Bildschirmbrille nötig?

Moderator: DMF-Team

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Roberta73
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Bildschirmbrille nötig?

Beitrag von Roberta73 » 11.08.19, 15:45

Hallo!

Neulich habe ich beim Optiker meine Sehschärfe bestimmen lassen und er wurde hinterher sehr verkaufstüchtig. Mich würde interessieren, was in meinem Fall wirklich sinnvoll ist.
Ich bin auf beiden Augen alterssichtig mit + 0,75 dpt und habe einen Zyl von -0,25.
Zum Lesen und für die Nahsicht brauche ich eine Brille, das ist entspannt nicht mehr möglich.

Lohnt es sich aber, für die Bildschirmarbeit extra eine Brille anfertigen zu lassen? Ich mache viel Bildbearbeitung und Korrektur, sodass ich oft lange Zeit allein auf den Bildschirm schaue. Der Bildschirm steht ca. 70 cm von mir entfernt, ich sehe aber ab 40 cm noch scharf, die Nahsichtbrille ergibt wenig Sinn, es ginge einzig und allein um die Korrektur des Zylinders, dann wahrscheinlich bei meinen Werten noch mit stärkenlosem Glas. Ist das nötig oder hilfreich oder werde ich bei dem geringen Wert den Unterschied kaum bemerken?

Ich habe gehört, dass sowas erst ab 0,75 dpt Sinn macht.

Viele Grüße
Roberta

Feuerblick
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Re: Bildschirmbrille nötig?

Beitrag von Feuerblick » 11.08.19, 16:46

Wenn Sie den Bildschirm scharf sehen und das nicht mehr anstrengt als früher auch, dann brauchen sie auch keine Bildschirmbrille...

Barnie Geröllheimer
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Re: Bildschirmbrille nötig?

Beitrag von Barnie Geröllheimer » 11.08.19, 17:24

Hallo Roberta, was heißt
..alterssichtig mit + 0,75 dpt und habe einen Zyl von -0,25
?

Ist das der Nahzusatz oder die absolute Stärke?

Leider verraten Sie uns Ihr Alter nicht. Wie Sie schon bemerkt haben, entfernen sich altersbedingt die Bereiche, die Ihre natürliche Augenlinse noch scharfstellen kann, mit den Jahren immer weiter weg. Die "Arme werden zu kurz".

Längst bevor Sie subjektiv unscharf sehen, ist das Bild tatsächlich nicht mehr scharf. Wenn Sie Anfang 40 sind, ist eine Arbeitsbrille eine Investition - wenn schon nicht so sehr in Sehschärfe - so doch in Sehkomfort, weil Sie Ihre Augen und deren Muskulatur enorm entlasten würden.

Angenommen, der Monitor steht 80cm entfernt, dann müsste Ihre Augenlinse permanent(!) eine Akkommodationsleistung von 1/0,8m= ~1,25dpt aufbringen, um das Bild auf dem Monitor scharfzustellen. Die 0,75 dpt, die Ihnen anscheinend der Kollege gegeben hat, sind somit schon sehr gnädig ausgefallen.

Sie werden sehr bald wieder Probleme haben.

btw: Fragen Sie Ihren Arbeitgeber nach einem Zuschuss zur BAP-Brille
Dabei spielt es im Grunde keine Rolle, ob Mitarbeiter privat schon Brillenträger sind: In dem Moment, in dem sich zeigt, dass die Beschäftigung zu anstrengend für die Augen ist, haben betroffene Arbeitnehmer einen arbeitsschutzrechtlichen Anspruch auf eine Bildschirmarbeitsplatzbrille, die der Arbeitgeber finanziert.
Quelle:https://www.arbeitsschutzgesetz.org/bil ... atzbrille/

Feuerblick
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Re: Bildschirmbrille nötig?

Beitrag von Feuerblick » 11.08.19, 20:28

Naja, wenn jemand einen Nahzusatz von 0,75 braucht (und so verstehe ich die Angaben), dürfte er in 70 cm Bildschirmentfernung noch nix merken und auch keine Bildschirmbrille brauchen. Kann man machen, aber das Geld kann man sich auch sparen. Es sei denn, man hat tatsächlich Beschwerden. Ich würde da sogar noch nicht mit einer Lesebrille winken sondern allenfalls die Möglichkeit erwähnen.

