Anisometropie Behandlung

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Verry
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Anisometropie Behandlung

Beitrag von Verry »

Ich habe eine Anisometropie von 4 Dioptrie und zusätzlich auf einem Auge eine Hornhautverkrümmung.
Mit einer Brille bin ich nie zurechtgekommen und hatte massive Probleme z.B: starkes Schielen, Doppelbilder, vertauschen von Buchstaben und Zahlen, kein räumliches Sehen, extreme Blendeempfindlichkeit, Ungeschicklichkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel etc.
Das Tragen von Brillen verursachte auch Schmerzen, aufgrund der unterschiedlich dicken Brillengläser.
Das unterschiedliche Aussehen der Augen war auch unangenehm.
Mit Kontaktlinsen komme ich sehtechnisch recht gut zurecht.
Allerdings habe ich immer wieder trockene Augen und hatte auch schon Unverträglichkeiten auf Reinigungsmittel.
Ich habe ziemlich große Angst vor einer Unverträglichkeit.
Eine Lasik kann ich aufgrund von Vorerkrankungen nicht machen.
Dann bleibt nur ein Linsenimplantat.
Was allerdings nicht wirklich bezahlbar ist.
Welche Möglichkeiten gibt es noch?
Was sollte ich am besten machen?
Ich weiß natürlich, dass ich extrem empfindlich bin ( es soll ja auch Leute geben die trotz unterschiedlichen Dioptrien mit Brillen zurechtkommen).
Feuerblick
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Re: Anisometropie Behandlung

Beitrag von Feuerblick »

Bei einer Anisometropie von 4 dpt. ist bei den meisten Menschen das Brilletragen illusorisch. Bis 3 dpt. geht das noch, darüber nur, wenn der Mensch seit frühester Kindheit daran adaptiert ist. Bei allen anderen geht Brille entweder gar nicht oder man muss Kompromisse eingehen (z.B. das schlechtere Auge nicht vollständig mit Brillengläsern korrigieren).
Da bleiben am Ende nur Kontaktlinsen (möglichst formstabile) als sehr gute Alternative. Es gibt so viele verschiedene Kontaktlinsenarten, dass sich eigentlich für so gut wie jeden Menschen das Passende findet. Auch für Menschen mit trockenen Augen.
Refraktive Eingriffe können, wenn es sehr blöd läuft, auch mal das Gehirn völlig verwirren, sodass am Ende kein gutes, beschwerdefreies Sehen mehr möglich ist. Solche Fälle habe ich leider in der Strabologie mehrfach gesehen.
WENN man sich zu einer solchen Operation entschließt, sollte man es an einer Augenklinik durchführen lassen, die eine kompetente strabologische Abteilung hat und somit mögliche postoperative Probleme eher beurteilen kann. Das ist zwar deutlich teurer als so manche Refraktiv-OP-Kette, geht am Ende aber besser aus.
Bitte stellen Sie Ihre Fragen nur, wenn Sie die Antwort auch wirklich wissen wollen und nicht Dr. Google vorziehen. ;-)
Verry
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Re: Anisometropie Behandlung

Beitrag von Verry »

Danke für die Antwort.
Unterkorrektur fand ich auch nicht praktikabel und angenehm.
Ich trage weiche Kontaktlinsen.
Sollte ich auf formstabile umsteigen?
Wie sieht es mit Orto K Linsen aus?
Sind diese zu empfehlen?
oder ist das auch kompliziert mit unterschiedlichen Werten?
Verry
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Re: Anisometropie Behandlung

Beitrag von Verry »

Wie entwickelt sich in meinem Fall eigentlich die Alterssichtigkeit?
Sind die Dioptrien dann auch auf beiden Augen unterschiedlich?
Barnie Geröllheimer
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Re: Anisometropie Behandlung

