Schlechtes Sehen nach Einsatz Trifokallinsen

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Lisa789
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Schlechtes Sehen nach Einsatz Trifokallinsen

Beitrag von Lisa789 »

Ich habe mir vor 2 Jahren Trifokallinsen einsetzen lassen, weil der Arzt meinte, dass sei die beste Lösung für mich, wenn mir ein brillenfreies wichtig sei. Für die Ferne brauchte ich keine Brille.
Leider war das die schlechteste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe. Ich bereue es zutiefst. Durch riesigen Halos die mich bei Dunkelheit blenden, haben zur Folge, dass ich nur noch am Tage mit dem Auto fahren kann. Und das diese Halos auch am Tage strahlen, hat der Arzt wohl vergessen zu erwähnen. Weiter stören mich die Doppelsichtigkeit und die dauernden Verblendungen. Ich war bei verschiedenen Optikern, um mir Brillen für die Ferne, für den Monitor und zum Lesen anfertigen zu lassen. Keine von denen verbessert meine Sicht. Einige konnte ich zurückgeben und einige liegen noch hier rum, welche ich jedoch nicht nutzen kann. Keiner der Optiker hat es bislang geschafft, mir eine Brille anzufertigen. Es sei einfach zu schwierig, auf meine dauernd schwankenden Werte der Linsen Gläser anzufertigen. Um überhaupt noch lesen zu können (zumindest mit dem einen Auge), habe ich eine Lesebrille von der Stange gekauft. Von wegen Brillenfrei oder - unabhängig!
Und nun nach 2 Jahren sehe ich auf dem einen Auge nur noch mit 80 % und auf dem anderen etwa mit 50 % . vor der OP konnte ich wesentlich besser sehen. Im Grunde brauchte ich keine Trifokallinse, sondern nur eine Lesebrille. Jetzt stehe ich kurz vor dem Austausch der Linsen in Monofokallinsen, um mich zumindest von den schlimmen Nebeneffekten zu befreien. Den Namen des Arztes darf ich nicht benennen, da ich bereits eine Klageandrohung durch seinen Anwalt erhalten habe, falls ich dies nochmals mache. (meine Bewertung auf Jameda wurde auch herausgenommen, also seit vorsichtig mit 1a Bewertungen auf dem Portal!)

Wenn hier irgendjemand auch schon mal seine Trifokallinsen gegen Monofokallinsen hat austauschen lassen, wäre ich für eine Rückmeldung sehr dankbar.
Ich habe große Angst vor diesem Schritt. Denn wer weiß schon, was dann wieder alles passieren kann. Doch ein Leben mit den Halos und den ganzen anderen Dingen ist keine Alternative mehr für mich. Es wäre wirklich mal dringend notwendig, die Art der Aufklärung hinsichtlich der Nebenwirkungen neu zu reformieren und die Ärzte in die Pflicht zu nehmen, den Patienten ausführlich und vor allem mündlich über diese aufzuklären. Das alles lediglich im Kleingedruckten des Aufklärungsbogen aufzuführen reicht einfach nicht aus. Man nimmt es einfach nicht so ernst, da man immer vor jeder OP immer alles unterschreiben muss.
Der Arzt hat seine Paxis übrigens in Düsseldorf und benennt sich selber als den besten Experten in Deutschland. Sein arrogantes Auftreten hätte mir eine Warnung sein sollen. Mir wurde übrigens auch nach der OP erzählt, dass ich zu 100 % sehe und die Linsen zentriert sind. Doch ich habe von Anfang an unscharf gesehen, was sich bis heute sehr verschlechtert hat. Erst eine Augen-Universitätsklinik hat mir schließlich gesagt, dass die Trifokallinsen für Patienten mit einer so geringen Sehschwäche keine Verbesserung darstellen könnten und man mit einer Lesebrille besser beraten gewesen wäre.
Meiner Meinung nach geht es den Privatkliniken häufig darum, Geld zu verdienen, weshalb in den Aufklärungsgesprächen gerne mal das Ausmaß an Nebenwirkungen nicht ausreichend aufgeklärt wird. Und ich kann den Menschen, die über eine OP nachdenken, nur raten, sich nicht auf die Erfahrungsberichte zu verlassen, die auf den Foren der Privatkliniken erstellt oder gesponsert werden, sondern geht auf die "echten" Erfahrungsbereichtseiten! [Link / Begriff / Name geändert. Nach den Regeln des DMF nicht erwünscht] , Medpertise oder Med1 u.a.
Gebt in Google z.B. ein: schlechte Erfahrungen mit Trifokallinse. Die guten Berichte findet man leider viel schneller! Ich glaube nicht an diese überaus positiven Berichte. Leider habe ich nich durch meine Unwissenheit damals auf die falschen Berichte und Bewertungsprotale verlassen. Erst nach intensiver Recherche fand ich die echten Erfahrungsberichte.