Arbeitgeber geben Zuschüsse zur Bildschirmbrille, ja, aber Achtung! Bei vielen Arbeitgebern muss die Brille dann auch an der Arbeit in der Schreibtischschublade bleiben und darf privat nicht genutzt werden.

Roberta73
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Re: Bildschirmbrille nötig?

Beitrag von Roberta73 » 11.08.19, 21:01

Bin Mitte 40.
Auf dem Pass steht:
F L/R +0,25
N R/L Add +0,5
Zylinder -0,25
Lesen geht noch ohne Brille, ist aber anstrengend und bei manchen Schriften und vor allem am Abend unangenehm.
Bildschirm, so mein Eindruck, macht keinen Unterschied, ob mit oder ohne Lesebrille.
Manchmal ermüden die Augen etwas, wobei ich allerdings nicht weiß, ob das an der Sehschärfe oder am Verhalten liegt (zu lange am Stück, zu wenig blinzeln etc). Beim Lesen von Büchern fühle ich mich mit der Lesebrille optimal korrigiert, in der Ferne, ohne Brille, habe ich noch nie was bemerkt.
Der Optiker sprach aber sofort von Gleitsichtbrille und Pipapo wegen des Zylinderwertes, das fand ich etwas übertrieben und wollte mich mal erkundigen, ob sowas wirklich üblich und nötig ist.

Feuerblick
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Re: Bildschirmbrille nötig?

Beitrag von Feuerblick » 12.08.19, 12:14

Na, der Optiker war meines Erachtens ein klein wenig zu geschäftstüchtig - wenn man berücksichtigt, dass Sie nur und ausschließlich in der Nähe Probleme zu haben scheinen :wink:

Roberta73
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Re: Bildschirmbrille nötig?

Beitrag von Roberta73 » 12.08.19, 12:29

Den Verdacht hatte ich auch.
Allerdings habe ich beim Lesen auch viel für normal gehalten, bevor ich eine Brille hatte, deswegen der Wunsch nach einer Zweitmeinung. :wink:

Roberta73
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Re: Bildschirmbrille nötig?

Beitrag von Roberta73 » 12.08.19, 16:59

Nächster Optiker, gleiches Spiel:
Ich will mir noch eine Lesebrille bestellen.
"Aber eine Brille für die Fernsicht brauchen sie auch."
Ja?
"Ja, mit den Werten dürfen sie nicht mehr Auto fahren, da sind auch solche kleinen Werte von Bedeutung."
Ich fahre kein Auto, aber echt jetzt?
Ich sage ihr, dass ich demnächst einen Augenarzttermin habe und mit der Ärztin erstmal alles Weitere besprechen will. Trotzdem fängt sie immer wieder davon an, voll im Verkaufsmodus.
Ich finde das sehr traurig, ehrlich gesagt.

Feuerblick
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Re: Bildschirmbrille nötig?

Beitrag von Feuerblick » 12.08.19, 17:17

Wenn Sie mit diesen Mini-Werten (+0,25 und ein Zylinder von 0,25) eine Sehschärfe haben, mit der Sie nicht Auto fahren dürften, dann würde eine Brille für die Ferne auch nix bringen. Die Werte sind so gering, die dürften in Ihrem Alter schlichtweg nichts an der Sehschärfe machen. Ist diese dennoch schlecht, liegt es nicht an der fehlenden Brille... Ob man einen PKW führen darf, hängt nämlich nicht mit den Brillenwerten sondern mit der Sehschärfe zusammen, die man erreicht. Da hat die Optikerin sich aber ein wenig missverständlich ausgedrückt. :roll:

Ich würde auch sagen, Sie gehen besser mal zum Augenarzt, besprechen mit diesem anhand ihrer Sehschärfe und Beschwerden, für welche Entfernung Sie eine Brille brauchen und gut.

Und um verkaufstüchtige Optiker machen Sie mal besser einen Bogen. :wink:

Roberta73
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Re: Bildschirmbrille nötig?

Beitrag von Roberta73 » 12.08.19, 17:27

Danke für die Rückmeldung.
Und um verkaufstüchtige Optiker machen Sie mal besser einen Bogen.
Leichter gesagt, als getan, denn irgendwo muss man die Brille ja herkriegen. Heute bin ich schon recht bestimmt aufgetreten, habe das Modell genannt und was ich damit haben will, trotzdem wurde die Verkaufsmaschinerie direkt angeworfen. Die wittern anscheinend einen leicht zu verunsichernden "Brillenanfänger" auf zehn Meter Entfernung.

