sind, kann das nämlich auch zu Müdigkeit und Verwirrtheit führen, die mit einer Dialyse behandelbar wären. Ob eine Dialyse bei Deiner Mutter "sinnvoll" ist, kann man sicher nicht aus der Ferne beantworten. Das kommt insbesondere auf die Grunderkrankung und ihren sonstigen Allgemeinzustand an. Wenn Ihr Euch aber unsicher seid, würde ich denken, es ist einen Versuch wert, aber nochmal: Um die Situation wirklich einschätzen zu können, bräuchte man mehr Informationen. Eigentlich ist es m.E. nach auch Aufgabe des Arztes, Euch diesbezüglich zu beraten. Und je nach Grunderkrankung kommt es auch auf den mutmaßlichen Willen Deiner Mutter an. Glaubst Du, sie hätte lebensverlängernde Maßnahmen in ihrem Fall gewollt?

Liebe Grüße
Chandra
To know how to do something well is to enjoy it.

kk9979
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 257
Registriert: 13.07.13, 08:26

Re: Dialyse bei betagter "dementer" Person?

Beitrag von kk9979 »

Hallo,
ich sehe es wie Chandra. Warum sollte es man nicht mit einer Dialyse probieren, nur weil die Mutter schon 88 Jahre alt ist? Auf einen Versuch kommt es darauf an. Vielleicht verbessert sich dadurch ihre Allgemeinverfassung und vielleicht hat Chandra recht, dass durch die harnpflichtigen Substanzen eine Art Verwirrtheit entstanden ist. Es wäre doch schade drum, wenn man gleich aufgibt.

Ich selbst kenne eine alte Dame, die mit 89 Jahren noch einen Eingriff am Herzen erfolgreich überstanden hat. Sie ist dann 99 Jahre alt geworden. Warum soll man die Möglichkeit nicht nutzen und der Person noch ein paar Jährchen Lebenszeit schenken.

Antworten