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

Verry hat geschrieben: 24.07.22, 13:41 Ich habe eine Anisometropie von 4 Dioptrie und zusätzlich auf einem Auge eine Hornhautverkrümmung.
Wie sind die genauen Stärken r/l? Gerade durch den Anteil "Hornhautverkrümmung" kann der Laie die Werte womöglich falsch interpretieren.
Verry hat geschrieben: 24.07.22, 13:41 Mit einer Brille bin ich nie zurechtgekommen und hatte massive Probleme z.B: starkes Schielen, Doppelbilder, vertauschen von Buchstaben und Zahlen, kein räumliches Sehen, extreme Blendeempfindlichkeit, Ungeschicklichkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel etc.
Dann hat vermutlich der Anpasser öfter mal in der Ausbildung gefehlt. Sämtliche Symptome passen auf Beschwerden bei unzureichend zentrierten Gläsern und womöglich einer falsch angepassten Fassung.
Verry hat geschrieben: 24.07.22, 13:41 Das Tragen von Brillen verursachte auch Schmerzen, aufgrund der unterschiedlich dicken Brillengläser.
Das ist das allerkleinste Problem. Dickenangleichungen kosten heutzutage vielfach noch nicht einmal einen Mehrpreis. Das eigentliche (physikalische) Problem dürfte vielmehr eine Aniseikonie sein, die durch die Anisometropie hervorgerufen wird.
Verry hat geschrieben: 24.07.22, 13:41 Das unterschiedliche Aussehen der Augen war auch unangenehm.
...ist aber ein rein kosmetisches Problem. Ich vermute aber anhand dieses Hinweises, dass wir über Weitsichtigkeit reden. Sollte diese Annahme zutreffen, gilt die Empfehlung: je geringer die Glasmittendicke ausfällt, desto geringer ist der Effekt der sog. Eigenvergrößerung.
Bei den "Dödelbrillen" in der Ulkreihe "Sketchup" hat man sich diesen Effekt zunutze gemacht und dem Schauspieler extradicke afokale oder mit Kontaktlinsen kombinierte Gläser aufgesetzt, um diese Augenvergrößerung zu erzielen
Verry hat geschrieben: 24.07.22, 13:41 Mit Kontaktlinsen komme ich sehtechnisch recht gut zurecht.
Allerdings habe ich immer wieder trockene Augen und hatte auch schon Unverträglichkeiten auf Reinigungsmittel.
Kontaktlinsen wären das ideale Korrektionsmittel, da die Stärke dort ersetzt wird, wo sie fehlt. Dadurch kommt es nicht zu Aniseikonien und somit i.d.R. nicht zu Doppelbildern und Schwindel. Das funktioniert aber meist nur bis die Alterssichtigkeit zuschlägt (Mitte 40)
KL-Pflegemittel gibt es in allen Varianten. Mit und ohne Seifen oder Bleichmittel, mit und ohne Konservierungsmittel usw.
Verry hat geschrieben: 24.07.22, 13:41 Eine Lasik kann ich aufgrund von Vorerkrankungen nicht machen.
Dann bleibt nur ein Linsenimplantat.
Was allerdings nicht wirklich bezahlbar ist. Welche Möglichkeiten gibt es noch? Was sollte ich am besten machen?
1.) wenn es eine Brille sein MUSS, sollte sie so knapp wie möglich am Auge getragen werden können, ohne dass sie anliegt oder man mit den Wimpern drankommt. Der Sitz der Brille sollte stabil sein (also bitte keine rahmenlosen Brillen o.ä.)
2) die Scheibenflächen der Brille sollten möglichst klein und möglichst rund sein, umso geringer fällt auf preiswerte Weise die Dicke und der Dickenunterschied aus
3) die Gläser sollten aus dünnem Kunststoff sein (Index 1,74; neigt allerdings deutlich zur Dispersion) UND AKURAT NACH DREHPUNKTFORDERUNG ZENTRIERT WERDEN. Evtl. muss man dafür die Brillenfassung inklinieren und/oder negativ muscheln
4) der Anpasser muss Optikermeister sein und Ahnung von der Materie haben und sich Zeit nehmen. Solche Leute findet man durchaus auch bei Discountern (ich arbeite selbst bei einem), aber ich würde mit den o.a. Informationen erst einmal zum traditionellen Kollegen gehen, falls das das Budget nicht sprengt
Ich glaube, manchmal gibt es im Leben nicht genug Steine
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Re: Anisometropie Behandlung

Beitrag von Verry »

Danke für die Antwort.
Ob die Optiker bei denen ich war unfähig waren kann ich natürlich nicht beurteilen.
Es waren auf jeden Fall keine Kettenoptiker und auch eine individuelle Betreuung.
Auch keine randlosen Brillen ( obwohl mir die am liebsten wären, auch wegen dem freien Blickfeld).
Was passiert denn wenn die Alterssichtigkeit dazu kommt?
Barnie Geröllheimer
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Re: Anisometropie Behandlung

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

Welche Stärken liegen aktuell vor?
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Re: Anisometropie Behandlung

Beitrag von Verry »

-4,75 und - 0,5 -0,75 Hornhautverkrümmung.
Barnie Geröllheimer
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Re: Anisometropie Behandlung

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

Verry hat geschrieben: 25.07.22, 20:42 -4,75 und - 0,5 -0,75 Hornhautverkrümmung.
Also doch kurzsichtig??!!

