Fragen zum Kompartmentsyndrom

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Lemurian
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Fragen zum Kompartmentsyndrom

Beitrag von Lemurian »

Hallo!

Ich habe im Internet gelesen das ein Kompartmentsyndrom auch zum Absterben des Gewebes führen kann und durch die Nekrose man sogar sterben kann. Mich würde mal interessieren wie lange sowas eigentlich dauert, also von einem Kompartmentsyndrom bis zum Tod, wenn es unbehandelt bleibt.
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Fragen zum Kompartmentsyndrom

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo,
Ihre Frage ist nicht einfach zu beantworten, da es ja verschiedene Kompartimente gibt, also ein von Bindegewebe ( Fascien) umgebener Raum, der Muskeln , Nerven und Blutgefäße enthält. Je rascher sich der Gewebedruck erhöht, desto schneller kommt es zu einer Minderdurchblutung und als Folge dann treten Nekrosen auf. Ist eine Minderdurchblutung aufgetreten, kommt es relativ schnell zu einer Nekrose-das reicht von wenigen Stunden bis zu 1-2 Tagen und ist abhängig davon, wie rasch die Druckverhältnisse im Kompartment zunehmen. Nur selten kommt es zum Absterben von Gewebe, da die Schmerzen derart stark sind, dass die Diagnose doch frühzeitig gestellt werden kann, nicht umsonst ist diese Erkrankung ein Notfall. Vergleichen kann man dies- wenn auch kein Kompartment- mit einem Herzinfarkt, Bereits nach wenigen Stunden kommt es zum Absterben von Herzmuskelgewebe, wenn das betreffende Herzkranzgefäß völlig verschlossen ist.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.
Lemurian
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Re: Fragen zum Kompartmentsyndrom

Beitrag von Lemurian »

Na ja also ich habe mir im April diesen Jahres derbe den Fuß gestoßen hier zuhause, den kleinen Fußzeh, den vorletzten. Das hat weh getan aber verging wieder. Ein paar Tage später habe ich einen kleinen dunklen Fleck am dem Zeh bemerkt und erst gedacht das wäre Schmutz. Aber beim duschen und waschen ging es nicht weg. Auch habe ich da dann festgestellt das es ein bisschen wehtut wenn man drauf drückt und dachte er an Hautkrebs.
Aber Bilder von Hautkrebs im Internet sahen nicht so aus wie dieser Fleck. Ich dachte mir dann das es wohl schon von alleine weg geht und habe das auch gekühlt ne Zeitlang. Danach die Zeit wurde der Fleck dann aber großer und es ist irgendwie komisch aber manchmal habe ich gemerkt das es ein bisschen schmerzt aber manchmal auch nicht. Also jetzt aktuell ist ist der Zeh unten meistens dunkel verfärbt obwohl vor einer oder zwei Wochen wenn der dunkel verfärbt war, nicht der ganze Zeh sondern nur unten am unteren Ende, wenn ich drauf gedrück habe ging das dunkle weg und die Haut nahm wieder ihre normale Farbe an. Oben auf dem Zeh ist es ein bisschen rot aber auch nicht der ganze aber das dunkle unten am Zeh bereitet mir Sorgen weil ich dachte das es schon eine Nekrose sein könnte und das Gewebe abstirbt. Wenn ich da drauf drücke dann ist da ein brennender Schmerz oder wenn ich den Zeh belaste.
Jetzt will ich die Woche zum Arzt damit aber ich verstehe nicht was das sein soll weil ich im Internet gelesen habe das man einen gebrochenen Fußzeh vor die kleineren manchmal gar nicht bemerkt und dass das nach ein paar Wochen wieder weg geht weil die Zeh wieder zusammen wächst. Aber das hier dauert ja jetzt schon ein paar Monate...und irgendwie werde ich daraus nicht schlau. Nun ich wollte halt nur mal wegen der dunklen Verfärbung fragen ob das schon eine Nekrose sein könnte.
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Fragen zum Kompartmentsyndrom

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo,
das ist ein typisches Beispiel, dass man beim ggogeln vor allem im medizinischen Bereich sehr vorsichtig mit den Resultaten umgehen muß. Hautkrebs, Knochenbruch und sogar Nekrose- das ist alles irreführend. Und dann finden Sie auch noch den Begriff Kompartment! Es wird sich am ehesten um einen länger anhaltenden Bluterguß handeln- auch Hämatom genannt. Dazu spricht das Unfallereignis und das kurzzeitige mögliche Wegdrücken.
Und: auch hier wäre eine Beschreibung, wie Sie es im zweiten Anlauf getan haben, bei der Beantwortung von Nutzen gewesen.
Grüße Dr. Fischer
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Lemurian
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Re: Fragen zum Kompartmentsyndrom

