Inkomplette Peridualanästhesie, Methoden, Tests diese zu erk

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Dr. A. Flaccus
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Re: Inkomplette Peridualanästhesie, Methoden, Tests diese zu

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 23.03.15, 10:31

Guten Tag,
Herr Doktor, können sie nicht einer jungen Frau ihre ehrliche Vermutung sagen???
Ich bin der festen Überzeugung eine Komplikation steckt dahinter.
Meinen Sie, ich habe Sie angelogen? Dann können wir uns die weitere Diskussion hier auch sparen.
Mitten während der Sectio habe ich ein schwarzes Bild vor mir und kann mich an nichts mehr erinnern, ergo stimmt die Vermutung, dass nur eine bereits bestehende PDA aufgespritzt wurde eher nicht.

Das beweist gar nichts. Ich habe schon sehr viele Kaiserschnitte betreut. "Blackouts" während einer sonst normalen OP in PDA sind nicht ungewöhnlich.

"Beutel groß" wird ebenso voreingestellt sein wie "Sevofluran" und "Fresh gas" (was nichts anders heißt als Frischgas/Raumluft). NMT und Train of four tauchen zwar im Protokoll auf, aber es wurden keinerlei Werte gemessen.

Die Messung von EKG, FiO2, Herzfrequenz, NIBP und RRV (=Atemfrequenz) werden während jeder Anästhesieleistung - also auch bei einer PDA! - routinemäßig erfasst. Die Werte sind alle auch völlig normal und sprechen nicht für eine stattgehabte Komplikation.

Die Erfassung von Tapnea (Apnoezeit, Atempause) ist zwar ungewöhnlich für ein Protokoll, aber auch hier wird offenbar die Voreinstellung des Beatmungsgerätes 1:1 übertragen. Das Gerät stand aber im "manuellem Modus".

Bei den Blutdruckwerten irren Sie komplett:
Sie bringen hier "systolische" und "diastolische" Werte durcheinander.
Ihr Blutdruck war immer gut.

Angesichts Ihres Misstrauens gegenüber meiner Person habe ich keine Lust, mich hier noch mit weiteren Details auseinanderzusetzen. Ich bleibe dabei:

Aufgrund der vorliegenden Dokumente gibt es keinen Anhalt, das eine Allgemeinanästhesie oder eine Sedierung stattgefunden hat.

Wenn Sie daran zweifeln, können Sie sich das ganze ja von der behandelnden Klinik erklären lassen.

Dr. A. Flaccus
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DocL
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Re: Inkomplette Peridualanästhesie, Methoden, Tests diese zu

Beitrag von DocL » 23.03.15, 12:35

könneneniebe Clere,
Sie baten hier im www um Rat. 2 Experten fanden nichts auffällig bzgl. Ihrer Anfrage. Sie gaben ihnen eine Antwort, die nicht ihren Erwartungen entsprach und sind jetzt damit unzufrieden? Auch ich als Narkosearzt kann nicht aufflliges entdecken. Das problrm der elektronischen Dokumentation ist, dass ALLES dokumentiert wird. Da führt auch schon ein Wackeln am Patienten dazu, dass das Gerät eine zu hohe Herzfrequenz oder einen falschen Blutdruck aufzeichnet, den es im wirklichen Leben nie gegeben hat. Und genau das zu beurteilen dafür ist das Anästhesie Personal da. Falls aber der Blutdruck in echt so niedrig war, kann es auch einen kurzfristigen Blackout ihrerseits erklären. Da dieser Niedrige Wert schnell normal war hat man ihn vielleicht mit Lagerungsmaßnahmen behandelt oder es war eine Fehlmessung.
Zum Thema Voreinstellung: Wenn sie auf an drücken bei ihrem Fernsehgerätstartet es ja auch mit voreingestellter Lautstärke, Helligkeit usw. Angenommen sie scheuen jetzt gar kein Fernsehen, sondern hören nur digitales Radio drüber und drucken sich dann ein Geräteprotokoll aus, dann wäre dort auch die Grundeinstellung von Bildhelligkeit, Kontrast, den gespeicherten Kanälen usw. Drauf, auch wenn sie diese gar nicht benutzt haben, sondern nur die Lautstärke . Nichts anderes ist es beim Narkosegerät. Und das besteht aus vielen Komponenten, wie z. B. Ein Beatmungsbeutel und Schlauchsystem. Das gehört dazu.
Da sie aber wohl der behandelnden Klinik nicht trauen und den Experten hier im www nicht glauben weiss ich nicht welchen Rat man ihnen noch geben kann. Sie scheinen wirklich truamatisiert zu sein (oder ein Troll?). Ich weiss nicht wie es in Österreich ist, aber in Deutschland gibt es bei den Ärztekammern sogenannte Schiedsstellen. Dort können sich Patienten hinwenden, die einen Behandlungsfehler vermuten und um Klärung bitten. Vielleicht gibt es ja ähnliches auch in Österreich.
Falls auch dort nichts in ihrem Sinne rauskommt ist davon auszugehen, dass alles korrekt abgelaufen ist. Vielleicht sollten sie dann aber auch mit proffesioneller Hilfe (Psyhologe/Therapeut) versuchen herauszubekommen was ihr Trauma verursacht hat und es behandeln lassen.