Der Optiker im Hinterzimmer, der die Sehschärfenbestimmung gemacht hat, meinte übrigens: Bei Ihnen reicht wahrscheinlich eine Fertigbrille. Ja, eigentlich tut sie das, man denkt halt immer, es wäre anders besser. Werde ihn nicht verpfeifen, dass er das gesagt hat, sonst ist er am Ende seinen Job los.

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Re: Bildschirmbrille nötig?

Beitrag von Barnie Geröllheimer » 12.08.19, 20:42

Hallo Roberta,
ich kann mich leider immer nur abends melden.
Roberta73 hat geschrieben:
11.08.19, 21:01
Bin Mitte 40.
Auf dem Pass steht:
F L/R +0,25
N R/L Add +0,5
Zylinder -0,25
Da ist eine Gleitsichtbrille völliger Unsinn. Meines Wissens gibt es Gleiter mit solchen schwachen Additionen überhaupt nicht am Markt.
Roberta73 hat geschrieben:
11.08.19, 21:01
Bildschirm, so mein Eindruck, macht keinen Unterschied, ob mit oder ohne Lesebrille.
Ja, aber nicht mehr lange!
Roberta73 hat geschrieben:
11.08.19, 21:01
Der Optiker sprach aber sofort von Gleitsichtbrille und Pipapo wegen des Zylinderwertes, das fand ich etwas übertrieben und wollte mich mal erkundigen, ob sowas wirklich üblich und nötig ist.
Das scheint einer meiner Kollegen zu sein, die den Hals nicht vollkriegen. Lassen Sie sich nicht verunsichern, Sie werden wahrscheinlich NIE eine Gleitsichtbrille benötigen, da sich in Ihrem Alter die Fernwerte (die nehme ich jetzt mal als korrekt ermittelt an) nicht mehr großartig ändern dürften.
Was Sie aber definitiv irgendwann benötigen werden, ist eine Multifokalbrille in Form einer "Office"- Brille, die man sinnvollerweise in ein Halbbrillengestell einarbeitet, um für Blickrichtung Ferne über die Brille hinwegsehen zu können. Nach Statistik wird das Problem/der Bedarf ab Mitte/Ende 50 akut.
Roberta73 hat geschrieben:
12.08.19, 16:59
Nächster Optiker, gleiches Spiel:
Ich will mir noch eine Lesebrille bestellen.
"Aber eine Brille für die Fernsicht brauchen sie auch."
Ja?
"Ja, mit den Werten dürfen sie nicht mehr Auto fahren, da sind auch solche kleinen Werte von Bedeutung."
Ich fahre kein Auto, aber echt jetzt?
Ich sage ihr, dass ich demnächst einen Augenarzttermin habe und mit der Ärztin erstmal alles Weitere besprechen will. Trotzdem fängt sie immer wieder davon an, voll im Verkaufsmodus.
Ich finde das sehr traurig, ehrlich gesagt.
Ich entschuldige mich in aller Form für solche "Leistungen". Ich könnte platzen vor Zorn, wenn ich sowas lese. Das sind genau die Kollegen, die den Billigheimern und Online-"Optikern" die Kundschaft zuschanzen.
Allerdings ist die Höhe der nötigen Glasstärke nicht gleichbedeutend mit der Höhe der gesetzlich verlangten Sehleistung bei Kraftfahrern. Es gibt durchaus Leute, die keine Brille benötigen bzw. bei denen eine Brille nichts bringt, die aber die gesetzlich verlangten "70%" Sehleistung trotzdem nicht erreichen.
Feuerblick hat geschrieben:
12.08.19, 17:17
Wenn Sie mit diesen Mini-Werten (+0,25 und ein Zylinder von 0,25) eine Sehschärfe haben, mit der Sie nicht Auto fahren dürften, dann würde eine Brille für die Ferne auch nix bringen. Die Werte sind so gering, die dürften in Ihrem Alter schlichtweg nichts an der Sehschärfe machen. Ist diese dennoch schlecht, liegt es nicht an der fehlenden Brille... Ob man einen PKW führen darf, hängt nämlich nicht mit den Brillenwerten sondern mit der Sehschärfe zusammen, die man erreicht. Da hat die Optikerin sich aber ein wenig missverständlich ausgedrückt. :roll:
Stimmt.
Feuerblick hat geschrieben:
12.08.19, 17:17
Ich würde auch sagen, Sie gehen besser mal zum Augenarzt, besprechen mit diesem anhand ihrer Sehschärfe und Beschwerden, für welche Entfernung Sie eine Brille brauchen und gut.
Stimmt nicht. Jeder, aber auch wirklich jeder Augenarzt den ich kenne, verweist zumindest Kassenpatienten für die Stärkenprüfung an die Optiker. Wenn es hoch kommt, bekommt der Patient eine "Stärkenempfehlung" mit. Und diese wird oft noch in Mydriasis ermittelt.
Feuerblick hat geschrieben:
12.08.19, 17:17
Und um verkaufstüchtige Optiker machen Sie mal besser einen Bogen. :wink:


