Kaffee am OP-Tag erlaubt?

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falco1996
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Kaffee am OP-Tag erlaubt?

Beitrag von falco1996 » 26.09.14, 10:28

Ich habe eine Frage bezügl. der erlaubten Getränke am OP-Tag (Vollnarkose). Nichts essen und nur klare Flüssigkeit ist mir bekannt bis max. 2 h vor Op.

Spricht medizinisch etwas dagegen, morgens z. B. 6 Uhr noch eine Tasse Kaffee schwarz/ohne Zucker zu trinken, wenn die OP für nachmittags nach 14 Uhr angesetzt ist? Mir ist klar, dass man hier keinen Einzelfall beurteilen kann, daher erwarte ich auch nur eine allgemeine Antwort :-)

Danke!

Kinke
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Re: Kaffee am OP-Tag erlaubt?

Beitrag von Kinke » 28.09.14, 16:32

Sie müssen sicherlich morgens im Krankenhaus aufschlagen, richtig?
Es kann immer Verschiebungen im OP-Plan geben, so dass Sie plötzlich doch nicht um 14 Uhr, sondern schon einige Zeit vorher dran sind.
Plötzlich stehen Sie auf dem Plan auf "Platz 1" und werden nun doch schon z.B. um 8 Uhr operiert. Und dann? ;-)

Wie sagte mir der Anästhesist vor dem OP-Tag?
"Stehen Sie morgen früh um halb 5 auf, trinken noch einen schwarzen Kaffee und rauchen gemütlich eine, aber danach nicht mehr."

Operiert wurde ich als Erstes, um exakt 08:00 Uhr.


Naja, mittlerweile sehen das viele Anästhesisten nicht mehr so eng, was Kaffee und/oder Rauchen betrifft. Außer ein paar Einzelne.
Im Zweifel können Sie ja nochmal nachfragen, manche sind leider so eigen, dass sie den ganzen Termin absagen - obwohl... egal, reden wir nicht drüber.

falco1996
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Re: Kaffee am OP-Tag erlaubt?

Beitrag von falco1996 » 28.09.14, 20:36

Danke für die Info!

Da ich bis zur Klinik ohnehin fast 1 h fahre, wäre der "Durchlauf" wohl selbst bei vorgezogenem OP-Termin gegeben ;-) Ich war mir nur nicht sicher, ob eben gerade Kaffee irgendwie problematisch werden könnte. Also werde ich mir zumindest ein kleines Tässchen vor dem Start gönnen :-)

Viel eher werde ich sicher nicht in den OP kommen, da vormittags nur die Augen-OP geplant sind, für die keine Vollnarkose nötig ist, größtenteils auch ambulante OP. Info war, das vor 14 Uhr keinesfalls ein OP mit Anästhesie zur Verfügung steht. Daher ist es eigentlich ausgeschlossen, dass ich gleich morgens nach Ankunft dran kommen werde.

So ist wenigstens der Vormittag kopfschmerzfrei gesichert ;-)

Winfried Gahbler
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Re: Kaffee am OP-Tag erlaubt?

Beitrag von Winfried Gahbler » 29.09.14, 17:51

Hallo falco1996,

wenn ich die Patienten vor der Op über die Nüchernheit aufkläre, sage ich vielen, dass sie ab 24:00 Uhr nicht mehr essen und trinken dürfen - auch keine klaren Flüssigkeit. Das sieht nicht jeder Kollege so, aber die Empfehlungen sind ja nur "Empfehlungen " für die Ärzte. Ich denke, für die Patienten ist das als verbindlich anzusehen, was ihnen von dem Arzt bei dem Aufklärungsgespräch mitgeteilt wurde.
Ich persönlich sehe das jedenfalls so, meine von mir mitgeteilte Anweisung möchte ich als verbindlich verstanden wissen.
Daher kann ich nur empfehlen, fragen Sie konkret den Kollegen, der Sie aufklärt, was er als verbindlich ansieht, und halten Sie sich bitte an seine Anweisung.
Alles Gute wünsche ich Ihnen für die geplante Op und Narkose
MfG W.Gahbler
----------------------

Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Berufsordnung für Ärzte:
1. Der voranstehende Beitrag ist eine allgemeine Stellungnahme, die, ausgehend von Ihrer Anfrage mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst wurde.
2. Bitte wenden Sie Sich unabhängig davon persönlich zur Beratung, Untersuchung und Behandlung an eine Ärztin oder einen Arzt Ihres Vertrauens!
_________________
aus der Gemeinschaftspraxis
Dr.W.Gahbler/F.Becker/Dr.K.Sieben/R.Simon
http://www.schmerzkreis.net

Lizard
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Re: Kaffee am OP-Tag erlaubt?