Mit freundlichen Grüßen
L. Zöller

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Re: Inkomplette Peridualanästhesie, Methoden, Tests diese zu

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 23.03.15, 14:32

Falls aber der Blutdruck in echt so niedrig war
Zur Klarstellung:

Im gesamten Protokoll ist kein systolischer Blutdruck erfasst, der auffällig niedrig war.
Alle erfassten Werte waren im Normbereich.

Dr. A. Flaccus
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Re: Inkomplette Peridualanästhesie, Methoden, Tests diese zu

Beitrag von clere » 23.03.15, 18:24

Herr Dr. Flaccus ich wollte sie wirklich nicht beleidigen, das war nicht meine Absicht, ich wollte keine unnötige Aufruhr schaffen oder sie verärgern.

Aber ich muss wirklich erwähnen, dass die Blutgasanalysen mir gehören und die sehen sehr sehr schlecht aus. Sie zeigen, dass ich Azidose hatte was keiner Normalität entspricht während einer Sectio in PDA. Zumal ich laut der Blutgasanalysen 3 Stunden im OP war, nämlich von 22:3-1:15 man kann es an den Uhrzeiten bei den Blutgasanalysen erkennen.
Welche Sectio in PDA dauert 3 Stunden?

Könnte es sich ev. um eine Hohe Spinalanästhesie gehandelt haben?

Ich möchte sie wirklich nicht verärgern, dass ich nicht meine Art und Weise ich bin ein sehr höflicher Mensch. Aber die Blutgasanalysen bzw. deren Werte bereiten mir ernsthafte Sorgen. :( .

Wegen dem Blutdruck naja wissen sie herr dr. auf dem Schema ist zu erkennen, dass der Blutdruck bei 80 liegt und dann steil auf 120 rauffährt. die Diastole liegt nur bei 45 zu einem Zeitpunkt was sehr niedrig ist (wenn auch die Systole wichtiger ist, trotzdem ist die Diastole äußerst niedrig).

Meine Größte Sorge sind aber die schlechten Blutgasanalysen mit Azidose (welchen man ja normalerweise bei einer Sectio in PDA nicht hat). und der 3 Stunden OP Aufenthalt. :(

Hat jede Frau bei einer Sectio in PDA Azidose?

herr. dr. flaccus ich wollte sie wirklich nicht beleidigen oder ähnliches oder unnötig Unruhe schaffen.

Freundliche Grüße Clere

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Re: Inkomplette Peridualanästhesie, Methoden, Tests diese zu

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 23.03.15, 18:59

Liebe clere,
Meine Größte Sorge sind aber die schlechten Blutgasanalysen mit Azidose
Sie verrennen sich da...

1. Man kann bei den dargestellten BGA´s nicht wirklich von einer Azidose sprechen. Sicher, die Lehrbücher sprechen ab < 7.35 von einer Azidose, aber die auf den BGA´s gezeigten Werte sind nicht klinisch relevant.

2. Mindestens die schlecht gedruckte BGA stammt m.E. sicher aus dem Nabelschnurblut des Kindes. Das ist routinemäßige "Qualitätskontrolle" (wie beeinträchtigt war das Kind bis zur Entbindung?) und die Werte sind völlig okay.

3. Die BGA von 1:15 Uhr ist völlig normal und diente wahrscheinlich schlicht der HB-Kontrolle (Blutverlust der Mutter) nach einer Sectio.

