Visus li trotz Korrektur nur 0,4

Moderator: DMF-Team

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RudiRatlos
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Visus li trotz Korrektur nur 0,4

Beitrag von RudiRatlos »

Hallo,

ich bin 2013 im Alter von 42 Jahren an beiden Augen am Kartarakt operiert worden.
Davor war ich hochgradig kurzsichtig.
Nach der OP lag der Visus re. bei 1,0 links ging er jedoch nicht über 0,5.

Mittlerweile hat sich der Visus re. bei 0,8 eingependelt mit einer leichten Kurzischtigkeit von 0,25 Dpt sowie einer gewissen Hornhautverkrümmung,
li liegt er jedoch mittlerweile nur noch bei 0,3 und -0,75 Dpt und ebenfalls einer etwas stärkeren Hornhautverkrümmung, welche mir li., wenn ich z.B. Videotext auf dem TV lese, die Schrift als leicht nach re. oben versetzte Doppelbilder generiert. Besonders nachts bei großer Pupille sind diese Doppelbilder noch stärker.

Mit Brillenkorrektur erreiche ich re. wieder einen Visus von 1,0.
li. komme ich jedoch trotz Brillenkorrektur über einen Visus von 0,4 mittlerweile nicht mehr hinaus.
Egal welche Brillengläser mir man beim Sehtest einsezt, li. ändert sich meist so gut wie gar nix, wenn die Frage kommt "besser oder schlechter" muss ich so gut wie immer anworten "hat sich nahezu nix verändert", es wird einfach nie richtig scharf.

Man hat funktionstechnisch das li. Auge schon auf den Kopf gestellt, augenscheinlich ist da nichts festzustellen, das Auge/Netzhaut/Makula sowie die Nervenweiterleitung zum Gehirn wären ok, lediglich hätte ich einen ausgeprägten Map-Dot-Fingerprint, der mir jedoch keinerlei Schmerzen verursacht, könnte jedoch dieser für die "Sehstörung" verantwortlich sein?
Was dafür sprechen könnte, ist die Tatsache, wenn ich befeuchtete Augentropfen in das Auge tropfe, ich kurzzeitig einen etwas besseren Visus erreiche, doch diese Verbesserung hält nur rel. kurz an.

Es ist für mich einfach unbefriedigend, dass ich re. einen Visus von 1,0 ohne Probleme erreiche, li. jedoch auch mit bester Korrektur nicht über 0,4 hinaus komme und wenn ich die Tafel bei 0,4 lese, diese jedoch immer noch nicht 100% scharf abzulesen ist.

Woran könnte mein Problem liegen, ist es ggf. wirklich die Hornhaut und der auf ihr befindliche Map-Dot?
Wobei ich diesen eigentlich auf beiden Augen habe, doch re. verursacht er keine Sehstörungen, d.h. re. schafft man ja mit Brillenkorrektur ein sehr gutes Ergebnis, li. hingegen funktioniert es leider eben nicht.

Hat hier Jemand eventuell eine Idee?
Und wie könnte man mein Problem am li. Auge angehen, was für Möglichkeiten könnte man noch in Betracht ziehen?

Vielen Dank für die Infos.
Gruß Rudi

Barnie Geröllheimer
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Re: Visus li trotz Korrektur nur 0,4

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

Hier scheint mir zuerst mal ein Test mit einer stenopäischen Lücke (Lochblende) angebracht, die (fast) jeder Optiker oder Augenarzt durchführen kann. Verbessert sich damit das Sehen, könnten weitere Maßnahmen (z.B. mittels formstabiler Kontaktlinse) aussichtsreich sein, andernfalls setzt hier einfach Ihr Auge die (Sehschärfe-)Grenze.

Feuerblick
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Re: Visus li trotz Korrektur nur 0,4

Beitrag von Feuerblick »

Sehe ich auch so. Wäre es tatsächlich die Map-Dot-Fingerprint-Dystrophie, die hier den Visus verschlechtert (und ja, die muss nicht zwingend symmetrisch sein), wäre der Visus mit der stenopäischen Lücke vermutlich etwas besser. Dafür spricht, dass das Sehen subjektiv nach den Augentropfen besser wird. Dafür spricht auch, dass das Problem bei weiter Pupille eher schlimmer wird.
Kann man übrigens auch selbst testen, indem man in ein Stückchen Pappe ein kleines Loch bohrt (Nähnadel) und mit der vorhandenen Brille durch dieses Loch durchschaut (z.B. Fernsehbild). Das reicht, um zumindest grob erkennen zu können, ob solche Dinge wie Doppelkonturen o.ä. geringer werden.

