Sehtest - "Schielfehler" - verschwommenes Sehen

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kantos86
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Sehtest - "Schielfehler" - verschwommenes Sehen

Beitrag von kantos86 »

Hallo,

normalerweise schreibe ich nie in Foren und bin eher ein stiller Mitleser.

Heute habe ich jedoch etwas erlebt was mir zutiefst Sorge, wenn nicht sogar Angst bereitet. Ich hoffe Ihr könnt mir mit Euren Erfahrungen, Eurem Wissen weiterhelfen.



Vielleicht kurz zu mir: Ich sitze beruflich und privat sehr viel vor dem PC. Bin kein Brillenträger.



Seit ca. einer Woche habe ich eine Art schummriges, verschwommenes Sehen. Vielleicht kann man es auch als "trübes" Sehen beschreiben. Sowohl nah- als auch weit entfernte Schriften kann ich zwar mit Mühe erkennen und lesen, aber halt verschwommen/schummrig. Das erste Mal habe ich dies bemerkt, als ich (vor einer Woche) am PC saß.



Heute Morgen habe ich mal eine Lesebrille einer Kollegin aufgesetzt. Tatsächlich kann ich nahe Schriften oder den Display meines Smartphones um ein Vielfaches besser erkennen/wahrnehmen.



Heute hatte ich dann auch einen Sehtest bei einem bekannten "Brillengeschäft". Bei dem Test wo zwei Zahlenreihen untereinander stehen stellte ich fest, dass wenn das rechte Auge verdeckt ist, die untere Reihe nach Links versetzt ist.



Ungefähr so:

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx 1 2 3 4

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx----------

xxxxxxxxxxxxxxx1 2 3 4



Ich sagte dies der Dame die mich testete. Sie gab daraufhin an, dass dies mit einem Schielfehler zusammenhinge. Ich solle nächste Woche nochmal wiederkommen wenn der Optikermeister da ist. Dann wird irgendwas mit "Prismen" gemacht. (Ich kenne mich da nicht aus und kann das leider nicht mehr wortwörtlich wiedergeben)



Ich bin absolut kein Hypochonder. Aber ich mache mir nun echt Gedanken, dass ich vielleicht irgendwas mit dem Gehirn habe. Zumal dies jetzt einfach so plötzlich kam. Auf die Frage ob dies oft festgestellt wird sagte die Dame beim Sehtest heute: Nein, eigentlich nicht.



Ich hatte zwar Anfang des Jahres schonmal, nicht die selben, aber vergleichbare Sehprobleme, als meine Großmutter verstarb. In diesem Zusammenhang war ich auch beim Augenarzt und dort wurde nichts organisches festgestellt. Ich weiß aber nicht, ob ich damals bei den TestS ebenfalls eine versetzte Reihe hatte bzw, ob dies dort hätte auffallen können, ohne das ich dazu - wie heute - etwas gesagt hätte.



Meine Frage(n) an Euch:

Habt ihr ähnliche Erfahrungen? Ist diese Wahrnehmung mit der versetzten Zahlenreihe beim Sehtest ein Indiz/Beweis für ein latentes Schielen?


Ich erwarte selbstverständlich keine ausformuliert, fachliche Differentialdiagnose. Aber vielleicht habt ihr ähnliche Erfahrungen und könnt mir eventuell die Angst nehmen. Ein Augenarzttermin habe ich natürlich schon gebucht.

Ich danke vorab herzlich für Eure Unterstützung.





MFG

Daniel
Feuerblick
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Re: Sehtest - "Schielfehler" - verschwommenes Sehen

Beitrag von Feuerblick »

Grundregel: Ein echtes, behandlungsbedürftiges Schielen kann man ausschließlich durch eine orthoptische Untersuchung diagnostizieren. Eine solche erhält man beim Augenarzt mit Sehschule.
Prismen vom Optiker, ohne o.g. Untersuchung sind ein No-Go! Da werden „Schielfehler“ diagnostiziert und behandelt, die gar nicht vorhanden sind.

