Was tun, wenn sich ein kosmetisch unauffälliger Schielwinkel im Erwachsenemalter vergrößern würde??

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Feuerblick
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Re: Was tun, wenn sich ein kosmetisch unauffälliger Schielwinkel im Erwachsenemalter vergrößern würde??

Beitrag von Feuerblick » 15.11.19, 07:17

Mir ist diesbezüglich nichts bekannt...
Bitte stellen Sie Ihre Fragen nur, wenn Sie die Antwort auch wirklich wissen wollen und nicht Dr. Google vorziehen. ;-)

Leonard3
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Re: Was tun, wenn sich ein kosmetisch unauffälliger Schielwinkel im Erwachsenemalter vergrößern würde??

Beitrag von Leonard3 » 15.11.19, 09:37

Alles klar, danke trotzdem.

Ich habe gefragt, weil ich vor Ewigkeiten in meiner Jugend tatsächlich einmalig eine "Partydroge" (MDMA) konsumiert habe und sich während dem Rausch der SW stark vergrößert hat.
Das selbe habe ich später noch einmal bei einer Bekannten beobachten können (während ihrem Konsum)
Somit hatte meine Kondition auch was gutes, weil ich danach logischerweise alleine deshalb strikt die Finger von sowas gelassen habe :D
Jedenfalls, wirkt diese Art von Droge wohl auch auf Neurotransmitter im Gehirn (u.a. auch auf das besagte Seretonin und Dopamin), daher die Frage...

multiflop
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Re: Was tun, wenn sich ein kosmetisch unauffälliger Schielwinkel im Erwachsenemalter vergrößern würde??

Beitrag von multiflop » 22.11.19, 18:16

Die Frage, ob es da einen Zusammenhang zwischen trizykl. Antidepressiva und Gucken gibt, habe ich mir aus gegebenem Anlass auch gestellt. Wenn es hierzu Erfahrungen gibt, wäre das total interessant...

Leonard3
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Re: Was tun, wenn sich ein kosmetisch unauffälliger Schielwinkel im Erwachsenemalter vergrößern würde??

Beitrag von Leonard3 » 23.11.19, 12:26

Was ist das bei Ihnen für ein gegebener Anlaß?
Meine einzige Errfahrung ist eben keine direkte Erfahrung mit Antidepressivas, sondern eine indirekte in meiner Jugend - siehe obiger Post.
Diesbzgl. habe ich aber erfahren, dass es bei der Einnahme von amphetamin-basierten Drogen/Substanzen ggf. zu Muskelkrämpfen/Verspannungen kommen kann, welche sich bei Einzelnen auf die Augenmuskel auswirkten.
So die Theorie von paar Usern in einem einschlägigem Forum, welche dann bei Konsum akut, also temporär Doppelbilder gesehen haben oder zu schielen begonnen haben.
Am nächstem Tag ist bei den Betroffenen wohl wieder alles "beim Altem" gewesen.
Falls die Theorie stimmt, dann macht dies Hoffnung, dass bei Antidepressivas solche Folgen nicht zu befürchten sind, da sich wohl generell nicht Muskeln verkrampfen...
Das sind aber allles nur Mutmaßungen und genaueres weiß ich da auch nicht.
Dass es generell zu Sehstörungen kommen kann, wird aber bei der Rubrik "Nebenwirkungen" aufgelistet.
Um welche Art von Sehstörungen es sich aber dabei handelt, weiß ich nicht.

Leonard3
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Re: Was tun, wenn sich ein kosmetisch unauffälliger Schielwinkel im Erwachsenemalter vergrößern würde??

Beitrag von Leonard3 » 23.11.19, 18:06

Noch eine letzte Frage an Feuerblick:
Bzgl. SW-Schwankungen im Tagesverlauf bei diversen Faktoren (Stress, Müdikgkeit, emotionale Faktoren, etc.)
-> ist Ihnen diese Studie bekannt?
https://www.thieme-connect.com/products ... 007-984590
Denke, dass dies diese ist:
https://d-nb.info/1025134508/34 ?

