Tiefe Hornhautverletzung durch Augenreiben?

Moderator: DMF-Team

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xskyroadx
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Tiefe Hornhautverletzung durch Augenreiben?

Beitrag von xskyroadx »

Hallo zusammen,

ich bin Mitte 20 und Brillenträger mit Hornhautverkrümmung. Ich hatte vor ca. 4 Wochen Nachts ein starkes Fremdkörpergefühl im Auge und habe stark daran gerieben, da ich dachte, etwas im Auge zu haben. Ich habe das Auge kaum auf bekommen und hatte Schmerzen. Nach ca. 20 Minuten hatten sich die Schmerzen beruhigt und ich konnte einschlafen. Am nächsten Morgen dann allerdings konnte ich auf dem Auge nurnoch sehr verschwommen sehen, egal ob mit oder ohne Brille.
Ich bin dann natürlich direkt zum Arzt und dieser meinte, ich hätte mir die Hornhaut (Wahrscheinlich aufgrund von trockenen Augen?) stark aufgerieben und es wäre ein tiefer Kratzer.
Eine Woche lang habe ich Antibiotika tropfen und Salbe genutzt und ein ebenfalls Cortison tropfen gegen die Narbenbildung laut Arzt. In den ersten 1-2 Wochen ist die Sicht besser geworden und die Ärztin meinte nun beim letzten Kontroll Termin, ich sollte nunrnoch Feuchtigkeit für Nachts tropfen.
Seitdem ist die Sicht allerdings kaum bis garnicht besser geworden, beim Optiker wurde mir gesagt, dass ein neues Brillenglas keine Besserung gibt und ich im Moment nur 50% Sehkraft auf dem Auge habe.
Nun zu meinen Fragen:
Ist es normal, dass die Hornhaut durch kratzen/reiben mehrere Woche/Monate zur Regeneration braucht (und dies auch die Sicht beeinträchtigt)?
Nachts ist es so dass mein Auge, trotz tropfen vorm Schlafen gehen, teilweise so trocken ist, dass das Augenlid am Augapfel klebt/schürft. Gibt es effektiveres als Augentropfen für die Feuchtigkeit Nachts?

Vielen dank im Voraus für eure Erfahrungen!

Gruß,
xskyroadx
Feuerblick
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Re: Tiefe Hornhautverletzung durch Augenreiben?

Beitrag von Feuerblick »

Ich würde Ihnen nachts zu einem Gel oder einer Augensalbe raten. Es könnte sonst durchaus sein, dass die Hornhautverletzung durch die beschriebene Trockenheit wieder aufreißt. Tagsüber würde ich an Ihrer Stelle mindestens stündlich befeuchtende Augentropfen einsetzen. Die Oberfläche braucht zunächst einmal viel Pflege über längere Zeit. Fast wie trockene, rissig gewordene Haut.
Es kann gerade bei trockenen Augen durchaus länger dauern, bis die Hornhautoberfläche sich regeneriert. Aus diesem Grund o.g. Vorschläge und abwarten. Vier Wochen nach einer solchen Episode finde ich noch nicht besorgniserregend.
Bitte stellen Sie Ihre Fragen nur, wenn Sie die Antwort auch wirklich wissen wollen und nicht Dr. Google vorziehen. ;-)
Niemand2000
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Re: Tiefe Hornhautverletzung durch Augenreiben?

Beitrag von Niemand2000 »

Ich hatte vor ein paar Jahren mal die Info erhalten, dass es für trockene Augen sogar eine Kur gäbe, war damals glaube ich in Österreich.
Feuerblick
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Re: Tiefe Hornhautverletzung durch Augenreiben?

Beitrag von Feuerblick »

Für trockene Augen gibt es Tropfen, Salben, Gele. Und ggf. Lidrandhygiene.
„Kuren“ gibt es dafür nicht. Zumindest keine, die medizinisch als sinnvoll anerkannt wären.
Bitte stellen Sie Ihre Fragen nur, wenn Sie die Antwort auch wirklich wissen wollen und nicht Dr. Google vorziehen. ;-)
Paula123
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Re: Tiefe Hornhautverletzung durch Augenreiben?