Lassen Sie sich eine Lesebrille machen, wenn sie eine solche brauchen. Vielleicht auch eine Fernbrille, wenn das Sehen in der Ferne nicht gut ist. Aber bitte auf keinen Fall (!!!) Prismen einarbeiten lassen, solange Sie dafür keine augenärztliche Verordnung nach o.g. orthoptischer Untersuchung haben.
Wenn Sie Sorge haben, mit ihren Augen könnte etwas nicht in Ordnung sein: Termin beim Augenarzt MIT SEHSCHULE.
Ich würde drauf tippen, dass da nichts ist. Schon alleine deshalb, weil die Reihe verschoben war, während ein Auge verdeckt war (so lese ich das). Schielen mit Verschiebungen oder Doppelbildern gibt es nur beidäugig, niemals einäugig.
Bitte stellen Sie Ihre Fragen nur, wenn Sie die Antwort auch wirklich wissen wollen und nicht Dr. Google vorziehen. ;-)
kantos86
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Re: Sehtest - "Schielfehler" - verschwommenes Sehen

Beitrag von kantos86 »

Herzlichen Dank für Ihre Einschätzung und Empfehlung.

Ein Termin beim Augenarzt habe ich heute und ich hoffe das es nichts Ernstes ist. Wie gesagt; ich mache mir Sorgen, da die Dame sagte, dass eine verschobene Reihe eher selten ist.

Sie sagten "Ich würde drauf tippen, dass da nichts ist.".
Meinen Sie das im allgemeinen oder nur das Auge ans sich betreffend?

Sollten sich heute nach dem Termin kein Befund einstellen, ist dann ein Termin beim Neurologen in Betracht zuziehen?
Barnie Geröllheimer
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Re: Sehtest - "Schielfehler" - verschwommenes Sehen

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

Die Bedenken von Feuerblick bzgl. Prismengabe beim Optikermeister teile ich zwar gar nicht, aber auch ich denke, dass außer einer Altersweitsichtigkeit, ggf. kombiniert mit einer leichten latenten Schielstellung, nichts Dramatisches vorliegt.
Lassen Sie sich jedwedes Messergebnis mal in der Messbrille stecken, gehen Sie damit ein paar Schritte, lesen Text und testen nicht nur die Schärfe des Sehens, sondern auch den SehKOMFORT mit der Korrektion. Deshalb bitte Zeit nehmen...
Ich glaube, manchmal gibt es im Leben nicht genug Steine
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Feuerblick
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Re: Sehtest - "Schielfehler" - verschwommenes Sehen

Beitrag von Feuerblick »

Barnie, bei Ihnen landen ja auch nicht die prismenversorgten „Winkelfehlsichtigen“, denen sie entweder mühsam die überflüssigen Prismen abtrainieren oder die sie wegen manifester Fehlstellung gar operieren müssen.
Prismen durch den Optikermeister auf Grundlage einer Messung der „Winkelfehlsichtigkeit“ machen sehr oft mehr kaputt als sie leisten, sind teuer und daher nicht zu empfehlen. Nicht, ohne dass mal eine Orthoptistin den wirklichen, medizinisch haltbaren Status diagnostiziert (!) hat.

Aber das haben wir ja alles schon früher mal ausdiskutiert. Brauchen wir also nicht wiederholen! :zuprosten
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Humungus
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Re: Sehtest - "Schielfehler" - verschwommenes Sehen

Beitrag von Humungus »

EIn wahrer Meister weiß eben, wovon er die Finger zu lassen hat. Die Versorgung von "Schielen" mit Prismen ohne suffiziente Orthoptik gehört sicher dazu.

Ich würde dem TE ja empfehlen sich einfach im Supermarkt eine Lesehilfe mit +1,5 zu besorgen und zu sehen, ob das Problem nicht gelöst ist. Aber das wäre der gleiche Level wie das mit den Prismen... :devil
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.
kantos86
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Re: Sehtest - "Schielfehler" - verschwommenes Sehen

Beitrag von kantos86 »

Schönen guten Abend,

vielen Dank für Ihre Nachrichten.

Soeben war ich beim Augenarzt. An den Augen selbst scheint nichts zu sein. Dennoch, ich brauche eine Brille laut Arzt.

Ein "latentes Schielen" hat er ausgeschlossen. Auf Nachfrage wieso die untere Reihe beim Optiker/Sehtest versetzt war gab er an, dass dies mit der Krümmung der Hornhaut zusammenhängt. (Der Test selbst wurde aber beim Arzt heute nicht wiederholt...)

Ich werde mir diesbezüglich aber noch eine zweite Meinung einholen. Von Prismen hat er nichts gesagt.

Was halten Sie von der Diagnose? (Krümmung der Hornhaut) Scheint dies aus Ihrer Sicht plausibel?

Ich finde es im Übrigen toll, dass es so eine Art von Forum gibt.

LG

Daniel
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