4. Bei der BGA von 22:05 ging es dem Untersucher auch nur um den pH-Wert des Kindes. Das ist üblicherweise einer der Indikatoren zu Sectio-Entscheidung. Was für Kinder-Blut spricht: Der sehr hohe Hämatokrit-Wert (60,9) :arrow: geradezu typisch für Neugeborene!

Ich fasse zusammen:

Die BGA´s von 22:05 und 22:14 Uhr gehören zum Kind und sind völlig okay.
Die BGA von 1:15 gehört wahrscheinlich zur Mutter und weist ebenfalls keine Auffälligkeiten auf.

Sie hatten eine aufgespritzte PDA ohne die geringsten Anzeichen für eine Sedierung oder gar Vollnarkose.


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Re: Inkomplette Peridualanästhesie, Methoden, Tests diese zu

Beitrag von clere » 23.03.15, 19:07

und warum sind dann auf allen BGA`s um 22:03 um 22:24 und um 1:15 mein Name darauf abgestempelt?

Bei meiner Tochter wurde auch nach der Geburt eine BGA durchgeführt, das ist richtig das aber wiederrum ist eine völlig andere BGA die ich hier nicht reingestellt habe.

Die anderen von mir hier eingestellten BGAs gehören mit 99%iger Warscheinlichkeit mir sonst würde nicht mein Name auf allen 3 Blutgasanalysen drauf vermerkt sein. und die Klinik wird nicht irren und versehentlich meine BGAs mit meiner Tochter vertauschen.

ich war wirklich 3 Stunden zwischen 22:03 und 1:15 im OP. ich hatte kein kurzes Black Out sondern bin 3 Stunden später wieder in einem anderen Raum aufgewacht und war ab 22:02 ohne Bewusstsein. Kann mich auch in diesem Zeitraum an nichts erinnern.

Grüße

Anästhesieschwester
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Re: Inkomplette Peridualanästhesie, Methoden, Tests diese zu

Beitrag von Anästhesieschwester » 23.03.15, 19:21

Hallo,

Ihr Name, weil das Kind Ihrem Fall zugeordnet wird.
Ein eigener Fall im Sinne der Abrechnung wird nur angelegt, wenn das Neugeborene einer weiteren als der üblichen postnatalen Diahnostik oder Behandlung bedarf (z. B. bei Intensivtherapie eines Frühgeborenen).


Edit: Es gibt im Krankenhaus nicht an jeder Ecke ein BGA-Gerät. Die Dinger sind recht wartungsintensiv.
Daher gehe ich davon aus, dass man Ihnen Post OP im Kreißsaal oder auf Station Blut abgenommen hat und die Probe an dem Gerät im OP-Bereich analysiert wurde. Ein absolut übliches Vorgehen.

Dr. A. Flaccus
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Re: Inkomplette Peridualanästhesie, Methoden, Tests diese zu

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 23.03.15, 19:36

Bevor hier jetzt weiter spekuliert wird:

Im Brief des Krhs. steht:

"Kind der Mutter gezeigt"
Und nach der Op wurde die Mutter zum Vater und ihrer Schwiegermutter ins Kreiszimmer (KRZ) gebracht.

Kein Wort über irgendeine Komplikation.
Kein auch noch so kleiner Hinweis auf eine Narkose o.ä.

Daher miene Fragen:

1. Was sagten die behandelnden Ärzte damals über den Verlauf?
2. Was sagt der Kindesvatrer (er war ja dabei)?
3. Was sagt die Schwiegermutter (auch sie war ja dabei)?

Schließlich machen sich Angehörige sicher Sorgen, wenn die Mutter erst über 2 Stunden nach OP-Ende wieder auftaucht...