Im Übrigen hat mir damals der Operateur gesagt, dass bei nur 1-5 Prozent der Trifokal-Patienten nachgelasert werden müsse. Doch in den Foren wird so dermaßen häufig von nachlasern gesprochen, dass ich ihm das nicht mehr abnehme. Auch ich habe einen Nachstar bekommen, weshalb ich jetzt überlege, statt eines Nachlaserns die Linsen direkt gegen Monofakollinsen auszutauschen. Dann bin ich zumindest entgültig von den schlimmen Halos befreit. Ich habe bereits eine Augen-Uni-Klinik gefunden, die den Austausch machen würden. Die Linsen würden jedoch wahrscheinlich nicht mehr an die Stelle kommen, wo die natürlichen Linsen saßen, sondern an anderer Stelle. Und das bereitet mir noch Kopfzerbrechen. Wie fühlt sich das nachher an, welche Folgen können daraus entstehen etc... Also wer schon Erfahrung damit gemacht hat: bitte berichtet!
Mein Anwalt prüft übrigens gerade, ob wir den Arzt wegen falscher Aufklärung verklagen können. Aber man weiß ja, dass die Ärzte immer am längeren Hebel sitzen und gut Rechtsschutzversichert sind. Da hat man im Grunde keine echte Chance. Ich habe meine Geschichte auch der Ärztekammer vorgetragen. Das Gutachten, das erstellt wurde war ganze 2 Seiten lang. Der sogenannte Gutachter hat mich weder persönlich kennengelernt, noch hat er mir auf sonstigen Wegen Fragen zum Thema gestellt. Das Ganze war eine Farce. Ergebnis war: Linse wurde zentriert gesetzt, kein Fehler erkennbar.
Bitte teilt Eure Erfahrungen mit mir.
Humungus
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Re: Schlechtes Sehen nach Einsatz Trifokallinsen

Beitrag von Humungus »

1. Es tut mir leid, dass Sie unzufrieden sind!
2. Ich bin kein Freund von MIOLS und setze sie aus den Gründen, die Sie im Text erwähnen, nicht ein. Es gibt eine kleine Gruppe, die solche Linsen gut vertragen: Patienten, die ums Verr.cken keine Brille wollen. Alle anderen sollten solch einen Schritt ernsthaft bedenken.
3. Mir stellt sich die Frage, warum Sie sich überhaupt operieren ließen, wenn Sie vorher doch gut gesehen haben. Um die Nahbrille zu vermeiden?
4. Das "Feintuning" mit Laser (LASIK, nicht YAG!) ist immer dann nötig, wenn die Zielrefraktion, 0, nicht optimal erreicht wird, beispielsweise wegen einer Hornhautverkrümmung oder natürlichen Schwankungen bei der Messung der Linsenstärke.
5. Ein Linsenaustausch ist möglich, die Operation komplizierter als eine Karataktextraktion. Suchen Sie sich unbedingt jemanden aus, der das schon oft gemacht hat. Die Frage "wie oft haben Sie das gemacht? Und wie oft pro Woche/Monat?" sollten Sie unbedingt anbringen.

