Was sagt die Augenheilkunde zu den Glaubenssätzen von...

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Brewst
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Was sagt die Augenheilkunde zu den Glaubenssätzen von...

Beitrag von Brewst »

... Susan Barry, welche ein Buch mit dem Titel "Fixing my gaze" veröffentlicht hat?
Hier geht sie wohl davon aus, dass das menschliche Gehirn lebenslang anpassungsfähig sei und man daher auch als Erwachsener noch 3D-Sehen erlernen könne.

Dagegen warnen viele Strabologen vor gezieltem Augentraining, da hier wohl ggf. unerwünschte Nebenwirkungen (zb. Doppelbilder) herauskommen können.
Sicherlich sind diese Warnungen berechtigt, doch irritiert es mich als Außenstehender Laie, dass hier wohl kaum ein Dialog zw. Strabologen/Ophthalmologen und der Fuktionaloptometrie stattfindet, obwohl letztere wohl nachweislich
vereinzelt positive Ergebnisse erzielt hat.

Gruß,
Brewst
Humungus
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Re: Was sagt die Augenheilkunde zu den Glaubenssätzen von...

Beitrag von Humungus »

1. Das Gehirn verändert sich sein Leben lang.

2. Das heißt nicht, dass alles prinzipiell möglich wäre. In manchen Bereichen scheinen die möglichen Veränderungen nur noch gering zu sein.

3. Es ist nicht nachgewiesen, dass "Augentraining" über den normalen Sehakt hinaus einen deutlichen Effekt hätte.

4. "nachweislich vereinzelt positiv". Das haben Sie schön gesagt, und da ist das Problem. Haben Sie bitte Verständnis, wenn ich nicht jedes Buch lese, das als Einzelmeinung herauskommt. Es gibt auch Bücher von Leuten, die behaupten, sie könnten ohne Nahrung leben, Materie beeinflussen oder durch Willenskraft einen Krebs besiegen. Maria Treben hat mit ihren Schwedentropfen die Pest behandeln können - wenigstens sagte sie das. Leider waren die Schweden wohl abwesend in den Jahren der Epidemien.

Einzelmeinungen und -Berichte sind für mich ziemlich wertlos, schon alleine, weil bei diesen Einzelpersonen besondere Konstellationen auftreten können. Haben Sie mal daran gedacht, dass Frau Barry vielleicht "nur" eine subnormale Stereopsis hatte oder auch eine dekompensierte Phorie, die durch gesteigerte Konzentration wieder ein wenig besser wurde? Das könnte nämlich schon reichen.

Studien, Studien, Studien! Wenn jemand so ein tolles Rezept gefunden hat, mag er es wissenschaftlich auf die Probe stellen. Funktioniert es wirklich, wird er Ruhm, Ehre und Reichtum ernten. Komischerweise aber besetzen solche Leute immer nur unbewiesene Nischen.
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Brewst
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Re: Was sagt die Augenheilkunde zu den Glaubenssätzen von...

Beitrag von Brewst »

Hallo und danke schon mal fürs Antworten.

Mein Eindruck ist es ja auch, dass es sich in diese Richtung eher nur um ein großes Geschäftsmodell handelt, welches ein solides Marketing betreibt - es wird ja nicht wirklich nach wissenschaftlichen Beweismethoden gearbeitet.
Trotzdem ist es für Patienten schwierig zu wissen, wo etwas "hinter steckt" und wo nicht.

Es ist ja nicht nur "der Clinch" zw. der Augenheilkunde und der Funktionaloptometrie.
Auch gibt es ja viele leute (mir Dr. U Wulff ist hier sogar ein ziemlich angesehener Strabologe dabei), welche auf Prismenverfahren und MKH-Messungen "schwören".
Die Augenheilkunde steht dem eher kritisch gegenüber und nennt auch viele einleuchtende Kritikpunkte (habe zu diesem Thema vor kurzem eine interessante PDF-Datei gelesen - möchte es aber nicht verlinken, da dies hier wohl generell untersagt ist).
Trotzdem: Ein unsicheres Gefühl als Patient, ob nicht doch mehr möglich ist und man daher nicht alles versucht bzw. machen lassen hat, bleibt einfach leider zurück.
Humungus
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Re: Was sagt die Augenheilkunde zu den Glaubenssätzen von...

Beitrag von Humungus »

Tja, mit den Hoffnungen und Ängsten der Menschen kann man viel Geld verdienen. Fast soviel wie mit ihrer Gier.
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Brewst
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Re: Was sagt die Augenheilkunde zu den Glaubenssätzen von...