Beitrag von Paula123 »

Ich möchte mich hinsichtlich des Themas „Kur Augen“ mal kurz einmischen und an die Expertin wenden.
Ich werde jetzt dazu gedrängt, eine Augen-Reha zu beantragen. Die DRV hat eine anerkannte Einrichtung.
Recherchen von mir haben ergeben, in ganz Deutschland gibt es eine einzige Klinik mit 3 Fachabteilungen, u.a. davon eine Abteilung für Augen. Namen darf ich sicher nicht nennen? Diese befindet sich in Thüringen. Tatsächlich eine Station für Augen. Indikationen sind verschiedene Augenerkrankungen. So auch „Trockene Augen“. Anfrage, was dort genau passiert, wurde damit beantwortet, dass dort ein Höhenreizklima herrscht, sprich eine Art Dauernebel, was wohl ganz toll für TA wäre. Ansonsten könne man noch Skleralinsen probieren. Und medizinische Trainingstherapie (Gerötetrainung) machen und Sehhilfenberatung. Nun ja, ich hab derzeit so akut Schmerzen, dass ich nicht wirklich an irgendwelchen Geräten trainieren kann, Davon werden die TA nicht wirklich besser. Skleralinsen wurden zwischenzeitlich probiert, leider nicht vertragen. Selbst diese saugen sich nach 1 Std am Auge fest, zudem extrem nebliges Sehen. Besondere Sehhilfen brauche ich nicht, meine Brille ist i.O., Visus 0,8; an guten Tagen war es sogar mal 1,0. lediglich durch die TA oft verschwommenes Sehen.
Soll das jetzt der Sinn der Sache sein, dort nur hinzufahren, um im Nebel herumzulaufen? Letztendlich kann doch dort auch nichts weiter gemacht werden. Tropfen, Eigenserum-AT, Salben, Wärmebrille, Lidrandpflege usw. mache ich ohne Ende.
Wenn ich es richtig verstanden habe, ist für Sie so eine Art Kur, sprich in so eine Einrichtung zu fahren, nicht wirklich medizinisch sinnvoll, oder?
Und auch nicht wirklich gewinnbringend, also Nebel heilt jetzt nicht wirklich. Zumal mir auch sehr die Kälte draußen zu schaffen macht, selbst bei hoher Luftfeuchtigkeit (70-80 %), schmerzen die Augen draußen heftig.
Hätte hier gern nochmal einen Rat von Ihnen.
Danke vorab.
Feuerblick
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Re: Tiefe Hornhautverletzung durch Augenreiben?

Beitrag von Feuerblick »

Das ist keine Kur sondern eine Reha. Da besteht ein großer Unterschied! Ziel dieser Reha ist, Ihnen das Zurechtkommen mit ihrem Augenproblem zu erleichtern, neue Wege aufzuzeigen, wie man klarkommen kann etc. Die Behandlung der Augenerkrankung ist da eher zweitrangig. Natürlich wird man überprüfen, mit welchen Hilfsmitteln, Schmerzmitteln man weiterhelfen kann und ob die Therapie noch optimiert werden könnte. Man wird Ihnen aber auch psychologische Hilfen und Bewältigungsstrategien anbieten etc.
Kurz: Es geht nicht darum, das trockene Auge zu behandeln, sondern darum, Sie lebensfähiger zu machen trotz ihrer Augenerkrankung.
Insofern: Ja, diese Reha (ich kenne die Klinik) würde ich an Ihrer Stelle schon in Anspruch nehmen.


Eine „Kur“ zur „Behandlung“ des trockenen Auges ist etwas ganz anderes. Dass Sole-Anwendungen dauerhaft das trockene Auge beseitigen, ist nicht zu erwarten. Daher ist eine „Kur“ in einem Kurort wenig hilfreich. Das ist aber, wie geschrieben, etwas komplett anderes als eine Reha (Therapie in einer spezialisierten Klinik, Therapie psychologisch, physiotherapeutisch, ergotherapeutisch uvm).
Diese Unterscheidung zwischen Kur und Reha gilt übrigens für alle Erkrankungen.
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Paula123
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Re: Tiefe Hornhautverletzung durch Augenreiben?

