Ratlos beim Linsenimplantat bei grauen Star, fortschreitender Kurzsichtigkeit und Alterssichtigkeit

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DoubleVision
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Ratlos beim Linsenimplantat bei grauen Star, fortschreitender Kurzsichtigkeit und Alterssichtigkeit

Beitrag von DoubleVision »

Hallo,

ich bin männlich, über 10 Jahren nicht mehr raucher, Anfang 50, 175cm und wiege unter 70kg.

Seit Geburt leide ich an ausgeprägten Schlafstörungen und seit unbestimmter Zeit an Depressionen. Bis vor kuzem habe ich Johanniskraut in Tablettenform eingenommen, über einige Jahre hinweg, bis ich erfahren habe dass Johanniskraut den grauen Star bei der Entwicklung unterstützen kann.

Seit ca 7 Jahren leide ich an Multipler Chemikaliensensivität. Ich reagiere auf Duftstoffe, Farbstoffe, Waschmittel, Reinigsmittel, Abgase etc, vermutlich ausgelöst durch Schimmelsporen, Industriereiniger oder Gifte die durch den Einsatz von Kammerjägern in einer der Nachbarwohnungen verwendet wurden, oder aus deren Kombination. Dadurch habe ich unter anderem ständig Probleme mit den Atemwegen und bin ständig erschöpft. Von Anfang 2019 bis Mitte 2021 brauchte ich einen Cortison Inhalator um meinen Husten unter Kontrolle zu bringen.

Unter anderem habe ich Allergien auf Wollwachsalkohole, Triethylenglycol-dimethacrylat und Methyl-Methacrylat.
[Zitat] Die Intraokularlinse besteht meist aus einem sehr gut verträglichen Acrylat [Zitat Ende]
Ob dieses Acrylat bei meinen oben genannten Acrylatmischungen problematisch für mich werden könnte?

Ich bin fortschreitend Kurzsichtig, habe Astigmatismus und muss wegen grauen Star operiert werden. Zudem macht sich wohl auch so langsam die Alterssichtigkeit bemerkbar.

Bezüglich des grauen Star habe ich bereits zwei verschiedene Diagnosen erhalten und bin deswegen verunsichert und möchte mir bezüglich meiner Augen hier gerne eine Meinungen einholen.

Diagnose 1 war dass aufgrund meiner Hornhaut nur Monofokale Linsenimplantate zu bevorzugen sind, die den Astigmatismus NICHT mit ausgleichen.

Diagnose 2 war dass meine Hornhaut soweit in Ordnung ist um auch Mulifokale Linsenimplantate mit Ausgleich des Astigmatismus einzupflanzen.

Was könnte der Auslöser für die beiden gegensätzlichen Ergebnisse gewesen sein?
Das einzigste was mir dazu einfällt wären die unterschiedlichen Gerätschaften die für die Untersuchungen verwendet wurden, aber das dürfte doch nicht sein?

Da ich KEIN risikofreudiger Mensch bin und gerne detailreich sehen möchte, habe ich mich für Monofokale Linsen entschieden.
Allerdings würde ich schon ganz gern den Astigmatismus damit gleich beheben oder zumindest reduzieren wollen.
Das beste Ergebnis sollten bei meinem Astigmatismus wohl torische Monofokale Linsen bringen, allerdings habe ich auch gelesen dass sowohl asphärische als auch torische Linsen leicht verrutschen können. Da ich gelegentlich noch gerne mit dem Mountainbike offroad herumfahre/herumspringe habe ich Sorgen dass sich die Linsen bei solchen Erschütterungen verschieben/verdrehen. Irgendwo habe ich gelesen dass sich 24%(!) der eingesetzten asphärischen Linsen dezentrieren und dann eine weitere OP nötig wäre, das wäre erschreckend viel, finde ich.
Ist eine dezentrierung jederzeit, auch nach Jahren noch möglich oder nur nach der Implantation und wächst mit der Zeit fest?

Ich sitze täglich ziemlich viel am Notebook (Abstand 45-60cm) oder am PC (Abstand 80-100cm), das sind momentan meine Haupttätigkeiten.
Gelegentlich gehe ich wandern oder fahre mit dem Mauntainbike.
Ich möchte auch Nachts und bei Regen eine gute Sicht haben und mit dem Auto/Motorrad fahren können.

