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Zykloplegie bei Erwachsenen

Verfasst: 09.10.19, 10:20
von Roberta73
Hallo!

Ich hatte ja das Problem mit den Schwankungen bei den Sehschärfemessungen. Die hat der Augenarzt jetzt nochmal bestätigt, ohne sonst einen Grund dafür zu finden. Er bekam keine eindeutigen Werte zu fassen. Deswegen soll in Kürze unter Tropfen refraktioniert werden.

Jetzt frage ich mich, ob das sinnvoll oder bei "älteren" Erwachsenen überhaupt üblich ist. Eigentlich macht man das eher bei Kindern, oder? Ist das nicht im Grunde dasselbe, wie die objektive Messung am Apparat? Bei der subjektiven Messung geht es ja um das erlebte Sehen, und das ist dann wiederum ausgeschaltet bzw. beeinträchtigt.
Kommen da bei Erwachsenen erfahrungsgemäß Werte heraus, die tatsächlich stimmen und auch im Alltag als gut empfunden werden?

Fraglich ist nach wie vor, ob Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder überhaupt etwas vorliegt, denn die Werte schwankten im Rahmen von bis zu 1 dpt vom Plus in den Minusbereich. Selbst die Hornhautverkümmung wurde unterschiedlich stark gemessen.

Augentropfen zur Befeutchtung benutze ich seit einigen Wochen nun merhmals täglich regelmäßig, was zumindest die Augenreizung völlig behoben hat.

Viele Grüße
Roberta

Re: Zykloplegie bei Erwachsenen

Verfasst: 09.10.19, 15:00
von Humungus
Zyklolatrefraktion ist bei älteren Patienten (ab 30) eher ungewöhnlich, aber immer dann sinnvoll, wenn die Refraktion schwankt. So lange eine Akkomodation besteht (bis ca. zum 60. Lebensjahr in absteigendem Maß) kann eine Zyklolatrefraktion andere Ergebnisse als subjektive oder objektive Refraktion bieten.

Eine häufige Ursache für schwankende Brillenwerte sind beispielsweise trockene Augen, keratokonus und auch Diabetes mellitus.

Re: Zykloplegie bei Erwachsenen

Verfasst: 09.10.19, 15:28
von Roberta73
Trockene Augen habe ich nun gewissenhaft behandelt, hatte auch nicht den Eindruck, dass sie jetzt noch trocken oder gereizt sind. Auffälligkeiten am Auge hätte der Arzt hoffentlich bemerkt bzw abgecheckt, Diabetes besteht nicht.

Aber wenn es andere Ergebnisse bringt, sind die dann noch "alltagstauglich"? Bzw wenn das die sichere Methode ist, warum macht man das dann nicht immer so?

Re: Zykloplegie bei Erwachsenen

Verfasst: 09.10.19, 20:08
von Humungus
Ganz prosaisch: Weil es nervt. 24 Stunden weite Pupille, eingeschränktes Lesen. Das will doch niemand. Wenn Sie heute jemandem sagen dass er sein Smartphone einen Tag liegen lassen kann ist das doch fast der Untergang des Abendlandes.

Re: Zykloplegie bei Erwachsenen

Verfasst: 10.10.19, 09:06
von Roberta73
Das will doch niemand.
Na ja, falsche Messungen sind auch nicht schön. Die bedeuten Stress und führen ggf. zu den falschen Gläsern.
Nach dem Chaos, das ich erlebt habe, bin ich geneigt, das nun immer gleich so zu machen - wenn es denn ein gutes Ergebnis bringt.

Re: Zykloplegie bei Erwachsenen

Verfasst: 10.10.19, 21:49
von Barnie Geröllheimer
Na dann.. viel Glück!
Die Hornhaut ist eine sehr starke Linse mit rund 43 Dioptrien, die stetiger Veränderung unterliegt. So wie kein vernünftiger Mensch Schuhe abends kauft und mit einer Standardformel die Passform auf den frühen Morgen herunterrechnet, würde ein gewissenhafter Optiker, der übrigens sowieso verpflichtet wird, die GLASSTÄRKEN UNTER TAGESLICHTBEDINGUNGEN (also kleinen Pupillenöffnungen) ZU ERMITTELN, einfach anhand peripherer Sagittal- und Tangentialradien der Hornhaut eine Stärke ermitteln, die dann noch dazu stoffwechselbedingt dienstags anders als mittwochs ausfallen können.
Nun tut man mit der Mydriasis genau das Gegenteil und ÖFFNET medikamentös die Pupille und rechnet den Messwert auf eine Normalstellung herunter. Völlig unsinnig, wenn es sich nicht gerade um Kinder oder "schwierige" Patienten handelt....

Eine Stärkenermittlung unter Lahmlegung der Augenlinse ist wie das Kaufen von Schuhen mit gelähmten Beinen. Aber jedem das Seine....! :evil:

Eine Stärkenmessung an einem lebendigen Körperteil wie dem Auge ist eine MOMENTAUFNAHME. Zwar kann man bei dieser Momentaufnahme auch schlampig arbeiten, aber als Quintessenz aus einer u.U. negativen Erfahrung sich nur noch mit gelähmten Beinen Schuhe zu kaufen, ist in meinen Augen vollkommen absurd.

Re: Zykloplegie bei Erwachsenen

Verfasst: 11.10.19, 06:17
von Feuerblick
Barnie, warum gehst du davon aus, dass man auf Grundlage der Zyklowerte bei Erwachsenen eine Brille verschreibt? Wer sich ein bisschen mit der Materie auskennt, würde genau das nicht tun. Aber mittels Zyklo bei extrem schwankenden Werte sinnvollerweise klären, welches Problem überhaupt vorliegt. Mehr nicht. Und mehr wird auch bei der Threaderstellerin nicht passieren. Denn wer ohne Brille einen vollen Visus in der Ferne schafft, der braucht keine Fernbrille. Aber so weit waren wir ja schon.
Übrigens sind ordentlich skiaskopierte Werte eigentlich gar nicht schlecht. Bei Kindern hat sich das absolut bewährt. Wären die Werte so ungenau, wie du hier vermitteln möchtest, dann würden Kinder mit ihrer Brille keinen Reihenvisus von mindestens 1,0 hinbekommen. Es ist halt wie überall: Wenn man es richtig macht und weiß, was man tut, dann funktioniert es.

Re: Zykloplegie bei Erwachsenen

Verfasst: 11.10.19, 07:29
von Barnie Geröllheimer
Leider kommt es zu häufig vor, dass sich bei uns Kundschaft einfindet, die noch geleitete Pupillen und eine "Stärkenempfehlung" hat.
Ich bin übrigens ein Fan einer guten Skiaskopie. Aber halt ohne Weittropfung :wink:

Re: Zykloplegie bei Erwachsenen

Verfasst: 11.10.19, 16:52
von Roberta73
Ihr macht mir ja Mut....

Das mit dem perfekten Visus ist inzwischen auch strittig, denn es könnte durchaus sein, dass die Miniwerte vom ersten Mal falsch waren, und zu einer Hornhautverkrümmung von -1 würde ggf auch der schlechte Visus passen.
Bin jedenfalls gespannt, was rauskommt.