Beitrag von Paula123 »

Danke für die Antwort.
Für Laien ist eine Kur = eine Reha. 😊 Bsp. Kollegin Reha nach Knieverletzung, sagt, sie fährt zur Kur, Selbst bei AHB nach OP sagte jmd, er fährt jetzt zur Kur. Also es war immer eine echte Reha (mit Kur) gemeint.
Trotz allem bin ich mir nach den Auskünften der Einrichtung dort nicht sicher, ob es Sinn macht. Denn als 1. steht nun mal mein Auge im Vordergrund. Zunächst müssen die akuten extremen Schmerzen erst einmal wieder (hoffentlich) etwas nachlassen. Denn im Moment geht gar nichts. Dann kommt evtl eine Reha in Betracht.
Ich bin diejenige von dem anderen Post „nach PTK alles schlimmer…“. Die Spezialklinik (Hornhaut Klinik) hat nun nach mikroskopischer Untersuchung das festgestellt, was vorher schon gesagt wurde. Durch Lasern Reflexbogen kaputt, in der Hornhaut „dümpeln“ die gekappten offenen Nervenenden herum. Schmerzen durch diese Nerven. Zudem schwerst trockenes Auge, da Reflexbogen kaputt und null Tränenflüssigkeit. Somit nachweislich Schmerzen durch diese freien Nervenenden und dazu noch vom schwerst trockenen Auge. Therapie? Tja, es gibt nichts für die Ursache, sprich, für die Wiederherstellung der Nerven und des Reflexbogens. Ja, super, im Jahr 2022. Lediglich vlt evtl ein Versuch mit einem Amionenpatch zum Schutz bzw. abdecken der Nervenenden vielleicht, ggf., abwarten, weil dadurch auch wieder Eingriff am Auge…und deshalb wollte man noch nicht so ran. Behebt aber auch nicht den Schaden an den Nerven. Also bleibt nur abwarten und aushalten. Mit viel Glück vielleicht irgendwann in Ja doch schon 2-5 Jahren wird es etwas besser und kommt etwas zur Regeneration? Ansonsten nur befeuchten, befeuchten….also weiter machen. Punctum plugs, CsA,, Serum … Ich hab keine Ahnung, wer diese Schmerzen und die daraus resultierenden Lebenseinschrönkungen 2-5 Jahre ertragen soll und kann. Ich bin körperlich komplett fertig (seit 9 Monaten keine Nacht richtig schlafen, immer nach spätestens 2 Std wach, dann tropfen, Salbe und hoffen, dass ich vlt nochmal 2 Std schlafen kann, bis mich die Schmerzen wieder wach machen).
Ich bin einfach nur völlig fertig.
Was halten Sie von diesen japanischen Tropfen Muc…? Halten diese Evtl wenigstens länger feucht und haften besser? Wäre dies ein Versuch wert?
Danke vorab.
Feuerblick
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Re: Tiefe Hornhautverletzung durch Augenreiben?

Beitrag von Feuerblick »

Sie sind körperlich und psychisch fertig. Genau deshalb werden sie von dieser Reha profitieren. Diese Klinik betreut u.a. Menschen die akut und plötzlich vollständig erblindet sind oder zu erblinden drohen. Sie brauchen Strategien, mit der Problematik klarzukommen. Genau da kann man ansetzen.

Ich habe keine Ahnung, welche japanischen Tropfen Sie meinen. Mir ist nicht bekannt, dass da etwas bahnbrechend Neues gefunden wurde.
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xskyroadx
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Re: Tiefe Hornhautverletzung durch Augenreiben?

Beitrag von xskyroadx »

Vielen Dank für die Antworten.
Zu meinem Ursprungsproblem hat sich leider noch nicht viel geändert. Ich habe nach wie vor eine schlechte Sehleistung auf dem Auge und tropfen weiterhin regelmäßig bzw. nutze Salben für Nachts.
Heute Nacht war es leider wieder so wie in der "Ursprungsnacht". Ich hab natürlich diesmal nicht gerieben, aber hatte über 30 Minuten ein starkes Fremdkörpergefühl im Auge.
Ich Frage mich, ob dieser Schmerz wirklich aufgrund von Trockenheit auftritt. Trotz sofortigem Tropfen und am vorherigen Abend einsalben?
Feuerblick
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Re: Tiefe Hornhautverletzung durch Augenreiben?