Welche Linsen und Brillenkombination(en) und welche Einstellung(en) (-1,5 dpt / -0 dpt / oder...) wäre in meinem Fall sinvoll, vorausschauend auf die fortschreitende Kurzsichtigkeit?

Vielen Dank!
Feuerblick
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Re: Ratlos beim Linsenimplantat bei grauen Star, fortschreitender Kurzsichtigkeit und Alterssichtigkeit

Beitrag von Feuerblick »

1. Multifokale Intraokularlinsen sind nicht dazu gedacht, eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) zu korrigieren. Multifokale Intraokularlinsen sind quasi „Gleitsichtlinsen“ (sehr vereinfacht), die Brillenunabhängigkeit gewährleisten sollen.
2. Warum man Ihnen unterschiedliche Dinge geraten hat? Vermutlich implantiert der zweite Arzt gerne Sonderlinsen, die zusätzliches Geld kosten.
3. Ob sie gegen Linsenmaterialien allergisch sein könnten (was unwahrscheinlich, aber sicher nicht unmöglich ist), müssen Sie mit dem Allergologen abklären.
4. Nicht risikofreudig, nachts Autofahren können, Computerarbeit - ich würde Ihnen zu monofokalen Linsen raten. Sollte der Astigmatismus sich nicht weitestgehend mit der Schnittführung korrigieren lassen, können sie torische monofokalen LInsen implantieren lassen. Ja, die können dezentrieren, müssen sie aber nicht. Außerdem kann man das meistens korrigieren.
5. Monofokale Linsen bedeuten, dass Sie mindestens für eine Entfernung eine Brille benötigen werden. Entweder für die Ferne oder für die Nähe. Bei dieser Entscheidung kann Ihnen niemand helfen. Das müssen Sie für sich selbst entscheiden.
6. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass Sie nach der OP im Verlauf kurzsichtiger werden. Kurzsichtig wird man durch Längenwachstum des Augapfels (in Ihrem Alter wenig wahrscheinlich) oder durch eine myopisierende Katarakt.
Bitte stellen Sie Ihre Fragen nur, wenn Sie die Antwort auch wirklich wissen wollen und nicht Dr. Google vorziehen. ;-)
DoubleVision
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Re: Ratlos beim Linsenimplantat bei grauen Star, fortschreitender Kurzsichtigkeit und Alterssichtigkeit

Beitrag von DoubleVision »

Vielen Dank für Ihre Antworten Feuerblick.

Ist es denn vorhersehbar ob sich der Astigmatismus durch eine bestimmte Schnittführung korrigieren lassen wird oder stellt man das erst nach der erfolgten OP fest und müsste dann erneut die Linsen wechseln?

Warum lässt sich eine dezentrierte Linse "nur" meistens korrigieren, nicht immer?

Gibt es allgemeine Besonderheiten zur Einstellung auf Nah- oder Fernsicht wie z.B. wenn Brille für Nahbereich / Fernsicht dann...
- reichen dünnere Brillengläser
- kann man (Standard-) Brillen zur Not im Drogeriemarkt kaufen
- hat man eine allgemein kleinere Schrift, die schwerer zu lesen ist / größere Schrift die leichter zu lesen ist

Es ist für mich sehr schwer mich in die Situationen hinein zu versetzen wie es wäre wenn ich auf den Nah- oder Fernbereich eingestellt wäre, wie es mit den Zwischenbereichen wäre. Schade dass es heutzutage noch keine Simulationen dazu gibt um das schon vor einer OP erleben zu können. Ich habe noch nicht mal einen Fragebogen diesbezüglich finden können.

Meine Augen sind über die Jahre immer schleichend schlechter geworden, sollte es dann dennoch sein dass die Werte nach der Katarakt OP stabil bleiben?

