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medizin-forum.de • Thema anzeigen - viel Eisen wenig Purine - welche Lebensmittel
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BeitragVerfasst: 31.01.11, 12:35 
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Meine Harnsäurewerte sind genetisch bedingt grenzwertig. Ich hatte (noch?) keinen Gichtanfall und muss mich deshalb nicht unbedingt purinarm ernähren, möchte aber trotzdem gerne auf die Purine achten. Erstens fällt die Ernährungsumstellung sicher leichter, wenn man sie langsam vollziehen kann (wobei ich viele purinreiche Lebensmittel sowieso noch nie wirklich gemocht habe) und zweitens hoffe ich, auf die Art meinen ersten Gichtanfall möglichst lange hinauszögern zu können (wenn ich ganz darauf verzichten könnte, wäre mir das sehr recht).

Andererseits muss ich - wie wohl recht viele Frauen - aufpassen, dass meine Ferritin-Werte nicht allzu sehr absacken.

Welche Lebensmittel erfüllen beide Bedingungen?
Ich habe von folgenden Dingen gehört:
diverse Kohlsorten (Nachteil: Flatulenzen, unangenehm vor allem für meine Mitmenschen)
Nüsse (aber welche? Hasel-, Wal-, Cashew-Nüsse? Mandeln? andere?)
Schokolade (aber welche? Bitter mag ich nicht...)
Nuß-Nugat-Creme (= Nüsse plus Schokolade, eigentlich optimal, oder?)
Butter (Nachteil: Cholesterin - ist für mich derzeit noch kein Problem, kann es aber noch werden)
Lakritz (führt in großen Mengen ebenfalls zu Flatulenzen)

So, das war's schon. Und das meiste davon sind eher Näschereien als "vollwertige" Lebensmittel. Ich nasch ja gern, aber...
Meine bisherigen sonstigen Recherchen ergaben entweder wenig Purine, dann aber auch nur wenig Eisen oder eben viel Eisen, dann aber auch viele Purine. Aber viel Eisen und wenig Purine, das scheint recht selten zu sein :(

Immerhin, ein Lichtblick: Eine Fruchtsaftkelterei hier aus dem weiteren Umland versetzt einen ihrer Säfte mit zusätzlichem Eisen. Zum Glück schmeckt der mir.


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BeitragVerfasst: 03.02.11, 17:17 
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Gicht ist eine Stoffwechselkrankheit mit einer erblichen Disposition und einem angeborenen Fehler im Harnsäurestoffwechsel. Bei entsprechender Veranlagung fördert Übergewicht, purinreiche Ernährung oder erhöhter Alkoholkonsum ihre Entstehung.
Harnsäure ist das Abbauprodukt der Purine. Erhöhte Harnsäurewerte können durch eine Überproduktion oder eine gestörte Ausscheidung von Harnsäure bedingt sein.
Überschüssige Harnsäure wird im Normalfall über die Nieren ausgeschieden. Ist dieser Stoffwechsel gestört, steigt der Harnsäuregehalt des Blutes an:
Normalwerte bei Männern liegen zwischen 3,4 und 7,0 mg/100 ml und bei Frauen zwischen 2,4 und 5,7 mg/100 ml.
Harnsäure

Harnsäure wird von den Nieren aus dem Blut "gefiltert", zusammen mit anderen Stoffen und Wasser in der Harnblase gesammelt und durch den Urin ausgeschieden.

M.W. ist die Ausscheidung der Harnsäure gehemmt, wenn der Insulinspiegel zu hoch ist, also viele KH gegessen werden. Besser wäre also z.B. eine Ernährung mit weniger KH, Fruchtzucker aus Früchten und Säften erhöht übrigens auch schnell die Purinwerte im Blut.

Das nur zu deinem Fruchtsaft. :wink:

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Viele Grüße, bluemoon

"Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles Nichts."


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BeitragVerfasst: 03.02.11, 19:43 
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Danke für die Antwort.

Wenn der Saft doch keine so gute Idee ist, wo krieg ich dann mein Eisen her?
Ich habe zwar die Eisenkapseln gut vertragen, könnte also einfach sagen, ich mach einmal im Jahr damit eine "Kur". Trotzdem wär's mir lieber, wenn ich mein Eisen über die Nahrung aufnehmen könnte...

:cry: :cry: :cry:


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BeitragVerfasst: 03.02.11, 20:10 
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Warum isst du kein Fleisch? Rind und Schwein ist kein Problem - bei Geflügel ist das "Schlimmste" die Haut.