Beitrag von Lemurian »

Ich wollte nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und erstmal vorsichtig an fragen wie lange so Kompartmentsyndrom dauert falls es das wäre. Aber wenn es ein Bluterguss/Hämatom handeln sollte warum hält sich das über Monate?
Brigitte Goretzky
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Re: Fragen zum Kompartmentsyndrom

Beitrag von Brigitte Goretzky »

Hallo,

was auch immer Sie am kleinen Zeh haben, ist kein Kompartmensyndrom. Wenn Sie bei Wikipedia weitergelesen hätten, hätten Sie gemerkt, dass ein Kompartmentsyndrom in Muskelkompartmenten vorkommt; am Zeh haben Sie diese jedoch nicht.

Blutergüsse können manchmal ihre liebe Zeit brauchen, vor allem, wenn sie durch Bindegewebe eingekapselt werden. Lassen Sie ihren Arzt wie geplant draufschauen, das dürfte am besten weiterhelfen.

Viele Grüße
B. Goretzky
And God promised men that good and obedient wives would be found in all corners of the earth.


Then she made the world round and laughed and laughed and laughed...
Lemurian
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Re: Fragen zum Kompartmentsyndrom

Beitrag von Lemurian »

Ok danke schön für die Antworten!
Lemurian
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Re: Fragen zum Kompartmentsyndrom

Beitrag von Lemurian »

Ach ja...das ist mir noch eingefallen: ich habs mal unter Hämatom nachgelesen, wenn das eingekapselt ist muss das wohl operiert werden oder? Ich hatte eigentlich gehofft das es mit Kühlen oder ner Salbe getan ist.
Lemurian
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Re: Fragen zum Kompartmentsyndrom

Beitrag von Lemurian »

Tja...mein Hausarzt ist bis zum 02.12. in Urlaub. Soll ich damit in die Notaufnahme irgendeines Krankenhauses fahren?

Nachtrag: also ich mein, besteht bei sowas Lebensgefahr, wenn es ein eingekapseltes Hämatom wäre?
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Fragen zum Kompartmentsyndrom

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo,
die paar Tage werden Sie doch noch abwarten können. Die Notaufnahmen der Kliniken bestehen zu über 50 % aus eben gerade nicht akuten Fällen und da wundern sich die Leute über lange Wartezeiten.
Grüße Dr. Fischer
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Re: Fragen zum Kompartmentsyndrom

Beitrag von Lemurian »

Dr.med.Holger Fischer hat geschrieben: 23.11.22, 08:50 Hallo,
die paar Tage werden Sie doch noch abwarten können. Die Notaufnahmen der Kliniken bestehen zu über 50 % aus eben gerade nicht akuten Fällen und da wundern sich die Leute über lange Wartezeiten.
Ja eben! Deshalb habe ich ja gefragt, lieber einmal zuviel fragen als dann dorthin gehen und anderen wirklichen Notfällen den Platz wegnehmen. Und in der Zwischenzeit ist kühlen ne gute Idee oder lieber doch nicht?
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Fragen zum Kompartmentsyndrom

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo,
kühlen bringt nichts, weder bei normalem Hämatom noch bei einem organisierten Hämatom. Man könnte mit Ultraschall die Stelle untersuchen, ob Flüssigkeit vorliegt, das wäre dann Blut und könnte sehr leicht punktiert werden. Ob Ihr Hausarzt auf die Idee kommt, zu schallen?
Grüße Dr. Fischer
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Lemurian
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Re: Fragen zum Kompartmentsyndrom

Beitrag von Lemurian »

Ich werde ihn drauf ansprechen. Wie lange muss man denn dann im Krankenhaus bleiben, wegen punktieren oder Operation?
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Fragen zum Kompartmentsyndrom

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo,
die Punktion ist eine Sache von Minuten-ähnlich wie eine Blutentnahme. " Herausschneiden"-wenn das überhaupt nötig sein sollte??- macht man in örtlicher Betäubung ambulant.
Grüße Dr. Fischer
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Lemurian
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Re: Fragen zum Kompartmentsyndrom

Beitrag von Lemurian »

Ok danke
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