Erzählen Sie mal :)

Dr. A. Flaccus
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clere
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Re: Inkomplette Peridualanästhesie, Methoden, Tests diese zu

Beitrag von clere » 23.03.15, 20:55

Naja wissen Sie genau das ist der springende Punkt Herr Dr. Flaccus, es ist richtig, dass mir meine Tochter um 22:03 gezeigt wurde, (meine Schwiegermutter die auch im OP war wurde dann um 22:03 rausgeschickt, sie meint ich habe mich nicht zu meiner Tochter gedreht um sie zu sehen und nicht auf Ansprache reagiert) danach aber gleich gegen 22:04 beginnt dieses schwarze Fenster an dem ich mich an nichts erinnern kann auch nicht wie ich genäht wurde oder wieder vom OP ins Überwachungskreiszimmer kam. Es ist zwar im Bericht vermerkt, dass ich angeblich um 22:35 ins Überwachungszimmer verlegt wurde, was jedoch nicht der Richtigkeit entspricht. Meine Schwiegermutter und mein Mann warteten Stundenlang auf mich um ca. halb 2 bin ich dann tatsächlich ins Überwachungszimmer verlegt wurden und war dann noch ca. eine Stunde völlig benommen. Die behandelten Ärzte sagten damals ich sei eingeschlafen (ich war sehr müde und erschöpft aufgrund der langen Wehen). Zu meiner Schwiegermutter und meinem Mann haben sie gesagt mir wurde um 22:03 ein kurzes Schlafmittel gespritzt. Jedoch war meiner Schwiegermutter und meinen Mann das immer suspekt, denn dann hätte ich ja trotzdem um 22:35 ins Überwachungszimmer verlegt werden müssen, was jedoch nicht geschah. Und dann die dazukommende blutgasanalyse um 1:15. hm.... ich stehe irgendwie total auf der Leitung. Nach der angeblichen Verlegung um 22:35 führt man dann um 1:15 im OP wieder eine Blutgasanalyse durch, ist so ein Vorgang üblich.

Was ist das eigentlich für eine Art der Überwachung des Blutdrucks auf dem Schema??? Handelt es sich um eine Überwachung mit einer Blutdruckmanschette? Dann würde die Blutdruckmanschette ja im Minuten und Sekundenakt den Blutdruck überwachen und durchgehend messen? Oder handelt es sich um eine invasive kontinuierliche Blutdrucküberwachung?
Ist solch eine Blutdrucküberwachung die hier im Schema zu erkennen ist eigentlich an ein Narkosegerät angeschlossen?? Weil mit einer einfachen Manschette müsste man ja kontinuierlich während der OP immer wieder messen. dasselbe bei der SPO2 und Herzfrequenz Überwachung werden diese Werte über ein angeschlossenes narkosegerät überwacht obwohl man keine Narkose hatte?? Sie müssen verstehen als Leie kenn ich mich da nicht recht aus.

http://www.directupload.net/file/d/3935 ... bf_pdf.htm

Grüße

Habe noch eine Nachfrage zu folgendem Absatz, wo sie erwähnt haben:

"Beutel groß" wird ebenso voreingestellt sein wie "Sevofluran" und "Fresh gas" (was nichts anders heißt als Frischgas/Raumluft). NMT und Train of four tauchen zwar im Protokoll auf, aber es wurden keinerlei Werte gemessen.

Die Erfassung von Tapnea (Apnoezeit, Atempause) ist zwar ungewöhnlich für ein Protokoll, aber auch hier wird offenbar die Voreinstellung des Beatmungsgerätes 1:1 übertragen. Das Gerät stand aber im "manuellem Modus".

Wie meinten Sie diese 2. Absätze eigentlich genau, da muss ich nochmal nachfragen, was genau meinen Sie mit Voreinstellung , bedeutet das, dass man vor Beginn der Sectio im Narkosegerät verschiedene Protokollwerte eingestellt hat, die dann im Bedarfsfall angewendet werden können wenn die Narkose eingeleitet wird oder habe ich da was falsch verstanden?

Oder meinen Sie, dass das Gerät, die Werte noch von einer Narkose die vor mir bei einem Patienten statt fand so im Narkosegerät übernommen wird,?

Bedeutet diese Tapnea Einstellung im Protokoll, " Tapnea(s) 30 s. das alle 30 Sekunden überprüft wird ob der Patient noch atmet?
Zuletzt geändert von clere am 23.03.15, 21:08, insgesamt 1-mal geändert.

Dr. A. Flaccus
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Re: Inkomplette Peridualanästhesie, Methoden, Tests diese zu

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 23.03.15, 21:06

Was ist das eigentlich für eine Art der Überwachung des Blutdrucks auf dem Schema???

Es gibt sechs Meßpunkte auf dem Protokoll - und die wurden mit Linien verbunden.
Eine völlig normale Darstellung.

Und nochmal:
Eine BGA nach 2-3 Stunden zur Kontrolle des Hb-Wertes ist völlig normal!