Ich habe vor kurzem irgendwo gelesen dass spärische Brillengläser das Bild nicht ganz genau im Auge scharf stellen könnten und der Augapfel deswegen zu weiterem Wachstum (Längenwachstum?) angeregt werden würde, ist da etwas drann? Ich habe bisher immer nur die billigsten Kunststoffgläser in meinen Brillen gehabt, könnte die stetige verschlechterung der Augen womöglich daran gelegen haben?
Humungus
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Re: Ratlos beim Linsenimplantat bei grauen Star, fortschreitender Kurzsichtigkeit und Alterssichtigkeit

Beitrag von Humungus »

1. Zustimmung zu Feuerblick, insbesondere Punkt 2 :mrgreen:
2. Die Myopie nimmt wahrscheinlich durch die fortschreitende Cat (nuclearis) zu.
3. 24% Dezentrierung? Glaub ich nie!
4. bei torischen Linsen ist Rotation nach der OP ein Thema.
5. Asphärische Linsen sind heutzutage fast Standard (ich setze keine anderen ein)
6. Allergie muss geprüft werden, Rücksprache mit Allergologe und Augenarzt. Normalerweise befinden sich im Glaskörper- und Irisraum nur wenige Blutzellen. Wirkliche Abstoßung habe ich noch nie erlebt, weder bei PMMA noch bei Silikon noch bei Acryl.

Ein allgemeiner Rat: Sie wirken empfindlich und besorgt, das Internet wird Ihnen wenig helfen. Suchen Sie sich einen Augenarzt mit Zeit, evtl. eine Uniklinik.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.
Feuerblick
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Re: Ratlos beim Linsenimplantat bei grauen Star, fortschreitender Kurzsichtigkeit und Alterssichtigkeit

Beitrag von Feuerblick »

Nein, das sind nicht die sphärischen Brillengläser sondern es ist eher die Akkommodation und das Bild der Naharbeit, die bei Kindern (und evtl. Jugendlichen) das Längenwachstum des Auges anregt. Das kann man ihn Ihrem Alter dann doch weitestgehend ausschließen.
Nun, sie könnten das schon simulieren - mit Kontaktlinsen. Kostet halt ein paar Euro und man braucht einen Optiker, der das Experiment mitmacht.
Der Tipp mit der Uniklinik ist ziemlich gut. Es gibt ja Unikliniken, die sehr viel in Richtung Katarakt-Operationen/refraktive Chirurgie arbeiten. Da findet sich bestimmt eine Klinik, in der man sich viel Zeit für Sie nehmen kann.
Im tiefsten Innern kann ich Sie auch ein bisschen verstehen. Ich gehöre zwar nicht zur besorgten Sorte und habe zum Glück durch meinen Beruf mehr Wissen als die Patienten bzw. kann Fakten besser einordnen, aber ich bin einigermaßen empfindlich, was falsche Brillengläser angeht. Demnächst steht das Experiment Gleitsichtbrille an. Ich glaube, mein Optiker betet heute schon, dass das gutgeht. :oops: :lol:
Einen refraktivchirurgischer tätigen Operateur würde ich wahrscheinlich zur Weißglut bringen. 8)

Ach ja, weil ich es gerade las: Standardbrillen in der Drogerie kaufen… Nein! Meinetwegen zum Mitnehmen, wenn man mal fünf Minuten Speisekarte oder Fahrplan lesen möchte. Für längeres Lesen bitte nicht. Es schadet zwar nicht den Augen, ist aber absolut nicht komfortabel und macht im Zweifelsfall Kopf- und Augenschmerzen. Sie kaufen sich doch auch Schuhe, die ihnen passen und nicht Schuhe, die eine halbe Nummer zu klein sind, weil die nur fünf Euro kosten.
Bitte stellen Sie Ihre Fragen nur, wenn Sie die Antwort auch wirklich wissen wollen und nicht Dr. Google vorziehen. ;-)
Barnie Geröllheimer
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Re: Ratlos beim Linsenimplantat bei grauen Star, fortschreitender Kurzsichtigkeit und Alterssichtigkeit

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

Hallo, ich bin männlich, über 10 Jahren nicht mehr raucher, Anfang 50, 175cm und wiege unter 70kg.
Ich bin auch männlich, über 15 Jahren Nichtraucher, bin Mitte 60, 180 cm und wiege deutlich mehr (hüstel).
Und ich bin Optikermeister.