Ein Rat: nicht den Nachstar lasern lassen wenn ein Linsenaustausch erwogen wird. Nach der Kapsulotomie wird der Eingriff noch etwas schwieriger. Erst den "Austausch-Operateur" aufsuchen und mit ihm reden.
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Lisa789
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Re: Schlechtes Sehen nach Einsatz Trifokallinsen

Beitrag von Lisa789 »

Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich habe mich zu der OP im Grunde überreden lassen. Der Arzt sagte mir, dass ich damit einem grauen Star vorbeugen würde, den man im Alter mit hoher Wahrscheinlichkeit bekäme. Und ich wäre dann brillenunabhängig (ich dachte, ich brächte dann wirklich nie wieder nach meiner Lesebrille suchen, aber mit unabhängig ist wohl was anderes als Brillenträger gemeint und dient eher als Lockmittel, um das Produkt zu verkaufen).
Außerdem wollte er im ersten Gespräch erste Merkmale eines grauen Stars bei mir erkannt haben. Erst nach der richtigen Untersuchung (die 500 Euro extra kostet, wenn man sich gegen die op entscheidet) war dann doch kein grauer Star vorhanden. Da hatte ich mich schon auf die op innerlich eingestellt. Es wurde nur von Vorteilen gesprochen. Und als ich ihn dann fragte, ob er solche Linsen auch bei einem Mitglied seiner Familie einsetzen würde und er sagte: ja auf jeden Fall, da es die perfekte Lösung sei, wenn man bis ins hohe Alter zu 100 Prozent gut sehen möchte und keinen grauen Star haben will, da hatte er mich.
Lediglich kleinere halos bei Dunkelheit sei eventuell möglich, doch man nehme diese nach einer Eingewöhnung nicht mehr wahr.
Ich wurde sogar gefragt, wie wichtig mir ein brillenunabhängiges leben sei und ob mir Autofahren bei Dunkelheit wichtig sei etc… ich habe alles mit sehr wichtig beantwortet, was schriftlich festgehalten wurde.
Ich hatte keine Ahnung, was mir in Wahrheit bevorstand. Es wurde mir ein mündliches Versprechen verkauft, dass nicht im Ansatz eingehalten wurde.
Und jetzt stehe ich vor der Wahl , die Linsen austauschen zu lassen oder zu Lasern und mich dann aber mit den Blendeffekten für immer abzufinden. Der Operateur ist Professor einer Uni-Klinik und sagte, ein solcher Austausch sei für ihn Routine.
Doch der damalige Arzt gab auch vor ein Experte zu sein. Natürlich István dann verunsichert. Alles schwierig, deshalb wäge ich nun ab und grübel den ganzen Tag über alles nach.
Lisa789
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Re: Schlechtes Sehen nach Einsatz Trifokallinsen

Beitrag von Lisa789 »

Kleine Korrektur 1. Klammer: brillenfrei sollte es heissen, nicht Brillenträger (Autokorrektur verändert manchmal die Worte)
Humungus
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Re: Schlechtes Sehen nach Einsatz Trifokallinsen

Beitrag von Humungus »

Es ist richtig, dass man im hohen Alter meist den Grauen Star bekommt. Viele Menschen erleiden auch einen Herzinfarkt. Unverständlicherweise kriegt niemand vorbeugend eine Bypass-OP.

Aber wenn man in Düsseldorf praktiziert muss man Umsatz generieren. Immerhin hat es Ihr Anwalt etwas einfacher, weil bei der OP die Indikation relativ ist und besonders umfangreich aufgeklärt werden muss. Das Wahrnehmen von Glares und Halos ist nach einer MIOL-Implantation nicht selten. Wenn Sie wissen welche Linse implantiert wurde können Sie relativ leicht in wissenschaftlichen Veröffentlichungen die Rate solcher Effekte nachsuchen (jedenfalls wenn es sich um die MIOL eines namhaften Herstellers handelt, wovon ich irgendwie ausgehe). Sie mussten im Rahmen der Aufklärung über diese Rate informiert worden sein - oder zumindest muss der Arzt glaubhaft machen dass das geschehen ist.
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Lisa789
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Re: Schlechtes Sehen nach Einsatz Trifokallinsen

Beitrag von Lisa789 »