Die von Ihnen vorgelegte Dokumentation läßt keinen anderen Schluß zu als den folgenden:

Sie hatten eine aufgespritzte PDA ohne die geringsten Anzeichen für eine Sedierung oder gar Vollnarkose.

Wenn Ihre Angehörigen etwas anderes erlebt haben, dann müssen Sie das mit der betreffenden Klinik klären. Das wäre sicher schon vor vier Jahren sinnvoll gewesen...
Ich denke wir hier im Forum können nicht mehr weiterhelfen.

Dr. A. Flaccus
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Re: Inkomplette Peridualanästhesie, Methoden, Tests diese zu

Beitrag von clere » 23.03.15, 21:19

...ja aber wenn man sich die BGA`s anschaut, sieht das aus wie respiratorische Azidose und dies wäre ja wiederum ein Grund für eine Beatmung? ... Ich glaube der ausschlaggebende Grund für die BGA um 1:15 war nicht das Hämatokrit sondern die Normalisierung des PO2.

Habe noch eine Nachfrage zu folgendem Absatz, wo sie erwähnt haben:

"Beutel groß" wird ebenso voreingestellt sein wie "Sevofluran" und "Fresh gas" (was nichts anders heißt als Frischgas/Raumluft). NMT und Train of four tauchen zwar im Protokoll auf, aber es wurden keinerlei Werte gemessen.

Die Erfassung von Tapnea (Apnoezeit, Atempause) ist zwar ungewöhnlich für ein Protokoll, aber auch hier wird offenbar die Voreinstellung des Beatmungsgerätes 1:1 übertragen. Das Gerät stand aber im "manuellem Modus".

Wie meinten Sie diese 2. Absätze eigentlich genau, da muss ich nochmal nachfragen, was genau meinen Sie mit Voreinstellung , bedeutet das, dass man vor Beginn der Sectio im Narkosegerät verschiedene Protokollwerte eingestellt hat, die dann im Bedarfsfall angewendet werden können wenn die Narkose eingeleitet wird oder habe ich da was falsch verstanden?

Oder meinen Sie, dass das Gerät, die Werte noch von einer Narkose die vor mir bei einem Patienten statt fand so im Narkosegerät übernommen wird,?

Bedeutet diese Tapnea Einstellung im Protokoll, " Tapnea(s) 30 s. das alle 30 Sekunden überprüft wird ob der Patient noch atmet?

Ist nun diese Blutdruckmanschette die den Blutdruck misst mit einem Narkosegerät verbunden? Oder wie werden diese Blutdruckmessungen die bei den Monitorwerten vorkommen aufgezeichnet elektronisch? dann müsste ja die Blutdruckmanschette mit einem Gerät verbunden sein?

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Re: Inkomplette Peridualanästhesie, Methoden, Tests diese zu

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 23.03.15, 21:32

...ja aber wenn man sich die BGA`s anschaut, sieht das aus wie respiratorische Azidose und dies wäre ja wiederum ein Grund für eine Beatmung? ... Ich glaube der ausschlaggebende Grund für die BGA um 1:15 war nicht das Hämatokrit sondern die Normalisierung des PO2.
Entschuldigen Sie bitte, aber lesen Sie eigentlich was ich schreibe?
Dr. A. Flaccus hat geschrieben: 1. Man kann bei den dargestellten BGA´s nicht wirklich von einer Azidose sprechen. Sicher, die Lehrbücher sprechen ab < 7.35 von einer Azidose, aber die auf den BGA´s gezeigten Werte sind nicht klinisch relevant.

2. Mindestens die schlecht gedruckte BGA stammt m.E. sicher aus dem Nabelschnurblut des Kindes. Das ist routinemäßige "Qualitätskontrolle" (wie beeinträchtigt war das Kind bis zur Entbindung?) und die Werte sind völlig okay.

3. Die BGA von 1:15 Uhr ist völlig normal und diente wahrscheinlich schlicht der HB-Kontrolle (Blutverlust der Mutter) nach einer Sectio.

4. Bei der BGA von 22:05 ging es dem Untersucher auch nur um den pH-Wert des Kindes. Das ist üblicherweise einer der Indikatoren zu Sectio-Entscheidung. Was für Kinder-Blut spricht: Der sehr hohe Hämatokrit-Wert (60,9) :arrow: geradezu typisch für Neugeborene!
Außerdem ist überhaupt nicht klar, welche Quelle für das BGA-Blut vorliegt:

Ohrläppchen (kapillär)?
Vene?
Arterie?