@Barnie: Irgendwie habe ich jenseits der Augenkliniken den Eindruck, dass dieses kleine Helferlein nur ausgesprochen selten genutzt wird. Dabei ist es so einfach, geht schnell und liefert ganz wichtige Hinweise.
Bitte stellen Sie Ihre Fragen nur, wenn Sie die Antwort auch wirklich wissen wollen und nicht Dr. Google vorziehen. ;-)

Barnie Geröllheimer
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Re: Visus li trotz Korrektur nur 0,4

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

@Barnie: Irgendwie habe ich jenseits der Augenkliniken den Eindruck, dass dieses kleine Helferlein nur ausgesprochen selten genutzt wird. Dabei ist es so einfach, geht schnell und liefert ganz wichtige Hinweise.
Das kann ich nicht beurteilen. Ich bin halt ein Meister alter Schule und nütze diese Dinge mit Routine. Mein neuer AG hat eine bluetooth-vernetzte, digitale, multitaskingfähige Supertrooper- Refra- Einheit......., nur die Messwerte stimmen nicht immer. Es weist zu hohe Zylinder aus, das Ding stürzt auch öfter mal ab oder verweigert einfach den Dienst.
Ähnlich mit den Zentriermaßen für Brillengläser. Hundertstel Zentimeter sind beim HSA zu messen, die Vorneigung der Fassung auf ein Zehntel Grad. Dumm nur, dass der Kunde die Brille im Liegen benutzt, gern auf die Nase schiebt oder das Ding einfach mal rutscht.
Ich nehme einen Filzstift, zeichne gewissenhaft die Durchblickspunkte bei habitueller Haltung an und messe die Daten mit einem Lineal. Fertig.

Aber offenbar kann man damit keine Kunden beeindrucken..

Feuerblick
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Re: Visus li trotz Korrektur nur 0,4

Beitrag von Feuerblick »

Scheinbar nicht. Ich gehöre auch zur alten Schule und käme bei einem nicht vollen Visus NIE auf die Idee, die stenopäische Lücke nicht einzusetzen. Für so eine Unterlassungssünde hätte man mich in der Ausbildung schon nach sechs Monaten durch die erste Zwischenprüfung rasseln lassen!
Bitte stellen Sie Ihre Fragen nur, wenn Sie die Antwort auch wirklich wissen wollen und nicht Dr. Google vorziehen. ;-)

RudiRatlos
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Re: Visus li trotz Korrektur nur 0,4

Beitrag von RudiRatlos »

Wenn ich durch das Loch sehe, wird Bild schärfer, die Doppelbilder verschwinden bzw. werden schwächer, dh die Konturen werden schärfer.

Barnie Geröllheimer
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Re: Visus li trotz Korrektur nur 0,4

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

So, dann wäre mein nächster Schritt als Optiker, ein hartflexible (!) Kontaktlinse probeweise anzupassen. Es wird schwer genug werden, jemanden zu finden, der sich damit noch verausgabt. Da es möglicherweise aber interne Astigmatismen auszugleichen gilt, muss ein Könner ´ran, der sich auch noch mit der Berechnung und Anpassung bitorischer Linsen auskennt.
Ist das Bemühen erfolgreich, könnten noch mehrere Sitzungen nötig sein, bis eine endgültige, womöglich nur für ein paar Jahre passende Kontaktlinse gefunden ist.
Evtl hat die Medizin hier mittels Keratektomie oder Pseudophakie auch noch Möglichkeiten. Es ist aber stets zu bedenken, dass ein Status quo ausgeglichen wird. Der Zustand des Auges ist nicht in Stein gemeißelt und verändert sich. Dann sind u.U. neue Maßnahmen erforderlich.

Welche Maßnahmen und Eingriffe hier vorgenommen werden sollen und können, entscheiden Sie zusammen mit Ihrem Optiker oder Arzt.

RudiRatlos
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Re: Visus li trotz Korrektur nur 0,4

Beitrag von RudiRatlos »

Anbei mal meine aktuellen Brillenwerte:

re.
Sph. -0,75 / Zyl -1,00 / Achse 168

li.
Sph -0,25 / Zyl -1,00 / Achse 0

Es ist komisch, dass mein linkes Auge ja von der Fehlsichtigkeit geringer als das rechte Auge ist, dennoch sehe ich mit dem linken Auge schlechter als mit dem rechten (ohne wie auch mit Korrektur).

