Off-Label-Okklusionstherapie

Moderator: DMF-Team

Antworten
wsunter
Topicstarter
DMF-Mitglied
Beiträge: 72
Registriert: 06.01.17, 11:56

Off-Label-Okklusionstherapie

Beitrag von wsunter »

Hallo, erst mal möchte ich klarstellen: ich weiß, dass mit einer Okklusionstherapie nicht das Schielen direkt therapiert wird, sondern zur Vorbeugung von Amblyopie, welche im Zusammenhang mit Strabismus auftreten kann, durchgeführt wird.

Bei mir (28J) ist letztes Jahr eine sehr starke Heterophorie diagnostiziert worden, und hierauf hatte man mir Planprismenbrillen aufgeschreiben, welche ich über den Kontaktlinsen tragen sollte. Man riet mir zu dieser Option, weil ich auf dem linken Auge stärker kurzsichtiger bin wie rechts. Eine entsprechende Brille hatte ich ab meinem 19.Lebensjahr (-> Führerschein) OHNE Prismen bis vorletztes Jahr getragen. Dann wechselte ich zu Kontaktlinsen*, und mit der Zeit wurden die Beschwerden immer stärker (mehr oder weniger schnelles Doppelbilder-Zusammenfügen beim Wechsel der Blickrichtung, Konzentrationsschwierigkeiten beim Lesen, Kopfschmerzen). Hierauf habe ich Verordnungen für eine Planprismenbrille für die Nähe:
http://forum.optiker.de/download/file.php?id=4158
und für eine Planprismenbrille für die Ferne bekommen:
http://forum.optiker.de/download/file.php?id=4157
(P.S.: in beiden Brillen sind resultierende Prismen eingeschliffen)

Die Planprismenbrille für die Nähe mit insg.16 Seitenprismen habe ich nie getragen (und trage sie auch heute nicht), da ich glaube, dass die Augenmuskeln so nicht schnell "faul werden", und somit ein operativer Eingriff hinausgezögert werden kann. (ist die Annahme korrekt?)

letzte Woche musste ich meine Brille (Planprisma f Ferne) zur Reperatur beim Optiker lassen. Da ich keine Ersatzbrille hatte, bin ich wie folgt vorgegangen, um in der Zeit keine Doppelbilder zu sehen: ich habe in der Apotheke eine Augenklappe gekauft, und habe diese während der Reparaturzeit (2-3h) getragen (auf dem linken Auge).
Als ich die Brille abholen wollte und die Augenklappe abgenommen habe, habe ich für eine kurze Weile keine Doppelbilder gesehen, und konnte meinen Blick auch ohne (oder weniger) Anstrengung auf jeden Punkt in der Ferne und Nähe fixieren.

Hierauf habe ich gegoogelt. ob sich der Schielwinkel bei einer Okklusionstherapie ändert: auf einer Seite stand, dass dieser Winkel größer oder kleiner werden kann. Wenn man nun von der o.g. Schilderung ausgeht, kann man meinen, dass die kurzzeitige Okklusion sich positiv auf meine Beschwerden ausgewirkt hat.

Nun zu meiner Frage:
kann mir jemand sagen, in welchen Studien der Zusammenhang (Okklusionstherapie - Schielwinkel) untersucht worden war, und ob man hieraus eine Indikation zur sog. 'Off-Label-Okklusionstherapie' herleiten kann?

(P.S.: ich studiere Pharmazie, habe im ersten Semester den Statistik-Kurs absolviert und kann die Studien entsprechend gut interpretieren)

Vielen Dank für die Geduld beim Lesen und Danke im Voraus für Antworten!!

*Werte der kontaktlinsen:
Bild

Antworten