Nur in Kenntnis der Quelle kann man eine BGA beurteilen.
Mit einem PO2 von 10 oder 16 (wie abgebildet) in einer arteriellen BGA hätten man in der Tat ein Problem...aber das Narkoseprotokoll spricht eine völlig andere Sprache.

:arrow: Sie hatten eine aufgespritzte PDA ohne die geringsten Anzeichen für eine Sedierung oder gar Vollnarkose.

Gruß

Dr. A. Flaccus
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Re: Inkomplette Peridualanästhesie, Methoden, Tests diese zu

Beitrag von clere » 25.03.15, 20:23

Sehr geehrter Herr. Dr. Flaccus...

ich bin auf etwas drauf gekommen die BGA um 22:03 stammt von mir:

Um 22:02 wurde meine Tochter geboren, danach wurde sie mir wenige Minuten gezeigt und dann wurde anschließend die BGA durchgeführt.

Es ist aber deutlich ersichtlich, dass das Gerät bereits um 22:03 die BGA auswertet.

Mir ist klar das das Gerät so etwas schnell auswerten kann.

Jedoch kann es sich zeitlich nicht ausgehen das das Kind um 22:02 vom Bauch der Mutter entwickelt wird bzw. geboren wurde und ca. eine Minute später um 22:03 liegt dann diese Analyse vor.

Das kann zeitlich nicht zusammen stimmen. und genau nach dieser BGA beginnt leider auch mein Bewusstseinsverlust.

? Zumal laut dem Geburtsbericht Protokoll beim Auftoppen der PDA um 21:23 auf eine Elo Mel Infusion vergessen wurde.

Angenommen das wäre wirklich die BGA meiner Tochter, welcher PO2 ist eigentlich bei einem Neugeborenen normal? Wäre ein Kapillär gemessener Wert des PO2 von 17,2 nicht für ein Neugeborenes ungünstig, oder welcher kapillär gemessene PO2 beim Neugeborenen ist normal?
Der normale Mensch sollte ja 80-100 haben aber wie siehts beim Neugeborenen aus.

Wie wird eigentlich eine arterille Probe entnommen ist das eine normale Blutabnahme?

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Re: Inkomplette Peridualanästhesie, Methoden, Tests diese zu

Beitrag von clere » 25.03.15, 20:27

ich glaube auch das die 2 BGA von mir stammt, denn dann hätte ja meine Tochter einen PCO2 wert von 66 gehabt. wäre das nicht schon in Richtig CO2 Narkose? ich kann mir nicht vorstellen das es einem Neugeborenen mit einem PCO2 von 66 gut geht?. Oder ist auch ein PCO2 von 66 beim Neugeborenen als normal anzusehen?

grüße

Dr. A. Flaccus
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Re: Inkomplette Peridualanästhesie, Methoden, Tests diese zu

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 26.03.15, 08:28

Liebe clere,

Sie irren.

Lesen Sie mal hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Blutgasanalyse
Normwerte (Neugeborene / Säuglinge / Kinder)
pH = 7,20–7,41 (Neugeborenes 1. Tag)pH = 7,34–7,45 (Neugeborenes 10–90 Tage)
pH = 7,38–7,45 (Säugling 4–12 Monate)
pCO2 = 29–61 mmHg (4,0–8,0 kPa) (Neugeborenes 1. Tag)
pCO2 = 26–43 mmHg (3,5–5,7 kPa) (Neugeborenes 10–90 Tage)
pCO2 = 27–40 mmHg (3,6–5,3 kPa) (Säugling 4–12 Monate)
pO2 = 16–35 mmHg (2,2–4,7 kPa) (Vena umbilicalis)
Damit sind alle Ihre Vermutungen und Fragen hinfällig.

Hätten Sie solche Werte gehabt, hätte man Sie erstmal beatmet und sie wären hinterher sicherlich nicht zu Ihren Angehörigen sondern auf die Intensivstation gekommen.

Also:
:arrow: Sie hatten eine aufgespritzte PDA ohne die geringsten Anzeichen für eine Sedierung oder gar Vollnarkose.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. A. Flaccus
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