Links werden die Konturen einfach nie richtig scharf, ich sehe immer ein wenig Milimeter nach rechts oben versetztes Doppelbild, das aber so gering im Versatz ist, dass es nicht wirklich als Doppelbild wahrgenommen wird, sondern dass es mir lediglich das Bild an den Rändern immer unscharf erscheinen lässt.
Egal welches Korrekturglas man mir vorsetzt, die Konturen bleiben immer unschaft.

Aktuell sehe ich z.B. mit dieser oben aufgelisteten Korrektur li. nahezu unverändert wie ohne Korrektur, d.h. es ist völlig egal ob ich links durch die Brillenkorrektur durch sehe oder sie weglasse, das Bild ist in beiden Fällen nahezu gleich und der Visus bleibt bei 0,4

Rechts hingegen sehe ich ohne Korrektur schon wesentlich besser als links und mit Korrektur erreiche ich re. ohne Probleme einen Visus von 1,0

Bevor ich am Katarakt operiert wurde, war jedoch mein linkes Auge immer das bessere, seit der Katarakt Op will das linkle Auge aber nicht mehr besser werden, könnte denn die Katarakt -Op etwas mit meiner Hornhaut/Map-Dot gemacht haben, dass dies sich so sehr auf die Sehschärfe auswirkt?

Es ist für mich einfach unbefriedigend, dass links immer alles nie so richtig scharf wird, d.h. dass die Konturen immer unschaf bleiben, d.h. wenn ich z.B. Zahlen wie 0 / 8 / 6 / 9 ablesen soll, kann ich diese nie unterscheiden, rechts hingegen ist alles super scharf.
Und nachts, mit großer Pupille wird das noch viel schlimmer, dann bilden sich um Lichtquellen sehr starke Halos oder wenn mir z.B. ein Auto entgegen kommt, sehe ich, wenn es weiter weg ist, 4 Scheinwerfer anstatt 2, es sieht für mich immer so aus, als ob das Auto mit eingeschalteten Nebelscheinwerfer fährt, erst wenn es näher kommt, verbinden sich dann die 4 Scheinwerfer zu 2 Scheinwerfer.

Gruß Rudi

Feuerblick
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Re: Visus li trotz Korrektur nur 0,4

Beitrag von Feuerblick »

Die beste Korrektur bringt nichts, wenn das System, vor dem sie sitzt (hier vermutlich die Hornhaut) nicht in Ordnung ist. Ist ja bei der Katarakt genauso. Da können Sie auch eine minimale Fehlsichtigkeit haben und trotzdem nur Handbewegungen sehen.
Es gibt Augenkliniken mit spezieller Hornhautsprechstunde. Lassen Sie Ihre Hornhaut da mal anschauen.
Bitte stellen Sie Ihre Fragen nur, wenn Sie die Antwort auch wirklich wissen wollen und nicht Dr. Google vorziehen. ;-)

RudiRatlos
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Re: Visus li trotz Korrektur nur 0,4

Beitrag von RudiRatlos »

Ich denke es liegt wohl wirklich an der Hornhaut, denn was auch noch auffällt, wenn in das betroffene Auge von der Seite Licht einfällt, wird Sicht auch schlechter, das ist so ähnlich wie beim katarakt damals, das seitliche Licht verursacht irgendwelche Reflexionen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten bezüglich Hornhaut gibt es denn?

Vielen Dank für die Infos.
Rudi

Feuerblick
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Re: Visus li trotz Korrektur nur 0,4

Beitrag von Feuerblick »

Von „gar keine“ bis „viele“ ist alles möglich. Dazu wirklich mal eine Klinik mit Hornhautschwerpunkt aufsuchen. Die können das anhand des klinischen Bildes klären.
Bitte stellen Sie Ihre Fragen nur, wenn Sie die Antwort auch wirklich wissen wollen und nicht Dr. Google vorziehen. ;-)

Barnie Geröllheimer
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Re: Visus li trotz Korrektur nur 0,4

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

@RudiRatlos
Warum beherzigen Sie eigentlich meine Empfehlung nicht? Jedwede Unregelmäßigkeit der Hornhautoberfläche wird durch eine parallel oder steil angepasste, "harte" Kontaktlinse egalisiert. Meine Frau hat damit sogar eine Hornhautnarbe elegant überdeckt.., sie ist optisch nicht mehr vorhanden.

Bringt diese Kontaktlinse keine Besserung, muss die Ursache in der Struktur der Hornhaut liegen, wenn z.B. ein Ödem vorliegt.
Ein Doppelbild kann auch entstehen, wenn ein optisches System zueinander nicht richtig zentriert ist. Ob das etwas mit dem Implantat zu tun hat oder womöglich die Hornhaut beschädigt wurde, müsste ein Augenarzt klären.

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