Beitrag von Brewst »

Humungus hat geschrieben:Tja, mit den Hoffnungen und Ängsten der Menschen kann man viel Geld verdienen. Fast soviel wie mit ihrer Gier.
Hehe, da ist etwas wahres dran.
Trotzdem finde ich tbh solche eher "patzigen" Antworten zwar nachvollziehbar, aber nicht passend.
Nachvollziehbar daher, da ich verstehen kann, dass es viele Leute nervt, wenn man hier als Patient Probleme und Unzufriedenheit suggeriert - der Grund ist, dass es auf dieser Welt natürlich viel schlimmere Situationen und Schicksäle gibt.
Und dessen bin auch ich mir rational bewusst und ich weiß auch, dass ich rational betrachtet mit meiner Situation durchaus zufrieden sein sollte und auch Dankbarkeit empfinden sollte.
Genau hier ist jedoch das Problem: Menschen fühlen nicht immer so, wie sie rational denken.
Was man fühlt ist eher subjektiv.
Ich weiß, dass mein Problem hier eher auf psychologischer Ebene liegt (pessimistische Einstellungen, geringerer Selbstwert, etc...) - ich habe das vor nicht all zu langer Zeit realisiert und arbeite nun sehr stark daran.

Ich denke, dass Ihnen all meine Ausführungen bereits bekannt sind und daher verstehe ich nicht, wieso hier so oft verärgert reagiert wird und finde es daher auch unpassend....
Ich vermute, dass wohl der gängige Fehler gemacht wird, einfach eigene Einstellungen/Sichtweisen/etc... auf Andere zu projezieren, was halt einfach absurd ist, wenn man mal kurz darüber nachdenken würde.


Gruß,
Brewst
Humungus
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Re: Was sagt die Augenheilkunde zu den Glaubenssätzen von...

Beitrag von Humungus »

Um ehrlich zu sein kann ich nicht verstehen warum Sie meine Aussage auf sich persönlich beziehen. Ich reagiere auch nicht verärgert, sondern bin einfach nicht bereit mich mit Einzelberichten aus einem Außenseiterbereich zu befassen, der für Unseriosität und schlimme Folgen mehr als bekannt ist. Nur zu gut kennt man Netzwerke von "Experten", die sich gegenseitig Hilfesuchende zuschanzen und sie nicht nur mit Prismenbrillen, sondern auch mit Umwelt-Labor-Untersuchungen, Entschlackungstherapien und letztendlich "Ausleitungen" neppen. Immer wieder geistern dann obskure Erfolgsmeldungen durch das Internet. Es ist nicht meine Aufgabe, diese zu widerlegen, sondern es wäre Aufgabe solcher Außenseiter, einen stabilen Beweis für ihre Behauptungen zu liefern. Diesen bleiben sie regelmäßig schuldig und bedienen lieber Emotionen.

Was das allerdings mit Ihnen zu tun hat erschließt sich mir nicht! Ich urteile auch nicht über Sie, sondern beantworte Ihre Fragen. Und Sie müssen mir schon "Patzigkeit" zugestehen, wenn ich mich in der täglichen Praxis immer wieder mit den Folgen schlechter Medizin auseinandersetzen muss.
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Brewst
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Re: Was sagt die Augenheilkunde zu den Glaubenssätzen von...

Beitrag von Brewst »

Humungus hat geschrieben:Um ehrlich zu sein kann ich nicht verstehen warum Sie meine Aussage auf sich persönlich beziehen. Ich reagiere auch nicht verärgert, sondern bin einfach nicht bereit mich mit Einzelberichten aus einem Außenseiterbereich zu befassen, der für Unseriosität und schlimme Folgen mehr als bekannt ist. Nur zu gut kennt man Netzwerke von "Experten", die sich gegenseitig Hilfesuchende zuschanzen und sie nicht nur mit Prismenbrillen, sondern auch mit Umwelt-Labor-Untersuchungen, Entschlackungstherapien und letztendlich "Ausleitungen" neppen. Immer wieder geistern dann obskure Erfolgsmeldungen durch das Internet. Es ist nicht meine Aufgabe, diese zu widerlegen, sondern es wäre Aufgabe solcher Außenseiter, einen stabilen Beweis für ihre Behauptungen zu liefern. Diesen bleiben sie regelmäßig schuldig und bedienen lieber Emotionen.

Was das allerdings mit Ihnen zu tun hat erschließt sich mir nicht! Ich urteile auch nicht über Sie, sondern beantworte Ihre Fragen. Und Sie müssen mir schon "Patzigkeit" zugestehen, wenn ich mich in der täglichen Praxis immer wieder mit den Folgen schlechter Medizin auseinandersetzen muss.
Hallo!
Dass ich ihren Comment fälschlicherweise auf mich bezogen habe, dass tut mit leid.
Es muss wohl aus der Emotion herausgeschehen sein, da ich schon oft in Foren beobachtet habe, dass Laien etwas "angegangen" worden sind.
Ansonsten, danke dann für die Klarstellung und ich hoffe, dass Sie mir meine Fehlinterpretation nicht Übel nehmen.


Lg,
Brewst:)
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