Hallo nochmal. Ich habe leider immer noch keinen Operateur gefunden, der mein Vertrauen gewinnen konnte.
Ich bin immer noch ratlos, ob für mich ein Austausch der Linsen gegen asphärische linsen in Frage kommt oder (weil der Austausch zu risikoreich) eher ein nachlasern Plus nachstar-lasern die bessere Lösung darstellt.
Wer hat genug Erfahrung im Austausch von künstlichen linsen? Ich habe einen Arzt gefunden, der der Ansicht ist, dass in meinen Fall ein Austausch gut möglich sein sollte. Doch er selber nehme solche Eingriffe nicht oft vor, weshalb ich mir einen anderen Operateur suchen solle.
Ja, aber wo denn? Die Rezensionen der unikliniken in Köln, Bonn, und Essen sind grottenschlecht. In einer Privatklinik habe ich ja durch die erste OP bereits meine erste schlechte Erfahrung gemacht. Ein Arzt in Solingen warf mir vor, ich sei selber schuld, weil ich mir die linsen habe einsetzen lassen. Auch sehr emphatisch. Nun habe ich kein Vertrauen mehr zu irgendwem. Aber da ich inzwischen auf einem Auge fast Erblindung bin durch den nachstar, muss schnell eine Lösung her.
Doch wo finde ich einen Operateur mit guten Erfahrung?
Elbestrand
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Re: Schlechtes Sehen nach Einsatz Trifokallinsen

Beitrag von Elbestrand »

Liebe Lisa, Deine Probleme kann ich bestens nachempfinden aber ich kann Dir leider nicht helfen. Man muss sich extrem gut informieren, bevor man irgendeinen operativen Eingriff an sich machen lässt. Manchmal scheint es aber keine Alternative zu geben. Allerdings stelle ich bezüglich Kunstlinsen immer wieder fest, dass es erhebliche Störungen geben kann. Ich wünsche Dir alles Gute!
Feuerblick
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Re: Schlechtes Sehen nach Einsatz Trifokallinsen

Beitrag von Feuerblick »

Was die Erfahrung mit refraktiven Linsen angeht, werfe ich mal die Uniklinik Heidelberg in den Raum. Alternativ Bochum. Das sind zumindest Kliniken, die sich auf solche Dinge spezialisiert haben und daher letztlich auch mit Problemen umgehen können (sollten).
Bitte stellen Sie Ihre Fragen nur, wenn Sie die Antwort auch wirklich wissen wollen und nicht Dr. Google vorziehen. ;-)
Lisa789
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Re: Schlechtes Sehen nach Einsatz Trifokallinsen

Beitrag von Lisa789 »

Danke. Bochum wurde mir schon vorgeschlagen. Ich werde es dort mal versuchen.
Elbestrand
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Re: Schlechtes Sehen nach Einsatz Trifokallinsen

Beitrag von Elbestrand »

Vorweg: Meine Probleme liegen wahrscheinlich anders als bei Dir. Ich habe derzeit nichts mit der Netzhaut und wurde diesbezüglich vor wenigen Tagen gründlicher als sonst untersucht. Geringfügiger Nachstar ist vorhanden. Auch bei dessen Entfernung kann es, wie bei jedem Eingriff, Komplikationen geben. Ich bin kein Augenarzt sondern lediglich Heilpraktikerin gewesen und mein Wissen liegt bei dem eines praktischen Arztes. Augen und Nervensystem ist Spezialisten vorbehalten und selbst da gibt es Spezialisten für wieder besondere Teilgebiete. In Heidelberg wurde mir für den Austausch der Linsen ein Professor, dessen Namen ich nicht kenne, wärmstens empfohlen. Privat zu zahlen. Seine Privatambulanz ist zu erreichen über die Universitäts-Augenklinik Heidelberg.

Ich wiederhole aber, dass mir inzwischen 3 Augenärzte nacheinander vom Austausch der Linsen abgeraten haben. Wer das Problem mit den Halos und Starburst hat, so sagte man mir, wird es aller Voraussicht nach auch mit jeder anderen Linse haben. Die EDOF-Linsen werde als besonders störungsfrei bezüglich dieser Lichterscheinungen angepriesen, dafür aber gibt es nach meinen Recherchen mehr Probleme mit dem Kontrastsehen, also der Schärfe. Da ich aber exorbitante Blendstörungen durch diese Halos und Starburst trotz EDOF habe, empfehle ich sie Menschen mit ähnlichem Problemen nicht.

Glauben Sie mir bitte, dass ich extrem unter diesen Dingen leide, denn es beeinflusst ja meinen Alltag ganz enorm. Dennoch werde ich mich keinem weiteren Risiko aussetzen!!