Wie interpretiere ich die Resultate als laie?
Schwankt nun ein operierter Rest-SW (innen) oft und stark, oder eher nicht?
Falls dieser bedingt unter bestimmten Faktoren schwankt - dann wie stark?
In der Studie wurden die Intervalle < 2 Grad und > 2 Grad untersucht.
Bzgl. dem Fall > 2 Grad.
Wie weit nach oben kann es gehen?
Beim Blick in den Spiegel zu verschiedenen Zeiten und Tagesgemüten ist mir sowei nicht etwas "Spektakuläres" aufgefallen, nach dem Motto ein kleiner Rest-SW von <5 Grad kann
emotional-/Müdigkeits-/oder stress-bedingt etc. auf einmal >10 Grad sein, o.ä...
Wissen Sie hier evtl. Bescheid?

Auch interessant, dass dort mit einem Maddox-Kreuz der SW gemessen wurde.
Bei mir wird das glaube ich nicht gemacht, sondern mit Hilfe eines Lichtstrahles und ich muss dann immer auf Punkte auf der Wand gucken, während meine Orthoptistin mittels Lichtstrahl wohl ein Ergebnis ablesen kann.
Wie heisst diese Methode zur Bestimmung des SW in Grad und wie funktioniert sie?
Ist sie genauso genau, wie das Maddox-Kreuz?

Gruß,
Leonard3

Feuerblick
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Re: Was tun, wenn sich ein kosmetisch unauffälliger Schielwinkel im Erwachsenemalter vergrößern würde??

Beitrag von Feuerblick » 23.11.19, 18:49

Ich hatte die Zusammenfassung dieser Studie gelesen. Wirklich überraschen kann einen das nicht, wenn man orthoptisch gearbeitet hat...
Nun weiß ich nicht (mehr?), ob Sie zu den voroperierten Innenschielern oder zu den Außenschielern gehören.
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es sich meist um mess- aber in der Regel nicht um für andere Menschen sichtbare Schwankungen handelt. Bis auf Patienten mit Phorien (d.h. Patienten mit einem eigentlich versteckten Schielen, das nur bei unterbrochenem Binokularsehen oder z.B. bei Müdigkeit sichtbar wird) - bei denen kann das schon deutlicher ausfallen. Zu denen gehören Sie aber nicht... Schwanken kann prinzipiell sowohl der immer sichtbare Schielwinkel als auch der versteckte Anteil.
Und natürlich ist das alles sehr individuell. Bei manchem Patienten misst man immer und immer wieder fast bis aufs halbe Grad genau den gleichen Winkel, bei manchem bei jedem Termin (in engen Grenzen) einen leicht anderen Winkel. Wenn bei Ihnen bisher keine wesentlichen Schwankungen aufgefallen sind, dann werden Sie zur ersten Sorte gehören. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein kleiner Schielwinkel von unter 5 Grad ohne zusätzliche versteckte Komponente heute bei über 10 Grad und morgen bei wieder unter 5 Grad liegt, ist mehr als gering.

Die Erklärung der einzelnen Untersuchungsmethoden würde, weil doch nicht in ein oder zwei Sätzen abzuhandeln, hier etwas weit führen. Zumal man dazu eigentlich sehen muss, was genau gemacht wird. Fragen Sie doch beim nächsten Mal Ihre Orthoptistin danach. Die meisten Ortoptistinnen freuen sich, wenn sich mal wer für ihr nebulöses Tun interessiert und erklären es gern. :wink:
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Leonard3
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Re: Was tun, wenn sich ein kosmetisch unauffälliger Schielwinkel im Erwachsenemalter vergrößern würde??