Stimmt. Nur..., woran erkennt man die als Laie?
Roberta73 hat geschrieben:
12.08.19, 17:27
Heute bin ich schon recht bestimmt aufgetreten, habe das Modell genannt und was ich damit haben will, trotzdem wurde die Verkaufsmaschinerie direkt angeworfen. Die wittern anscheinend einen leicht zu verunsichernden "Brillenanfänger" auf zehn Meter Entfernung.
Klar, aber das ist doch auch in jeder anderen Branche so. Unsere Wirtschaft würde vollkommen in die Knie gehen, wenn man nur verkaufen könnte, was wirklich benötigt wird. Denken Sie bloß mal an die Autoindustrie oder die sog. "Lifestyle"-Chirurgie.
Ich gebe gerne zu, auch dann mal Entspiegelungen zu verkaufen, wenn ich nicht abschätzen kann, ob der Kunde wirklich was davon hat. Aber in der von Ihnen beschriebenen Form die Leute auszunehmen, ist in gröbster Weise unehrenhaft und auch ein Verstoß gegen unsere Leitlinien. Dazu gehören auch die noch schlimmeren Zeitgenossen, die jedem ein Prisma einbauen und berechnen, der nicht bei "3" auf dem Baum ist.
Roberta73 hat geschrieben:
12.08.19, 17:27
Der Optiker im Hinterzimmer, der die Sehschärfenbestimmung gemacht hat, meinte übrigens: Bei Ihnen reicht wahrscheinlich eine Fertigbrille. Ja, eigentlich tut sie das, man denkt halt immer, es wäre anders besser. Werde ihn nicht verpfeifen, dass er das gesagt hat, sonst ist er am Ende seinen Job los.
So schlimm kommt's nicht, nahezu jeder mittelständische Optiker führt auch bessere Lesehilfen. Aber die sind halt immer rechts und links gleich verglast, versorgen keine Hornhautverkrümmung und sind von der Zentrierung zum Auge her allenfalls zufällig richtig bzw. komfortabel.

Roberta73
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Re: Bildschirmbrille nötig?

Beitrag von Roberta73 » 12.08.19, 22:24

Danke für die Antwort!
Was Sie aber definitiv irgendwann benötigen werden, ist eine Multifokalbrille in Form einer "Office"- Brille, die man sinnvollerweise in ein Halbbrillengestell einarbeitet, um für Blickrichtung Ferne über die Brille hinwegsehen zu können. Nach Statistik wird das Problem/der Bedarf ab Mitte/Ende 50 akut.
Ja, das kann ich mir vorstellen. Im Moment kann ich noch über die leicht unscharfe Nahsicht hinwegsehen, wenn ich etwas mit größerem Aktionsradius mache. Dann nervt die Nahsichtbrille eher. In ein paar Jahren sieht das bestimmt anders aus.

Bifokal habe ich schon mal ausprobiert, das ging gar nicht.

Feuerblick
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Re: Bildschirmbrille nötig?

Beitrag von Feuerblick » 13.08.19, 16:12

Nun, Barnie... Verallgemeinerungen mag ich ja nicht sonderlich. Ich kenne beispielsweise durchaus Augenärzte, die eine prima Beratung bezüglich Brillen incl. vernünftiger Refraktionsbestimmung bieten. Kostet halt Geld, weil IGeL...

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