Hier ein paar Gruppen:

Zitat:
Die beste Quelle für Eisen ist rotes Fleisch. Es ist aber ebenfalls in Leber, Fisch, Geflügel, Hülsenfrüchten, Getreide, getrockneten Früchten, Vollkornbrot, Blattgemüse, Nüssen oder Samenkörnern enthalten. Eisen aus tierischen Quellen (Häm-Eisen) wird besser absorbiert als Eisen aus pflanzlichen Quellen (Non-Häm-Eisen). Unser Körper kann nur ca. 15% - 25% des in Fleisch, Fisch und Geflügel vorhandenen Eisens aufnehmen. Die Aufnahmefähigkeit von Non-Häm-Eisen aus Getreide, Gemüse und Früchten ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Phytate (in Getreide und Hülsenfrüchten), Ballaststoffe, Tannine (in Tee und Kaffee) sowie Kalzium können Non-Häm-Eisen binden, und so die Absorption reduzieren. Die Absorption von Eisen aus pflanzlichen Quellen kann durch die gleichzeitige Anwesenheit von Vitamin C (in Zitrusfrüchten, Beeren, Kiwis, Paprika und Kartoffeln) gesteigert werden.


Oder hier: http://www.eisen-netzwerk.de/ernaehrung ... nieren.php

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Viele Grüße, bluemoon

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BeitragVerfasst: 04.02.11, 07:25 
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Ich eß ja Fleisch - aber man hört allerorten, dass wir hier in den Industrienationen unseren Fleischkonsum zurückfahren sollen. Auch bei Gicht (auch wenn ich die ja, zum Glück, noch nicht habe) soll man so wenig Fleisch wie möglich essen. Und auch bei Fleisch gilt: Das, was am meisten Eisen enthält, enthält auch am meisten Purine (in diesem Fall bin ich sogar dankbar für die Purinwerte, denn mit Innereien konnte man mich schon immer jagen - und es ist wesentlich höflicher zu sagen: "Das darf ich aus gesundheitlichen Gründen nicht essen." als wenn man sagt: "Das mag ich nicht." ;-) )


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BeitragVerfasst: 24.02.11, 07:37 
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bluemoon64 hat geschrieben:
M.W. ist die Ausscheidung der Harnsäure gehemmt, wenn der Insulinspiegel zu hoch ist, also viele KH gegessen werden. Besser wäre also z.B. eine Ernährung mit weniger KH, ...

Manchmal muss ich einen Beitrag mehrmals lesen, bevor ich alles wirklich registriert habe... :oops:
Bezieht sich dieser Tipp in erster Linie auf die kurzkettigen Kohlenhydrate (die generell gerne als ungesund betrachtet werden)? Oder sind hier "ausnahmsweise" auch die langkettigen Kohlenhydrate mit enthalten (die in den meisten - anderen? - Fällen ja eher als gesund gelten)?

Zu der Liste aus dem vorletzten Beitrag:
Leber, -> sehr, sehr viel Purine, schmeckt mir außerdem überhaupt nicht!!!!!
Fisch, -> Purinwerte abhängig von Fischsorte und Zubereitungsart (können aber hoch sein). Plattfische, Tunfisch, Seelachs sind ok, ich esse sie auch recht gerne, habe aber Angst, der Überfischung Vorschub zu leisten (ich achte schon auf entsprechende MSC- und Safe-Siegel, aber trotzdem...)
Geflügel, -> Das ist gut, esse ich gerne. Auf die Haut kann ich zur Not verzichten. Ich dachte nur, das reine Fleisch (ohne Innereien) enthielte nur wenig Eisen...?
Hülsenfrüchten, -> unter den Gemüsesorten die mit den höchsten Purinwerten
Getreide, -> Gut, brauche nur noch ein paar Rezepte für die warme Hauptmahlzeit...
getrockneten Früchten, -> viel Purine
Vollkornbrot, -> Sehr gern, nur leider nicht oft (weiß immer nicht, was ich drauf tun soll...)
Blattgemüse, -> von manchen Sorten "tute" ich, andere kenne ich fast nur als Salat, manche mag ich nicht
Nüssen -> super, lecker, gerne (siehe OP) - aber eher Naschware, oder?
oder Samenkörnern -> gerne, benutze ich aber in erster Linie, um Müsli oder Salat zu verfeinern oder um reine Tomatensaucen durch etwas "Sättigendes" zu ergänzen. Wieviel muss ich davon essen, damit ich meinen Tagesbedarf decken kann? (rhetorische Frage, die Antwort ist ja abhängig davon, was ich sonst noch so esse...)

Zu dem restlichen zitierten Beitrag: Widerspricht sich das mit Getreide (= gute Eisenquelle) und Ballaststoffen (= reduzieren die Absorption) nicht?
Tee trinke ich gerne, aber in erster Line zum Frühstück. Bis zum Mittag- und Abendessen dürfte das dann keine Auswirkungen mehr haben, oder?
Vitamin C ist gut zu wissen.


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BeitragVerfasst: 23.08.11, 09:42 
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Ich habe meine Internet-Recherche auf englischsprachige Seiten ausgeweitet und bin da auf Aussagen gestossen, denenzufolge Leute mit hohen Harnsäurewerten eisenhaltige Lebensmittel (sowie eisenhaltige Nahrungsergänzungsmittel) meiden sollten. Angeblich fördere ein hoher Eisenwert das Auskristallisieren der Harnsäure??? Diese Seiten halten es teilweise für besser, den Eisenwert so niedrig zu halten, dass man am Rande einer Anämie sei.