Beitrag von Leonard3 » 24.11.19, 12:25

Wunderbar, vielen Dank für ihre Erläuterungen und Teilen ihrer Erfahrungen:)
Ah, und ich gehöre zu den voroperierten Innenschielern.
Also eine höhere Esotropie wurde im Kindesalter 2-mal per Augenmuskel-OP operiert - das ist wohl mit "vorperiert" gemeint, nehme ich an.
Feuerblick hat geschrieben:
23.11.19, 18:49

Die Erklärung der einzelnen Untersuchungsmethoden würde, weil doch nicht in ein oder zwei Sätzen abzuhandeln, hier etwas weit führen. Zumal man dazu eigentlich sehen muss, was genau gemacht wird. Fragen Sie doch beim nächsten Mal Ihre Orthoptistin danach. Die meisten Ortoptistinnen freuen sich, wenn sich mal wer für ihr nebulöses Tun interessiert und erklären es gern. :wink:
Ja, werde ich def. machen - hab es mir sogar schon mal notiert, auch wenn ich erst wieder so in ca. einem Jahr gehe. :D
Freut mich auch, dass Sie sagen, dass sich viele Orthoptistinnen freuen, wenn man da Interesse zeigt.
Denn obwohl meine Orthoptistin super nett, kompetent und sehr hilfreich ist, komme ich mir ab und an leicht "dumm" vor, da meiner Beobachtung nach das Hauptklientel aus Kindern besteht (was ja auch Sinn macht) und ich da schon ab und an befürchte, ob man als Erwachsener nicht "nervt", wenn man den operierten Rest-SW einmal/Jahr kontrollieren läßt, obwohl die Behandlung quasi schon lange abgeschlossen ist
und alles stabil/gut ist...

Ansonsten zu den Methoden:
Verstehe, dass da wohl die Erklärungen zu umfassend für ein Forum ausfallen - können Sie zumindest sagen, ob quasi alle gängigen Methoden in ihrer Genauigkeit relativ gleichwertig sind?

Ansonsten schon mal vielen Dank für ihre stetigen geduldigen Antworten - dieser Thread hat auf jeden Fall sehr viele meiner Frage beantwortet und mein Interesse sehr gut gestillt :)

Feuerblick
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Re: Was tun, wenn sich ein kosmetisch unauffälliger Schielwinkel im Erwachsenemalter vergrößern würde??

Beitrag von Feuerblick » 24.11.19, 14:32

Ja, voroperiert meint, dass irgendwann schon mal eine operative Behandlung des Schielens erfolgte.

Es gibt letztlich für jede Art des Schielens und jede Art der binokularen (Nicht-)Zusammenarbeit und jede Art eines möglicherweise bestehenden Sehfehlers einen oder mehrere passende Methoden, einen Schielwinkel zu bestimmen. Als Orthoptistin lernt man im Prinzip alle Verfahren und weiß, welche zum jeweiligen Patienten passen. Ausreichend genau sind alle Methoden, wenn man sie richtig einsetzt.

Ich persönlich fand erwachsene Patienten immer sehr angenehm. Man musste beim Messen nicht den Clown spielen, konnte entspannt und genau messen, man konnte erklären und man konnte viel präziser fragen. Btw.: Wenn Orthoptistinnen in ihrem Fachchinesisch loslegen, fühlen sich auch viele Augenärzte „dumm“... ist halt ein komplexes Feld. Man lernt nicht umsonst drei Jahre lang diesen Beruf :wink: Und genau der Wechsel zwischen Kindern und Erwachsenen und den daraus resultierenden völlig unterschiedlichen Arten des Schielens macht ja den Reiz des Berufs aus. :wink:
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Leonard3
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Re: Was tun, wenn sich ein kosmetisch unauffälliger Schielwinkel im Erwachsenemalter vergrößern würde??

Beitrag von Leonard3 » 24.11.19, 16:48

Ah gut, dann bin ich beruhigt.
Hatte schon die Sorge, dass ich evtl. eine absolute Ausnahme darstelle, wenn ich den SW als Erwachsener weiterhin kontrollieren lasse und dann evtl. als "zu eitel" oder "zu oberflächlich" rüberkommen könnte :D
Feuerblick hat geschrieben:
24.11.19, 14:32
Btw.: Wenn Orthoptistinnen in ihrem Fachchinesisch loslegen, fühlen sich auch viele Augenärzte „dumm“... ist halt ein komplexes Feld. Man lernt nicht umsonst drei Jahre lang diesen Beruf :wink:
Ja, das macht aber auch 100% Sinn für mich, weil ja Augenärzte "lediglich" Humanmedizin studieren und sich dann erst im Laufe ihres Studiums meines Wissens nach noch paar Semester auf Augenheilkunde spezialisieren, welche ja selber auch noch einmal ein sehr weites Gebiet ist.
Daher ist es für mich nicht verwunderlich, dass die wahren und vermutlich auch einzigen Experten in diesem "Nischengebiet" eben Orthoptisten(innen) und Strabologen(innen) sein müssen, weil eben sehr
spezielles Fachwissen gefragt ist, und man daher um eine sehr spezialisierte Ausbildung
nicht "drum herumkommt".
Sicher ein interssantes Fachgebiet.:)