Beitrag von Feuerblick »

Solche rezidivierenden Erosiones können immer und immer wieder auftreten. Über längere Zeit. Oft hilft ausgiebiges Salben vor dem Schlafengehen. Aber nicht immer. Irgendwann ist meistens Ruhe.
Wenn die Augen trocken sind, muss über Monate (!) getropft werden, um einen Erfolg zu erzielen. Leider. Auch das schlechte Sehen kann mit Trockenheit und der vermutlich noch nicht richtig „haftenden“ Hornhaut zusammenhängen.
Sollte die Symptomatik auf längere Sicht nicht besser werden, müsste die Hornhaut mal genauer anschauen (dann aber in einer Augenklinik, die sich mit Hornhäuten gut auskennt). Möglicherweise liegt eine angeborene Problematik vor (Hornhautdystrophie), die zu solchen Erosiones und zum schlechteren Sehen führt. Das kann so dezent sein, dass man es auf den ersten Blick übersieht. Muss aber nicht.
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xskyroadx
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Re: Tiefe Hornhautverletzung durch Augenreiben?

Beitrag von xskyroadx »

Vielen Dank für die schnelle und ausführlich Antwort Feuerblick!
Das bedeutet, dass die Heilprozesse durch die Urpsrungsverletzung durch nächtliches Abreiben der Hornhautoberfläche behindert werden und dies zu den Schmerzen führt? (Zumindest in dem konkreten Schmerzhaften fall heute Nacht)
Welche Tropfen bzw. Inhaltsstoffe bei Tropfen können Sie hierzu empfehlen? Dort gibt es ja verschiedenste Arten mit unter anderem Inhaltsstoffen zur Ünterstützung der Zellregeneration oder unterschiedliche Hyaluronsäure Stufen.
Bezüglich der eventuell angeborenen Problematik einer Hornhautdystrophie ist es so, dass ich bis jetzt noch nie Probleme mit den Augen hatte.(Bis darauf dass ich Brillenträger bin) Kann so etwas dann trotzdem sein?
Im Forum habe ich öfter etwas von einer Verbandslinse gelesen, diese würde allerdings eher nur bei einer "offenen" Wunde Sinn machen und nicht in meinem Fall oder?

Entschuldigen Sie die vielen Fragen. Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende :)
Feuerblick
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Re: Tiefe Hornhautverletzung durch Augenreiben?

Beitrag von Feuerblick »

Bei solchen rezidivierenden Erosiones der Hornhaut (also wiederkehrende Abschürfungen der obersten Hornhautschicht) kann es vorkommen, dass die sich neu bildende Schicht bei trockener Augenoberfläche nachts (weniger Zwinkern, weniger Tränenfilm) bzw. beim Öffnen der Augen wieder löst und die „Wunde“ wieder aufreißt. Meistens gibt sich das nach längerer Zeit mit konsequenter (!) Pflege tagsüber und (!) nachts.

Ja, eine Hornhautdystrophie kann vorhanden sein, ohne dass sie bisher Probleme gemacht hat. Wenn dann trockene Augen dazukommen, kann sich das Problem erstmals manifestieren. Manchmal ist das Ganze so dezent, dass man es nur sieht, wenn man danach sucht.

Empfehlungen für pflegende Augentropfen sind fast unmöglich, weil jedes Auge individuell reagiert. Was beim einen super funktioniert, funktioniert für den nächsten bei gleichen Symptomen überhaupt nicht. Ich empfehle meistens Tropfen mit Hyaluronsäure und unbedingt ohne Konservierungsmittel. Wenn das nicht reicht, funktionieren Kombipräparate aus Trehalose/Hyaluronsäure möglicherweise. So leid es mir tut: Ausprobieren ist angesagt.

Eine Verbandlinse bringt nur etwas im akuten Stadium der „Abschürfung“, nicht aber im weiteren Verlauf oder als Prophylaxe. Da hilft wirklich nur konsequente Pflege und Geduld.
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