Wieso ist dann "Das unterschiedliche Aussehen der Augen [war] auch unangenehm"?

Bei ohnehin in der Mitte sehr dünnen Linsen gibt es keine Eigenvergrößerung bzw. - verkleinerung.

Wenn Du nun alterssichtig wirst, wird das rechte Glas nur noch ca. -3 Dioptrien haben, das linke wird zunächst bei +1,0 liegen. Sobald Du nicht mehr durch die schon erwähnte "optische Mitte" des Glases schaust, entstehen prismatische Wirkungen und das dummerweise mit entgegengesetzten Basislagen, da eine Linse das Licht streut, die andere sammelt.
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Re: Anisometropie Behandlung

Beitrag von Verry »

Und lässt sich das gut behandeln?
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Re: Anisometropie Behandlung

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

Verry hat geschrieben: 25.07.22, 20:55 Und lässt sich das gut behandeln?
Ich zitiere mich selbst:
1.) wenn es eine Brille sein MUSS, sollte sie so knapp wie möglich am Auge getragen werden können, ohne dass sie anliegt oder man mit den Wimpern drankommt. Der Sitz der Brille sollte stabil sein (also bitte keine rahmenlosen Brillen o.ä.)
2) die Scheibenflächen der Brille sollten möglichst klein und möglichst rund sein, umso geringer fällt auf preiswerte Weise die Dicke und der Dickenunterschied aus
3) die Gläser sollten aus dünnem Kunststoff sein (Index 1,74; neigt allerdings deutlich zur Dispersion) UND AKURAT NACH DREHPUNKTFORDERUNG ZENTRIERT WERDEN. Evtl. muss man dafür die Brillenfassung inklinieren und/oder negativ muscheln
4) der Anpasser muss Optikermeister sein und Ahnung von der Materie haben und sich Zeit nehmen. Solche Leute findet man durchaus auch bei Discountern (ich arbeite selbst bei einem), aber ich würde mit den o.a. Informationen erst einmal zum traditionellen Kollegen gehen, falls das das Budget nicht sprengt
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Orto k Linsen oder Linseimplantate

Beitrag von Verry »

Was wäre eher zu empfehlen
Orto k Linsen oder Linsenimplantate?
Was wären genau die Nachteile?
Humungus
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Re: Orto k Linsen oder Linseimplantate

Beitrag von Humungus »

Entschuldigung- erwarten Sie jetzt ein mehrseitiges Referat? Das ist nänlich durchaus möglich.

Schreiben Sie erst einmal Ihre eigenen Erkenntnisse dazu auf, dann kann man diskutieren.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.
Verry
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Re: Orto k Linsen oder Linseimplantate

Beitrag von Verry »

Ein Vorteil ist auf jeden Fall, dass man zumindest tagsüber keine Sehhilfe braucht.
Bei der Linsen Implantation braucht man auch nachts keine Sehhilfe.
Beides ist natürlich sehr teuer.
Die Linsen OP würde allerdings nur einmalig Kosten verursachen ( zumindest hoffe ich das).
Verschlechtern können sich die Augen natürlich theoretisch immer ( Lesebrille braucht man auch irgendwann).
Orto K erfordert natürlich weiterhin einen gewissen Aufwand ( im Vergleich zur Implantation).
Infektionsrisiken bestehen natürlich immer bei einem Eingriff.
Ob die Augen sich mit 30+ noch weiter verschlechtern wäre entscheidend ( Alterssichtigkeit natürlich außen vor).
Letztendlich sehe ich eine Linsen Implantation als vorteilhafter an, weil keine zusätzlichen Kosten und Aufwand entstehen.
Orto K hätte nur den Vorteil, dass es reversibel ist.
Aber das ist eine Linsen Implantation theoretisch auch.
Lasik kann ja doch relativ risikoreich sein und viele Nachteile bringen.
Ist eine Linsen Implantation genauso risikoreich wie eine Lasik?
Feuerblick
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Re: Orto k Linsen oder Linseimplantate

Beitrag von Feuerblick »

Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der meint, er würde wegen trockener Augen keine Kontaktlinsen vertragen, mit Ortho-K-Linsen versorgt werden sollte. Das nur mal so am Rande.
Bitte stellen Sie Ihre Fragen nur, wenn Sie die Antwort auch wirklich wissen wollen und nicht Dr. Google vorziehen. ;-)
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