Diabetes JA/NEIN?

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derniekrankwar
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Diabetes JA/NEIN?

Beitrag von derniekrankwar » 06.03.08, 13:04

Hallo zusamen,

am 04.03(Dienstag) wurde mir bei einem routinemäßigen Checkup bei meinem HA ein
nüchtern Blutzucker von 145 mg/dl festgestellt. Daraufhin hat mir mein HA erneut Blut abgenommen um den Langzeitwert zu erhalten und gleichzeitig hat er mir ein portabeles
Blutzuckermessgerät von Bionime zur täglichen Kontrolle für versuchsweise 3 Tage mitgegeben.

Heute rief ich bei ihm an um mein Ergebnis meines Langzeitblutzuckertests zu erfragen. Leider ist er selbst krank, aber seine Sprechstundenhilfe lies mir am Telefon das Ergebnis vor.... Laut Labor habe ich einen druchschnittlichen Wert von 105 mg/dl in den letzten 12 Wochen gehabt und somit läge KEIN Diabetes vor!!

Die Messungen meiner selbst durchgeführten Messungen sprechen aber ein ganz andere
Sprache. Heute z.b hatte ich nüchtern 158 mg/dl, gestern 130 mg/dl und vorgestern besagte 145 mg/dl. Ich hatte heute probeweise von meiner Kollegin eine Probemessung genommen und sie hatte 2 st. nach dem Essen einen Wert von 114 mg/dl ich- wie geschrieben- 158 mg/dl

Was ist nun richtig? Meine Messungen via Handgerät oder die Aussage vom Labor??

Bitte um Antwort.


Danke.

Brigitte Goretzky
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Beitrag von Brigitte Goretzky » 06.03.08, 13:20

Hallo derniekrankwar,

was fuer ein Langzeitblutzuckertest war dies?

Mir ist lediglich die Bestimmung des HbA1c bekannt als Marker fuer die Stoffwechellage allgemein. Dies ist jedoch zur Diagnostik des Diabetes nicht geeignet, ausserdem waere der Wert von 105 mg/dl weit ueber normal und muessten dringend abgeklaert werden.

Die von Ihnen selbst gemessenen Werte sprechen ausserdem eher fuer das Vorliegen eines Diabetes. Ich kann Ihnen daher nur empfehlen, sich nicht auf die Aussage der Sprechstundenhilfe zu verlassen, sondern mit dem Arzt selbst zu reden. Falls er laenger erkrankt sein sollte, sollten Sie sich an einen anderen Arzt wenden.

Viele Gruesse,
B. Goretzky

derniekrankwar
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Beitrag von derniekrankwar » 06.03.08, 14:28

Hier mal meine manuellen Daten:


Beginn: Morgens Nüchtern Vor dem ME. Abends
04.03 145mg/dl 122 mg/dl 94 mg/dl
05.03 130mg/dl 116 mg/dl 113 mg/dl
06.03 183mg/dl-151mg/dl* 186mg/dl-153mg/dl*

16:15h 2,5 Stunden nach dem Essen = 104 mg/dl. Da kann doch mit dem Gerät was nicht stimmen!?!?!

*Da mir der Wert zu hoch erschien, habe ich sofort eine Kontrollmessung am anderen Finger vorgenommen!!

Warum sind 105 mg/dl im Durschnitt der letzten 12 Wochen zu hoch, wenn nüchtern Wert
105mg/dl als ok gilt? ? ? Das verstehe ich nicht ??

Als ich am Dienstag nochmals Blutabgenommen bekommen habe, sagte er zu mir dass dies zur Bestimmung des LangzeitBlutzucker bestimmt wäre nd man damit verlässlich
eine Aussage über die letzen Wochen erhalten würde.

Kann das sein, dass das Messgerät so unterschiedliche Werte innerhalb Kurzerzeit anzeigt und von welchem Wert soll ich ausgehen. Dem Niedrigeren oder dem Höheren?
Zuletzt geändert von derniekrankwar am 06.03.08, 16:41, insgesamt 2-mal geändert.

hjt
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Beitrag von hjt » 06.03.08, 15:47

moin derniekrankwar,

gesund wacht der Mensch mit 60-80 auf, hat zu keiner Zeit im Rahmen so eines Zuckerwassertests nennenswert mehr als 120 und ist meistens schon nach 1 und ganz bestimmt nach 2 Stunden zurück um 80. Dafür sorgt eine geniale Blutzucker-Automatik mit einer Vielzahl super ineinander greifender Regelkreise.