Beitrag von Lizard » 22.10.14, 19:55

Ineteressant wie unterschiedlich das gehandhabt wird. In meiner Abteilung gilt 6h Nüchternheit für feste Speisen und 2h für klare Flüssigkeiten (inkl. schwarzem Kaffee).
Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Berufsordnung für Ärzte:
Mein Beitrag ist eine Stellungnahme, die auf den vorliegenden Angaben beruht. Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Aliraza153
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Re: Kaffee am OP-Tag erlaubt?

Beitrag von Aliraza153 » 04.01.15, 00:01

zum besseren Verständnis: sprechen wir von einer Darmspiegelung mit Bougierung oder von einem operativen Eingriff? Oder von einer Darmspiegelung mit evtl. direkt folgender OP?

dora
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Re: Kaffee am OP-Tag erlaubt?

Beitrag von dora » 04.01.15, 10:31

auf dem Aufklärungsbogen den man mitbekommt und auch unterschreiben muss steht das doch drauf.

Kinke
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Re: Kaffee am OP-Tag erlaubt?

Beitrag von Kinke » 06.01.15, 23:24

Also für mich gilt das, was im Aufklärungsbogen steht, den man letztendlich auch unterschreibt.
Ob jemand sagt, 6 Stunden vorher nichts mehr trinken oder 12 Stunden vorher, ist mir dann als Patient herzlich egal.
Denn aus Spaß an der Freude steht es wohl nicht auf dem Bogen drauf, auf diesen man immer zurückgreifen kann.

Wie gesagt,... im Studium wurde das Thema schon bis zum Erbrechen durchgekaut, weshalb sich mittlerweile diese
Frage doch schon gar nicht mehr stellt. Und ab 22 Uhr oder 0 Uhr ist schon massiv übertrieben - vor allem für Patienten,
deren Operation für den Mittag geplant sind. Und was man von der unheimlich schlechten OP-Koordination halten soll,
weiß wohl mittlerweile jeder zweite Patient.

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Re: Kaffee am OP-Tag erlaubt?

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 07.01.15, 07:57

Also für mich gilt das, was im Aufklärungsbogen steht, den man letztendlich auch unterschreibt.
Richtig.

Und wenn der Arzt dort z.B. handschriftlich vermerkt: "Letzte Nahrung und letztes Getränk um 24 Uhr" dann gilt eben genau das.
Selbst wenn aktuelle Richtlinien etwas anderes empfehlen.
Die Entscheidung liegt beim durchführenden Arzt.

Möglicherweise gibt es ja im Einzelfall durchaus Gründe, die auch eine längere Flüssigkeits-Pause begründen wie z.B. eine Magenspiegelung.
Allerdings sollte der Arzt auch in der Lage sein, die Abweichung von den Empfehlungen entsprechend zu begründen.

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Re: Kaffee am OP-Tag erlaubt?

Beitrag von LilyG » 07.01.15, 09:39

Kinke hat geschrieben:Und ab 22 Uhr oder 0 Uhr ist schon massiv übertrieben - vor allem für Patienten,
deren Operation für den Mittag geplant sind. Und was man von der unheimlich schlechten OP-Koordination halten soll,
weiß wohl mittlerweile jeder zweite Patient.
Das wissen die Ärzte am Vortag nicht wer früh oder mittags operiert wird. Der OP-Plan wird erst gemacht, wenn alle Patienten früh da sind. Es könnten ja Patienten am OP-Tag plötzlich noch abspringen. Der OP muss schließlich ausgelastet sein. Also lieber ein paar Patienten mehr bestellen und den Rest wieder nach Hause schicken.

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Re: Kaffee am OP-Tag erlaubt?

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 07.01.15, 09:51

Also lieber ein paar Patienten mehr bestellen und den Rest wieder nach Hause schicken.
Nein, so sollte es in einem gut organisierten OP eben nicht funktionieren!

Es gehört auch eher in den Bereich von Fabeln und Märchen, das jeden Tag "massenhaft" Patienten ausfallen. Die meisten Patienten - man sollte es kaum glauben - sind ja krank und haben einen Grund, warum sie operiert werden. Oft werden dafür auch viele private Arrangements getroffen (Wer versorgt die Kinder? Wann passt das Fernbleiben von der Arbeit am besten?).

Und so hat jedes Krankenhaus m.E. die Pflicht, mit einem gut organisiertem OP-Plan die Versorgung aller für diesen Tag geplanten Patienten sicherzustellen. Und in dem Bereich, den ich als OP-Manager überblicke (damit meine ich nicht nur das Haus in dem ich tätig bin, sondern viele andere von denen ich über Vernetzung Kenntnis habe), kommen massenhafte Verschiebungen oder gar Ausfälle nicht vor.

