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ZAS-Syndrom und AD (Antidepressiva)

Verfasst: 11.03.20, 20:19
von insonne
Ich habe einen Ausweis nach meiner letzten großen OP vor 6 Jahren erhalten, dass mir das sogenannte ZAS-Syndrom „bescheinigt“. Weiterhin bekannt ist auch ein Awareness. Auch ich habe leider schon Operationen (Teilbereiche) davon mitbekommen, ohne mich bemerkbar machen zu können. Will dies aber hier nicht näher ausführen.
Als „ZAS-Patientin“ reagiere ich in der Folge sehr unterschiedlich auf diverse Medikamente auch Sedativa und Antidepressiva (AD). Ich brauche wohl auch „lange“, bis ich „Einschlafe“. Die Anästhesisten sprechen mich unter der Einleitung immer an, die Augen zu schließen und „einfach loslassen“. Leider reagierten manche sogar genrvt/ungeduldig. Die Aufwachphase erweist sich als schwierig. Noch in der Narkose reagiere ich körperlich stark unruhig (um es vorsichtig zu formulieren) um dann Komatös zu werden.
Bei Prämedikationen (Nacht vor der OP), reagiere ich auch sehr unterschiedlich. Bei der letzten OP (2019) bat ich extra darum, mir die „grüne Pille“ zu geben, da weiß ich, dass sie wirkt. Der Anästhesist entschied sich für Tavor, mit der Folge, dass ich bis morgens um halb Vier immer noch durch das KH tigerte und nicht zur Ruhe kam. Ich reagierte also oft völlig konträr.

Nun zu meinem eigentlichen Anliegen:

Infolge von Depressionen und schweren Einschlaf-/Durchschlafstörungen nahm ich lange Zeit Trimipramin 50mg, 0-0-1 ein. Es handelt sich um ein trizyklisches Medikament, das eigentlich als Triggersubstanz bei ZAS gilt. Als auf ein generisch anderes Medikament (andere Firma) umgestellt wurde, reagierte ich mit heftigen, (auto)aggressiven bis suizidalen Gefühlen/Gedanken. Ich spürte sehr genau, dass es mit der ersten Tablette (Trimipramin, andere Firma) zusammenhängt. In Absprache mit meinem HA habe ich das Medikament sofort abgesetzt und es dauerte ca. 14 Tage, bis Ruhe von diesen „gewaltigen“ Gefühlen eintrat.
Die Überweisung an einen Psychiater, der möglicherweise mehr über die Reaktion von ZAS und trizyklischer Medikation auskennen würde, erwies sich als leider nicht zutreffend (was er selbst bestätigte). Er verordnete zum besseren Einschlafen Promethazin 20 Tr. Die einmalige Gabe erwies sich als ebenso fatal, ich schlief zwar ein, wachte aber ca. zwei Stunden später mit Muskelkrämpfen und Erstickungsnot auf. Lieber blieb ich schlaflos, als das nochmal erleben.

Kurze Zeit später war ich in der Reha, wo ich in den ersten Nächten überhaupt nicht in den Schlaf kam. Erneut versuchte ich es mit den Tropfen, mit dem gleichen Ergebnis wie oben beschrieben. Gemeinsam mit der dortigen Psychiaterin bin ich auf Mirtazapin 7,5 mg am Abend (als vorsichtiges Herantasten aufgrund meiner Schilderung von Reaktionen) eingestellt worden. Als Einschlafhilfe diente es gut, aber nach spätestens 3 Std. war ich wieder wach (und blieb es auch). Nach ein paar Tagen nahm ich morgens und abends je 7,5 mg. Auf die Depression schien/scheint es sich positiv auszuwirken, auf den Schlaf gab es keine Veränderung. Mein eigener Vorschlag war Diazepam 10 mg, damit habe ich wenn es nötig war, gute Erfahrungen gemacht. Auf den Schlaf (Einnahme Diazepam gegen 22:30 Uhr, müde erst 2 Std. später) hatte es die Wirkung von fünf Stunden durchschlafen.
Niemand kann mir erklären, warum ich so verschieden und sehr empfindlich auf diese beschriebenen Medikamente reagiere. Das Diazepam nehme ich jetzt nur noch bei Bedarf, wenn ich gar nicht in den Schlaf komme, da mir die Gefahr der Abhängigkeit sehr bewusst ist.

Anästhesisten müssten sich doch damit auskennen, also mit ZAS und welche Antidepressiva evtl. in Frage kommen? Daher habe ich hier so ausführlich geschrieben.

Kann mir hier jemand eine Erklärung, Rat, Tipp geben?

Mit freundlichen Grüßen,

insonne