Ok, dann nerv ich nicht länger und bedanke mich abschließend nochmals für alle Antworten! :)

Feuerblick
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Re: Was tun, wenn sich ein kosmetisch unauffälliger Schielwinkel im Erwachsenemalter vergrößern würde??

Beitrag von Feuerblick » 24.11.19, 18:18

Nee, nicht „ein paar Semester“ sondern fünf Jahre Facharztausbildung nach abgeschlossenem Studium. Solange ist man Assistenzarzt :wink: Gilt für alle Fächer (Dauer kann auch mal länger sein, je nach Fachgebiet). Aber stimmt schon, dass das so speziell ist, dass die meisten Assistenzärzte selbst dann nur oberflächlich Ahnung von Strabologie und Orthoptik haben, wenn sie längere Zeit in die „Sehschule“ rotieren. Aber dafür hat man ja die Fachfrauen (und vereinzelt -männer) aus der Orthoptik. Das Gebiet ist toll!
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Re: Was tun, wenn sich ein kosmetisch unauffälliger Schielwinkel im Erwachsenemalter vergrößern würde??

Beitrag von Leonard3 » 24.11.19, 19:22

Ah stimmt, das habe ich nicht bedacht.
Nach dem Studium geht es ja erst so "richtig" los und die Assistenzarztphase ist lange und hat es wohl in sich.
Feuerblick hat geschrieben:
24.11.19, 18:18
Aber dafür hat man ja die Fachfrauen (und vereinzelt -männer) aus der Orthoptik. Das Gebiet ist toll!
Genau :D

Barnie Geröllheimer
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Re: Was tun, wenn sich ein kosmetisch unauffälliger Schielwinkel im Erwachsenemalter vergrößern würde??

Beitrag von Barnie Geröllheimer » 24.11.19, 20:02

Aber dafür hat man ja die Fachfrauen (und vereinzelt -männer) aus der Orthoptik.
Und die Optikermeister, zumindest dann, wenn sie an Fachakademien und Höheren Fachschulen ein "paar Semester" studiert haben. Ob der berufsbegleitend erworbene reine Handwerksmeister diese Fertigkeiten ebenso erlernt, entzieht sich meiner Kenntnis.
Wir zeichnen an den Fachschulen auch nicht nur Strichmännchen. Nichtsdestotrotz werden wir immer wieder gewaltig unterschätzt.

Das Studium ist sehr speziell und geprägt von viel praktischer Arbeit an Studierenden und freiwilligen Probanden.
Natürlich gibts auch bei uns Pfeifen und Abzocker, aber generell würde ich behaupten, man darf sich uns anvertrauen.

Feuerblick
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Re: Was tun, wenn sich ein kosmetisch unauffälliger Schielwinkel im Erwachsenemalter vergrößern würde??

Beitrag von Feuerblick » 24.11.19, 20:32

Optiker können auf ihrem Gebiet vieles und man darf sich in vielen Dingen einem Optiker „anvertrauen“. Aber zur Orthoptik gehört sehr, sehr, sehr viel mehr als nur ein Schielwinkel oder Prismengläser. Nein, Strabologie und Orthoptik würde ich keinem noch so studierten Optiker anvertrauen. Das gehört in die Hände von Ortoptistinnen und da sollte es auch bleiben.
Btw. Eine meiner liebsten Kolleginnen ist studierte Optikerin und hat wirklich extrem viel Ahnung. Dennoch würde sie niemals Orthoptik in irgendeiner Art betreiben wollen. Weil sie die Zusammenhänge eben nicht so kennt, wie man es als Orthoptistin lernt.
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