1.) dass sphärische Brillengläser das Längenwachstum des Augapfels fördern würden, ist völliger Blödsinn. Im Gegentum..., in Phasen einer geweiteten Pupille durch wenig Licht entsteht ein Abb.-Fehler, der die Brennweite sogar eher verkürzt und damit den Brennpunkt IN das Auge verlagert und nicht AUS dem Auge heraus. Das Auge würde also keinerlei Anstrengungen unternehmen, länger zu werden.
2.) (Gesamt-)Zylindrische Werte einer Refraktion sind immer Werte, die sich aus diversen Einzelzylindern zu einer Resultierenden addieren. Besonders kompliziert wird es, eine vernünftige Versorgung hinzubekommen, wenn die Komponenten der Augenlinse eines Gesamtastigmatismus´ akkommodationsabhängig sind. Deshalb bitte nur einen soliden Teil des (Gesamt-)Astigmatimus´ über ein Implantat abdecken lassen.
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Ratlos beim Linsenimplantat bei grauen Star, fortschreitender Kurzsichtigkeit und Alterssichtigkeit

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Lieber Kollege Humungus,
am 7.12. werde ich nun doch an einem Auge wegen grauem und grünem Star operiert. Angeblich habe ich auch einen Astigmatismus ( Werte sind mir nicht bekannt), sodaß eine torische Linse eingesetzt wird. Ferner auf meinen Wunsch lediglich eine monofokale Linse, zudem auch noch zwei I-Stents.
"bei torischen Linsen ist Rotation nach der OP ein Thema"- was bedeutet dies? Eine Verdrehung in der Achse? Welche Auswirkungen hat dies?
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.
DoubleVision
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Re: Ratlos beim Linsenimplantat bei grauen Star, fortschreitender Kurzsichtigkeit und Alterssichtigkeit

Beitrag von DoubleVision »

1. Meine Augenwerte haben sich in der Verganhenheit wie folgt verändert:

2005-08
R: F -4,25 -2,00 172° H 17,00
L: F -5,75 -1,75 179° H 17,00

2010-01
R: -4,50 -2,50 172°
L: -6,00 -1,75 179°

2010-10
R: F -4,25 -2,25 174° H 13,00
L: F -6,25 -1,25 175° H 13,00

2014-02
R: F -4,75 -2,25 167° H 12,50
L: F -6,50 -1,25 173° H 12,50

2015-07
R: F -4,75 -2,00 164° H 14,00
L: F -7,00 -1,50 166° H 14,00

2021-10
R: -5,00 -2,00 164° Übergangsglas, evtl keine genaue Messung?
L: -8,75 -1,75 177°

Den ausgeprägten grauen Star habe ich auf dem rechten Auge. Durch die Trübung ist es mir nicht mehr möglich etwas zu lesen. Bei Lichteinfall ist fast nur alles grau. Aber die Werte haben sich im Laufe der letzten 15 Jahre insgesamt nur gering verschlechtert.

Auf dem linken Auge habe ich erst beginnenden grauen star, mit Brille konnte man die Sicht wieder scharf stellen. Aber die Werte haben sich über die Jahre viel mehr verschlechtert als auf dem rechten Auge.

Deswegen habe ich Sorgen dass nach der Katarakt-OP die Augen sich weiter verschlechtern werden.

2. Kann eine Dezentrierung und/oder Rotation der eingpflanzten Linsen immer wieder im Laufe des ganzen Lebens stattfinden oder nur direkt nach der OP bzw bis sie eingewachsen sind und wie lange wäre dieser "kritische" Zeiraum?

3. Haben einige Linsenmaterialen (PMMA, Silikon, Acryl) Vorteile gegenüber anderen?

4. Welche Entfernungen gelten als Nah-, Zwischen- und Fernbereich?
Ich habe unterschiedliche Angaben gelesen, zB:
A) Zwischenbereich 40-80cm
B) Zwischenbereich 40cm-8m
C) Fernbereich ab 2m
D) Fernbereich ab 8m

5. Warum sind mit monofokalen IOL evtl nur eine Einstärkebrille nötig wenn es doch 3 Bereiche gibt und diese Linse nur einen Bereich abdeckt?

6. Ich habe irgendwo gelesen dass -1,5 dpt, eine möglicherweise gute Option wäre da die Schärfe für vielleicht einen Meter ideal, für andere Entfernungen ausreichend und bei großer Helligkeit durch den Lochkameraeffekt der eng gestellten Iris nahezu vollwertig sei. Bedeutet das dann auch dass man bei Tageslicht für die Ferne die Brille abnehmen "muss" oder kann man die trotzdem tragen?