Die Diagnose-Schwellen (über 125 mg/dl morgens nüchtern und über 200 mg/dl 2 Stunden nach dem OGTT) wurden 1974 verwaltungstechnisch gesetzt und seitdem kaum verändert. Sie bezeichnen nicht den Beginn einer Krankheit, sondern einen weit fortgeschrittenen Punkt in einem Jahre bis Jahrzehnte langen immer krankmachenderen Prozess, bei dessen Erreichen etwa die Hälfte der Betroffenen schon an akuten Folgen voll ausgebildeter diabetischer Folgekrankheiten leiden.

Noch einmal ausdrücklich: so lange die Blutzucker-Automatik in allen ihren Regelkreisen gesund funktioniert, misst Mensch zwischen den Mahlzeiten einen sehr konstanten BZ meistens irgendwo zwischen 65 und 85, der 30-60 Minuten nach viel Stärke=Zucker mal auf um 120 ansteigt, vielleicht auch für ein paar Minuten an 140, und nach 2 Stunden meistens längst wieder zurück auf der Höhe vor dem Essen ist.

Wenn diese Regelkreise durcheinander geraten, steigt der BZ etwa ne Stunde nach dem Essen immer höher an und braucht immer länger zum Absinken, und dann steigt langsam auch der Nüchtern-BZ.
Deine Nüchtern-Messungen würden mir (bitte, ich bin nur engagierter Laie!) zur Diagnose Diabetes reichen und vor allem dazu zu versuchen, mich gezielt mit Essen und Bewegen so zu verhalten, dass mein BZ zu keiner Zeit nach den Mahlzeiten 140 übersteigt und spätestens 3 Stunden nach jedem Essen wieder deutlich unter 100 verläuft. Ne super Anleitung dazu findest Du hier :-)

Bisdann, Jürgen

derniekrankwar
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Beitrag von derniekrankwar » 06.03.08, 16:39

Danke Jürgen für deine ausführliche Antwort.

Ich selbst bin überzeugt, dass ich Diabetes habe. Wir schwer und wie lange, das mag ich nicht einschätzen. Da ich aber jährlich zu meiner Vorsorge gehe, sollte die Diabetes
noch recht jung sein.

Zu meiner Schande muß ich beichten, dass ich ein BMI von 33 :( habe. Natürlich gehe ich- ohne zu ahnen das ich Zuckerkrank bin- seit Sept.07 ins Fitness und hab auch schon 6 kg runter! Es müssen aber noch mindestens 15 kg folgen.

Werde mit meinem HA sprechen, das er mir -trotz seiner Diagnose=kein Diabetes- hilft die Werte in den Griff zu bekommen.

Vielen Dank für eure Hilfe.

Michael

hjt
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Beitrag von hjt » 06.03.08, 17:03

Moin Michael

gratuliere zu Deinem Bewegungs- und Abnehmprogramm :-)

Trotzdem muss ich vor dem Fehler der Statistiker warnen: Wenn die nämlich bei ausreichendem Bewegen & Abnehmen morgens nüchtern 124 oder 2 Stunden nach dem Zuckerwasser 199 messen, ist der Betroffene kein Diabetiker mehr, hat mit Bewegung & Abnehmen den Diabetes besiegt. Das ist natürlich sachlich absoluter Schwachsinn.

Und, wenn Du dich mal messend begleitest, kann sein, dass Du ne Stunde nach einem Essen vor dem Compi z.B. 180 misst und wenn Du dich dann ne halbe Stunde bewegst, anschließend 120. Wenn Du die halbe Stunde Bewegung auf direkt nach dem Essen vor ziehst, kannst Du vielleicht danach 80-90 messen und dich dann eben mit gesunden 80-90 vor den Compi setzen :-)

Und mit Bewegen meine ich keinen Workout. Ne halbe Stunde Supermarktjogging reicht. Und wenn Du die halbe Stunde erst 3 Stunden nach dem Essen einlegst, wenn Dein BZ von selbst schon auf 100-120 abgesunken ist, kann passieren, dass Du danach 140 oder 160 ablesen musst :-(

Wenn Du systematisch rausfindest und in Deinen Alltag einbaust, wie Du 1/2/3 Stunden nach jedem Essen unter 140/120/100 raus kommst, und das mit möglichst wenig Medis, dann bist Du auch mit Diabetes de facto gesund :-)

Daumendrück, Jürgen

Hans Reuter
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Beitrag von Hans Reuter » 07.03.08, 10:31

Hallo,

ich kann mich dem Statement von Brigitte Goretzky anschließen.
Das HbA1c und der abgeleitete mittlere Blutzucker ist kein Diagnosekriterium für die Manifestation eines Diabetes mellitus. Ein hoher Wert kann allenfalls die Diagnose erhärten. Ansonsten eben ein Marker für die Stoffwechselführung in den letzten
2-3 Monaten.