Inzwischen ist die Klageerwiderung bei mir eingegangen. Ich könnte schreien, was da alles behauptet wird. Mein Problem wird an die Wand gespielt und gelogen wird auch noch nach Kräften. Aber das ist beim Schlagabtausch unter Juristen leider der Fall. Ja keine Fehler zugeben ist normal dabei. Und der Nachweis ist sehr schwierig!!

So stritt der beklagte Augenarzt ab, mir Kantenfiltergläser als Alternative empfohlen zu haben. Fakt ist, dass er die Dinger an der Rezeption griffbereit stehen hat. Er holte sie mir von dort ins Behandlungszimmer und empfahl sie mir nur 6 Wochen nach der OP des 2. Auges. Er tut jetzt erstaunt, dass ich angeblich eine derartige Brille erworben habe, streitet das sogar ab. Nun: Der Optiker liegt praktisch gegenüber der Augenarztpraxis und ich hatte den Arzt sogar dort zum Termin schriftlich hinbestellt. Natürlich ist er nicht dazu gekommen!

Sehr unschön sind solche Auseinandersetzungen allemal. Und abschließend sage ich: "Operation gelungen! Patient tot" sowie "irren ist ärztlich" hat seine Berechtigung. Ich wünsche Dir alles Gute und Erfolg aber vor allem trotz Deiner sicherlich unerträglichen Beschwerden Geduld. Es ist manchmal besser, sich mit Unangenehmem zu arrangieren. Ich tue das, hadere nicht und denke daran, wie dreckig es anderen Menschen geht und dass ich, außer diesem schlimmen Sehdefekt, viel Gutes und Schönes erleben kann. Es kommt auf mich selbst an, etwas aus der Situation zu machen.
Elbestrand
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Re: Schlechtes Sehen nach Einsatz Trifokallinsen

Beitrag von Elbestrand »

Vorweg: Meine Probleme liegen wahrscheinlich anders als bei Dir. Ich habe derzeit nichts mit der Netzhaut und wurde diesbezüglich vor wenigen Tagen gründlicher als sonst untersucht. Geringfügiger Nachstar ist vorhanden. Auch bei dessen Entfernung kann es, wie bei jedem Eingriff, Komplikationen geben. Ich bin kein Augenarzt sondern lediglich Heilpraktikerin gewesen und mein Wissen liegt bei dem eines praktischen Arztes. Augen und Nervensystem ist Spezialisten vorbehalten und selbst da gibt es Spezialisten für wieder besondere Teilgebiete. In Heidelberg wurde mir für den Austausch der Linsen ein Professor, dessen Namen ich nicht kenne, wärmstens empfohlen. Privat zu zahlen. Seine Privatambulanz ist zu erreichen über die Universitäts-Augenklinik Heidelberg.

Ich wiederhole aber, dass mir inzwischen 3 Augenärzte nacheinander vom Austausch der Linsen abgeraten haben. Wer das Problem mit den Halos und Starburst hat, so sagte man mir, wird es aller Voraussicht nach auch mit jeder anderen Linse haben. Die EDOF-Linsen werde als besonders störungsfrei bezüglich dieser Lichterscheinungen angepriesen, dafür aber gibt es nach meinen Recherchen mehr Probleme mit dem Kontrastsehen, also der Schärfe. Da ich aber exorbitante Blendstörungen durch diese Halos und Starburst trotz EDOF habe, empfehle ich sie Menschen mit ähnlichem Problemen nicht.

Glauben Sie mir bitte, dass ich extrem unter diesen Dingen leide, denn es beeinflusst ja meinen Alltag ganz enorm. Dennoch werde ich mich keinem weiteren Risiko aussetzen!!

Inzwischen ist die Klageerwiderung bei mir eingegangen. Ich könnte schreien, was da alles behauptet wird. Mein Problem wird an die Wand gespielt und gelogen wird auch noch nach Kräften. Aber das ist beim Schlagabtausch unter Juristen leider der Fall. Ja keine Fehler zugeben ist normal dabei. Und der Nachweis ist sehr schwierig!!