Klar: Durch Notfälle kann sich immer mal etwas verschieben oder es kann auch eine OP ausfallen. Das ist aber die Ausnahme und nicht die Regel.
Und so sind am Ende beide Seiten in der Verantwortung.
Der Patient hält die Regeln ein und sorgt damit dafür, das auch die Klinik ihr geplantes Programm durchführen kann. :)

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Re: Kaffee am OP-Tag erlaubt?

Beitrag von LilyG » 07.01.15, 12:14

Meiner Meinung nach sind OP‘s zu geplanten Terminen ein Glücksspiel.

Bei einer OP hatte ich schon die LMAA Pille. Dann ließ die Wirkung nach und als ich nachgefragt hatte, hieß es heute werden Sie nicht mehr operiert. Wir operieren nur bis 16:00 Uhr, (außer Notfälle). Auf die Frage, ob ich denn morgen dran bin, kam die Antwort: Der OP-Plan steht noch nicht fest. Dann habe ich gesagt, wenn es heute nichts mehr zu Essen gibt und ich morgen nicht operiert werde, gehe ich wieder nach Hause. Dann kam eine Ärztin und versicherte mir, dass ich am nächsten Tag um 8:00 Uhr dran bin. War dann auch so und Essen gab es auch.

Bei einer anderen OP war ich um 7:00 Uhr da, wie die anderen auch, die an diesem Tag operiert werden sollten. Bis 9:00 Uhr lief die Bettenverteilung. Eine Frau wurde nach Hause geschickt. Kein Bett. Die Patientin neben mir war Diabetikerin. Die hatte wohl einen Fehler gemacht, die OP wurde abgebrochen und die Patientin noch an dem Tag nach Hause geschickt. Man brauchte das Bett. So hatte ich Glück, dass ich an diesem Tag noch operiert wurde. Eine weitere Patientin wurde erst am nächsten Tag operiert.

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Re: Kaffee am OP-Tag erlaubt?

Beitrag von LilyG » 07.01.15, 12:23

dora hat geschrieben:auf dem Aufklärungsbogen den man mitbekommt und auch unterschreiben muss steht das doch drauf.
Kinke hat geschrieben:Denn aus Spaß an der Freude steht es wohl nicht auf dem Bogen drauf, auf diesen man immer zurückgreifen kann.
Übrigens habe ich noch nie einen Bogen mit nach Hause bekommen. Durchlesen, unterschreiben, abgeben. Oder verstehe ich etwas falsch? War bisher immer so, egal welche OP oder welches KH.

LilyG

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Re: Kaffee am OP-Tag erlaubt?

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 07.01.15, 13:04

Das Patientenrechtegesetz verpflichtet jeden Arzt und jede Klinik, eine Kopie der Aufklärungsunterlagen unaufgefordert (!) mitzugeben oder zumindest nachzufragen, ob eine Kopie gewünscht wird.
Das gilt seit über einem Jahr.

Für die OP-Verschiebungen bleibe ich dabei: Wo so etwas häufiger vorkommt, stimmt die OP-Organisation nicht. Wer ständig "Notfälle" hat, muß sein Regelprogramm anders planen. Das darf aber nicht auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden.

In meinem Verantwortungsbereich (> 10.000 Operationen pro Jahr, Schwerpunktklinik mit vielen Notfällen) ist die "organisatorische Absage" eine absolute Ausnahme. Wir bemühen uns, jeden Patienten am geplanten Tag zu operieren. Allerdings sind zeitliche Verschiebungen, teilweise bis in die späten Abendstunden hinein, nicht immer auszuschließen.

Manchmal muß man eben Kompromisse eingehen zwischen den Bedürfnissen der geplanten Patienten (z.B. auch ausgedrückt über Wartelisten) und den Erfordernissen einer Klinik, die eben auch Notfälle zu versorgen hat.

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Re: Kaffee am OP-Tag erlaubt?

Beitrag von dora » 07.01.15, 13:17

LilyG hat geschrieben:
dora hat geschrieben:auf dem Aufklärungsbogen den man mitbekommt und auch unterschreiben muss steht das doch drauf.
Kinke hat geschrieben:Denn aus Spaß an der Freude steht es wohl nicht auf dem Bogen drauf, auf diesen man immer zurückgreifen kann.
Übrigens habe ich noch nie einen Bogen mit nach Hause bekommen. Durchlesen, unterschreiben, abgeben. Oder verstehe ich etwas falsch? War bisher immer so, egal welche OP oder welches KH.

LilyG
wurde bisher 5 mal operiert, habe immer den Bogen mitbekommen ( egal ob ambulant oder stationär)
Bei den Ops wurde nur eine um ca. 1 1/2 Stunden verschoben wegen Kaiserschnitt der dazwischen kam-
Liegt halt an der Organisation-

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