7. Reicht -1,5 dpt aus um ohne Brille kleingedrucktes lesen zu können (Inhaltsangaben von Lebensmitteln)?
Oder benötigt man dafür zusätzlich eine Lesebrille UND noch eine Brille für die Ferne wenn es nicht so hell ist?
Barnie Geröllheimer hat geschrieben: 18.11.21, 20:42 (Gesamt-)Zylindrische Werte einer Refraktion sind immer Werte, die sich aus diversen Einzelzylindern zu einer Resultierenden addieren. Besonders kompliziert wird es, eine vernünftige Versorgung hinzubekommen, wenn die Komponenten der Augenlinse eines Gesamtastigmatismus´ akkommodationsabhängig sind. Deshalb bitte nur einen soliden Teil des (Gesamt-)Astigmatimus´ über ein Implantat abdecken lassen.
Ohje, das liest sich schon kompliziert.
Kann aufgrund dessen, die erste Aussage "Astigmatismus korrektur nicht möglich" gemacht worden sein?

Wie sieht es aus mit der Option den Astigmatismus beim Nachstar mit auszugleichen, per LASER?
Feuerblick hat geschrieben: 17.11.21, 22:31
Feuerblick
Standardbrillen in der Drogerie kaufen… Nein! Meinetwegen zum Mitnehmen, wenn man mal fünf Minuten Speisekarte oder Fahrplan lesen möchte...
Das habe ich leider ungünstig beschrieben, ich meinte...
Kann man "zur Not" Brillen vom Drogeriemarkt verwenden...
Wenn ich auf Fernsicht eingestellt bin und meine Lesebrille verliere, kann ich mir ja vorrübergehend mit einer Lesehilfe aus der Drogerie behelfen, das haben Sie mir schon beantwortet.

Wenn ich aber auf die Nähe eingestellt bin und eine Brille für die Ferne brauche, gibt es da auch Optionen?
Als Beispiel besuche ich meine Eltern in 200km Entfernung mit dem Auto und die Fernbrille geht kaputt und brauche sofort Ersatz.
Humungus
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Re: Ratlos beim Linsenimplantat bei grauen Star, fortschreitender Kurzsichtigkeit und Alterssichtigkeit

Beitrag von Humungus »

Rotation einer torischen Linse über mehr als 8 Grad hinaus macht den Effekt der Zylinderkorrektur zunichte. Stärkere Rotation führt zum einem artefiziellen Zylinder. In beiden Fällen (die auch nach einem längeren Zeitraum auftreten können) muss eine Revision erwogen werden. Die heutigen Linsen versprechen allerdings Rotationsstabilität. Ich selber habe Rotation nach langer Zeit nicht gesehen, nur kurzfristig nach der OP, was gut korrigiert werden konnte.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.
Feuerblick
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Re: Ratlos beim Linsenimplantat bei grauen Star, fortschreitender Kurzsichtigkeit und Alterssichtigkeit

Beitrag von Feuerblick »

Der Laser beim Nachstar ist ein komplett anderer Laser und ein komplett anderes Verfahren an einem anderen Ort des Auges als der Laser, um Brillenwerte zu korrigieren. Nein, kann man nicht in einem Aufwasch machen.

Und der Zwischenbereich hängt schlichtweg auch von der Armlänge ab.
1,5 dpt fände ich absolut nicht ideal. Dazu würde ich nicht raten. In der Ferne nicht scharf (schon gar nicht nachts im Auto), in der Nähe auch nicht scharf und nur im Zwischenbereich brauchbar. Den braucht man aber mal gar nicht sooo selten so richtig scharf (weshalb die meisten ja auch mit nur einer Einstärkenbrille klarkommen - allen anderen steht auch weiterhin die Gleitsicht zur Verfügung oder ggf. eine auf den Arbeitsplatz abgestimmte Brille).
Am einfachsten ist es sich zu fragen, ob man ständig eine Fernbrille auf der Nase haben möchte (was viele Brillenträger ja kennen und auch okay finden) oder ob man immer eine Lesebrille mit sich führen möchte. Machen Sie es nicht zu kompliziert. Das führt zu Verunsicherung und nicht zu einem besseren Ergebnis!
Und sprechen Sie mit dem Operateur. Der kann ihnen das ggf. auch vor Ort mal demonstrieren. Das ist viel besser als theoretische Überlegungen und Ratschläge aus dem Internet.
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