So stritt der beklagte Augenarzt ab, mir Kantenfiltergläser als Alternative empfohlen zu haben. Fakt ist, dass er die Dinger an der Rezeption griffbereit stehen hat. Er holte sie mir von dort ins Behandlungszimmer und empfahl sie mir nur 6 Wochen nach der OP des 2. Auges. Er tut jetzt erstaunt, dass ich angeblich eine derartige Brille erworben habe, streitet das sogar ab. Nun: Der Optiker liegt praktisch gegenüber der Augenarztpraxis und ich hatte den Arzt sogar dort zum Termin schriftlich hinbestellt. Natürlich ist er nicht dazu gekommen!

Sehr unschön sind solche Auseinandersetzungen allemal. Und abschließend sage ich: "Operation gelungen! Patient tot" sowie "irren ist ärztlich" hat seine Berechtigung. Ich wünsche Dir alles Gute und Erfolg aber vor allem trotz Deiner sicherlich unerträglichen Beschwerden Geduld. Es ist manchmal besser, sich mit Unangenehmem zu arrangieren. Ich tue das, hadere nicht und denke daran, wie dreckig es anderen Menschen geht und dass ich, außer diesem schlimmen Sehdefekt, viel Gutes und Schönes erleben kann. Es kommt auf mich selbst an, etwas aus der Situation zu machen.
Lisa789
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Re: Schlechtes Sehen nach Einsatz Trifokallinsen

Beitrag von Lisa789 »

Hallo, danke für Deine Antwort. Auch ich habe mir einen Anwalt genommen und strebe eine Klage gegen den Operateur an. Auch er hat in einem sogenannten Gutachten der Ärztekammer das blaue vom Himmel gelogen. Er sagte sogar, er habe mir nur Trifokallinsen empfohlen, weil ich so sehr unter einer unscharfen Sicht gelitten hätte. Stimmt überhaupt nicht. Mir war es nur lästig immer die Lesebrille zu suchen. Eigentlich war ich in seiner Praxis, um mich zu informieren, ob ein Lasern in Frage kommt. Er hat mir dann gesagt, er sehe schon sowas wie den Ansatz eines grauen Stars erkennen. Später will er davon nichts mehr gewusst haben. Und von den Nebenwirklungen wie Doppelsichtigkeit, Kontrastarmut, Verblendungen etc... wurde kein einziges Wort im Beratungsgespräch oder im OP Vorgespräch erwähnt. Erst als es zu spät war, hielt er mir das unterschriebene Kleingedruckte vor die Nase und meinte, ich hätte es wissen müssen, wenn ich es gelesen hätte.
Meine Bewertung auf Jameda hat er unverzüglich löschen lassen. Und als ich auf Google eine Rezension abgab, drohte mir sein Anwalt mich zu verklagen. Obwohl ich ja nur meine Erfahrung geschildert hatte. Bei Ärzten mit einem 1,1 Bewertungsprofil sollte man misstrauisch sein, soviel weiß ich heute. Der Gutachter hat mich übrigens nie kontaktiert. Das Gutachten (wurde erstellt auf meine Bitte hin) war etwa eine Seite lang. Der Inhalt war eine Farce. Man gab dem Operateur einfach Recht, ohne sich auf Fakten zu beziehen. Unterm Strich hieß es, dass die Patientin gut aufgeklärt wurde und selber Schuld sei.
Du hast wahrscheinlich Recht, ein weiterer Linsenaustausch ist sehr gefährlich. Was für ein Zufall, dass auch mein Optiker direkt gegenüber der Praxis meines Operateurs ist. (Dr. B aus Düsseldorf)
Ich darf den Namen nicht nenne, sonst bekomme ich sofort wieder ein Schreiben seines Anwaltes, also bin ich da vorsichtig geworden.
Ich bin so unfassbar frustriert, weil die Ärzte mit ihren falschen Eingriffen und Lügen einfach so durchkommen. Seit 2 Jahren werfe ich mir selber vor, in das Spinnennetz des Arztes geraten zu sein und ich seinen Lobpreisungen über den Austausch der Linsen verfallen war. Sogar ein anderer Augenarzt meinte, ich sei selber Schuld. Ärzte, die verantwortungslos gesunde Linsen bei Patienten austauschen, bei denen es im Grunde nicht nötig wäre, müsste endlich mal ein Riegel vorgeschoben werden. Aus meiner Sicht ist das Körperverletzung. Zudem werden hier mit einer bewusst falschen Werbung für diese Linsen Patienten angelockt, um ihnen ein Versprechen zu verkaufen (brillenfreiheit, bla bla), dass am Ende nicht eingehalten werden kann! Meine Augen waren gesund, ich brauchte lediglich eine Lesebrille mit etwa 2,0 Dpt.
Ich denke, ich werde nun meine Augen nur noch lasern lassen (Sehschärfe nachbessern und Nachstar), anstatt die Linsen auszutauschen. Meine Angst ist für einen großen Eingriff zu groß geworden.
Wir können uns auch gern per Email austauschen. Ich würde Dir dann erstmal eine anonyme Mail Adresse schicken und dann meine private Adresse. LG
Barnie Geröllheimer
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Re: Schlechtes Sehen nach Einsatz Trifokallinsen