Die Ergebnisse der Blutzuckerselbstkontrolle sind mit einer hohen Fehlertoleranz behaftet.
Einer eindeutigen Diagnose sollten nur professionell ermittelte Laborergebnisse für die Blutglukose dienen. Sprech bitte nochmal mit dem Arzt selbst , notfalls eine zweite Meinung bei einem Diabetologen einholen!

Auch wenn sich dein Diabetes noch nicht manifestiert haben sollte (Latenzstadium), ist bei dem zusätzlichen Risikofaktor Adipositas bereits eine abnormale Nüchterblutglukose oder eine Glukosetolanzstörung pathogisch und durchaus behandlungsbedürftig.
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter

klausdn
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Beitrag von klausdn » 07.03.08, 17:49

die normalen , bekannten bz "test"geräte(nicht meßgeräte) geben schon differenzen von +-30 oft sogar mehr raus. das og gerät gehört wegen seiner phantasiewerte ins märchen. und auf keinen fall zur diagnose.
eigentlich gehört es ohne umweg in den müco.
wenn du glaubst dm zu haben gehe zum diabetologen, wenn du zahnschmerz hast gehst du ja auch zum zahndoc und fragst nicht deinen ha oder ?
klaus

derniekrankwar
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Beitrag von derniekrankwar » 10.03.08, 15:44

Nachtrag:

Das HbA1c wurde mit 5,8% ermittelt. Der Blutzuckergehalt im Blutplasma betrug 109.

Hat sich anhand dieser Werte etwas an euerer Meinung geändert?

derniekrankwar
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Beitrag von derniekrankwar » 10.03.08, 19:09

Komme gerade vom HA und er teilt eure Meinung: Diabetes Typ 2. Als nächstes kommt der GLukosetest(Mittwoch) und eine Ernährungsunterweisung. Therpie: 10 Kg runter und das Gewicht halten, dann -so ein HA-. sollte die Diabetes Geschichte sein...

hjt
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Beitrag von hjt » 10.03.08, 19:30

Du siehst, Du bist schon ohne Medizinstudium schlauer als ein HA ;-)

derniekrankwar
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Beitrag von derniekrankwar » 14.03.08, 12:25

Ergebnis oraler Glukostest: Start 104 nach 2 Stunden 136mg/dll
Was soll man davon halten?

Hans Reuter
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Beitrag von Hans Reuter » 14.03.08, 18:53

Kein Diabetes mellitus !
Die Nüchternblutglukose ist grenzwertig (leicht abnormal).
Regelmäßig kontrollieren lassen !

Weiterhin ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung !
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter

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Diabetes ja/nein

Beitrag von Homöopathie247 » 17.04.08, 11:31

Hallo derniekrankwar,
ich habe öfter Patienten mit grenzwertigem Blutzucker in meiner Praxis- manche haben sogar schon von ihrem Hausarzt Tabletten bekommen und klagen über Schwindel, Schweißausbruch usw. (möglicher Unterzucker, weil die Dosis zu hoch war).
Meist sind diese Patienten stark übergewichtig und essen halt gern alles, was schmeckt!!
Mein Rat: ab sofort eine wirklich sorgfältige Umstellung der Essensgewohnheiten und exakte Zusammenstellung einer Diabetes-Diät über mindestens 6 Wochen. Oftmals sinkt der Blutdruck (der meist viel zu hoch ist!!) in einen akzeptablen Bereich und dadurch normalisieren sich die Blutzuckerwerte, sodaß eine hausärztliche Überwachung ohne Medikation möglich ist. Ich finde, ein Versuch lohnt immer, bringt es nichts, hat man alles getan, was möglich war. Aber bitte mit dem Hausarzt zusammenarbeiten! Viel Erfolg! :P

derniekrankwar
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Beitrag von derniekrankwar » 24.12.08, 09:18

Hallo,

ich muß mich leider noch einmal melden. Mein BMI beträgt momentan 28 = 93 kg/182/48J.
Leider passen immer meine Nüchternwerte nicht - die sind unverändert trotz 10 kg weniger gewicht. MEin HA ist auch ziemlich ratlos und will weiter beobachten. Ich treibe seither regelmäßig Sport und ernähre mich (soweit ich das einschätzenkann) ausgewogen. Ich habe auch erneut einen OGTT hinter mir, der bis auf den Start(109mg) normal verlief Was kann den jetzt noch für diesen hohne Nüchternwert verantwortlich sein? Hab ich etwa doch Zucker und was kann ich tun...noch mehr abnehmen und noch mehr Sport? Bitte um Rat.


Vielen Dank.

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