Kurzsichtig 1 Woche nach Clear Lens Exchange

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MissGeek
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Kurzsichtig 1 Woche nach Clear Lens Exchange

Beitrag von MissGeek »

Hallo!

Nachdem ich mithilfe dieses Forums mein ungutes Bauchgefühl gegen Edof-IOL mit Fakten unterfüttern konnte, habe ich nach überstandener OP eine Frage.

Und zwar wurde ich (47 J.} vor genau einer Woche am rechten Auge mit einer asphärischen Monofokallinse im rechten Auge bestückt, als CLE aufgrund eines Engwinkelglaukoms. Dabei sollte ich als bisher "Rechtsichtige" (mit beginnender Presbyopie) auf gute Fernsicht eingestellt werden.

Bisher bin ich nun aber deutlich kurzsichtig. Bei der niedergelassenen Augenärztin war ich bisher nur am Tag nach der OP zur Kontrolle (OP war an Uniklinikum), und sie meinte das könne sich in den nächsten Tagen noch ändern.

Im Verlauf der Woche seither hatte ich den Eindruck, dass sich die gute Nahsicht aber eher weiter gefestigt hat. Ist es denn wirklich denkbar, dass sich die Sehschärfe noch einmal komplett von Nah auf Fern ändern kann? (Dass es bis zu 6 Wochen insgesamt dauert, bis der Heilungsprozess abgeschlossen ist und der Visus feststeht, weiß ich.)

Des weiteren frage ich mich, ob die Stärke der Kunstlinse mit 26 Dioptrien überhaupt für das Ziel Fernsicht plausibel sein kann - kann man dazu aus der Ferne überhaupt eine ungefähre Einschätzung abgeben?

Bei mir wurde eine sehr flache Vorderkammer diagnostiziert ("Nanophthalmus anterior", mit 2,3 mm Tiefe statt normal rund 3 mm), die Achsenlänge des Auges ist 2,1 cm. Außerdem habe ich -0,75 Astigmatismus (die Gradangabe schwankt bei jeder Messung), die der operierende Prof auch "mit korrigieren" wollte. Ich hatte nie eine Brille (außer jetzt Lesebrille) und hatte bis vor dem Glaukom bei den Sehtests meist so viele Prozent Visus wie der jeweilige Sehtest hergab.

Was mir ansonsten aufgefallen ist, ist dass die Hornhaut des rechten Auges seit der OP viel flacher ist als vorher bzw. sich vorher deutlich stärker vorgewölbt hatte (hab noch das linke Auge zum direkten Tastvergleich, das ist anatomisch gleich wie das rechte vor der OP, aber noch ohne Glaukomschaden, nur Hypertension).

Ich wäre für Einschätzungen und Rückmeldungen sehr dankbar! Meine AÄ finde ich grundsätzlich ganz gut und bin Do wieder zur Kontrolle bei ihr, aber wie fast alle niedergelassenen Ärzte die ich kenne neigt sie mir etwas zu sehr zum Beruhigen und Abwiegeln... mich beunruhigt sowas dann aber nur noch mehr ;-)

Viele Grüße
MissGeek

MissGeek
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Re: Kurzsichtig 1 Woche nach Clear Lens Exchange

Beitrag von MissGeek »

Nachtrag zu meiner Motivation, falls es etwas zur Sache tut:

Ich habe durch den Glaukomschaden auf dem rechten Auge einen Gesichtsfeldausfall von etwa 70%. Im Zentrum komme ich trotzdem noch meist auf einen Visus von 0,8, unter optimalen Bedingungen sogar noch auf fast 1,0 (mit 1 oder 2 p). Die jetzige Kurzsichtigkeit erlebe ich als viel einschneidenderen Sehverlust als den Glaukomschaden.

Sollte sich annähernd andeuten, dass sie mit der eigesetzten Linse permanent sein sollte/könnte, will ich so früh wie möglich Optionen zur Behebung sammeln und angehen können. Und damit meine ich keine Korrektur durch Brille!

Humungus
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Re: Kurzsichtig 1 Woche nach Clear Lens Exchange

Beitrag von Humungus »

1. aus der Ferne ist nicht zu beurteilen, ob die richtige IOL-Stärke gewählt wurde. Ein Linsenschrank, normal (!) sortiert, umfasst die Stärken zwischen 0 und 30 dpt, und sie alle können für den einzelnen Patienten die richtigen sein.
2. das Fühlen oder optische Beurteilen einer Hornhautkrümmung ist nicht möglich, erst recht nicht frisch nach einer OP.
3. haben Sie denn jetzt eine EDOF-IOL oder nicht? Das haben Sie nicht kler gesagt.

zusammengefasst sehe ich da Gesprächsbedarf mit dem Operateur. Dort sollte der Befund bald beurteilt werden und überlegt werden, ob die Zielrefraktion erreicht wurde oder entweder die Linse noch getauscht wird, bevor sie mit dem Kapselsack verklebt ist oder ob man "nur" Feintuning mit Laser macht.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.

MissGeek
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Re: Kurzsichtig 1 Woche nach Clear Lens Exchange

Beitrag von MissGeek »

Hallo Hummungus,

danke für die Infos! Dann muss ich mal schauen, ob und wie ich an den Operateur rankomme - zur Nachsorge habe ich vom Uniklinikum bei allen Eingriffen nur Rücküberweisungen an die niedergelassene Praxis bekommen (hatte vorher 2 Laser-Iriodotomien).

Insgesamt habe ich noch ein ganz anderes Problem mit der Linse bzw. dem Auge, und zwar eine Art zunehmender Entfremdung. Da frage ich mich, ob überhaupt noch ein Augenarzt Ansprechpartner dafür ist, oder eher ein Neurologe/Psychiater?

Ich empfinde das Auge nicht mehr richtig als "mein Auge", sondern nur noch "das Auge" (das Ärger macht). Ich empfinde es als dumm und faul, und "es lügt" - ich kann meinen Seheindrücken, v.a. beim binokulären Sehen, nicht mehr trauen. Ich stolpere unterwegs häufig, torkle selbst in der Wohnung leicht, Oberkörper und Nacken sind stark verspannt, re Oberschenkel voller blauer Flecken, ich fahre Wände und Kanten rechtsseitig mit den Händen entlang als wäre ich blind etc.

Am liebsten würde ich das Auge permanent abgedeckt lassen damit ich Ruhe habe, vermute aber mal, dass für das Sehen nach OP die Devise "use it or lose it" gilt - oder kann ich es bedenkenlos abdecken? Es belastet mich momentan so sehr, dass ich denke ich wäre besser dran, wenn ich es durch einen Unfall verloren hätte. Momentan wäre ich es jedenfalls am liebsten ganz los.

Und da ich trotz allem mit dem linken Auge sehr gut sehe (und auf dem rechten sind es gerade angeblich nur -1/-1,5 Dioptrien, auch wenn ich das nicht glaube), stehen diese Empfindungen in keinem vernünftigen Verhältnis zu den momentanen Einschränkungen. Deshalb: ist das ein Fall für den Psychiater??

Viele Grüße
MissGeek


P.S.: Ich vermute mal, dass Sie meinen Hinweis auf die asphärische Monofokallinse nur überlesen haben, oder? ;-) 1. Beitrag, 2. Absatz.

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