Irgendwie kann ich das nicht so richtig glauben...? :shock:
Ich dachte immer, Eisen sei wichtig?

Weiß jemand etwas über diese Theorien?


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BeitragVerfasst: 06.09.11, 05:16 
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Hallo Renate,

nur mal so als Denkanstoss:

Bei Blutungen im Darm wird auch reichlich Protein aufgenommen, dass zu Harnsäure abgebaut wird.
1 Liter Blut enthält etwa 200 g Eiweiss. Das entspricht dem Eiweissgehalt von 1 kg Schnitzel.
Ausserdem denke ich mal, dass dabei auch Eisen gebraucht wird, auch wenn das ja durch das Blut wieder aufgenommen wird.

Harnsäure konkurriert in der Niere mit der Milchsäure um die Entsorgungskapazität.
Bei zu viel Milchsäure im Blut kann zu wenig Harnsäure ausgeschieden werden.
Allerdings hab ich im Moment nix parat, was hohe Milchsäurespiegel erzeugt. ;-)
Das einzige, was mir da spontan einfällt ist die anärobe Glykolyse.
Also die Zuckerverbrennung ohne Sauerstoff.

Auch bei hohem Zellzerfall wird viel Eiweiss abgebaut, was zu hoher Harnsäureproduktion führt.

Schon mal diese Richtungen abklären lassen ?

Die Eisenaufnahme im Darm kann durch Vitamin C verbessert werden.
Das gilt aber nur für das anorganische Eisen.
Organisches Eisen ist schon als Komplex vorhanden und kann so resorbiert werden.

Man muss unterscheiden zwischen dem Eisenwert und dem Ferritinwert.
Der Eisenwert im Blut sagt nichts über den Eisengehalt im Körper aus.
Dazu ist der Ferritinwert da.
Da der Eisenwert sehr starken tageszeitlichen Schwankungen unterliegt und auch von Tag zu Tag durchaus um 20% schwanken kann, wird er ohne besonderen Anlass kaum noch bestimmt.

LG
Landindianer

_________________
Die hier gemachten Äusserungen stellen ausschliesslich meine Meinung dar. Ich bin von Beruf Softwareentwickler und habe keinerlei medizinische Ausbildung.


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BeitragVerfasst: 06.09.11, 07:32 
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Wohnort: Friesland
landindianer hat geschrieben:
Bei Blutungen im Darm wird auch reichlich Protein aufgenommen, dass zu Harnsäure abgebaut wird.

Wenn sie schon einmal jemanden mit einer derartigen starken Darmblutung gesehen haetten, wuessten sie, wie falsch sie liegen. Bei dem resutierenden Volumenmangelschock von 1 liter Blutverlust ist der Koerper mit weit wichtigeren Dingen beschaeftigt als der Verdauung.

Zitat:
Harnsäure konkurriert in der Niere mit der Milchsäure um die Entsorgungskapazität.

Unsere Koerper verstoffwechseln Milchsaeure, die wird nicht nennenswert ausgeschieden.

Zitat:
Auch bei hohem Zellzerfall wird viel Eiweiss abgebaut, was zu hoher Harnsäureproduktion führt.

Schon mal diese Richtungen abklären lassen ?

Vertrauen sie einem Fachmann, der zwar von Software wenig Ahnung, von Medizin dafuer umso mehr hat: wenn eine Erkrankung mit so starkem Zellzerfall vorlaege, dass dadurch die Harnsaeure nennenswert ansteigt, waere Renate02 als Notfall in einer Klinik.

_________________
And God promised men that good and obedient wives would be found in all corners of the earth.


Then she made the world round and laughed and laughed and laughed...


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BeitragVerfasst: 06.09.11, 11:26 
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Beiträge: 1472
Nur, um einer Diskussion in dieser Richtung vorzubeugen:
Die hohen Harnsäurewerte sind bei mir definitv genetisch bedingt (die Harnsäure wird schlecht ausgeschieden). Während ich selbst noch am Vorbeugen bin, haben mehrere Familienmitglieder bereits Gichtanfälle hinter sich - die jeweils "dazu gehörenden Ehepartner" hingegen haben bei weitestgehend identischer Ernährung keine derartigen Probleme.

Auch geht es mir bei diesem Faden weniger um die Ursachen, sondern um die bestmögliche Ernährung (deswegen habe ich auch dieses Unterforum gewählt).


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BeitragVerfasst: 28.01.14, 20:11 
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Registriert: 28.01.14, 20:08
Beiträge: 1
bluemoon64 hat geschrieben:
Warum isst du kein Fleisch? Rind und Schwein ist kein Problem - bei Geflügel ist das "Schlimmste" die Haut.

Hier ein paar Gruppen:

Zitat:
Die beste Quelle für Eisen ist ...


Oder hier: http://www.eisenmangel-behandlung.de/eisenhaltige-lebensmittel/


Super Link Bluemoon64! Danke dafür

könnte mir viele Informationen dort abrufen, ich muss sagen ich bin auch Vegetarier und Vegetarier essen nun mal kein Fleisch (zu deiner Frage)


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