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

Man kann den Ärzten keinen Vorsatz, noch nicht einmal Fahrlässigkeit vorhalten, denn sie wissen es eben nicht besser, was sie mit solchen Linsen anrichten. Das ist nicht despektierlich gemeint, denn auch ich bin auf den Wahrheitsgehalt vollmundiger Versprechen angewiesen, z.B. welche Substanzen sich in unseren Kontaktlinsenpflegemittel befinden und was diese anrichten. Da kann ich mangels fundierter Chemiekenntnisse auch nur der Werbung der Hersteller vertrauen und muss hoffen, dass sie jeder verträgt.
Das Problem mit den Linsen ist kein medizinisches, sondern ein physikalisches, da winzige Prismen auf den Implantaten für Bi- und Tri- und Multifokalsehen eben Streulicht, und damit Blendung, Kontrastverlust und reduziertes Auflösungsvermögen verursachen. Aber Physikkenntnisse insbesondere im Optikbereich dürften bei Ärzten nur rudimentär vorhanden sein.
Übrigens betrifft dies auch das Lasern nach der LASIK-Methode.

Ich bin Optiker und rede mir seit vielen Jahren erfolglos den Mund fusselig...., sowohl beim Patienten als auch bei den Ärzten.
Humungus
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Re: Schlechtes Sehen nach Einsatz Trifokallinsen

Beitrag von Humungus »

Ärzte, insbesondere Augenärzte, haben sicherlich ein fundierteres physikalisches Wissen als Optiker Ahnung von der Medizin. Trotzdem wollen diese gerne die Heilkunde ausüben. Ich gehe davon aus, dass den Operateuren nicht nur die Stärken, sondern auch die Schwächen von Multifokallinsen sehr gut bekannt sind. EDOFs sind noch ein anderes Kapitel, da sie unter Verzicht auf die Nahkorrektur bessere optische Eigenschaften versprechen. Sie werden aktuell massiv beworben. WIe auch immer:

- eine "Clear-lens-exchange" sehe ich insbesondere bei Implantation von MIOLS ausgesprochen kritisch
- auch sonst muss über MIOLs intensiv aufgeklärt werden.

Ob das in ausreichendem Maß geschehen ist kann im Streitfall nur ein Richter entscheiden.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.
Elbestrand
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Re: Schlechtes Sehen nach Einsatz Trifokallinsen

Beitrag von Elbestrand »

Ich glaube nicht, dass ein Richter wirklich die Entscheidungskompetanz hat, da er dem Gutachter glaubt. Gutachter begutachten mal die eine, mal die andere Seite. Natürlich bei verschiedenen Patienten. Ich unterstreiche nochmals, dass es mir überhaupt nicht um die finanzielle Entschädigung geht, selbst wenn sie im Millionenbereich wäre! Es geht mir darum, dass kritischer umgegangen wird.

Da ich nach dem Aufwachen häufiger Schlieren sehe, ohne dass die als Schleim auf den Augen wären, gehe ich davon aus, dass der Glaskörper geschädigt ist. Das wird aber nicht untersucht! Es wird immer nur die Netzhaut untersucht. Der jetzige Augenarzt geht überhaupt nicht auf dieses Thema ein. Ich sehe also alle paar Tage nach dem Aufwachen, auch nach einem Mittagsschläfchen, für bis zu 30 Minuten alles völlig unklar, wie wenn Schleim auf den Augen wäre. Die Sehfähigkeit würde ich dabei - vorübergehend - mit 5 % beurteilen. Ich nehme die Welt dann nur durch einen Schleier wahr!!!
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