Innenmeniskus OP

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keken
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Innenmeniskus OP

Beitrag von keken » 27.04.09, 18:46

Hallo,
bei meinem Sohn wurde ein Riss des Innenmeniskus festgestellt. Jetzt soll er operiert werden. Wer hat Erfahrung damit? Er ist Leistungssportler (Fussball) und 17 Jahre alt. Wird so was ambulant gemacht? Wie lange wird er krankgeschrieben? Wann kann er wieder mit Fussball anfangen?

Pierr88
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Innenmeniskudriss

Beitrag von Pierr88 » 29.04.09, 10:41

Hallo,
entscheiden für eine OP Indikation sind immer der klinische Befunde des Patienten,d.h. wie sind die Beschwerden ihres Sohnes.
Im Alter von 17 Jahren muss man immer daran denken das die Wachstumsphase noch nicht abgeschlossen ist und die OP Entscheidung sollte eigentlich immer von den Beschwerden des Patienten abhängig gemacht werden.
Die OP kann und wird meist ambulant durchgeführt,
Suchen sie sich eine guten Spezialisten aus der mindestens 500 solcher OP bereits erfolgreich durchgeführt hat und erkundigen sie sich wie die Infektionsrate dieses Chirurgen ist die Erfahrung hat gezeigt das es gerade bei allen Gelenkoperationen das Inkeftionsrisiko einer der ernsthaftesten Folgekomplikationen ist.
Es gibt sog. Kompetenzzentren die sich fast ausschlieslich auf solche OPs spezialisiert haben.
Sollte operiert werden bringen sie ihren Sohn am OP Tag in die Klinik oder das amb.OP Zentrum und können ihn meist ca. 3-5 Stunden später wieder mit nach Hause nehmen, es muss sicher gestellt sein das er während der folgenden 24 Stunden nicht alleine ist und der behandelnde Chirurg wird ihnen auch eine Tel. Nummer mit teilen unter der er Tag und Nacht bei einem Notfall erreichbar ist.
Sollten sie einer OP sehr kritisch gegenüberstehen und absolute Sicherheit haben wollen wie es in dem Kniegelenk aussieht bevor operiert wird gibt es nur die Möglichkeit ein MRT durch zu führen ( Magnetresonaz Tomographie) Kernspinntomographie, dies ist jedoch sehr kostspielig und nicht alle Operateure machen dies gerne wegen der hohen Kosten.
Nach erfolgreicher OP bestehen eigentlich keine sportlichen Einschränkugen doch dies kann man nie 100% vorhersagen.
Bei problemlosen Heilungsverlauf ist nach 2-4 Wochen alles wieder OK gehen ist sofort und Schulbesuch schon am 2. Postoperativen Tag evt. mit Gehstöcken wieder möglich
Alles Gute und Grüße
Peter

AnnettLoewe
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Beitrag von AnnettLoewe » 29.04.09, 10:55

Hallo Perr88,
das halte ich aber für eine ziemlich optimistische Prognose!

@keken,
also, bei mir ist das vor einigen Jahren gemacht worden und ich konnte nach ca. 6 Monaten wieder Sport machen. Obwohl ich damals privatversichert war und mehr Physiotherapie bekommen habe, als gesetzlich Versicherte.
Möglicherweise gibt es bei Leistungssportlern andere Möglichkeiten, aber unter normalen Umständen würde ich eher nicht davon ausgehen, dass das in zwei bis vier Wochen alles komplett in Ordnung ist.
Das Knie ist nach der Arthroskopie erst mal "traumatisiert" und geschwollen. Ich durfte es zwar voll belasten (Auftreten ohne Gehhilfen), aber die Kraft ist einfach noch nicht sofort wieder drin und die Schwellung behindert das Gehen.
Ich habe auch versucht, zwei Tage nach der OP wieder arbeiten zu gehen, weil ich selbständig war und mir Geld verloren geht, wenn ich zu Hause bleibe.
Das hatte aber nur zur Folge, dass sich die Muskulatur komplett verspannt hat und der Heilungsverlauf verzögert wurde.

Alles in allem bin ich heute froh, dass ich das hab machen lassen, aber es dauert schon so seine Zeit. Da sollte man eher geduldig sein.

Pierr88
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Meniskus OP

Beitrag von Pierr88 » 29.04.09, 12:16

Hallo AnettLoewe,
bei der Fragestellerin handelt es sich um die Mutter eines 17 jährigen Jugendlichen.
Ich kann hier die schwere des Befundes nicht verifizieren und habe lediglich Erfahrungswerte bei Patienten diese Alters wieder gegeben.
" JEDER PATIENT REAGIERT INDIVIDUELL "
Gerade bei Jugendlichen sind die Erfolgschancen statistisch gesehen größer wie bei Erwachsenen. Ich weis auch das man diese Erfahrungswerte nicht verallgemeiner KANN.
Diese Erfahrungswerte beruhen auf ca. 3.000 durchgeführter Arthroskopischer Knieoperationen.
Viele Grüße
Peter

AnnettLoewe
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Beitrag von AnnettLoewe » 29.04.09, 13:14

Ohjeh,
jetzt ist es mir doch schon wieder passiert, dass sich ein Arzt aufgrund angemeldeter Skepsis sofort leicht beleidigt sieht.
Das tut mir selbstverständlich leid und war nicht beabsichtigt.
Nur: 17jährige Sportskanonen neigen ohnehin zu Ungeduld und da dachte ich mir, es schadet nicht, da ein bisschen "Dampf" rauszunehmen und allzu optimistisch erscheinende Prognosen ein bisschen zu relativieren.
Es KANN eben durchaus sein, dass das was länger dauert.

Beiläufig: meine OP war ja deswegen nicht erfolglos. Meinem Knie gehts prima. Nur war das eben nicht sofort zu haben. Obwohl ich längst keine 60 bin.

Viele Grüße,
Annett Loewe

borg
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Beitrag von borg » 18.05.09, 19:28

AnnettLoewe hat geschrieben:Ohjeh,
jetzt ist es mir doch schon wieder passiert, dass sich ein Arzt aufgrund angemeldeter Skepsis sofort leicht beleidigt sieht.
Das tut mir selbstverständlich leid und war nicht beabsichtigt.

Das ist die völlig falsche reaktion - ärzte werden meist deutlich überschätzt und nicht dir sollte es leid tun - sondern wenn, dem/einem arzt, denn es ist seine verdammte pflicht, den patienten bis zum letzten aufzuklären und jede frage (auch skeptische und zweifelnde, zu beantworten).

Wenn den damen und herren das nicht passt oder zu mühsam ist, sollten sie doch besser taxi fahren.

Mit bestem Gruss

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